Kolumne „In aller Munde“Alles neu im „Noma“?
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Wiedereröffnung in Kopenhagen: Was sich nach Skandalen, Schließungsplänen und dem Vertrauensverlust in dem weltberühmten Restaurant ändern soll.
Von Marten Rolff
In der Gastronomie dürfte es die meistdiskutierte Nachricht des Monats sein: Seit diesem Mittwoch hat das „Noma“ in Kopenhagen seine Türen wieder für Gäste geöffnet. So hatte es der im Frühjahr nach Übergriffigkeitsvorwürfen zurückgetretene Küchenchef René Redzepi bereits im Juni auf Instagram verkündet.
Nun müssen auch Gourmetinteressierte zugeben, dass sie hinsichtlich Wohl und Wehe des berühmtesten und zuletzt auch berüchtigtsten aller Gourmetrestaurants (fünfmal die Nummer eins der Welt) schon länger den Überblick verloren haben. Ist das Noma denn nun ein Restaurant, eine Art Food-Labor oder ein Unternehmen für die Entwicklung von Lebensmitteln? Hat es einen festen Standort oder tourt es als Dauer-Pop-up um die Welt? Und ist René Redzepi, sein legendärer Chef und Mitbegründer, noch mit von der Partie?
Im Januar 2023 hatte Redzepi – nach Vorwürfen, er beute unbezahlte Gastköche aus – für Ende 2024 die Schließung des Noma angekündigt und beschieden, diese Form von Spitzenküche sei sozial nicht mehr nachhaltig. Stattdessen sollte das Restaurant sich zu einer „Purpose Brand“ (Noma Projects) wandeln, innovative Lebensmittel entwickeln, forschen und nur zu speziellen Anlässen Gäste bewirten.

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Die vage formulierten Pläne ließen es dann später wohl nicht mehr nötig erscheinen, das Noma zu schließen. Stattdessen machte die Mannschaft mit lukrativen Gastspielen im Ausland von sich reden. Bis die New York Times während des Noma-Pop-ups in Los Angeles (Menüpreis: 1500 Dollar) im März dann Vorwürfe Dutzender Mitarbeiter öffentlich machte, im Team sei es zu Übergriffen wie Mobbing, Bestrafungsaktionen, Schubsen und Stoßen gekommen („Zur Arbeit zu gehen, war, wie in den Krieg zu ziehen“). Redzepi übernahm dafür schließlich die Verantwortung und entschuldigte sich bei allen, „die unter meiner Führung gelitten haben“.


