EheverträgeLass uns über das Kleingedruckte reden, Schatz!
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Was ist dein, was ist mein? In den USA ist ein Buch, in dem eine Anwältin mitreißend ihre Scheidungsgeschichte erzählt, ein Bestseller. Jetzt ist es auch auf Deutsch erschienen. Die Erkenntnis: In vielen Beziehungen wird viel zu wenig über Geld gesprochen.
Von Lara Sanli
Eine Hochzeit zu planen, ist viel Arbeit. Über die Torte und die Blumendekoration diskutiert das Paar leidenschaftlich, und es kann Wochen dauern, bis klar ist, wo der Onkel platziert wird, der peinliche Dinge sagt, wenn er Alkohol getrunken hat. Vor der Eheschließung meist nicht besprochen wird aber, wie man das Aktiendepot auseinanderdividiert oder was mit der gemeinsamen Wohnung passiert, wenn die Partnerschaft zerbrechen sollte. Unromantische Fragen, die man lieber wegschiebt.
In den USA ist das Thema Scheidung gerade öffentlich sehr präsent, dank eines Buches, das über Monate auf der Bestseller-Liste der New York Times stand. In „Strangers“ beschreibt die Anwältin Belle Burden, wie ihr Mann sie nach 20 Jahren Ehe verließ. Es ist die Geschichte einer wohlhabenden, an einer Eliteuniversität ausgebildeten Frau, die emotional in ein Loch fällt, der aber auch klar wird, dass sie sich all die Jahre nie um ihre Finanzen gekümmert hat. Das Buch fesselte das amerikanische Publikum so sehr, dass bald eine Netflix-Produktion daraus werden soll. Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow spielt die Hauptrolle.

Finanzen bei Trennungen:Wie sichert man sich für den Fall einer Scheidung ab?
Fast jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden, vor allem Frauen sind danach oft arm. Wie lässt sich das vermeiden, und was raten Fachleute?
In Deutschland ist das Buch in dieser Woche unter dem Titel „Fremde“ erschienen. Es ist mehr als eine mitreißend erzählte Scheidungsgeschichte aus der Welt der Reichen. Dahinter steht die Frage, die für alle Liebesbeziehungen essenziell ist: Welcher Teil des Geldes gehört uns beiden zusammen – und was bleibt konsequent Privatvermögen?
Deutschland hat auf dieses Dilemma eine eigene, nüchterne Antwort. Vereinbaren die Partner nicht explizit etwas anderes, gilt die sogenannte Zugewinngemeinschaft. Rechtlich verschmelzen die Vermögen der Ehepartner nicht zu einem großen Topf, sondern bleiben getrennt. Im Falle einer Scheidung behalten beide grundsätzlich ihr eigenes Vermögen, doch der während der Ehe entstandene Zugewinn wird ausgeglichen.
