Gruß aus der Küche: Das RezeptIst Erythrit ein guter Zuckerersatz?

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Ob Erythrit genau so süß wird wie Zucker?
Ob Erythrit genau so süß wird wie Zucker? Illustration: Ryan Gillet

Und inwiefern unterscheidet es sich von Xylit? Eine Expertin analysiert die Süßungsmittel und ihre Wirkung.

Protokoll: Nina Zimmermann

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Prof. Dr. Anne Christin Meyer-Gersprach ist Ernährungswissenschaftlerin und leitet gemeinsam mit Prof. Dr. Bettina Wölnerhanssen die Forschungsgruppe zu Metabolik und Gastroenterologie am Claraspital in Basel:

»Erythrit ist ein sogenannter Zuckeralkohol, der natürlicherweise in kleinen Mengen in Obst, Gemüse und fermentierten Lebensmitteln vorkommt. Für die Lebensmittelindustrie wird er meist durch Fermentation von Glukose hergestellt. Das Ergebnis ist ein kalorienfreier Zuckerersatz mit etwa 70 Prozent der Süßkraft von Haushaltszucker.

Die aktuelle wissenschaftliche Evidenz spricht dafür, dass Erythrit ein sinnvoller Zuckerersatz sein kann. Er liefert praktisch keine Kalorien, verursacht kaum Blutzucker- oder Insulinanstiege und besitzt kariesreduzierende Eigenschaften. Darüber hinaus zeigen Studien unserer Forschungsgruppe, dass die Einnahme von Erythrit zu einer Freisetzung von gastrointestinalen Sättigungshormonen führt: Das verlangsamt die Magenentleerung, wirkt sättigend und reduziert die anschließende Nahrungsaufnahme.

Xylit, ebenfalls ein Süßungsmittel, gehört wie Erythrit zur Gruppe der Zuckeralkohole. Xylit beeinflusst den Blutzucker- und Insulinspiegel kaum, Erythrit gar nicht.

Der wichtigste Unterschied zwischen beiden liegt in der Verstoffwechselung: Erythrit wird fast vollständig im Dünndarm aufgenommen und anschließend größtenteils unverändert über die Nieren ausgeschieden. Xylit wird dagegen nur teilweise aufgenommen, ein Teil gelangt in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien verstoffwechselt werden kann. Deshalb werden ihm auch präbiotische Eigenschaften zugeschrieben.

Bei empfindlichen Menschen können beide Zuckerersatzstoffe Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall verursachen. Da Erythrit jedoch weitgehend bereits im Dünndarm aufgenommen wird, ist seine Verträglichkeit in der Regel besser als die von Xylit. In unseren Studien waren Einzeldosen von bis zu etwa 30 Gramm für beide Substanzen insgesamt gut verträglich. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sich der Darm bei regelmäßigem Konsum an Zuckeralkohole anpassen kann und die Verträglichkeit mit der Zeit zunimmt.«

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