Rezension100 Jahre, 1000 Meilen
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Früher eine harte Rallye, heute eine Nostalgie-Tour: Bald startet wieder die Mille Miglia durch Italien. Für sein Reisebuch „Amore & Motore“ ist Stefan Maiwald die Strecke schon einmal abgefahren.
Von Stefan Fischer
Die Mille Miglia hat zwei Gesichter – ein sehr fokussiertes und ein ziemlich entspanntes. Gegründet wurde sie 1927 als Autorallye, von Brescia nach Rom und zurück – im kommenden Jahr steht also ein großes Jubiläum an. Tausend Meilen durch Italien, über Landstraßen, durch Dörfer und Städte in schnellen, schnittigen Autos. Jedes Jahr wurde die Strecke ein wenig verändert, nur der Start- und der Wendepunkt blieben gleich.
Der Zweite Weltkrieg brachte eine Unterbrechung, nach der Wiederaufnahme in den Nachkriegsjahren erreichte die Mille Miglia die größte Popularität. Wohl auch, weil in den Vierzigern und Fünfzigern, abgesehen von einer Ausnahme, die Sieger stets Italiener waren, die ein italienisches Auto gesteuert haben. Meistens war es ein Ferrari, je einmal auch ein Alfa Romeo und ein Lancia.
Bis 1957 passiert ist, was wohl irgendwann unausweichlich geschehen musste: Es kam zu einem schweren Unfall, bei dem neun Zuschauer starben. Enzo Ferrari, damals der Patron der Mille Miglia, wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Von diesem Vorwurf wurde er 1961 freigesprochen. Nur wenige Tage nach diesem verheerenden Unfall, der nicht der erste bei dieser Rallye war, verbot die italienische Regierung Rennen auf öffentlichen Straßen. Damit schien auch die Mille Miglia Geschichte zu sein.


