Kolumne „Eigener Herd“Dieser Kuchen macht glücklich

- Johannisbeeren enthalten viel Fruchtsäure und sind pur oft kaum genießbar, lassen sich aber durch Baiser perfekt versüßen.
- Küchenchef Kevin von Werthern empfiehlt für perfektes Baiser eine saubere, fettfreie Metallschüssel und nicht zu langes Schlagen.
- Der Johannisbeeren-Haselnuss-Baiser-Kuchen wird mit einem mehlfreien Haselnussteig und Baiser mit rohen Johannisbeeren bei 180 Grad gebacken.
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Johannisbeeren sind sauer, Baiser ist süß – und zusammen wird daraus ein Sommerkuchen, der an einen Kuss im Garten erinnert. Über die Kunst, aus Gegensätzen etwas Köstliches zu machen.
Von Titus Arnu
Wieso macht sauer eigentlich lustig? An dieser Frage kann man verzweifeln, wenn man wieder mal in einem ICE mit defekter Klimaanlage schmort, dessen Weiterfahrt sich wegen Personen im Gleis, Böschungsbrand, Stellwerkschaden oder was auch immer auf unbestimmte Zeit verzögert. Da wird mancher Fahrgast sauer, und es hilft wenig, wenn Zugbegleiter Schokoherzen verteilen. Zumal die Redewendung auf einem Missverständnis beruht: Im 17. Jahrhundert sagte man „sauer macht gelüstig“, was ursprünglich bedeutete, dass saure Speisen den Speichelfluss anregen, also den Appetit steigern.
