Verwaltungsgericht MünchenRentnerin muss 45 000 Euro für Entfernung von Weltkriegsmunition von Grundstück zahlen

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Melitta Meinberger sitzt auf ihrer Terrasse und blickt auf ihren Garten, der wegen des Munitionsfundes zu einer Schotterfläche wurde.
Melitta Meinberger sitzt auf ihrer Terrasse und blickt auf ihren Garten, der wegen des Munitionsfundes zu einer Schotterfläche wurde. Alessandra Schellnegger

Weil sie sich an den Kosten einer mehrwöchigen Großbaustelle in ihrem Garten im Jahr 2017 beteiligen sollte, ging Melitta Meinberger vor Gericht – allerdings ohne Erfolg.

Von Andreas Salch

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Die 81-jährige Melitta Meinberger aus Freimann soll 45 000 Euro für die Beseitigung von rund zehn Tonnen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg bezahlen, die auf ihrem Grundstück 2017 geborgen wurden. Beschlossen hatte dies der Stadtrat bereits 2020. Gegen den entsprechenden Kostenbescheid der Stadt hatte die Seniorin jedoch kürzlich vor dem Verwaltungsgericht (VG) München geklagt. Allerdings ohne Erfolg. Wie die Pressestelle des VG jetzt auf Anfrage mitteilte, haben die Richter der 22. Kammer die Klage der Rentnerin abgewiesen. Die schriftliche Begründung des Urteils werde den Parteien in Kürze zugestellt, hieß es.

Nach dem Fund der Munition aus den Beständen der Wehrmacht im März 2017 war eine Spezialfirma mit der Beseitigung beauftragt worden. Die explosiven Altlasten, darunter Granaten und panzerbrechende Geschosse, lagen in einem alten, 25 Meter langen und elf Meter breiten Löschbecken im Erdreich, das sich von einem benachbarten Grundstück bis auf das der Klägerin erstreckte. Der größte Teil des Löschbeckens befand sich auf dem Anwesen von Melitta Meinberger.

Bei der Bergung der Kampfmittel seien ihr Garten sowie Teile ihres Hauses schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, hatte die 81-Jährige in der Verhandlung Ende Juli vor dem VG betont. Unter anderem seien ihre Terrasse und ein Kellerschacht eingerissen worden. Zur Beseitigung der Schäden an ihrem Haus und in ihrem Garten habe sie letztlich 80 000 Euro aus der eigenen Tasche gezahlt, so die Seniorin. Die Bergung der Munition dauerte mehrere Wochen. Aus Sicherheitsgründen mussten rund einhundert Häuser in der Siedlung evakuiert werden. Deren Bewohner wurden in Hotels untergebracht.

Die Kosten für die Beseitigung der Sprengkörper beliefen sich am Ende auf insgesamt 1,7 Millionen Euro. Davon übernahm der Bund 1,15 Millionen Euro, die Stadt München beteiligte sich mit knapp 400 000 Euro. Nach wie vor offen ist ein Betrag in Höhe von 170 000 Euro. Laut Beschluss der Landeshauptstadt soll Meinberger davon 45 000 Euro übernehmen. Einen Vergleich, wie ihn die Vorsitzende der 22. Kammer am VG in der Verhandlung Ende Juli vorgeschlagen hatte, lehnten die Vertreter der Stadt München und der Regierung von Oberbayern ab. Stattdessen wurde der Seniorin eine Zahlungsstundung oder Ratenzahlung in Aussicht gestellt. Eine Vertreterin der Stadt betonte zudem, die Verwaltung habe die „minimalste Kostenentschädigung“ zugunsten der Klägerin getroffen.

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