Deutscher AlltagRespekt für die Fledermaus

Die Begegnung mit einer „Schönen der Nacht“, wie die Naturfreunde sagen würden, veranlasst unseren Kolumnisten, das Fenster künftig lieber zuzulassen.
Kolumne von Kurt Kister
Neulich, halb fünf Uhr morgens. Ein komisches Geräusch, nicht laut, aber unangenehm unidentifizierbar, ein sehr kleines Rauschen. Sollte wieder einmal eine dieser großen grünen Heuschrecken durchs gekippte Fenster gekommen sein, um den Dämmerungsschläfer an Franklin D. Roosevelts Weisheit zu erinnern, dass man nichts zu fürchten haben außer der Furcht selbst, the only thing we have to fear is fear itself, wie Roosevelt in seiner Amtseinführungsrede vom 4. März 1933 sagte? Nun meinte FDR nicht grüne Heuschrecken, sondern die wirtschaftliche Depression und das Aufkommen autoritärer Kräfte in fast der ganzen Welt. Das Grüne Heupferd ist völlig ungefährlich, aber wenn es unversehens auf der Bettdecke sitzt, kann es schon Urängste auslösen. Ein Monster, lange Beine, Glotzaugen und Fühler. Erschrecken, fear itself.
