Dieter Hallervorden„Für mich sind alle Menschen gleich“

Dieter Hallervorden bei einem Auftritt mit dem Ministerpräsidenten Sven Schulze.
Dieter Hallervorden bei einem Auftritt mit dem Ministerpräsidenten Sven Schulze. Hendrik Schmidt/dpa

Dieter Hallervorden spricht in einem Interview über seine taktische Wahlkampfhilfe für die CDU in Sachsen-Anhalt. Und über seine Haltung zu Israel.

Von SZ

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Dieter Hallervorden, 90, ist die überraschend präsenteste Figur im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Bei mehreren Veranstaltungen tritt er mit dem amtierenden Ministerpräsidenten und CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze zum Thema „Kunst braucht Freiheit“ auf, steuerte live gespielte Kabarettsongs bei. Hallervorden zog vor allem deshalb Aufmerksamkeit auf sich, weil er auf den CDU-Veranstaltungen auch die Bundesregierung kritisierte.

Im (schriftlich geführten) Interview mit der FAZ spricht Dieter Hallervorden nun über diesen vermeintlichen Widerspruch. „Die CDU in Sachsen-Anhalt ist die einzige Partei, die in Koalition mit SPD und Grünen eine AfD-Regierung verhindern kann“, sagt er, seine Unterstützung sei daher rein „wahltaktisch“, um möglichst einen Sieg der AfD zu verhindern.

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In seinem Song wettert Hallervorden gegen Friedrich Merz, gegen die militärische Unterstützung der Ukraine durch die Bundesregierung und die Solidarität mit der israelischen Regierung im Konflikt mit den Palästinensern.

Auf die Frage, wie er zu Israel stehe, sagte er, den Staat Israel sehe er weiterhin als Freund, die israelische Regierung unter Netanjahu hingegen nicht. „Wer seit Dezember 2023 vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Völkermords angeklagt ist, hat seinen Anspruch auf Freundschaft verwirkt.“

Hallervorden, 1935 in Dessau geboren, sagt, er sei in Opposition zum DDR-Regime aufgewachsen; diese Erfahrung habe ihn zu einem „freiheitsliebenden Menschen“ gemacht. Die AfD wolle er deshalb bekämpfen: „Ich versehe Menschen nicht nach nationaler Zugehörigkeit mit Prädikaten wie ‚besonders wertvoll‘, sondern für mich sind alle Menschen gleich.“

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