Ampelmännchen von SchwabachSchläger, ja – aber doch nur Gold, keine Menschen!
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In Schwabach haben sie ein neues Ampelmännchen – einen Goldschläger. Oder doch einen Axtmörder? Es scheint, als hätte das alte Handwerk ein Marketingproblem.
Kolumne von Max Weinhold Hernandez
Als man den Themenvorschlag vor einem Jahr in die Konferenz einbrachte, herrschte unter den Kollegen eine gewisse Skepsis. Goldschläger? Schon wieder? Habe die Redaktion doch schon etliche Male drüber berichtet, kenne doch jeder. Aber neuerdings war das Schwabacher Handwerk ja immaterielles Kulturerbe Deutschlands, das war doch noch mal ein Anlass.
Also fuhr man nach Schwabach, und es sollte sich lohnen, so fand man. Wegen der Geschichte der jungen Frauen, die als künftige Firmenchefinnen diese jahrhundertealte mittelfränkische Tradition am Leben erhalten wollen: Gold zu hauchzarten Blättern zu schlagen, welche die Siegessäule in Berlin zieren, den Invalidendom in Paris, die Freiheitsstatue in New York oder den Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem.

Traditionelles Handwerk in Franken:Goldschlägerstimmung
Die Siegessäule in Berlin, die Freiheitsstatue in New York, das Steak von Ex-Bayern-Star Franck Ribéry: Weltweit ziert Blattgold aus Schwabach Kunstwerke und Monumente. Jetzt ist das Handwerk immaterielles Kulturerbe. Zu Besuch in einer goldigen Stadt.
Wegen der wortkargen Männer, die seit Jahrzehnten Goldgranulat in Öfen zu Barren einschmelzen und die Barren in eine Presse geben, die diese dünn walzen. Wegen der Frauen, die ebenfalls seit Jahrzehnten das gewalzte Gold in filigranem Akkord zuschneiden, bevor es unter den Hammer kommt, der es noch dünner schlägt, und dann wieder zu den Frauen, die es mit Pinzetten in kleine Büchlein legen.
Und jetzt, ein Jahr später, diese Meldung: „Umstrittenes Ampelmännchen in Schwabach: Goldschläger oder Axtmörder?“

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