Bündnisse in der LandespolitikDer Geist von Kreuth und andere Gespenster

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Kein schlechtes Zuhause für ein Schlossgespenst: In Wildbad Kreuth spukt der Geist von Kreuth.
Kein schlechtes Zuhause für ein Schlossgespenst: In Wildbad Kreuth spukt der Geist von Kreuth. Foto: Frank Leonhardt/dpa

Die CSU wollte sich einst von der CDU trennen, die Freien Wähler liebäugeln neuerdings mit der FDP. Und was macht die Bayern-SPD?

Glosse von Katja Auer

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Der Geist von Kreuth wird heuer 50 Jahre alt, was freilich kein Alter ist für ein Gespenst. Im Schloss Fronberg in Schwandorf etwa spukt der arme Adrian von Spiering schon seit dem 17. Jahrhundert, weil er keine Ruhe findet, seit er seinen Bruder aus Eifersucht ermordete.

Und Kunigunde von Orlamünde – oder wer auch immer sie sein mag – geht seit dem 14. Jahrhundert als weiße Frau in der Kulmbacher Plassenburg und in anderen Unterkünften der Hohenzollern um. 1812 soll sie Napoleon auf seinem Stopp in Bayreuth vor seinem Russlandfeldzug gewarnt haben – hätte er mal auf sie gehört.

Der Geist von Kreuth hingegen war nur ein paar Wochen aktiv im November 1976, als sich die CSU bei ihrer Klausur im ehemaligen Wildbad vor lauter Kraft von der Schwesterpartei lossagte und eine eigene Fraktion im Bundestag bilden wollte. Indes, der Spuk dauerte nicht lange, ein paar Wochen war die Fraktionsgemeinschaft wieder vereint. Seither kehrt der Geist von Kreuth allenfalls als fahler Windhauch wieder, wenn mal wieder jemand laut überlegt, ob die CSU nicht doch bundesweit antreten oder die CDU einen bayerischen Landesverband gründen sollte.

Einzigartig ist diese Verbindung zweier Schwesterparteien und offenbar inspirierend. Der frühere CSU-Vize Peter Gauweiler hat vor einiger Zeit vorgeschlagen, die Freien Wähler möchten sich mit der CSU zusammentun und bundesweit gemeinsame Sache machen. FW-Minister Fabian Mehring hingegen denkt nun in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen über ein Bündnis aus FW und FDP nach. Dieses „Bündnis der Freiheit“ können von der Stärke der FW in Bayern und den Strukturen der FDP im Rest der Republik profitieren.

Die FDP ist ja nicht mehr im Bundestag vertreten und die Freien Wähler waren es noch nie. Ob sie daraus ein neuer liberaler Geist heraufbeschwören ließe – man weiß es nicht.

Aber so wird es wohl langsam auch Zeit für die Bayern-SPD, sich Gedanken um die Zukunft zu machen. Schließlich spukt schon seit einer Weile das Fünf-Prozent-Phantom durch die Umfragen. Und die Bundespartei taugt so gar nicht dafür, das Gespenst zu vertreiben. Vielleicht wird es Zeit für neue Bündnisse.

Die Bayern-SPD könnte mit den Gebirgsschützen anbandeln, für ein bisschen mehr Bayerngefühl. Oder mit den Freiwilligen Feuerwehren, die sind auch rot und sozial eingestellt und dabei noch viel, viel mehr als die Genossen.

Oder einfach mal eine Klausur in Wildbad Kreuth abhalten, vielleicht hält der Geist eine Inspiration bereit.

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