Probier doch mal: Das RezeptZucchini-Salzzitronensalat mit Cashewcreme
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So haben Sie Zucchini noch nicht gegessen: hauchdünn gehobelt, gebettet auf einer Cashewcreme – eine aufregende Vorspeise mit feinem nussigem Aroma.
Von Hans Gerlach
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Zucchini gelten nicht gerade als das Gemüse erster Wahl für verwöhnte Feinschmecker, zu langweilig. Ich muss gestehen, wenn aus irgendwelchen Gründen diese dunkelgrünen Hybrid-Zucchini aus dem Supermarkt in meinem Gemüsefach landen, dann bleiben sie dort, bis alles andere Gemüse im Kühlschrank verbraucht ist. Irgendwann wandern sie dann meist in meine Grillpfanne, Röstaromen und eine würzige Kräutervinaigrette helfen. Doch es gibt auch viele Zucchinisorten, die ich sehr sehr gerne mag – ein Indiz scheint mir die Farbe zu sein. Mir ist noch keine hellgrüne Sorte untergekommen, die mir nicht geschmeckt hat. Es gibt aber auch gute dunkelgrüne Sorten, zum Beispiel habe ich dieses Jahr eine »Romanesco« im Garten. Deren Früchte sind hübsch gerippt, knackig und schmecken roh und gekocht leicht nussig – sehr gut. Und ein paar Jahre hatte ich »Yellow Summer Crookneck« im Beet, die sind auch toll und orange.
Zucchini sind immer auch Kürbisse, wir ernten sie unreif, solange die Schalen noch weich sind. Im italienischen ist Zucca der Kürbis und Zucchini der Plural vom kleinen Kürbis. Es gibt jedoch zwei sehr unterschiedliche Verhaltensmuster: »Normale« Zucchini sind ortsfest, sie wachsen da, wo ich sie einpflanze, orientieren sich Richtung Sonne und bilden eine Art liegenden Busch. Dann gibt es zweitens die rankenden Sorten, die benehmen sich wie Kürbisse, sie wollen die Welt erkunden und halten sich mit vielen dünnen Ranken auf ihrem Weg zur Sonne überall fest. Meine Lieblingssorte heißt »Tromba d’albenga«, sie bildet lange, meist hufeisenförmig gebogene, helle Früchte und die Schalen bleiben sehr lange weich. Während die normalen, dunkelgrünen Zucchini zu den Gartenkürbissen gehören ist die Tromba ein Muskatkürbis, manche sagen auch Aromakürbis oder Duftkürbis. Auch wenn die Frucht schon ein paar Kilogramm wiegt, schmeckt sie immer noch außergewöhnlich nussig und bleibt knackig. Trotzdem ernte ich sie klein, als Zucchini, dann wachsen immer wieder neue nach.
Jedes Jahr versucht die Tromba unseren gesamten Garten zu überwuchern. Dabei verzweigt sie sich sehr stark (die jungen Triebe kann man übrigens wie Spinat zubereiten, in Süditalien gibt es sie manchmal als »Tenerumi« auf dem Markt). Mit dünnen Ranken krallt sie sich selbst an Grashalmen fest und an manchen Blattachseln bildet sie zusätzliche Wurzeln – oft einige Meter weit weg von der eigentlichen Hauptwurzel. Das ist faszinierend zu beobachten. Wenn der Frost dem Spektakel kein Ende bereiten würde, wäre meine Tromba schon seit Jahren auf der Münchner Theresienwiese angekommen und würde ihren Platz tapfer gegen Bierzelte verteidigen. Diesen Sommer hat sie jedoch eine andere Richtung gewählt: Die Tromba d’albenga wächst an einem unbenutzten alten Spalier vor der Hausmauer hoch, klettert an einem vergessenen Draht vor meinem Bürofenster entlang und blüht und fruchtet, direkt vor meinem Schreibtisch. Das ist der schönste Blumenschmuck, den ich jemals hatte! Ich bin nicht sicher, ob es stimmt (bitte schreiben Sie mir, wenn Sie eine solide Theorie haben), aber wahrscheinlich wächst die Pflanze ganz einfach in die Richtung, die im Frühjahr dem ersten echten Blatt gegenüberliegt. Und das war dieses Jahr zufällig die Hauswand. Manche Zucchini sind alles andere als langweilig und schmecken hervorragend.
