Ladies & GentlemenWenn die Hose zuerst durch die Tür kommt ...

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Altuzarra/Celine

Weite Hosen werden uns auch in Zukunft erhalten bleiben, die Mode hat jetzt sogar noch mal einen draufgelegt. Nächster Halt: Ballongröße.

Von Julia Werner und Max Scharnigg

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Für sie: Jetzt erst recht!

Was die Horseshoe-Hose für 2025 war, sind Balloon Pants für 2026: die Hosen, die die Gesellschaft spalten. Die eine Hälfte umarmt den neuen Trend, als hätte es untenrum nie eine Alternative gegeben, die andere bekommt nur vom Hinschauen Würgereiz. In der Tat ist diese voluminöse Hose nichts für Zartbesaitete. Sie ist so riesig, dass von Vorteilhaftigkeit, schmeichelnder Silhouette oder was man sonst sagt, um weibliche Hinterteile und damit Frauen klein zu halten, wirklich keine Rede sein kann. Diese Hose betritt, wenn man nicht aufpasst, noch vor ihrer Trägerin den Raum. All die normalen Leute in ihren normalen Hosen sehen plötzlich nur noch eine Stoffexplosion, die in Zugabteilen oder tristen Konferenzräumen so wirken muss wie ein versehentlich aufgegangener Fallschirm im Puppenhaus.

Altuzarra

Muss man das tragen? Unbedingt! Weil Ballonhosen der erste interessante Trend seit Langem sind. Und außerdem hervorragendes Training für die Mir-doch-egal-Attitüde. Wer jetzt glaubt, sich sowieso nicht mehr mit ihnen auseinandersetzen zu müssen, weil der Sommer bald vorbei ist: Irrtum. Gerade noch aus Baumwolle, easy mit T-Shirt und Flipflops getragen, bereitet sich das Bauschteil gerade schon auf den Herbst vor. Die Ballonhose im Winter zu tragen, ist die eigentliche Herausforderung, weil die Silhouette obenrum ja trotzdem durch etwas Schmaleres, Kürzeres wieder eingefangen werden muss, und das, ohne zu erfrieren. Wie es geht, sehen wir hier, an diesem fantastisch guten Look des New Yorker Designers Altuzarra.

Für ihn: Weiter, immer weiter!

Also klar, das sieht super aus, wie die Marke Celine ihre Hose mit diesem Model vermählt hat – unten viel Stoff, oben wenig, diese Faustregel ist schön beherzigt und erzeugt einen lässigen und völlig untoxischen Look, der trotzdem irgendwie männlich ist. Problem an solchen Ballonhosen und auch an artverwandten Modellen: In der Einsamkeit der Umkleidekabine oder der heimischen Garderobe fühlt man sich als Normalmann mit diesem Supertrend bisweilen ziemlich verloren. Also verloren im Trend, aber auch verloren in viel, viel Hose. Man schaut an sich herab und denkt insgeheim: Der Zirkus ist wieder in der Stadt. So angenehm frei und beschwingt das Tragegefühl in diesen Hosen sein kann, auch für sie gilt, wie für jeden Modetrend: Sie zaubern nicht an jedem Mann.

Celine

Grundsätzlich bekommt der Unterkörper damit ja viel Volumen, was bei sehr schlanken oder großen Männern gut aussieht, weil ihre Größe das Volumen austarieren kann. Kleinere Männer verkürzen mit Barrel- oder Ballonhosen hingegen ihre Beine optisch und sind mit klassischen und leicht zulaufenden Hosen eigentlich besser beraten. Allgemein sollten Männer nicht vergessen: Die Beine sind bei den meisten eben gerade keine Problemzone, sondern ein für den Gesamteindruck wichtiges Gegengewicht zum muskulösen, breiten oder auch bauchigen Oberkörper, die können einiges ausbalancieren. Lässt man die Beine und ihre streckenden Linien nun absichtlich verschwinden, muss der Oberkörper zumindest ein bisschen gestreckt und linear wirken. Sonst geht es schnell Richtung Ganzkörperballon. Und dieser Trend ist noch nicht ausgerufen.

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