Bündnisse in der LandespolitikDer Geist von Kreuth und andere Gespenster
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Die CSU wollte sich einst von der CDU trennen, die Freien Wähler liebäugeln neuerdings mit der FDP. Und was macht die Bayern-SPD?
Glosse von Katja Auer
Der Geist von Kreuth wird heuer 50 Jahre alt, was freilich kein Alter ist für ein Gespenst. Im Schloss Fronberg in Schwandorf etwa spukt der arme Adrian von Spiering schon seit dem 17. Jahrhundert, weil er keine Ruhe findet, seit er seinen Bruder aus Eifersucht ermordete.
Und Kunigunde von Orlamünde – oder wer auch immer sie sein mag – geht seit dem 14. Jahrhundert als weiße Frau in der Kulmbacher Plassenburg und in anderen Unterkünften der Hohenzollern um. 1812 soll sie Napoleon auf seinem Stopp in Bayreuth vor seinem Russlandfeldzug gewarnt haben – hätte er mal auf sie gehört.
Der Geist von Kreuth hingegen war nur ein paar Wochen aktiv im November 1976, als sich die CSU bei ihrer Klausur im ehemaligen Wildbad vor lauter Kraft von der Schwesterpartei lossagte und eine eigene Fraktion im Bundestag bilden wollte. Indes, der Spuk dauerte nicht lange, ein paar Wochen war die Fraktionsgemeinschaft wieder vereint. Seither kehrt der Geist von Kreuth allenfalls als fahler Windhauch wieder, wenn mal wieder jemand laut überlegt, ob die CSU nicht doch bundesweit antreten oder die CDU einen bayerischen Landesverband gründen sollte.
Einzigartig ist diese Verbindung zweier Schwesterparteien und offenbar inspirierend. Der frühere CSU-Vize Peter Gauweiler hat vor einiger Zeit vorgeschlagen, die Freien Wähler möchten sich mit der CSU zusammentun und bundesweit gemeinsame Sache machen. FW-Minister Fabian Mehring hingegen denkt nun in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen über ein Bündnis aus FW und FDP nach. Dieses „Bündnis der Freiheit“ können von der Stärke der FW in Bayern und den Strukturen der FDP im Rest der Republik profitieren.
