Schwimm-EMDer erste deutsche Europameister über 800 Meter Freistil
|Lesezeit: 3 Min.|
Kommentare

Vor ein paar Monaten war Johannes Liebmann noch unbekannt. Bei der EM holt er nun Gold mit Europarekord und liefert den Beweis, dass er zur nächsten großen deutschen Schwimm-Generation zählen könnte.
Von Sebastian Winter
Als Johannes Liebmann am Mittwochabend nach 800 Metern Freistil anschlug im Centre Aquatique Olympique, da verdunkelte sich nicht nur draußen der Himmel wegen der Sonnenfinsternis – drinnen spritzte es bloß so um ihn herum. Denn als der erst 19-Jährige sah, dass er gerade EM-Gold mit neuem Europarekord gewonnen hatte, schlug der Schwimmer des SC Magdeburg mit seinen Händen wild aufs Wasser. 7:37,59 Minuten hatte Liebmann für die Strecke gebraucht, der zweite Deutsche Sven Schwarz sicherte sich in 7:41,16 Silber, vor dem Ungarn Zalan Sarkany (7:41,75), den er im Endspurt niederrang.
Aber die Geschichte des Abends schrieb eindeutig Liebmann, der erste deutsche Europameister auf dieser Strecke. „Ich bin mega glücklich, mit der Goldmedaille habe ich geliebäugelt“, sagte er selbstbewusst, denn er weiß ja, was er kann. Im April hatte Liebmann in 7:37,94 Minuten bereits einen Europarekord auf dieser Strecke aufgestellt, seither war er auf dem Radar der Konkurrenz. Und nun unterbot er seinen eigenen Bestwert in Paris beim Saisonhöhepunkt.

High Diverin Iris Schmidbauer:„Die mentale Verletzung ist oft viel größer als die körperliche“
High Diverin Iris Schmidbauer spricht vor ihrem EM-Start in Paris über Sprünge aus 20 Metern in die Seine, blutigen Husten durch geplatzte Lungenbläschen – und das Nomadenleben mit ihrer fast zwei Jahre alten Tochter Leilani.
Den Konkurrenten schwamm er auf den letzten 200 Metern einfach auf und davon. „Ich habe vorher ein bisschen Taktikbesprechung mit Bernd gemacht, wir haben telefoniert“, sagte Liebmann, Coach Berkhahn weilte während des Rennens noch in den USA, wo er sich die Olympiastätten und -strecken schon einmal angeschaut hat. Die Taktik ging auf.
Den Namen Liebmann, der vor ein paar Monaten noch kaum einer breiteren Öffentlichkeit bekannt war, sollte man sich also merken. Er ist eines jener Talente, die in Berkhahns Magdeburger Trainingsgruppe zur nächsten großen Generation nach den Olympiasiegern Florian Wellbrock und Lukas Märtens werden könnten.

