Hammerwerfer Merlin HummelIn der Meditation liegt die Kraft
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Nur ein Versuch jenseits der 80 Meter, aber der bringt EM-Silber: Nach einem Trainerwechsel übertrifft Merlin Hummel die eigenen Erwartungen – selbst ein Stotterstart in den Wettkampf bringt ihn nicht aus der Ruhe.
Von Sebastian Winter, Birmingham
Als er sich die Fahne seines Vereins Eintracht Frankfurt umgehängt hatte, zeigte Merlin Hummel seine beeindruckenden Muskeln – und lächelte in die Kameras. Und das war, mit Blick auf die vorangegangenen 24 Stunden, erstaunlich. Denn tags zuvor war dieser Moment des Glücks für den Hammerwerfer überhaupt noch nicht absehbar gewesen, mit Mühe und Not hatte sich Hummel als Zehnter fürs Finale qualifiziert. Auch dort kämpfte sich der 24-Jährige eher durch den Wettkampf. Drei seiner Würfe waren ungültig, nur einer, sein fünfter, flog über die 80-Meter-Marke hinaus. Doch diese 81,74 Meter genügten, Hummel rückte von Platz fünf auf zwei vor und gewann Silber – hinter dem Ungarn Bence Halasz, dem ein 84,25-Meter-Wurf gelang.
Hummel hatte sich, anders als in der Qualifikation, als er sehr haderte und sich abends noch Arm in Arm mit seiner Freundin auf der Broad Street in der Nähe des Athletenhotels trösten ließ, einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Es war wie bei der WM“, sagte er, „ich war fokussiert, hatte die ganze Zeit im Kopf: Du schaffst das.“ Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Tokio hatte Hummel überraschend Silber gewonnen. Nun hat er seinen Aufstieg in die Weltspitze mit der nächsten Medaille bestätigt.

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Oft lief Hummel neben dem Wurfring auf und ab, setzte sich auf den Boden, machte Trockenübungen und meditierte zwischen den Versuchen. „Ich war den ganzen Wettkampf über im meditativen Zustand. Wenn kleine Hirngespinste aufkommen: Reset! Reset! Reset!“, sagte Hummel: „Sinn der Meditation ist es, immer wieder zurückzukommen. Und im Wettkampf habe ich mich bestimmt hundertmal zurückgeholt.“
