HitzeNiedrigwasser – was bedeutet das?

Ein Phänomen, das im Sommer eigentlich ganz normal wäre – würde es nicht neuerdings so häufig und so extrem auftreten.
Von Roxane Gall
Wenn der Wasserstand in Binnengewässern wie Bächen, Flüssen oder Seen deutlich unter das übliche Niveau sinkt, spricht man von Niedrigwasser. Eigentlich ist das ein natürliches und regelmäßiges Ereignis. In den vergangenen Jahren tritt es allerdings häufiger auf. Das staatliche Niedrigwasserinformationssystem (Niwis) stellt fest: „An Rhein, Donau und Elbe wurden streckenweise die niedrigsten bekannten Wasserstände (NNW) unterschritten.“ Niedrigwasser tritt oft nach langen Trocken- oder Hitzeperioden auf. Dann verdunstet mehr Wasser, als durch Niederschläge wieder aufgefüllt wird, und aus Zuflüssen fließt nicht genug Wasser nach. Wenig Wasser erwärmt sich schneller, der Sauerstoffgehalt sinkt und die Schadstoffkonzentration ist höher. Flussufer trocknen aus, Lebensräume gehen verloren, Fische und Amphibien sterben. Binnenschiffe können bei geringem Wasserstand nur mit einem Bruchteil ihrer Ladung oder gar nicht mehr fahren. Güter und Rohstoffe kommen verspätet an, das belastet die Produktion. Die Auswirkungen von Niedrigwasser sind groß – für Ökosystem und Wirtschaft.
