Kolumne „Hin und weg“Richtig parken in Österreich
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Nicht Walzer-, sondern Viertelstundentakt: Mit der blauen Parkscheibe kann es teuer werden.
Glosse von Eva Dignös
Es ist Zeit, Danke zu sagen. Danke, liebe EU, für den Euro, für die (meistens) offenen Grenzen, für die Abschaffung sündhaft teurer Roaminggebühren fürs Smartphone. Danke, dass das Reisen in Europa so viel unkomplizierter geworden ist. Von Deutschland durch Österreich nach Italien, man merkt es kaum, nur der Kaffee wird immer besser.
Wobei man sich für die Kaffeepause in Österreich tunlichst keinen Abstellplatz für sein Auto suchen sollte, der den Einsatz einer Parkscheibe erfordert. Denn ausgerechnet an diesem Utensil von ikonischer Schlichtheit, das keine Worte benötigt, um seine Botschaft zu transportieren, ist die europäische Einigung vorübergegangen.
An der technischen Komplexität kann es kaum liegen: Die Parkscheibe ist maximal analog. Zusammengenietete Pappe, ein aufgedruckter Zeiger, eine Zahlenskala zum Drehen in der Anmutung einer Lernuhr für Grundschulkinder. Keine Knöpfe, kein Touchscreen, kein Speicherchip. Und großzügig geht man in Deutschland mit der Zeit um, man glaubt es kaum. Wer das Auto um 16.01 Uhr abstellt, bekommt 29 Minuten geschenkt, einfach so, weil die Ankunftszeit grundsätzlich auf die nächste halbe Stunde aufgerundet wird.

Kolumne „Hin und weg“:Insel zu verschenken
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Viel zu ungenau ist das den Nachbarn im Süden: In Österreich, man ahnte es schon, ticken die Uhren anders. Dort verlangt die Kurzparkzonen-Überwachungsverordnung ein Zifferblatt mit einem Durchmesser von mindestens zehn Zentimetern, einem dunklen Zeiger auf hellem Hintergrund und einer Einteilung, mit der die Uhrzeit auf die Viertelstunde genau eingestellt werden kann. Und das im Land der Kaffeehäuser, in denen man so herrlich das Gefühl verlieren kann für die Zeit und die Viertelstunden erst recht.

