Diskussion über Einlasskontrollen in BädernNichtschwimmer müssen draußen bleiben
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- Einige Bäder in Deutschland verlangen von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen das Bronzeabzeichen als Einlassvoraussetzung.
- Hintergrund sind zunehmende Badeunfälle und die Tatsache, dass die Hälfte der Grundschulkinder nicht sicher schwimmen kann.
- Eine flächendeckende Regelung gibt es nicht, da Badbetreiber ihre Hausordnung selbst gestalten dürfen.
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Mehr Feedback gebenIn einigen Bädern müssen unbegleitete Kinder und Teenager neuerdings das „Freischwimmer“-Abzeichen vorzeigen, bevor sie eingelassen werden.
Wenn Kinder beim Baden untergehen, geschieht das oft lautlos. Wie vor wenigen Tagen im Weserangerbad in Rinteln (Niedersachsen). In letzter Minute rettete ein Gast des Freibades einen Siebenjährigen, der schon auf dem Boden des Nichtschwimmerbeckens lag. Bademeister beobachten mit wachsender Sorge, dass viele Kinder und Teenager nicht gut schwimmen können. Manche halten sich nur mithilfe von Schwimmnudeln, aufblasbaren Einhörnern oder Krokodilen über Wasser. Weshalb einige Betreiber von Bädern in Deutschland, vorwiegend in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, in dieser Saison entsprechende Einlasskontrollen für unbegleitete Kinder und Jugendliche eingeführt haben.

Schwimmen:Die Heimat des Seepferdchens
Der Großvater von Christian Schmidt hat vor mehr als 70 Jahren das Schwimmabzeichen zum Aufnähen erfunden. Bis heute lässt der Enkel in einem Hinterhof in Wuppertal Seepferdchen weben. Zu Besuch bei einem deutschen Original.
„Bronzeabzeichen vorzeigen, bitte!“, heißt es inzwischen an einigen Kassenhäuschen, wenn junge Badegäste dort ohne ihre Eltern oder eine andere Aufsichtsperson auftauchen. Schülerinnen und Schüler werden dann abgewiesen, wenn sie das „Deutsche Schwimmabzeichen Bronze“, den sogenannten Freischwimmer, nicht vorweisen können. Er gilt hierzulande als der offizielle Nachweis dafür, dass jemand tatsächlich schwimmen kann. Gefordert sind dafür unter anderem 200 Meter Schwimmen am Stück in Kopf- und Rückenlage, verschiedene Sprünge und das Absolvieren einer Tauchübung.
Viele Bäder sind überfüllt, es fehlt an Aufsichtspersonal
In Freibädern wie in Seen nehmen schwere Badeunfälle zu. Allein im heißen Juni dieses Jahres ertranken bundesweit mindestens 99 Menschen beim Baden, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) meldet – so viele wie seit 23 Jahren nicht mehr. Viele Bäder sind überfüllt, und es fehlt an Aufsichtspersonal. „Die Hälfte der Kinder kann nach dem Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen. Das ist erwiesen“, sagt Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister (BDS), und beruft sich dabei auch auf eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa. „Dabei sollten sie genau das während der Grundschulzeit erlernen.“ Oft jedoch fällt der Schwimmunterricht an Schulen aus, und viele Eltern üben Mathe mit ihren Kindern, aber nicht das Schwimmen. Oder sie können selbst nicht schwimmen. Harzheim befürwortet solche Einlasskontrollen für Minderjährige grundsätzlich, „weil das dabei hilft, die Sicherheit beim Baden ein Stück weit zu verbessern“.
