Übernahme von AthoraWenn die Lebensversicherung den Besitzer wechselt
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- Die Frankfurter Leben übernimmt den Rivalen Athora Leben in Wiesbaden und wächst dadurch auf 800 000 Policen mit 17 Milliarden Euro Kapitalanlagen.
- Athora hatte seit elf Jahren keine Bestandsübernahme mehr zustande gebracht und tritt trotz großer Pläne der Eigentümer auf der Stelle.
- Die Deutsche Bank unterstützt die Übernahme mit einem Darlehen von rund 40 Millionen Euro und wird Teile der Kapitalanlagen verwalten.
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Mehr Feedback gebenEine Lebensversicherung soll ein Vertrag fürs Leben sein. Doch die Bestände werden immer wieder verkauft – wie die aktuelle Übernahme von Athora durch die Frankfurter Leben zeigt. Für die Unternehmen ist das ein lukratives Geschäft. Und für die Kunden?
Von Herbert Fromme und Friederike Krieger, Köln
Wer eine Lebensversicherung oder private Rentenversicherung zur Altersvorsorge abschließt, lässt sich auf einen Vertrag ein, der idealerweise 30 Jahre und länger läuft. Die Versicherer argumentieren gerne mit der lebenslangen Partnerschaft, die sie bieten. Aber immer mehr Kunden erleben, wie ihre Versicherungen mehrfach den Eigentümer wechseln.
Das geht auch den Versicherten der altehrwürdigen Berlinischen Lebensversicherung so, die 1836 gegründet worden war und von 1949 an ihren Sitz in Wiesbaden hatte. Sie gehörte lange den Münchner Versicherungsschwergewichten Munich Re und Allianz.
Doch wer angesichts dieser vertrauenswürdigen Eigner 1996 in Wiesbaden einen Vertrag abschloss, bekam 1998 plötzlich die britische Commercial Union als neuen Eigentümer seines Versicherers. Munich Re und Allianz hatten die Gesellschaft an die Briten verkauft, die sie in ihre Amsterdamer Tochter Delta Lloyd eingliederten. Später wurde Delta Lloyd eigenständig.
2015 gaben die niederländischen Besitzer die Gesellschaft an den auf Bermuda ansässigen Abwicklungsspezialisten Athene ab, der die Delta Lloyd Lebensversicherung zunächst in Athene umbenannte. Seit 2018 heißt sie Athora Lebensversicherung.
Jetzt müssen sich die Kunden an eine weitere Adresse gewöhnen. Denn Athora wurde gerade von der Frankfurter Lebensversicherung gekauft, deren Eigner der chinesische Finanzkonzern Fosun ist. München, London, Amsterdam, Bermuda, Schanghai – so ein Lebensversicherungsvertrag kommt rum.