NachrufEr war dort, wo es wehtut

Heiko Gebhardt ließ sich von einem Boxer das Bein brechen und berichtete von Mördern. Zum Tod des früheren „Stern“-Reporters und großen journalistischen Erzählers.
Von Willi Winkler
Auch noch beim letzten Telefonat sprudelte es nur so aus ihm heraus, erzählte er die alten Geschichten aus den glorreichen, spesen- und champagnerreichen Tagen beim Stern und musste sich dann über die jüngste Verlautbarung des Kulturstaatsministers aufregen. Heiko Gebhardt fühlte sich schuldig: Als journalistischer Chefberater des Ringier-Verlags hatte er die Gründung von Wolfram Weimers Cicero begleitet und musste mitansehen, wie die konzeptionelle Ahnungslosigkeit Weimer nicht bremsen konnte, sondern ihn nach Cicero für höhere Ämter empfahl, wie er Chefredakteur von Focus wurde und sich als Ludwig-Erhard-Gipfelstürmer an die Seite von Friedrich Merz dampfplauderte.
