RechtskolumneNeue Regeln für Feuerlöscher

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Wer gerne auf Nummer sicher geht, sollte bald den Feuerlöscher austauschen.
Wer gerne auf Nummer sicher geht, sollte bald den Feuerlöscher austauschen. Daniel Karmann/dpa
  • Ab 23. Oktober 2026 dürfen Feuerlöscher mit PFAS-haltigen Löschschäumen in der EU nicht mehr verkauft werden.
  • PFAS sind gesundheitsschädliche Ewigkeitschemikalien, die das Immunsystem schädigen und die kindliche Entwicklung beeinträchtigen können.
  • Bestehende Schaumfeuerlöscher, die PFAS enthalten, dürfen noch bis 2028 verwendet. Sie müssen jedoch bis 2030 endgültig aus dem Verkehr gezogen werden.
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Geräte mit Löschschäumen, die sogenannte Ewigkeitschemikalien enthalten, dürfen von Herbst an nicht mehr verkauft werden. Was sind die Alternativen?

Von Johanna Pfund

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Es mag überraschen, doch tatsächlich muss sich niemand einen Feuerlöscher für seinen privaten Haushalt kaufen. Es gibt keine Pflicht dazu, kein Gesetz, das dies vorschreibt. Aber ehrlich, es schadet auch nicht, einen in der Ecke zu deponieren. Wer das bereits getan hat, sollte sich allerdings sein Exemplar genauer ansehen: Von Herbst an gelten in der EU neue Regeln.

Geräte mit Löschschäumen, die sogenannte PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) enthalten, dürfen vom 23. Oktober 2026 an nicht mehr verkauft werden. Man erkennt sie etwa am Typenschild FFFP. Die organischen Fluorverbindungen haben einerseits sehr praktische Eigenschaften: Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend. Daher fanden sich PFAS bislang in Kosmetika, Textilien, in Skiwachs oder Pflanzenschutzmitteln – und auch in Feuerlöschmitteln. Andererseits sind diese Substanzen extrem langlebig und reichern sich unter anderem im Boden an, weshalb sie auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet werden.

Noch sind die Wirkungen der Fluorverbindungen nicht komplett erforscht, doch sie schädigen wohl die Gesundheit – wie nach Angaben des Bundesumweltministeriums in mehreren Studien gezeigt wurde. Die Stoffe können das Immunsystem schädigen und die kindliche Entwicklung beeinträchtigen. Die EU-Kommission hat daher im Herbst 2025 beschlossen, die Verwendung von PFAS Schritt für Schritt zu untersagen.

Ausgemustert: Schaumfeuerlöscher, die nicht das Etikett „fluorfrei“ tragen, dürfen von Oktober 2026 an auch nicht mehr gewartet werden (Symbolfoto).
Ausgemustert: Schaumfeuerlöscher, die nicht das Etikett „fluorfrei“ tragen, dürfen von Oktober 2026 an auch nicht mehr gewartet werden (Symbolfoto). Catherina Hess

Dies bedeutet nicht, dass der Feuerlöscher auf dem Flur sofort entsorgt werden muss. Letztlich sollte man das tun, was laut Florian Ramsl, Referent für Feuerwehrwesen bei der Versicherungskammer Bayern, grundsätzlich wichtig ist, damit man ein Feuer in der eigenen Wohnung effizient löschen kann: „Der Feuerlöscher sollte regelmäßig gewartet werden.“

Dabei könnte auf den ein oder anderen Wohnungsbesitzer eine unschöne Überraschung zukommen: Schaumfeuerlöscher, die nicht das Etikett „fluorfrei“ tragen, dürfen laut Ramsl von Oktober 2026 an auch nicht mehr gewartet werden. Wer kühl kalkuliert, muss das Stück dennoch nicht sofort austauschen – die EU-Verordnung 2025/1988 erlaubt die Verwendung eines Schaumfeuerlöschers mit fluorhaltigen Inhaltsstoffen noch bis 2028, und erst zwei weitere Jahre später sind alle diese Geräte endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

Wer lieber auf Nummer sicher geht, sollte hingegen bald den Feuerlöscher austauschen, die Hersteller bieten laut Ramsl genügend fluorfreie Geräte an und entsorgen auch die alten. PFAS sind auch nicht in allen Arten von Feuerlöschern enthalten: Kurzum, es lohnt sich grundsätzlich ein Blick auf das Etikett. Und möglicherweise entdeckt man dabei auch, dass der Feuerlöscher schon lange hätte gewartet oder ausgetauscht werden sollen – oder dass man vielleicht schon lange ein Gerät speziell gegen mögliche Fettbrände in der Küche hätte anschaffen können.

Die Autorin hat zwar Feuerlöscher im Haus, würde im Ernstfall das Löschen aber lieber der Freiwilligen Feuerwehr überlassen.
Die Autorin hat zwar Feuerlöscher im Haus, würde im Ernstfall das Löschen aber lieber der Freiwilligen Feuerwehr überlassen. Bernd Schifferdecker
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