StreamingDas sind die Serien des Monats

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Stacy (Molly Shannon) und Lonnie Hawkins (Will Ferrell) unterwegs.
Stacy (Molly Shannon) und Lonnie Hawkins (Will Ferrell) unterwegs. Alamy Stock Photos /Colleen E Hayes - Netflix - Gloria Sanchez Productions

Alte Golfer in „The Hawk“, versunkene Dörfer in „Surface“, ein paar Schafe in „Sheep“ und Familienkitsch mit schönen Haaren in „Unsere kleine Farm“: Die Empfehlungen des Monats.

Von SZ-Autorinnen und -Autoren

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The Hawk

Worum geht’s: Ein rabiates Comeback für einen alten Golfer – Will Ferrell als Lonnie „The Hawk“ Hawkins. Eine derbe, obszöne Vater-Sohn-Klamotte in bester Shakespeare-Tradition.

Heimlicher Star:  Fortune Feimster als Sam, die von Lonnie als Caddie auf einem Walmart-Parkplatz engagiert wird. Sie chauffiert Lonnies Tourbus, schleppt seine Golfschläger-Tasche, und wenn sie echt verzweifelt ist, klaut sie einfach ein fremdes Auto.

Nicht geeignet für: Zuschauer mit hohen Moralansprüchen. Die nicht gern sehen, wie jemand einem toten Freund die Armbanduhr abzieht, kurz bevor dieser eingeäschert wird. Fritz Göttler

Zehn Folgen, auf Netflix.

Surface – Das versunkene Dorf

Noémie (Laura Smet) und Hugo (Tomer Sisley) brechen zu einem neuen Tauchgang auf.
Noémie (Laura Smet) und Hugo (Tomer Sisley) brechen zu einem neuen Tauchgang auf. ARD Degeto Film/France Télévision

Worum geht’s: Vom Grund eines Stausees in der französischen Provinz taucht ein Fass auf, darin befinden sich die sterblichen Überreste eines Kindes, das vor 23 Jahren verschwunden ist – just, als der See geflutet wurde. Eine Pariser Kommissarin, gespielt von Laura Smet, die vor Ort ist, ermittelt in diesem Cold Case. In einem Dorf, in dem das Private nicht vom Öffentlichen zu trennen ist.

Heimlicher Star: die Stille. In dieser Serie ist besonders spannend, was sich durch Blicke, Gesten, Körperhaltungen ausdrückt.

Nicht geeignet für: Menschen, die traumatisierter Polizisten überdrüssig sind. Stefan Fischer

Sechs Episoden, in der ARD Mediathek.

Kaulitz & Kaulitz, dritte Staffel

Eben noch im Pool, bald bei „Wetten, dass ..?“: Bill (r.) und Tom Kaulitz.
Eben noch im Pool, bald bei „Wetten, dass ..?“: Bill (r.) und Tom Kaulitz. Netflix

Worum geht’s: Der Titel ist Programm, auch in der dritten Staffel der Reality-Show. Bill und Tom in Los Angeles bei der Poolparty. Bill und Tom in Berlin beim Tokio Hotel-Konzert. Bill und Tom bei der Hochzeit ihres Bassisten an der Côte d’Azur. Bill und Tom in Afrika beim Elefantenwaisenkinder-Retten. Und zwischendrin, für die Spannung: Bill vs. Tom.

Heimlicher Star: Mutter Charlotte, die sanft einordnend das Zwillingschaos kommentiert.

Nicht geeignet für: Menschen, denen es jetzt schon davor graut, dass die beiden Burschen im Winter „Wetten, dass ..?“ moderieren. David Steinitz

Acht Folgen, auf Netflix.

The Five Star Weekend

Jennifer Garner als Foodbloggerin.
Jennifer Garner als Foodbloggerin. Sky

Worum geht’s: Um sich vom Unfalltod ihres Mannes abzulenken, lädt eine Foodbloggerin, gespielt von Jennifer Garner, vier Freundinnen aus unterschiedlichen Phasen ihres Lebens zu einem langen Wochenende ein. Eine Liebeserklärung an Freundschaften unter Frauen.

Heimlicher Star: Die Atlantik-Insel Nantucket mit ihren Klippen, Sandstränden und alten Herrenhäusern.

Nicht geeignet für: Zyniker, Miesepeter und alle, die Wohlfühlfernsehen nichts abgewinnen können. Ann-Marlen Hoolt

Acht Folgen, auf Sky/Wow.

Braunschlag 1986

Immer noch sehr verschlagen: Richard Pfeisinger (Nicholas Ofczarek, l.) und Gerri Tschach (Robert Palfrader).
Immer noch sehr verschlagen: Richard Pfeisinger (Nicholas Ofczarek, l.) und Gerri Tschach (Robert Palfrader). Superfilm

Worum geht’s: Vor vierzehn Jahren versuchten Bürgermeister Gerri Tschach und der Discobesitzer Richard Pfeisinger, ihr Provinzkaff Braunschlag durch eine gefakte Marienerscheinung reich und berühmt zu machen. Einen Atomunfall später ist ihre Idee noch irrer: Braunschlag wird per Amtsverfügung in das Jahr 1986 zurückversetzt, schließlich war früher alles besser.

Heimlicher Star: Casting-Direktorin Eva Roth. Sie hat es nicht nur geschafft, quasi das gesamte Ensemble der ersten Staffel wieder ans Set nach Niederösterreich zu lotsen, sondern es auch noch durch eine beängstigend gute Nora Waldstätten ergänzt.

Nicht geeignet für: Menschen mit Retro-Allergie. Von den Autos über die Kleidung über die Musik über die Speisekarten: Alles Achtziger! Moritz Baumstieger

Fünf Folgen, auf HBO Max.

Sheep

Oliver und Lara trauern, ihr Kollege Manfred ist ermordet worden.
Oliver und Lara trauern, ihr Kollege Manfred ist ermordet worden. ZDF und Patrick Wally

Worum geht’s: Eine Schafherde wird zum Abtransport fertig gemacht, alle träumen von ein bisschen mehr Selbstverwirklichung auf dem neuen, moderneren Hof. Nur eins der Schafe weiß, wohin es wirklich gehen soll: zum Schlachter. Es muss seine Kollegen retten, am besten mit einer Aussteigerfantasie. Die österreichische Tiercomedy ist eine Satire auf die Arbeitswelt der Gegenwart – und auf eine satte, halbherzige Erlösung in der Spiritualität suchenden Gesellschaft.

Heimlicher Star: Das alte Schaf Manfred, das mal ein Hippie-Haudegen war, sich aber jetzt einen kleinen Meditationsaltar gebaut hat, über dem bunte Himalaja-Fähnchen flattern.

Nicht geeignet für: David-Attenborough-Fans. Über Tiere lernt man hier nichts – die Schafe sind absolut durchanthropomorphisiert. Kathleen Hildebrand

Fünf Folgen, in der ZDF-Mediathek.

Das Manko

Es wird wild: Romantik Manko (Jan Krauter, v.l.n.r.), Perplex Manko (Sebastian Grünewald), Horror Manko (Carol Schuler), Mauerblümchen Manko (Julia Schubert), Wichtig Manko (David Simon), Bienchen Manko (Annika Meier).
Es wird wild: Romantik Manko (Jan Krauter, v.l.n.r.), Perplex Manko (Sebastian Grünewald), Horror Manko (Carol Schuler), Mauerblümchen Manko (Julia Schubert), Wichtig Manko (David Simon), Bienchen Manko (Annika Meier). Mathias Schöningh/ZDF

Worum geht’s: Dank einer Verwechslung durchlaufen elf inkompetente Verwaltungsangestellte ein Trainingsprogramm für High-Performer, an dem sie auch darum scheitern, weil sie sich nur durch Geschrei oder Ausrufe (un)verständlich machen. Aus der Idee eines realen Schauspielkollektivs um Showrunner Bastian Reiber macht Arne Feldhusen die absurdeste Workplace-Comedy seit den „Marx-Brothers im Kaufhaus“.

Heimlicher Star: Noppen-, Knall- oder Knisterfolie mit Luftpolstern zum Knacken. Jahrzehntelang ein beiläufiges Spielzeug, wird sie hier zur Hauptdarstellerin einer ganzen Folge.

Nicht geeignet für: Quasselstrippen, Textmarker, Kaffeekränzchen, Filibuster, Woody Allen und die Duden-Redaktion. Jan Freitag

Sechs Folgen, in der ZDF-Mediathek.

After The Party

Penny (links, gespielt von Robyn Malcolm) sieht das erste Mal nach Jahren ihren Ehemann.
Penny (links, gespielt von Robyn Malcolm) sieht das erste Mal nach Jahren ihren Ehemann. © After The Party Productions Li

Worum geht’s: Was tut eine Ehefrau, wenn sie ihren eigenen Mann der Pädophilie verdächtigt? Obwohl sie keine Beweise hat, nur kleine Anzeichen, aber ein stures Bauchgefühl kämpft Penny für die Sicherheit der Jungen. Fast niemand glaubt ihr, auch die eigene Tochter nicht. Eine ruhige Geschichte, voller tiefer Furchen und moralischem Zwiespalt. Penny, mal aggressiv, mal zerbrechlich und immer grandios zweifelnd verkörpert von Robyn Malcolm.

Heimlicher Star: Graham, der liebenswürdige, ältere Herr von nebenan der nicht nur zum Essen einlädt, und Wespenangriffe verarztet, sondern auch immer ein freundliches Wort übrig hat.

Nicht geeignet für: Schönwetter-Anbeter – auch wenn an der neuseeländischen Küste vielfach die Sonne scheint, ist die See rau und der Wind hart. Merle Zils

Sechs Folgen, in der Arte-Mediathek.

Unsere kleine Farm

Harmonisch, kreuzbrav wie früher, und mit so schönen Haaren: Luke Bracey, Crosby Fitzgerald und Alice Halsey (v.l.n.r.)  als Charles, Caroline und Laura Ingalls.
Harmonisch, kreuzbrav wie früher, und mit so schönen Haaren: Luke Bracey, Crosby Fitzgerald und Alice Halsey (v.l.n.r.)  als Charles, Caroline und Laura Ingalls. ERIC ZACHANOWICH/NETFLIX/

Worum geht’s: Eine wahnsinnig glückliche Farmersfamilie will auf dem Territorium, das Indigenen gehört, neu anfangen. Das Remake der legendären Achtzigerjahre-Serie mit Michael Landon ist zwar ebenso kitschig, aber weniger religiös und etwas geschichtsadäquater.

Heimlicher Star: Familienhund Jack.

Nicht geeignet für:  Individualisten. Die klare Message der Serie: „Es ist ein Mythos, dass man es hier draußen alleine schafft.“ Carolin Gasteiger

Acht Folgen, auf Netflix.

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