FußballEine Bühne für den Schiedsrichter, der nicht in die USA durfte
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Bei der WM wurde Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert, die Fifa ließ es geschehen. Jetzt leitet er das Uefa-Supercup-Finale. Eine politische Ansetzung? Gewiss.
Von Felix Haselsteiner, Salzburg
Am Montagnachmittag landete Omar Artan am Flughafen in Salzburg und durfte dort ohne Probleme in die Europäische Union einreisen. Sogar ein kleines Empfangskomitee wartete auf ihn, mit Autogrammjägern und einer Kamera des europäischen Fußballverbands Uefa, der das Video später in den sozialen Medien verbreitete: Der Schiedsrichter des Supercupspiels zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa am Mittwochabend ist schließlich nicht irgendein Schiedsrichter. Sondern auch außerhalb seines Heimatlandes Somalia und des afrikanischen Kontinents eine bekannte Persönlichkeit.
Zwei Monate ist es her, als Artan, 34, in Miami die Einreise in die USA versagt wurde. „Mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen“ stehe er in Verbindung, so lautete damals der schwerwiegende Vorwurf der US-Behörden an den Schiedsrichter, der eigentlich eine makellose Karriere vorzuweisen hatte. Aus schwierigen Verhältnissen kommend, hatte Artan sich über die somalische Liga einen hervorragenden Ruf erarbeitet, pfiff als erster Somalier ein Finale der afrikanischen Champions League, wurde 2025 zu Afrikas Schiedsrichter des Jahres gewählt und folgerichtig von der Fifa für die WM nominiert. Dann scheiterte die Teilnahme am Ausrichterland USA.

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Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia sollte bei der WM pfeifen, doch ihm wird die Einreise in die USA verweigert. Die Fifa? Bedauert das. Dabei gibt es unzählige Probleme mit der Gastunfreundlichkeit des WM-Gastgebers.
Und an der Machtlosigkeit der Fifa. „Nur eine Sportorganisation“ sei der Fußball-Weltverband, sagte Präsident Gianni Infantino: „Wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind.“ Zurückhaltende Sätze waren das, die in dieser Form eher selten von Infantino zu hören sind. Aber auch wenn die Entscheidung „unglücklich“ sei, gegen die US-Einwanderungsbehörde wollten sich Infantino und die Fifa offenkundig nicht zur Wehr setzen, um dem somalischen Schiedsrichter einen WM-Einsatz zu ermöglichen. Was wiederum die Uefa als Chance erkannte.
