Corona-ImpfskandalHunderte Scheinimpfungen – Strafverfahren zieht sich hin
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Mehr als 300 manipulierte Impfungen, ein Hausarzt auf der Flucht und kein Ende des Strafverfahrens in Sicht: Ob es jemals den geplanten Prozess in Augsburg geben wird, ist völlig unklar.
Fünf Jahre nach dem Skandal um mutmaßlich manipulierte Corona-Impfungen in einer schwäbischen Hausarztpraxis ist es immer noch völlig unklar, ob der Fall jemals strafrechtlich abgeschlossen werden kann. Der Beschuldigte, ein 76 Jahre alter Arzt, ist vor der deutschen Justiz nach Südamerika geflohen. Zwar konnten die Fahnder den Mediziner in Paraguay ausfindig machen, doch das Auslieferungsverfahren ist nach mehr als einem Jahr weiter nicht beendet.
Es gebe derzeit keinen neuen Sachstand in dem Verfahren, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg. Der geplante Prozess vor dem Landgericht Augsburg könne daher weiterhin nicht stattfinden. „Ob es in der Zukunft zu einer Hauptverhandlung kommen wird, ist nicht absehbar“, sagte die Sprecherin. Die Nürnberger Generalstaatsanwaltschaft ist auch die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen.

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Dem Mediziner wird von den Ermittlern unter anderem vorgeworfen, dass er im Jahr 2021 während der Corona-Pandemie in seiner Praxis in Wemding (Landkreis Donau-Ries) bei 176 Patienten, die sich impfen lassen wollten, nur Scheinimpfungen vorgenommen hatte. Den Impfstoff soll er entsorgt und den Patienten nur leere Spritzen in das Gesäß gestochen haben. Die Ermittler gehen von 314 manipulierten Erst- und Zweitimpfungen aus.
