Festival am RotkreuzplatzDer Blues bringt Menschen zusammen

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Weit zurück in der US-amerikanischen Musikgeschichte geht es mit dem Münchner Duo „Black Patti“.
Weit zurück in der US-amerikanischen Musikgeschichte geht es mit dem Münchner Duo „Black Patti“. Christian Kaufmann

Beim Bluesfest wird der Münchner Rotkreuzplatz zum Biergarten und das Publikum erlebt die Vielfalt der Großstadt-Musikszene.

Von Dirk Wagner

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Was 1989 als Sommerfest der damals am Rotkreuzplatz beheimateten Kellerbar „Hide-Out“ startete, ist mittlerweile eines der schönsten Beispiele einer gelebten Stadtteilkultur in München. Mit wenigen Ausnahmen hat nämlich dort das Bluesfest den wohl wichtigsten Knotenpunkt Neuhausens alljährlich in einen gemütlichen Biergarten verwandelt, wo man ganz in der Tradition des mittlerweile leider geschlossenen Live-Clubs Hide Out einen Sonntagnachmittag lang den Blues in all seinen Facetten feiert.

Darum hat die engagierte Neuhauser Veranstalterin Niko Strnad auch heuer wieder ein spannendes Programm zusammengestellt, das den „Rio“, wie der Rotkreuzplatz nicht erst in den Fünfzigerjahren von den Münchnern genannt wurde, in einen Ort der kulturellen Begegnung verwandelt. Auch weil das Bluesfest bei freiem Eintritt stattfindet und selbst an den aufgestellten Bierbänken kein Verzehrzwang besteht, treffen sich hier Anwohner und eigens für die Konzerte angereiste Menschen. Generationen-übergreifend lauschen sie den überwiegend Münchner Musikern, denen die Netzwerkerin Strnad hier einmal mehr eine Öffentlichkeit bietet.

Dergleichen gelingt ihr auch bei anderen Veranstaltungsreihen, für die Strnad in München verantwortlich ist – sei es bei der ebenfalls jährlich stattfindenden Neuhauser Musiknacht, sei es beim vierteljährlichen Musikertreffen „Munich rocks“ im Muffatwerk, sei es beim Musikprogramm des Andechser Zelts und des Hexenkessels auf dem Tollwood respektive Winter-Tollwood, oder sei es beim regelmäßigen Bandcontest „Soundcheck in …“. Stets gibt Strnad regionalen Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit, sich vor einem größeren Publikum zu behaupten, noch dazu bei fairer Bezahlung.

Zugleich hat das Publikum die Gelegenheit, die Vielfalt der Münchner Musikszenen zu erkunden. Dafür wird Strnad als Motor jener Musikszenen auch vom Kulturreferat der Landeshauptstadt, sowie im Fall des Bluesfests auch vom Bezirksausschuss 9 unterstützt. Wie wichtig für die Musiker das Bluesfest ist, mag man schon daran festmachen, dass sie sich im Grunde ja gleich zwei Sonntage für ihren Auftritt freihalten. Sollte es nämlich am präferierten Veranstaltungstermin stark regnen, wird das Festival um eine Woche verschoben.

Sänger und sensationeller Bluesharp-Spieler: San2.
Sänger und sensationeller Bluesharp-Spieler: San2. Gregor Daniels

Im Idealfall eröffnen Black Patti aber schon diesen Sonntag, den 16. August, um 14 Uhr das Bluesfest mit einer musikalischen Zeitreise in die US-amerikanischen Südstaaten des 20er- und 30er-Jahre des letzten Jahrhunderts. In Erinnerung an Legenden wie ZZ Top, JJ Cale, Allman Brothers oder Tom Petty beweist die Münchner Formation Sheep Lost sodann mit ihrem ebenso lässigen wie mitreißenden Stil die Rocktauglichkeit des Blues. Der im Bayerischen Wald aufgewachsene Bluesrocker T.G. Copperfield wird den Blues im Anschluss als Spielart einer zeitgenössischen Americana neu beleben. Für sein jüngstes Album „All In Your Head“ wurde der einstige Begründer der Southern-Rock-Band 3 Dayz Whizkey für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.

Abgerundet wird das Bluesfest schließlich von San 2 & His Soul Patrol, der seit Jahren bereits vom James-Cullum-Entdecker Geoff Gascoyne produziert wird. Gascoyne, der als Bassist schon mit Größen wie Charlie Watts von den Rolling Stones, Sting oder Van Morrison gearbeitet hat, ist auch auf der aktuellen EP „Stoned On Love“ von San 2 zu hören. Auf dem Rotkreuzplatz wird San 2 unter anderem vom Bassisten Raoul Walton begleitet, der schon für Gianna Nannini, für Marius Müller Westernhagen und für die Rainbirds die Saiten wummern ließ. San 2 selbst wird dabei nicht nur als Sänger brillieren, sondern auch als einer der besten Bluesharp-Spieler Europas. Damit hat Niko Strnad einmal mehr ein Programm geschaffen, das Alt und Jung zu einem gemeinsamen Fest einlädt, auf welchem Menschen sich persönlich begegnen, austauschen und kennenlernen dürfen.

Bluesfest am Rotkreuzplatz, Sonntag, 16. August, von 14 Uhr an

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