MeinungHitze in DeutschlandDie größte Lüge des Sommers ist, dass wir alle gleich schwitzen

Essay von Laura Weißmüller

Klimaschutz ist längst eine soziale Frage. Auch in Deutschland leiden ärmere Menschen in schlecht isolierten Wohnungen stärker unter den hohen Temperaturen. Die Politik sollte daraus endlich die richtigen Schlüsse ziehen.
Die Hitze macht keinen Unterschied zwischen Arm und Reich – zumindest was den Körper betrifft. Wenn es heiß wird, und zwar so richtig, mit Temperaturen über 30 Grad und Nächten, in denen das Thermometer nicht unter 20 Grad sinkt, dann ist das für jeden eine Belastung. Der Hals trocknet aus, der Kopf schmerzt, Arme und Beine werden dick. Wenn die nötige Abkühlung ausbleibt und der Mensch geschwächt ist, etwa durch das Alter oder Vorerkrankungen, gerät die Körpertemperatur außer Kontrolle und der Kreislauf kollabiert. So weit, so ähnlich.
