Nach Prüfung durch Kartellamt50+1 und die Bundesliga: Endlich alles weiter unklar
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Das Bundeskartellamt erklärt die Regel zum Schutz der Vereine vor Fremdbestimmung für rechtens – und fordert, Schlupflöcher für Werksklubs zu verhindern. Die wollen notfalls klagen.
Von Philipp Selldorf
Als die Deutsche Fußball Liga (DFL) beim Bundeskartellamt um eine rechtliche Prüfung der 50+1-Regel bat und eine Entscheidung nach §32 c im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen anregte, sah die Welt noch ein wenig anders aus als heute: In Deutschland führte Angela Merkel die Regierungsgeschäfte, und in der DFL hatte Christian Seifert das Sagen. Der FC Bayern hatte noch nicht 35 deutsche Fußball-Meisterschaften gewonnen, sondern erst 28, und Jogi Löw durfte Bundestrainer bleiben, obwohl seine Nationalelf soeben bei der WM in Russland ein Desaster erlitten hatte.
Mehr als acht lange Jahre ist es also her, dass die DFL – die inzwischen Bundesliga heißt – um eine verbindliche Auskunft ersucht hat, wie es juristisch um die deutsche Sonderregel steht. Doch nachdem nun die Behörde das Prüfverfahren offiziell für abgeschlossen erklärt hat, ist der deutsche Profifußball nicht viel schlauer als vorher schon.
Zwar hat das Bundeskartellamt am Mittwoch mitgeteilt, es halte die 50+1-Regel „weiterhin für kartellrechtlich zulässig“, was ja zumindest einen Standpunkt markiert. Zugleich schränkte das für den Erhalt des wirtschaftlichen Wettbewerbs zuständige Amt jedoch ein, dass die Voraussetzung für den rechtssicheren Fortbestand der 50+1-Regelung nur dann erfüllt sei, „wenn sie konsequent und ohne Unterschiede – sofern es für diese keinen sachlichen Grund gibt – angewendet wird“.

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Für die erste und die zweite Bundesliga ergibt sich aus dieser vielfältig interpretierbaren Bewertung (siehe: „sachlicher Grund“) kein Anlass zu hektischem Handeln. Das Spezial-Konstrukt 50+1, das eine Übernahme der Bundesligavereine durch Investoren und Zustände wie beispielsweise im englischen und italienischen Profifußball verhindern soll, wird staatlicherseits gebilligt. Man sehe sich „in der grundsätzlichen Haltung bestärkt“, teilte die Bundesliga – die vormalige DFL – in der ersten Reaktion mit: „50+1 ist ein elementarer Bestandteil des deutschen Fußballs.“ Es sei „ein bedeutender Schritt, dass das Bundeskartellamt in seiner finalen Bewertung keine grundlegenden Bedenken gegen die Regel erhebt“, erklärte Ligapräsident Hans-Joachim Watzke.
