Ladies & GentlemenSchnappt Shortie!

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Stephane Cardenale, Corbis, Charlotte Wilson, Offside via Getty Images

Selten, dass ein Modetrend sowohl auf dem Spielfeld als auch auf dem Runway praktiziert wird – mit den Superkurz-Hosen ist es diesen Sommer aber genau so.

Von Julia Werner und Max Scharnigg

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Für sie: Seidenhöschen für alle!

Es gibt nur einen Grund, warum wir an dieser Stelle nicht Charlize Theron in sehr kurzen Satinseidenshorts zeigen – sie spielte hier schon vergangene Woche die Hauptrolle. Dabei wäre sie das perfekte Beispiel gewesen für einen Hosentrend, der den Tiktok- und Instagram-Sommer dominiert hat wie kein anderer: die Satinseidenshorts. Es gibt sie von Stardesignerin Phoebe Philo, aus erbarmungswürdigem Polyester von Zara oder in leuchtenden Farben von Reformation, und sie sind ständig ausverkauft. Die Rede ist hier aber nicht von echten kurzen Hosen, die aus glänzender Seide gemacht sind, sondern von Schlupfhosen, die man früher nur im Bett getragen hätte: superkurz und manchmal mit einer erotischen Spitzenkante am Saum versehen, außerdem so zart und weit, dass im Schritt – wie sollen wir sagen: ordentlich Luft zirkuliert. Nichts, womit man sich normalerweise in der Öffentlichkeit zeigen würde also. Woher die Obsession kommt, ist unklar, sie fällt allerdings zusammen mit einer gewissen Jeans-Shorts-Ermüdung und der neuen Liebe zu allem mit Satinglanz.

Stephane Cardinale - Corbis via Getty Images

Wie man es nicht macht, zeigt hier Hailey Bieber auf einer Modenschau: Ihre Seidenshorts sind zu eng, und die Strumpfhosen und das sportlich kontrastierende Oberteil verleihen dem Look eine Prise zu viel Wahnsinn. Kontrast ist aber trotzdem das Stichwort. Das seidene Wagnis sollte unbedingt entweder mit einem strukturell stabilen T-Shirt oder noch besser mit Blazer und ordentlichen Haaren getragen werden. Wie gesagt, wir hätten an dieser Stelle lieber jemand anderen gezeigt.

Für ihn: Hohes Bein!

Die kurzen Hosen der Profifußballer unterliegen den Gezeiten der Mode wie alle anderen Hosen auch, sie sind aber besser dokumentiert. So spielten die Teams etwa bei der Weltmeisterschaft 1974 durchweg in Hosen, die bereits deutlich über der Mitte des Oberschenkels endeten. Auf den Fotos von damals ist deshalb neben sehr viel Kopfhaar auch immer sehr viel Schenkelfleisch zu sehen. Mitte der Neunziger hatte sich der Trend umgekehrt – Baggy-Kleidung und vielleicht der globale Hype um die NBA ließen auch die Fußballerhosen wachsen –, neue synthetische Stoffe ermöglichten zudem viel Stoff bei gleichzeitiger Leichtigkeit. Auf Fotos aus dieser Zeit wirkt es, als hätten die Spieler Surfshorts an. Mittlerweile ist der Schnitt wieder etwas kürzer, athletischer und anliegender. Der neuen Spielergeneration sind die aktuellen Hosen aber offenbar nicht kurz genug. Jedenfalls konnte man bei der WM diesen Eindruck gewinnen, weil sich viele die Shorts ständig bis knapp unters Schlüsselbein hochzogen.

Charlotte Wilson - Offside via Getty Images

Martin Ødegaard macht die Geste hier bei einem Spiel des FC Arsenal paradetypisch vor. Diese Marotte vor oder nach entscheidenden Situationen und quer durch alle Mannschaften blieb nicht unbemerkt, und alle fragten sich: Was soll eigentlich das Gezuppel? Müssen die Muskeln freiliegend nachpulsen? Suchen die Spieler Halt, oder brauchen sie mehr Luft untenrum? Wäre es ihnen grundsätzlich angenehmer, wenn weniger Hose ihr Geläuf umspielte? Oder ist es eine Art gockeliges Markiergehabe – man hebt nicht das Bein hoch, aber eben die Hose? Vor dem Start der Bundesliga sollten diese Fragen geklärt werden.

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