NachrufZum Tod von Josef Deimer: Einer wie keiner
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Der langjährige Landshuter CSU-Oberbürgermeister brachte es schon zu Lebzeiten zur Legende. Am Dienstag starb er im Alter von 90 Jahren.
Von Sebastian Beck
Josef Deimer war ein Unikum der bayerischen Kommunalpolitik. Wer mit ihm zu tun hatte, der wusste nie: Ist das jetzt ein Roter, Grüner oder ein Schwarzer? Oder alles zusammen? Er sprach sich offen gegen Atomkraft aus, er trat für Ganztagsschulen und das Kommunalwahlrecht für EU-Bürger ein. Ein ums andere Mal legte er sich mit seinen CSU-Parteifreunden an. Der SPD-Vorsitzende Jochen Vogel seufzte gar: „Was haben wir Sozialdemokraten falsch gemacht? Er würde doch mit seinen Positionen eigentlich zu uns gehören!“
Doch Deimer ließ sich nie in eine politische Schublade einsortieren. Er blieb im Zweifelsfalle stets sich selbst treu. Daraus erwuchsen sein ganz besonderes Charisma und eine Art Unantastbarkeit, für die er so beneidet wie gefürchtet war. In Landshut und darüber hinaus kannte man Josef Deimer nur unter seinem Spitznamen „Dick“. Seine politische Karriere begann er 1966, als er im Alter von 30 Jahren mit der höchsten Stimmenzahl in den Stadtrat einzog. Nur drei Jahre später wählten ihn die Landshuter zum jüngsten Oberbürgermeister Deutschlands. In den folgenden Jahrzehnten gelang Deimer das Kunststück, insgesamt sechsmal mit bis zu 83,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt zu werden.

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Seine unangefochtene Position in Landshut verlieh ihm als jahrzehntelangem Präsident des bayerischen Städtetags große Autorität in allen Fragen der Kommunalpolitik. Dabei wich Deimer keinem Streit aus, weder mit dem Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß noch mit Edmund Stoiber. Als Deimer sich 2004 gegen die Arbeitszeitverlängerung für Beamte auf 42 Stunden aussprach, ging ihn der damalige CSU-Generalsekretär Markus Söder hart an: „Sie hätten auch heute noch Vorbild für viele jüngere Politiker sein können. Leider sind Sie das aufgrund Ihrer Verweigerungshaltung nicht mehr“, beschied ihm Söder. Deimer bezeichnete dessen Attacke als „so was von unbedarft“ und keilte in seiner typischen Manier zurück: „Von dem Kameraden brauche ich keinen Ratschlag.“
