SZ-Kolumne „Bester Dinge“Hopfen und Malz, Meeresgrund erhalt’s

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Die im Meer gefundene Guinness-Flasche.
Die im Meer gefundene Guinness-Flasche. Stefan Panis
  • Ein Unterwasserfotograf fand vor Dover eine 162 Jahre alte, noch gefüllte Guinness-Flasche aus dem Jahr 1864 in einem Schiffswrack.
  • Ein Mikrobiologe in Leuven will die DNA-Zusammensetzung des historischen Bieres analysieren, um möglicherweise eine Neuauflage zu brauen.
  • Während der Finder hoffnungsvoll ist, zeigen sich manche Menschen skeptisch und haben Angst vor dem Geschmack des 162 Jahre alten Bieres.
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Ein Taucher findet eine 162 Jahre alte Guinness-Flasche. Sie ist noch gefüllt. Nur: Will man wirklich wissen, wie ein Bier von 1864 schmeckt?

Von Marcel Laskus

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Das Leben wird nach vorne gelebt, ständig geht es um Fragen der Zukunft. Darf ich, während die KI meinen Job übernimmt, ins Freibad gehen? Wird Deniz Undav jemals wieder in einer DFB-Startelf stehen? Ist fünfmal in der Woche Döneressen mit den eigenen Longevity-Ansprüchen vereinbar? Wie stresslösend ist es da, mal wieder einen Blick zurück zu wagen. Insbesondere, wenn es um Bier geht. Denn zumindest für Europa ist die Menschheitsgeschichte auch immer eine Geschichte des Bieres.

Stefan Panis mit seiner im Meer gefundenen Guinness-Flasche.
Stefan Panis mit seiner im Meer gefundenen Guinness-Flasche. Stefan Panis

An einem vermutlich verregneten Tag im London des Jahres 1864 muss es sich zugetragen haben, dass ein Fass mit dunkelrubinrotem Inhalt aus Irland angekommen war. Einer oder vielleicht auch mehrere Helfer packten an, hievten das Fass an eine geeignete Stelle, um Flasche für Flasche abfüllen zu können mit der Flüssigkeit, der Arthur Guinness einst seinen Namen gab. Bald darauf wurden die Flaschen wohl für ihren Transport fertiggemacht. Doch verließen einige davon offenbar ihre Reiseroute. Vor Dover versanken sie im Meer.

Das Bier wird untersucht – und womöglich nachgebraut

162 Jahre später wurde eine dieser Flaschen nun geborgen. Der Unterwasserfotograf Stefan Panis fand sie in einem Schiffswrack, was schon Leistung genug ist. Panis aber tat noch mehr: Er widerstand seiner angeborenen Neugier und seinem angeborenen Durst, ließ die Flasche verschlossen und schickte den Fund nach Leuven in Belgien. Ein Mikrobiologe will nun herausfinden, aus welchen Zutaten das Guinness von damals gebraut wurde und ob es vielleicht der heutigen Rezeptur entsprach.

Panis’ Worte sind voller Hoffnung: „Es besteht die Möglichkeit, dass wir die vollständige DNA gewinnen können, und dann können wir eine kleine Neuauflage genau jenes Bieres brauen, das aus den 1860er-Jahren stammt.“ Doch sieht das längst nicht jeder so. In einer Londoner Fußgängerzone konnte man Zeuge jenes Grusels werden, den manche empfinden, wenn sich Vergangenheit und Zukunft zu nahe kommen. Von der BBC gefragt, ob sie vom 162 Jahre alten Bier probieren würde, sagte eine Frau: „Ich wüsste nicht, was mich erwartet. Ich hätte ziemliche Angst.“

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