Aktuelles LexikonWofür steht Jabloko?

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Moskau, 10. August:  Jabloko-Chef Nikolai Rybakow (Mitte), hält im Gericht einen Apfel hoch, das Symbol seiner Partei.
Moskau, 10. August:  Jabloko-Chef Nikolai Rybakow (Mitte), hält im Gericht einen Apfel hoch, das Symbol seiner Partei. Pavel Bednyakov/AP/dpa

Partei, die auf Deutsch Apfel heißt und dem Kreml lange als demokratisches Feigenblatt diente. Jetzt aber bekam er Angst davor.

Von Julian Hans

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Als sich die Politiker Grigorij Jawlinskij, Juri Boldyrew und Wladimir Lukin 1993 zu einem Wahlbündnis zusammenschlossen, war Wladimir Putin noch Vizebürgermeister in Sankt Petersburg. Aus den Nachnamen der Gründer – JaBL – entstand der Name Jabloko, Russisch für Apfel. Er passt insofern, als die Partei neben sozialer Marktwirtschaft und liberaler Demokratie auch ökologische Ziele im Programm hat. Große Popularität erlangte sie damit nicht: Bei der Parlamentswahl 1993 bekam Jabloko knapp acht Prozent der Stimmen, seitdem ging es von Wahl zu Wahl abwärts. Seit 2007 ist Jabloko nicht mehr in der Staatsduma vertreten, wohl aber noch in regionalen und kommunalen Parlamenten. Dass die Parteiführung die Wahlmanipulationen durch den Kreml weitgehend hinnahm, wurde ihr von jüngeren, mutigeren Oppositionellen wie Alexej Nawalny immer wieder vorgeworfen. Der Kreml nutzte Jabloko gern als demokratisches Feigenblatt. Ihre Wahlkampf-Losung „Für Frieden und Freiheit. Für ein Leben ohne Angst“ hätte die Parlamentswahl im September zu einer Abstimmung über den Krieg gemacht. Das wollten die Strategen im Kreml nicht riskieren und schlossen Jabloko aus.

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