Fernsehen„Plötzlich wurde ich als ‚Nazi-Schlampe‘ beschimpft“

Für ihre Bürgergeld-Doku wurde die ZDF-Journalistin Sarah Tacke hart kritisiert. Nun übernimmt sie den Sommer über den Sendeplatz von Maybrit Illner. Gespräch mit einer Frau, die den bekannten Blick auf Themen verändern will.
Interview von Carolin Gasteiger
In den „Am Puls“-Filmen im ZDF greift Sarah Tacke seit 2023 Themen wie Migration, Arbeit, KI auf. Ihre Dokumentation über das Bürgergeld löste im Mai jedoch Ärger aus. Der Verein Sanktionsfrei, der Bürgergeld-Empfänger unterstützt, kritisierte einen Mangel an Sachlichkeit und Ausgewogenheit und forderte den ZDF-Fernsehrat auf, sich mit seiner Programmbeschwerde über die Doku zu beschäftigen. Intendant Norbert Himmler hatte die Kritik zuvor zurückgewiesen, „Ziel des Films war es nicht, Menschen im Bürgergeldbezug pauschal zu bewerten oder zu stigmatisieren, sondern unterschiedliche Perspektiven und Konfliktlinien sichtbar zu machen und journalistisch einzuordnen“. Tacke, 1982 in Oldenburg geboren, hat Jura studiert und beim NDR volontiert, sie leitet seit 2019 die ZDF-Redaktion Recht und Justiz, moderiert außerdem „Wiso“ und „ZDF spezial“. Von 30. Juli bis 27. August wird sie als Sommer-Ersatz für Maybrit Illner eine Talkshow moderieren. Zwei Wochen vor der Premiere erscheint sie im blauen Sommerkleid auf dem Laptop-Bildschirm, bei sich zu Hause in Frankfurt am Main. Gut gelaunt.
