Aktuelles LexikonWas sind Blaualgen?
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Die Cyanobakterien haben einen irreführenden Namen. Bei warmem Sommerwetter gedeihen sie in Gewässern und können die Gesundheit von Badegästen gefährden.
Von Johanna Pfund
Blaualgen sind keine Algen, sondern Cyanobakterien, die über keinen Zellkern verfügen. Sie sind auch alles andere als ein neues Naturphänomen, selbst wenn die steigende Zahl der Berichte dies vermuten ließe – sie kommen einfach in der Natur vor. Ebenso sind nicht alle gefährlich: Laut Leibniz-Institut für Ostseeforschung produzieren nur etwa 40 Arten Toxine, also giftige Substanzen, die sich je nach Konzentration und Kontakt schädlich auf Mensch und Tier auswirken. Ein Zuviel an Blaualgen kann Hautreizungen auslösen oder gar Leber und Nieren schädigen; für Hunde, die sich abschlecken, können sie sogar tödlich sein. Die Saison der Blaualgen ist der Sommer: Wenn lange kein Regen fällt und die Sonne auf die Gewässer brennt und diese auf mehr als 20 Grad Celsius erwärmt, dann wachsen die Blaualgen, oft in einem bläulich-grünlichen Teppich. Sie können Stickstoff aus der Luft aufnehmen, was ihre Ausbreitung fördert. Aber auch Phosphor begünstigt das Wachstum – und der stammt oft aus Mist und Gülle, die auf den Feldern ausgebracht werden. In der Ostsee sind derzeit wieder Blaualgen entstanden – aber auch am Simssee in Oberbayern wurden sie gemeldet.
