Neubibergs BürgermeisterHat Pardeller wieder Ärger mit der Polizei?

|Lesezeit: 1 Min.

Thomas Pardeller (Mitte) am Wahlabend der Kommunalwahl in Neubiberg.
Thomas Pardeller (Mitte) am Wahlabend der Kommunalwahl in Neubiberg. Sebastian Gabriel

„Bild“ und „Welt“ berichten über eine Beleidigung von Polizeibeamten bei einer Feier in Neubiberg und lenken den Verdacht dafür auf den Bürgermeister. Der CSU-Politiker weist die Vorwürfe als „unzutreffend“ zurück.

Von Iris Hilberth und Joachim Mölter, Neubiberg

  • Artikel druckenDrucken
SZ bei Google bevorzugen

Der Neubiberger Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) ist erneut in die Schlagzeilen geraten. Welt und Bild berichten über einen Vorfall in Neubiberg in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli. Demnach soll es bei einer Feier im dortigen Bauhof zu einem Einsatz wegen Ruhestörung gekommen sein, in dessen Verlauf ein „deutlich angetrunkener Mann“ die Beamten beleidigt haben soll. Es wird in beiden Medien die Vermutung geäußert, dass es sich bei diesem um Pardeller gehandelt habe. Dieser weist am Donnerstag die Vorwürfe als „unzutreffend“ zurück.

Ein Anwohner der Hauptstraße soll den beiden Medienberichten zufolge die Polizei wegen des nächtlichen Lärms gegen zwei Uhr gerufen haben. Das Münchner Polizeipräsidium bestätigt den Einsatz zu diesem Zeitpunkt in Neubiberg. Es liegt nach Angaben eines Pressesprechers eine Verdachtsanzeige wegen Beleidigung vor. Einen Namen will die Polizei aus Datenschutzgründen nicht nennen. Die Anzeige sei noch nicht an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

Den Berichten zufolge soll der Mann, der als Verantwortlicher der Feier galt, sich geweigert haben, seine Personalien gegenüber der Polizei anzugeben. Um eine Eskalation zu verhindern, soll diese zunächst auf die Angaben verzichtet haben und den Einsatz mit der Bitte, leiser zu sein, beendet haben. Als die Beamten zu ihrem Streifenwagen zurückkehrten, soll der Mann laut Bild und Welt „Arschloch“ in ihre Richtung gerufen haben.

Bürgermeister Thomas Pardeller äußerte sich am Donnerstagabend mit einer schriftlichen Stellungnahme seines Rechtsanwalts an die SZ wie folgt zu den Vorwürfen: „Die von Ihnen in Bezug genommenen Medienberichterstattungen sind unzutreffend. Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Polizeibeamte beleidigt oder sich diesen gegenüber in der von Ihnen behaupteten Weise geäußert.“

Kommunalwahlkampf nach Kokain-Affäre
:Neubiberg hat die Nase voll

Die Kokain-Affäre des Neubiberger Bürgermeisters Thomas Pardeller ist im Kommunalwahlkampf in der Münchner Stadtrandgemeinde kein Thema. Nicht nur die CSU tut so, als wäre nichts gewesen. Warum eigentlich?

Es wäre nicht das erste Mal, dass der CSU-Politiker Ärger mit der Polizei hat. Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass Pardeller bei einer Polizeikontrolle vor einem Münchner Nachtklub mit 0,06 Gramm eines Kokaingemisches aufgegriffen worden war. Daraufhin räumte der 38-jährige Kommunalpolitiker in einer Videobotschaft seinen „Fehler“ ein, ließ die Amtsgeschäfte vier Wochen lang ruhen und begab sich in eine Therapie. Eine vom Gericht verhängte Strafe in Höhe von 11 400 Euro nahm er an. Pardeller ist seit 2020 Bürgermeister in Neubiberg. Am 22. März wurde er in der Stichwahl gegen Carola Grimminger von den Grünen mit 54,7 Prozent wiedergewählt.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Trockenheit
:Aber die Grüns bleiben grün

Golfplätze wie in Kirchstockach werden in der Mittagshitze gewässert – das wundert und ärgert einen Neubiberger. Doch es gibt durchaus Gründe dafür.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite