Feiertage in Bayern 2017

Flagge Bayern Feiertage 2017

Die gesetzlichen Feiertage für Bayern im Jahr 2017

Auch im neuen Jahr 2017 sind im bayrischen Bundesland wieder einige interessante Feiertage dabei, die man zur Gestaltung von Brückentagen verwenden kann. Damit machen wir uns wieder ein oder mehrere verlängerte Wochenenden.

Wappen Bayerns

Der Feiertagskalender 2017 Bayern

Sonntag 01.01.2017 Neujahrstag
Freitag 06.01.2017 Heiligen Drei Könige
Freitag 14.04.2017 Karfreitag
Montag 17.04.2017 Ostermontag
Montag 01.05.2017 1. Maifeiertag
Donnerstag 25.05.2017 Christi Himmelfahrt
Montag 05.06.2017 Pfingstmontag
Donnerstag 15.06.2017 Fronleichnam
Dienstag 15.08.2017 Mariä Himmelfahrt*
Dienstag 03.10.2017 Tag der Deutschen Einheit*
Dienstag 31.10.2017 Reformationstag*
Mittwoch 01.11.2017 Allerheiligen
Montag 25.12.2017 1. Weihnachtsfeiertag
Dienstag 26.12.2017 2. Weihnachtsfeiertag

Anm.: * Mariä Himmelfahrt gilt in überwiegend katholischen Gemeinden. *Tag der Deutschen Einheit ist ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag. * Der Reformationstag wird 2017 als bundesdeutscher Feiertag gelten. Dies haben wir dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers zu verdanken. Die Anzahl der Feiertage in Bayern im Jahr 2017 liegt bei 14, ein Feiertag mehr als im Vorjahr. Im gesamtdeutschen Durchschnitt liegt Bayern damit im oberen Mittelfeld. Der für die evangelischen Gläubigen wichtige Buß- und Bettag zählt nicht zu den gesetzlichen Feiertagen in Bayern, an diesem Tag sind jedoch landesweit die Schulen geschlossen.

Urlaubsplanung im Jahr 2017 mit den Brückentagen

Kalender mit Hinweisen zu den Brückentagn in Bayern 2017
Die perfekte Brückentagsplanung mit unserem Kalender für 2017

Um sich die besten Urlaubschancen zu sichern, sollte man als Arbeitnehmer einen entsprechenden Kalender haben. Um die Brückentage 2017 perfekt nutzen zu können, gibt es den Brückentagskalender. Hier finden Sie schnell die passenden Frei-Tage, um sich mit möglichst wenig Urlaubstagen möglichst viel freie Zeit zu schaffen.
Machen Sie die am besten so zeitig, dass die vor ihren Kollegen zum Zug kommen!
Da die meisten Arbeitnehmer normalerweise am Wochenende frei haben, sind die Brückentage um diese Zeit herum geplant.

Fasching und Karnevalszeit in 2017

Donnerstag 23.02.2017 Weiberfasnacht
Montag 27.02.2017 Rosenmontag
Dienstag 28.02.2017 Fasnacht
Mittwoch 01.03.2017 Aschermittwoch

Im Fasching 2017 wird es auch wieder hoch her gehen, als Kind ist die Vorfreude groß, aber auch viele Erwachsene sehnen sich fast ein Jahr lang immer wieder nach der tollen Karnevalszeit.

Wo liegt das Werdenfelser Land?

Berchtesgaden im Werdenfelser Land

Das Werdenfelser Land bezeichnet eine oberbayerische Region, die sich von Mittenwald im Süden bis hin nach Farchant erstreckt. Sie umfasst Teile der Bayerischen Alpen. Die Gegend ist ideal geeignet, um Aktivurlaub in Bayern zu geniessen. Aktive Paare und Familien werden die vielfältigen Möglichkeiten für eine Wanderung oder Fahrradtour nutzen, die sie im Werdenfelser Land überall bequem und sicher unternehmen können.

Berchtesgaden im Werdenfelser Land

Namensgebend für die Region ist die mittelalterliche Burg Werdenfels nördlich von Garmisch-Partenkirchen. Die Burg diente vornehmlich zur Sicherung der Heeres- und Handelsstraße, die durch das Loisachtal führte und Handelsplätze in Italien und Oberbayern verband.

Im Jahr 2006 erfolgte die Aufnahme des Werdenfelser Landes in die Liste der 77 ausgezeichneten Nationalen Geotope Deutschlands.

Das kulturelle Zentrum bildet Garmisch-Partenkirchen. Folgende Orte gehören ebenfalls zum Werdenfelser Land: Farchant, Grainau, Krün ,Wallgau und Mittenwald. Die Werdenfelser Orte Mittenwald, Krün und Wallgau werden touristisch zur „Alpenwelt Karwendel“ kumuliert. Originales Brauchtum wie der Geigenbau und die Lüftlmalerei sowie eine Vielzahl an gelebten Traditionen können Sie dort hautnah miterleben.

Das südliche Werdenfelser Land wird durch das Wetterstein-Gebirge und das Karwendel begrenzt. Die Zugspitze liegt südwestlich von Garmisch-Partenkirchen und ist mit 2962 Metern über NormalNull der höchste Berg Deutschlands.

Reise durch die Badische Weinstraße

Tuniberg Weinstrasse

Die Badische Weinstraße ist eine touristische Route im Südwesten Deutschlands. Sie wurde im Jahr 1954 ins Leben gerufen und führt ca. 500 km entlang des östlichen Randes des Oberrheins von Laudenbach bis nach Weil am Rhein nahe der Schweizer Grenze.

Sie durchläuft die Weinbaubereiche Badische Bergstraße, Kraichgau, Ortenau, Kaiserstuhl, Tuniberg, Breisgau und Markgräflerland des Weinbaugebietes Baden, das mit einer Rebfläche von 15.906 Hektar das drittgrößte deutsche Weinbaugebiet ist (Stand 2008).

Tuniberg Weinstrasse

In der Ortenau und im Breisgau weist die Route eine einzige Linienführung mit wenigen Abstechern auf. In den Bereichen Kaiserstuhl und Tuniberg erweitert sich die Badische Weinstraße zu einem ganzen Netz von alternativen Routen. Im Markgräflerland gibt es zwei parallele Streckenführungen.

Anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens im Jahr 2014 wurde die Badische Weinstraße um die ebenfalls zum Weinanbaugebiet Baden gehörende Regionen Badische Bergstraße und Kraichgau erweitert. Damit hat die Badische Weinstraße ihre nördlichste Ausdehnung erreicht. Sie trifft im Gebiet der Badischen Bergstraße in der Region Rhein-Neckar auf drei weitere deutscheWeinanbaugebiete: Hessische Bergstraße, Pfalz und Rheinhessen.

Die Beschilderung der Badischen Weinstraße zeigt ein vom Badischen Weinbauverband entworfenes Logo und vermerkt den Weinbaubereich, in dem man sich gerade befindet.

Die ebenfalls zum Weinbaugebiet Baden gehörenden Weinbaubereiche Bodensee und Tauberfranken werden bislang nicht von der Badischen Weinstraße erschlossen.

Steckbrief

Badische Weinstraße
Länge: etwa 500 km
Bundesland: Baden-Württemberg
Region: Baden
Verlaufsrichtung: Nord – Süd
Beginn: Laudenbach
Verlauf: wichtigste StädteBühl
Offenburg
Oberkirch
Lahr/Schwarzwald
Emmendingen
Vogtsburg im Kaiserstuhl
Breisach am Rhein
Freiburg im Breisgau
Müllheim
Ende: Weil am Rhein
Höhenlage: um 150 m ü. NHN

 

Wo verläuft die Romantische Straße?

schloss hohenschwangau ende der romantischen strasse

Sie ist die beliebteste und älteste deutsche Ferienstraße, seit Ende des zweiten Weltkrieges. Die romantische Straße verläuft vom Main bis zu den Alpen und bietet dem Reisenden abwechslungsreiche, faszinierende Landschaftsbilder.

STRASSENSCHILD ROMANTISCHE STRASSE

Mit etwa fünf Millionen Gästeübernachtungen, einer zusätzlich vier- bis fünfmal so hohen Anzahl von Tagesbesuchern und etwa 15.000 direkt durch den Tourismus generierten Arbeitsplätzen ist sie ein wirtschaftlich bedeutendes süddeutsches Reiseziel.

Die Romantische Straße beginnt am Main, führt vom Westen Frankens ins bayerische Schwaben, über ein Stück oberbayerisches Gebiet bis zum Alpenrand im Ostallgäu, wieder im Regierungsbezirk Schwaben. Die Straße erstreckt sich über 413 km von Würzburg bis nach Füssen.

Die Sehenswürdigkeiten auf der Strecke

Wichtige Zwischenstationen in geschichtlicher Hinsicht oder wegen des landschaftlichen Reizes sind Würzburg, Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl, Nördlingen, Harburg, Donauwörth, Augsburg, Friedberg und Landsberg am Lech.Strassenzug der romantischen Strasse

Landschaftlich reizvolle Gegenden sind das Taubertal, das Nördlinger Ries, der Lechrain und die gesamte Voralpenlandschaft zwischen Landsberg am Lech und Füssen.

Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Würzburger Residenz, die mittelalterlichen Stadtbilder von Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl, die Fuggerei Augsburg, Landsberg am Lech mit seiner historischen Altstadt und dem Lechwehr, die Wieskirche und das von König Ludwig II. erbaute Schloss Neuschwanstein.

Radwanderweg

Radweg RomantikFür Radwanderer existiert eine beschilderte Alternativroute. Dieser 424 km lange Radfernweg Romantische Straße verläuft vor allem auf Nebenstraßen und Radwegen.

Zusätzlich gibt es einen bisweilen auf schmaleren Wegen verlaufenden Weitwanderweg. Dieser wurde 2006 in Würzburg eröffnet

Exportartikel Romantische Straße

Sie prägt das Bild von Deutschland im Ausland mehr als viele denken: Mitte der 90er Jahre kannten 93 Prozent der „reisefähigen“ Japaner die Romantische Straße zumindest dem Namen nach. Auch im südamerikanischen Brasilien gehört die Romantische Straße zu den Top-Attraktionen für Deutschland-Urlauber.

Die Romantische Straße ist zugleich ein Exportschlager: In Japan existiert seit 1982 eine sich am deutschen Vorbild orientierendeRomantik-Route. Seit 1998 gibt es mit der Rota Romantica eine brasilianische Variante und der südkoreanische Ableger wurde 2009 eröffnet.

Die Deutsche Alpenstraße

foto see an der alpenstrasse

Die Deutsche Alpenstraße ist eine Ferienstraße, die fast ausschließlich durch die Bayerischen Alpen in Deutschland führt. Die landschaftlich aussergewöhnlich schöne Strecke führt über circa 450 km in West-Ost-Richtung vom Bodensee ins Berchtesgadener Land.

ALPENSTRASSE am See

Wie kam es dazu?

Bereits im Jahr 1927 wurde die Straße nach einer Idee von Sanitätsrat Knorz geboren, mit dem Ziel, die Quertäler der Alpen (Ost-West-Richtung) zwischen Bodensee und Königssee durch einen fest definierten Straßenzug entlang der Bayerischen Alpen zu verbinden. Sie ist damit die älteste deutsche Ferienstraße. Bis 1950 entstanden in Deutschland vier weitere Touristische Routen, und zwar die Deutsche Weinstraße (1935), die Schwarzwaldhochstraße (1939), die Grüne Küstenstraße (1946) (nicht mehr touristisch vermarktet) sowie die Romantische Straße (1950)

Wo verläuft die Deutsche Alpenstraße?

Streckenverlauf Alpenstrasse
Bild: Von West nach Ost im Süden der Republik verläuft die Alpenstrasse

Von Lindau am Bodensee verläuft die Deutsche Alpenstraße unter anderem durch Oberstaufen und vorbei am Großen Alpsee nach Immenstadt und dann durch einen Teil des Illertals nach Sonthofen und durch das Tal der Ostrach nach Bad Hindelang. Von hier führt sie über den Oberjochpass (1178 m ü. NN) hinauf nach Oberjoch und zweigt dort nach Unterjoch ab. Entlang der Wertach gelangt sie nach Wertachund vorbei am Grüntensee nach Nesselwang. Durch Pfronten und entlang des Weißensees passiert sie bei Füssen und Schwangau den Forggensee und etwas später den Bannwaldsee. Danach führt sie über Steingaden und Oberammergau nach Farchant und im Tal der Loisach nach Garmisch-Partenkirchen.

Vorbei am Barmsee führt die Deutsche Alpenstraße über Krün und Benediktbeuern nach Bad Tölz, dann durch das Isartal zum Sylvensteinsee. Nach zwei kurzen Teilstücken über österreichisches Staatsgebiet verläuft die Straße weiter über den Achenpass(941 m ü. NN), dann entlang der Weißach nach Rottach-Egern und damit zum Tegernsee. Am Ostufer des Sees entlang, durch die Stadt Tegernsee und über Gmund und Hausham, führt sie nach Schliersee am gleichnamigen See. Anschließend verläuft sie durch Bayrischzell und über den Sudelfeldpass (1123 m ü. NN) zum Wasserfall Tatzelwurm. Von dort geht es hinunter in das Inntal nach Niederaudorf, weiter durch Brannenburg und die A 93 und den Inn querend nach Nußdorf.

Weiterhin verläuft die Deutsche Alpenstraße über Samerberg nach Frasdorf, Aschau, Bernau und Grassau. Anschließend kreuzt sie bei Marquartstein das Tal der Tiroler Achen und führt durch Unterwössen und über den Maserer-Pass (793 m ü. NN) nach Reit im Winkl. Entlang Weitsee, Mittersee, Lödensee und Förchensee verläuft sie knapp vorbei an Ruhpolding und Inzell nach Schneizlreuth, dann das Saalachtal kreuzend zur Schwarzbachwacht (868 m ü. NN) im Biosphärenreservat Berchtesgaden. Letztlich erreicht sie über Ramsau mit Blick unter anderen auf den Blaueisgletscher und die weltberühmte Pfarrkirche St. Sebastian, an der Hindenburglinde vorbei, dem Tal der Ramsauer Ache durch die Preisenklamm folgend Berchtesgaden.

Historischer Abschluss der Alpenstraße ist die Roßfeldhöhenringstraße (1560 m ü. NN) oberhalb bzw. östlich von Berchtesgaden. 1939–1945 bildete die einst landschaftsgerecht geplante Alpenstraße, die parallel zur Hellbrunner Allee fast bis in die historische Altstadt der Stadt Salzburg führt, das östliche Ende der Deutschen Alpenstraße.

Steckbrief der Strecke

  • Länge: circa 450 Kilometer
  • Ausgangspunkt: Lindau am Bodensee
  • Ziel: Berchtesgaden
  • Höchster Punkt: Oberjoch im Allgäu 1.200 Meter
  • Die größten Seen: Bodensee, Forggensee, Walchensee, Kochelsee, Sylvensteinstausee, Tegernsee, Schliersee, Chiemsee, Königssee
  • Die wichtigsten Klöster und Kirchen: Wieskirche, Kloster Ettal, Kloster Benediktbeuern, Kloster Tegernsee
  • Die wichtigsten Schlösser: Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau in Füssen, Schloss Linderhof bei Ettal, Königliches Schloss Berchtesgaden
  • Höchster Berg: Zugspitze mit 2.962 Meter

 

Deutsche Flüsse nach Anfangsbuchstabe sortiert

Fluss

Aabach – 14 km
Aar – 40 km
Abens – 76 km
Ach – 110 km
Agger – 64 km
Ahr – 86 km
Ahse – 36 km
Aich – 25 km
Aisch – 75 km
Aitrach – 15 km
Aland – 27 km
Alb (Nordschwarzwald) – 45 km
Alb (Südschwarzwald) – 41 km
Alf – 53 km
Aller – 211 km
Allna – 34 km
Alme – 60 km
Alsenz – 57 km
Alster – 53 km
Alte Oder – 33 km
Alte und Neue Jäglitz – 71 km
Altmühl – 165 km
Alz – 63 km
Ammer (Neckar) – 20 km
Ammer-Amper – 185 km
Angel – 19 km
Angerbach – 36 km
Antreff – 32 km
Argen – 72 km
Arlau – 37 km
Aschaff – 25 km
Aufseß – 18 km
Axtbach – 31 km
Baarbach – 18 km
Bahre – 16 km
Banfe – 10 km
Bära – 10 km
Barnitz – 20 km
Barthe – 39 km
Berkel – 110 km
Bever – 10 km
Bibert – 40 km
Biela – 18 km
Biese – 31 km
Bigge – 38 km
Bille – 65 km
Blau – 14 km
Blies – 99 km
Bobritzsch – 38 km
Bocholter Aa – 51 km
Bode – 140 km
Böhme – 73 km
Boye – 13 km
Breg – 49 km
Brend – 30 km
Brenz – 47 km
Brigach – 43 km
Bröl – 45 km
Buckau – 35 km
Bühler – 51 km
Chamb – 51 km
Chemnitz – 67 km
Dahme – 95 km
Dalke – 20 km
Dautphe – 8 km
Deilbach – 20 km
Delme – 45 km
Dhron – 39 km
Diemel – 105 km
Dill – 68 km
Dinkel – 93 km
Donau (mit Breg) – 2.888 km
Dosse – 94 km
Dreisam – 29 km
Düte – 35 km
Echaz – 23 km
Eckbach (Pfalz) – 43 km
Eder – 177 km
Efze – 38 km
Eger (Donau) – 37 km
Eger (Elbe) – 291 km
Eider – 188 km
Eisbach (Pfalz) – 40 km
Eitra – 8 km
Elbe – 1.091 km
Elde – 220 km
Ellebach – 33 km
Elta – 15 km
Elz – 34 km
Ems (Hessen) – 31 km
Ems – 371 km
Emscher – 84 km
Ennepe – 39 km
Enz – 112 km
Erft – 103 km
Erms – 31 km
Eschach – 37 km
Este – 44 km
Exter – 25 km
Eyach – 54 km
Federbach – 27 km
Felda – 40 km
Ferndorfbach – 24 km
Fils – 63 km
Flöha – 78 km
Fränkische Rezat – 65 km
Fränkische Saale – 142 km
Freiberger Mulde – 124 km
Fretterbach – 18 km
Frieda – 15 km
Fuhse – 98 km
Fulda – 218 km
Gelbach – 25 km
Gelster – 18 km
Gera – 30 km
Gersprenz – 47 km
Glan – 68 km
Glatt (Neckar) – 35 km
Glatt (Rhein) – 38 km
Glenne – 44 km
Glonn (Amper) – 49 km
Glonn (Mangfall) – 26 km
Glotter – 40 km
Gottleuba – 34 km
Große Laber – 85 km
Große Mittweida – 7 km
Große Röder – 90 km
Große Striegis – 48 km
Günz – 55 km
Hamme – 45 km
Hanfbach – 13 km
Hase – 193 km
Hasel – 26 km
Haune – 64 km
Havel – 325 km
Heder – 15 km
Heller – 29 km
Henne – 20 km
Holtemme – 47 km
Hönne – 30 km
Horloff – 45 km
Hörsel – 56 km
Hunte – 198 km
Iller – 147 km
Ilm (Bayern) – 82 km
Ilm (Thüringen) – 123 km
Ilmenau – 107 km
Ilz – 65 km
Inn – 517 km
Innerste – 95 km
Isar – 295 km
Ise – 50 km
Isen – 76 km
Isenach – 42 km
Issel mit Oude Ijssel – 70 km
Itz – 80 km
Jade – 22 km
Jagst – 196 km
Jeetze – 73 km
Kahl – 32 km
Kalte Bode – 17 km
Kammel – 57 km
Karthane – 48 km
Kerkerbach – 20 km
Kinzig (Hessen) – 82 km
Kinzig (Schwarzwald) – 95 km
Kirnitzsch – 45 km
Kleine Laber – 48 km
Kleine Striegis – 23 km
Kocher – 182 km
Krückau – 40 km
Kyll – 142 km
Lahn – 242 km
Lauchert – 56 km
Lausitzer Neiße – 256 km
Lauter (Donau) (Große Lauter) – 35 km
Lauter (Glan) – 32 km
Lauter (Itz) – 17 km
Lauter (Neckar) – 27 km
Lauter (Rhein) – 55 km
Lech – 265 km
Leda – 29 km
Leine – 241 km
Leitzach – 33 km
Lenne (Ruhr) – 128 km
Lenne (Weser) – 24 km
Lesum – 10 km
Liese – 18 km
Lieser – 55 km
Lippe – 255 km
Löcknitz – 66 km
Loisach – 114 km
Lossa – 41 km
Losse – 28 km
Lüder – 40 km
Luhe (Ilmenau) – 58 km
Luhe (Naab) – 35 km
Lumda – 33 km
Lune – 43 km
Lütter – 16 km
Main – 524 km
Malefinkbach – 21 km
Mangfall – 58 km
Maurine – 23 km
Mehe – 18 km
Merzbach – 28 km
Metter – 24 km
Mies – 103 km
Milde – 97 km
Mindel – 75 km
Mittelradde – 35 km
Möhne – 50 km
Mosel – 545 km
Müglitz – 49 km
Mulde – 124 km
Mümling – 50 km
Münstersche Aa – 30 km
Münzbach – 22 km
Murg (Nordschwarzwald) – 70 km
Murg (Südschwarzwald) – 20 km
Murr – 51 km
Naab mit Quellfluss Waldnaab – 165 km
Nagold – 92 km
Nahe – 116 km
Nebel – 60 km
Neckar – 367 km
Nesenbach – 12 km
Nethe – 48 km
Nidda – 98 km
Nidder – 63 km
Nied – 102 km
Nieplitz – 48 km
Niers – 116 km
Nieste – 21 km
Nims – 59 km
Nister – 64 km
Nordradde – 35 km
Nuhne – 37 km
Nuthe (Anhalt) – 39 km
Nuthe (Brandenburg) – 65 km
Ochtum – 25 km
Odeborn – 22 km
Oder – 866 km
Oese – 12 km
Ohm – 59 km
Ohre – 110 km
Oker – 105 km
Ölbach – 7 km
Orke – 32 km
Orla – 35 km
Örtze – 55 km
Oste – 153 km
Ostpeene – 35 km
Ostrach (Bayern) – 20 km
Ostrach (Oberschwaben) – 33 km
Our – 78 km
Paar – 134 km
Pader – 4 km
Parthe – 48 km
Partnach – 16 km
Peene – 156 km
Pegnitz – 115 km
Perf – 16 km
Pfefferfließ – 16 km
Pfinz – 60 km
Pfrimm – 43 km
Plane – 57 km
Pleisbach – 15 km
Pleiße – 89 km
Prim – 17 km
Prims – 51 km
Prüm – 84 km
Pulsnitz – 60 km
Queich – 52 km
Radegast – 24 km
Radolfzeller Aach – 32 km
Randow – 68 km
Recknitz – 72 km
Regen – 165 km
Regnitz – 58 km
Reiche Ebrach – 40 km
Rems – 80 km
Rench – 59 km
Rhein – 1.320 km
Rhin – 125 km
Rhume – 48 km
Riß – 20 km
Rodach – 52 km
Rodau (Main) – 30 km
Rossel – 38 km
Rot (Donau) – 54 km
Rot (Kocher) – 36 km
Rote Weißeritz – 35 km
Roter Main – 59 km
Rott (Amper) – 12 km
Rott (Inn) – 109 km
Rottach – 14 km
Ruhr – 217 km
Rur – 170 km
Ruwer – 46 km
Ryck – 28 km
Saalach – 103 km
Saale – 413 km
Saar – 246 km
Sagter Ems – 24 km
Salm – 63 km
Salzach – 225 km
Salzböde – 13 km
Sauer (Pfalz/Elsass) – 70 km
Sauer – 173 km
Schilde – 40 km
Schleuse – 34 km
Schlichem – 30 km
Schlierach – 13 km
Schmalkalde – 25 km
Schmutter – 76 km
Schondra – 31 km
Schorte – 8 km
Schunter – 57 km
Schussen – 62 km
Schwalm (Eder) – 97 km
Schwalm (Maas) – 46 km
Schwartau – 33 km
Schwarza (Saale) – 53 km
Schwarzach (Naab) – 60 km
Schwarzach (Rednitz) – 60 km
Schwarzbach (Pfalz) – 50 km
Schwarze Elster – 188 km
Schwarze Laber – 76 km
Schwentine – 62 km
Seeve – 40 km
Seidewitz – 25 km
Selbitz – 37 km
Selke – 67 km
Selz – 61 km
Sempt – 60 km
Seseke – 31 km
Sieg – 153 km
Singold – 45 km
Sinn – 50 km
Sontra – 20 km
Speyerbach – 60 km
Spree – 382 km
Sprotte – 25 km
Starzel – 30 km
Stecknitz – 56 km
Steinfurter Aa – 45 km
Steinhuder Meerbach – 29 km
Stepenitz (Brandenburg) – 84 km
Stepenitz (Mecklenburg) – 52 km
Stever – 54 km
Stör – 87 km
Streu – 40 km
Striegis – 11 km
Sude – 72 km
Sulm – 20 km
Sülz – 45 km
Sulzach – 41 km
Sülze – 20 km
Tanger – 32 km
Tauber – 122 km
Thulba – 31 km
Tiroler Achen – 79 km
Traun – 28 km
Trave – 124 km
Trebel – 74 km
Treene – 73 km
Triebisch – 37 km
Twiste (Diemel) – 35 km
Twiste (Oste) – 16 km
Uchte – 49 km
Uecker – 103 km
Ulster – 56 km
Unstrut – 192 km
Urft – 50 km
Vechte – 167 km
Vils (Donau) – 120 km
Vils (Naab) – 87 km
Volme – 50 km
Wahnbach – 25 km
Wakenitz – 14 km
Warme – 30 km
Warme Bode – 23 km
Warnow – 151 km
Watter – 21 km
Wehra – 18 km
Wehre – 36 km
Weida – 57 km
Weil – 50 km
Weißach – 18 km
Weiße Elster – 257 km
Weiße Laber – 44 km
Weißer Main – 41 km
Weißeritz – 12 km
Weißeritz mit Wilder Weißeritz – 61 km
Werra – 292 km
Werre – 98 km
Werse – 67 km
Wertach – 151 km
Weschnitz – 60 km
Wesenitz – 83 km
Weser – 433 km
Wetschaft – 22 km
Wetter – 68 km
Wied – 140 km
Wieda – 22 km
Wiehl – 33 km
Wiese – 55 km
Wieseck – 20 km
Wiesent – 78 km
Wilde Rodach – 26 km
Wilde Weißeritz – 49 km
Wipper (Sachsen Anhalt) – 85 km
Wipper (Thüringen) – 95 km
Wisper – 29 km
Wohlrose – 17 km
Wohra – 35 km
Wolfach – 25 km
Wörnitz – 132 km
Wümme – 108 km
Wupper – 114 km
Würm – 50 km
Wurm – 53 km
Wutach – 86 km
Wütende Neiße – 51 km
Zarow – 16 km
Zorge – 40 km
Zschampert – 11 km
Zschopau – 128 km
Zusam – 60 km
Zwickauer Mulde – 166 km
Zwönitz – 35 km

Ausflug nach Bodenmais im Bayrischen Wald

Bodenmais Wappen

Bodenmais liegt tief im Bayerischen Wald; südwestlich am Fuße des Großen Arbers, dem höchsten Berg in Bayern außerhalb der Alpen. Bekannt ist der Markt Bodenmais fuer sein Bergwerk und den Silberberg. Zu finden ist der Kurort, in dem etwa 3.500 Personen leben, im niederbayerischen Landkreis Regen.

Bodenmais Uebersicht
Bild: Bodenmais

Geschichte

Der Bayerische Wald, inmitten des größten zusammenhängenden Waldgebirges Deutschlands liegend, findet in den Geschichtsbüchern schon früh Erwähnung. Gerodet wurde das Gebiet zuerst von Mönchen, dann von einigen wenigen Siedlern, die sich in dem „Urwaldgebiet“ niederließen. Der erste urkundliche Bericht über Bodenmais findet sich im Urbar der bayerischen Herzöge um das Jahr 1300, in dem vom „Item das Goldwerch ze Pabenmaiz“, berichtet wird. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde in den Gruben bei Bodenmais, genannt „des Allmächtigen Gottes Gabe“, nach Silber gegraben, um 1485 erhielt der Ort vom bayerischen Herzog Albrecht IV. besondere Privilegien, durch den großen Freiheitsbrief von 1522 wurde der Ort zur „vollkommen gefreiten Bergstadt“ erhoben.

Nachdem die Gewinnung von Edelmetallen zurückging, stellte sich das Bergwerk 1542 auf die Erzeugung von Vitriol um, das damals zum Färben der Stoffe Verwendung fand. Mit der Umwandlung in eine Hofmark 1580 erloschen die Rechte der freien Bergstadt. Ab 1760 geriet der Absatz von Vitriol ins stocken. Durch ein neues Verfahren, Potée (Polierrot) zu erzeugen, die zum Schleifen der Gläser und Polieren der Spiegel Verwendung fand, erlebte das Werk in den Jahren 1870 bis 1914 seine größte Blütezeit. Bodenmaiser Potée ging in die ganze Welt. Aber durch die Entwicklung neuer chemischer Herstellungsverfahren war man bald nicht mehr konkurrenzfähig. Die letzte Schicht wurde am 27. Mai 1962 gefahren.

Nachdem sich schon ab dem 15. Jahrhundert Glashütten im Bodenmaiser Raum ansiedelten, wurde Bodenmais nach 1945 innerhalb von 30 Jahren zum Glasveredlungszentrum und bietet heute die größte Bleikristallauswahl Deutschlands. Da sich hier, außer der Glasindustrie, keine Industrie ansiedeln wollte, hat man frühzeitig den Fremdenverkehr als Erwerbsmöglichkeit erkannt. Der Ursprung geht schon zurück auf das Jahr 1883, in dem in Bodenmais der Bayerische Wald-Verein gegründet wurde. Nach dem Krieg wurde der Fremdenverkehr weiter ausgebaut und Bodenmais zum bekanntesten und meistbesuchten Kurort des Bayerischen Waldes.

1945 wurde Bodenmais zum Luftkurort erklärt und 1958 zum Markt erhoben. 1962 begann man mit dem Bau eines beheizten Freibades, 1967 erfolgte der Kurhausbau, und 1972 konnte das Hallenbad in Betrieb genommen werden. 1989 erfolgte die Fertigstellung des neuen Rathauses mit Kurverwaltung, der Tiefgarage und des Kurparks. Als Abschluss der Bemühungen des Ortes im touristischen Bereich erhielt man im Dezember 1992 das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“.

Sehenswürdigkeiten

  • Katholische Pfarrkirche: Die Bodenmaiser Kirche wurde 1804/05 in der Mitte des Marktplatzes erbaut, und zwar so, dass sie in Richtung des Silberbergs zu stehen kam. 1955/56 wurde die Kirche durch den Anbau eines Oktogons erweitert. Den Altar schmückt eine Nachbildung des Gnadenbildes von Loreto (ein Geschenk des Kurfürsten), das bereits am 16. Juni 1705 (Namenstag des Heiligen Benno) in einer feierlichen Prozession von Maisried (Böbrach) nach Bodenmais übertragen wurde. Zur Erinnerung daran findet jedes Jahr ein „Umgang“ mit fünftägigem Volksfest statt, bei dem das Gnadenbild mitgetragen wird.
  • Historisches Besucherbergwerk am Silberberg: Seit 1962 steht das Silberbergwerk interessierten Besuchern als Schaubergwerk offen. 1998 erwarben sechs ehemals im Bergwerk Beschäftigte das Werk mit den dazugehörigen Liegenschaften und betreiben seither das Historische Besucherbergwerk im Silberberg.
  • mehrere Glasbläsereien: Die größte und bekannteste ist die Joska-Glasbläserei, die unter anderem Pokale für den Wintersport herstellt.
  • Altes Rathaus mit Sonderausstellung über die Geschichte des Bergbaus und der Vitriolhütte am Silberberg in Bodenmais

Übernachtungszahlen

Bodenmais ist der führende Tourismusort im Landkreis Regen. Insgesamt fanden 2012 28,5 % der Gästeankünfte und 32,9 % der Übernachtungen im Landkreis in Bodenmais statt.

Jahr
Gästeankünfte
Übernachtungszahlen
Übernachtungen/Gast
1995
108.921
995.505
9,1
2000
110.282
854.880
7,8
2005
101.057
708.672
7,0
2010
147.895
865.120
5,9
2011
145.138
839.449
5,8
2012
147.468
839.825
5,7
2013
150.561
824.031
5,5
2014
143.104
752.871
5,3

Aktivurlaub – was kann Bodenmais bieten?

Eine der schönsten Sommerrodelbahnen

Rodeln im Sommer

Fahrspaß für jedes Alter bietet die abwechslungsreiche Sommerrodelbahn. Ob blitzschnell oder gemächlich – die Geschwindigkeit bestimmen Sie selber. Rasante Kurven meistern, um zu Beschleunigen auf langgezogenen Geraden. Ein echtes Rennerlebnis – ideal auch für Gruppen und Schulklassen.

Das Bergwerk besuchen – egal zu welcher Jahreszeit

Erleben Sie die faszinierende Welt unter Tage. Durch den über 600m langen “Barbarastollen” führt Sie der Weg tief in das Innere des Silberberges bis zu einer gewaltigen Höhlung, dem “Großen Barbaraverhau”. Der stimmungsvolle Gang durch die jahrhundertealten Stollen bringt die Geschichte des Bergbaus in die Gegenwart.

Mehr als 60 verschiedene Mineralien finden sich im Silberberg. Bei der Darstellung der Arbeit unter Tage fühlen Sie sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Ein unterirdischer See und das Silberberg-Museum, das die Bodenmaiser Bergwerksgeschichte seit 1311 zeigt, runden Ihren Besuch ab.

Auf der Winterrodelbahn gilt: ab Weihnachten Snowfun

Winterrodeln

Schlittern / Rodeln Sie durch die verschneite Winterlandschaft des Bayerischen Waldes – ein atemberaubendes Vergnügen für jung und alt.

Die Schneesicherheit der Silberberg-Winterrodelbahn ist gewährleistet durch angemessene Beschneiung.

Die Rodel können Sie sich an der Talstation ausleihen. Per Bergbahn geht es rasch an den Start einer eindrucksvollen Abfahrt.

Mit der Silberbergbahn auf den Gipfel

Die Bergbahn bringt Sie im überdachten Sessellift bequem und sicher zur Bergstation. Von dort aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Gipfel. Auf 955 Meter öffnet sich Ihnen eine atemberaubende Sicht auf die Täler und Bergkämme des Waldgebirges. Sie erblicken den Großen Arber – mit 1456 Meter der höchste Berg des Bayerischen Waldes – und den Heilklimatischen Kurort Bodenmais.

Kinder lieben Bodenmais

Urlaub in Bodenmais lässt Kinderherzen höher schlagen: Durch endlose Wälder streifen, Tiere in ursprünglicher Natur beobachten, unter geheimnisvollen Riesen des Waldes zelten, am Lagerfeuer Brot am Stecken backen! Dies und noch viel mehr, wie etwa den Schatz im Silberberg suchen, Kugeln in der Glashütte blasen, Gold im Bach waschen, im neu errichteten Silberbergbad plantschen,das und mehr könnt Ihr in Bodenmais erleben. Zu allen Ferienzeiten gibt es in Bodenmais den „ÄKTSCHN – Club“ für Kinder von vier bis 14 Jahren! Die kleinen Gäste dürfen sich auf spannende Abenteuer freuen!

Wichtiger Fluss in Bayern: Die Isar

Isar Landshut

Die 295 km lange Isar ist ein Fluss in Tirol (Österreich) und Bayern (Deutschland).

Sie entspringt im Tiroler Teil des Karwendels im Hinterautal, fließt bei der deutschen Grenze durch Scharnitz und Mittenwald, im Isarwinkel durch Lenggries und Gaißach. Im Mittellauf durch die Städte Bad Tölz, Geretsried, München,Freising und Moosburg. Der Unterlauf fließt durch Landshut, Dingolfing, Landau an der Isar sowie Plattling. Gegenüber von Deggendorf mündet die Isar in die Donau. Die frühere Ausprägung als typischer Gebirgs- und Voralpenfluss mit breitem, sich ständig verlagerndem Flussbett, ausgedehnten Schotterbänken und verzweigten Flussarmen weist sie nur noch in einzelnen Bereichen des Oberlaufs auf. Nach der Donau, dem Inn und dem Main ist die Isar der viertgrößte Fluss Bayerns.

Der wichtigste Nebenfluss ist die in Moosburg zufließende Amper, gefolgt von der in Wolfratshausen mündenden Loisach.

Nach derzeitigem Forschungsstand ist der Name des Flusses auf die hypothetische indogermanische Wurzel *es oder *ismit der Bedeutung „(fließendes) Wasser“ zurückzuführen, die sich in heutigen Sprachen auf den festen Aggregatzustand des Wassers („Eis“) verengt hat.

isar-landshut-martinskirche
aktuelles Bild: Fluss Isar an der Mühleninsel in Landshut, Niederbayern (Foto: Mike Hutner)

 

Steckbrief der Isar

Daten
Gewässerkennzahl DE: 16
Lage Tirol (Österreich) und Bayern
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Quelle Karwendel
Quellhöhe 1160 m ü. A.
Mündung Südlich von Deggendorf in die Donau
Mündungshöhe 310 Meter ber NormalNull
Höhenunterschied 850 Meter
Länge 295 km
Einzugsgebiet 8370 km²
Abfluss am Pegel Plattling
AEo: 8435 km²
Lage: 9,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (22.09.1947)
MNQ 1926/2006
MQ 1926/2006
Mq 1926/2006
MHQ 1926/2006
HHQ (11.07.1954)
60,3 m³/s
95,3 m³/s
175 m³/s
20,7 l/(s km²)
557 m³/s
1360 m³/s
Linke Nebenflüsse Loisach, Moosach, Amper
Rechte Nebenflüsse Walchen, Sempt
Durchflossene Stauseen acht
Großstädte München
Mittelstädte Freising, Landshut
Kleinstädte Bad Tölz, Moosburg an der Isar, Dingolfing, Landau an der Isar, Plattling

Geografie

Die Isar entwässert einen großen Teil der Bayerischen Alpen sowie Teile des Karwendels nach Norden zur Donau und damit letztlich zum Schwarzen Meer hin. Insgesamt umfasst das Einzugsgebiet etwa 9000 Quadratkilometer. Da der Niederschlag im Winter vor allem in den Alpen zumeist als Schnee fällt, führt die Isar während der Schneeschmelze im Frühsommer besonders viel Wasser. Mit einem mittleren Abfluss von rund 200 Kubikmetern pro Sekunde ist sie mit mittelgroßen deutschen Flüssen wie der Mosel und dem Main vergleichbar.

Quellflüsse

Die offiziell als Isar-Ursprung bezeichneten Quellen bzw. Bäche befinden sich im Hinterautal zwischen den beiden mittleren Karwendelketten, der Gleirsch-Halltal-Kette im Süden und der Hinterautal-Vomper-Kette im Norden, auf 1160 m ü. A.. Der Lafatscherbach entspringt als längster Quellbach der Isar etwa fünf Kilometer südöstlich beim Hallerangerhaus im Gemeindegebiet von Absam. Die Quelle des Lafatscherbachs wird daher ebenfalls als Isarquelle bezeichnet.

Verlauf und Nebenflüsse

Innerhalb des Karwendelgebirges fließt die Isar nach Westen. Am Westrand erreicht sie den Ort Scharnitz, wendet sich nach Norden und passiert sogleich die Talenge der Scharnitzer Klause und hier auch die österreichisch-deutsche Grenze. Am südlichen Ortsrand von Mittenwald mündet von Westen (Südseite des Wettersteingebirges) die Leutascher Ache, fast ebenso lang wie der Lauf der Isar bis zu dieser Stelle. Zwischen Mittenwald und Krün wird die Isar am Stauwehr Krün erstmals gestaut. Ihr Wasser wird hier größtenteils abgezweigt und durch die Isarüberleitung in den Walchensee zur dortigen Stromerzeugung abgeleitet. Bei Wallgau wendet sich der Flusslauf nach Osten in den Isarwinkel und erhält dort bedeutende Zuflüsse aus dem Karwendel, den 27 km langen Rißbach und die Dürrach, dann noch denWalchen, der als Ache natürlicher Abfluss des Achensees ist und zusammen mit diesem die östliche Begrenzung des Karwendelgebietes bildet. Dürrach und Walchen erreichen den Fluss heutzutage im Sylvensteinspeicher, 1955 bis 1959 zum Zweck von Hochwasserschutz undEnergiegewinnung angelegt. Von hier fließt die Isar in nördlicher Richtung durch die Bayerischen Voralpen und ab Bad Tölz durch die würmzeitliche Moränenlandschaft des Alpenvorlandes bis in die Münchner Schotterebene. Zwischen Sylvensteinsee und Lenggries erreicht von links die Jachen, inGaißach von rechts die Große Gaißach die Isar, der natürliche Abfluss des Walchensees, dessen Wasser allerdings heute zu annähernd 100 % durch das Walchenseekraftwerk in den Kochelsee gelangt und damit in die Loisach. Diese fließt von Lermoos in Tirol entlang der Nordseite des Wettersteingebirges nach Garmisch, dann durch den Kochelsee und mündet schließlich bei Wolfratshausen in die Isar. In München wird wieder Wasser von der Isar abgezweigt, in den Mittleren-Isar-Kanal. Er führt rechts der Isar durchs Erdinger Moos und treibt sieben Wasserkraftwerke, bevor er hinter Moosburg wieder in die Isar mündet. Bei Freising erreicht die Isar den Nordrand der Schotterebene und fließt vor diesem nach Osten. Hier führt ihr die Dorfen Wasser aus dem Erdinger Moos zu. Nahe der Nordoststrecke der Ebene mündet vor Moosburg von rechts die Sempt. Hinter Moosburg mündet von links der größte Nebenfluss, die Amper, die als Ammer nahe der österreichischen Grenze südwestlich von Schloss Linderhofentspringt und erst nach Durchfließen des Ammersees den Namen Amper führt. Von Moosburg fließt die Isar in einem Urstromtal durch das von derTertiärzeit geprägte Unterbayerische Hügelland nordostwärts zum Donautal. Nach insgesamt 295 Flusskilometern, davon 263 km in Deutschland, mündet sie südöstlich von Deggendorf in der Gemeinde Moos in die Donau. Die Flussmündung liegt auf 312 Metern über Normalnull; damit hat die Isar von ihren Quellen bis zur Mündung in die Donau ein Gesamtgefälle von rund 848 Meter

Inseln

Die meisten kleinen Inseln und Kiesbänke der Isar werden durch die jährlichen Hochwasser immer wieder in Umfang und Form verändert. Einige Inseln im unmittelbaren Bereich von größeren Städten wurden im 19. Jahrhundert verbaut und so gegen Abtrag gesichert: die Museumsinsel und die Praterinsel in München sowie die Hammerinsel, die Mühleninsel und das Mitterwöhr in Landshut.

Geschichte

Isar-Muenchen-Bruecke
Bild: Im Jahr 1899 Hochwasser-Flaucherbrücke (Fluss Isar in München)

Die Isar wurde vermutlich schon seit vorgeschichtlicher Zeit als Handelsweg genutzt, um Waren aus dem Bereich der Alpen und aus Italienmit Hilfe von Flößen zur Donau zu transportieren. Eine schon bestehende Handelsstraße aus dem Inntal über den Seefelder Sattel ins nördliche Alpenvorland wurde von den Römern ab 195 n. Chr. zur Via Raetia ausgebaut. Die Isarstadt Mittenwald konnte sich so von einem römischen Posten zu einem wichtigen Umschlagsplatz für Handelswaren im Werdenfelser Land entwickeln.

Brücken über die Isar sind erst seit dem Mittelalter nachgewiesen. Die Städte München und Landshut wurden im Mittelalter im Zusammenhang mit Brückenbauten über die Isar gegründet, dabei ging es immer auch um Lenkung von Handelswegen und damit die Erringung von Macht und wirtschaftlichem Einfluss. Der weitere Ausbau der Städte erzeugte eine stete Nachfrage nach Holz und Kalk, die zu einem Aufschwung der Flößerei vor allem im Oberland führte. Seit dem 17. Jahrhundert wurden auch Waren wie Südfrüchte, Gewürze, Baumwolle und Seide vom Venezianischen Markt in Mittenwald über die Isar bis nach Wien und Budapest transportiert. Auf dem Höhepunkt der Flößerei im 19. Jahrhundert landeten in München über 8000 Flöße pro Jahr an.

Seit dem Mittelalter wurden unter anderem Wassermühlen durch die Wasserkraft der Isar angetrieben. Sie brauchten einen gleichmäßigen Wasserstand, deshalb wurde in München und in Niederbayern (Klötzlmühlbach und Längenmühlbach) Wasser aus dem Fluss in kleinere Mühlkanäle abgeleitet. Die Kanäle in München dienten als Stadtbäche zugleich der Versorgung der Bevölkerung mit Brauchwasser und speisten die Gräben vor den mittelalterlichen Stadtmauern.

Am Unterlauf der Isar zwischen Moosburg und Plattling wurde vor allem im 16. und 17. Jahrhundert Gold aus den Flussablagerungen gewaschen. Davon zeugen noch Ortsnamen wie Golding (Gemeinde Gottfrieding) und Goldern (Gemeinde Niederaichbach). Die so gewonnenen Mengen an Edelmetall waren jedoch gering und wirtschaftlich nicht von großer Bedeutung.

Während der jährlichen Hochwasser kam es immer wieder zu Überschwemmungen und Unglücksfällen in den anliegenden Städten und Gemeinden. So stürzte 1813 in München ein Vorgängerbau der heutigen Ludwigsbrücke ein und brachte so über 100 auf der Brücke stehenden Schaulustigen den Tod; beim Hochwasser 1899 stürzten ebenfalls in München die Luitpoldbrücke und die Max-Joseph-Brücke ein. Seit 1806, in Niederbayern seit etwa 1900, begann man, die Ufer zu befestigen und den Fluss zu kanalisieren, damit dieser sich tiefer in sein Bett eingrub und danach seltener übers Ufer trat. Weitere umfangreiche, regulierende Maßnahmen wurden seit den 1920er Jahren durchgeführt, um aus Wasserkraft elektrische Energie zu erzeugen. Zudem wurde in den 1950er Jahren am Oberlauf der Isar der Sylvensteinspeicher gebaut, der außer ein Kraftwerk anzutreiben auch noch gefährliche Hochwasserspitzen zurückhält. Weitere Wasserkraftwerke mit Staustufen entstanden bis in die 1980er Jahre, etwa 1984 das Wasserkraftwerk Landau.

Toll: In jüngster Zeit erst versucht ḿan, durch verschiedene Maßnahmen der Isar zumindest in Teilbereichen ihren ursprünglichen Wildflusscharakter zurückzugeben, etwa durch den Isar-Plan in München und die Renaturierung der Isarufer bei Landau.

Die Farbe der Isar ist grün. Dies lässt sich auf die Mineralien zurückführen, die der Fluss mit sich bringt. Weil der Anteil an Feinstsedimenten sehr gering ist, wie in Schnee oderGletschereis, wird das Sonnenlicht gefiltert und abgespiegelt, was die Isar nahe der Quelle bläulich erscheinen lässt. Bei Zunahme der aufgelösten Mineralstoffen, bei denen es sich in der Isar häufig um Kalkgesteine handelt, verwandelt sich die Färbung von den Alpen bis zur Mündung ins Grünliche.

Entlang der Isar wurden eine Reihe von Natur-, Landschafts- sowie für einzelne Kiesbänke auch Vogelschutzgebiete ausgewiesen, beispielsweise das Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“ nordöstlich von Moosburg. Dieses Naturschutzgebiet ist eine bedeutende Raststätte für durchziehende Wasservögel. Über 260 verschiedene Vogelarten wurden bislang nachgewiesen, darunter auch gefährdete Arten wie die Flussseeschwalbe und das Blaukehlchen. Das Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Hangenham und Moosburg befindet sich nordöstlich von Freising, im Mündungsgebiet der Moosach und einiger Bachläufe. Das Landschaftsschutzgebiet „Untere Isar“ und das Naturschutzgebiet „Isarmündung“ umfassen die Auenlandschaft im Isarmündungsgebiet.

Um die Schönheit des Isartales zu erhalten, gründete Gabriel von Seidl bereits 1902 den Isartalverein. Um dieses Ziel zu erreichen, kaufte die erste Münchner Bürgerinitiative über 90 Hektar Land und betreut heute insgesamt über 330 Kilometer Wander- und Radwege.

Fauna und Flora

Der Bestand von Fauna und Flora hängt direkt mit der Gestaltung der Flusslandschaft zusammen, auf die der Mensch seit dem 19. Jahrhundert starken Einfluss nimmt. Durch Aufstauungen an zahlreichen Wehren wurde die Fließgeschwindigkeit stark herabgesetzt, was auch zur Erhöhung der Wassertemperatur führte. Fischarten, die sauerstoffreiches und kühleres Wasser als Lebensraum benötigen, wurden durch Arten aus dem Stillwasserbereich verdrängt. Durch die verringerte Fließgeschwindigkeit werden auch die Kiesbänke nur noch selten umgeschichtet, so dass diese zuwachsen. Vogelarten, die offene Kiesflächen als Brutplatz benötigen, finden hier keinen Lebensraum mehr.

Aesche Fisch Isar Muenchen
Bild: Äsche in der Isar

Durch verschiedene Maßnahmen wie die Ausweisung von Naturschutzgebieten, das Einrichten von verbesserten Fischpässen an Stauwehren oder das Erhöhen der Restwassermenge werden neue Rahmenbedingungen geschaffen, um die Lebensbedingungen für viele zum Teil seltene Tiere und Pflanzen zu verbessern. Neuere Untersuchungen an der Ammer (Amper) belegen allerdings auch, dass der Rückgang des Äschenbestandes mit der ansteigenden Population der Gänsesäger zusammenhängt. Dieser als gefährdet eingestufte Entenvogel hat sich auf die Jagd nach kleinen Fischen spezialisiert. An diesem Beispiel zeigt sich, wie schwierig es ist, ein ursprünglich vorhandenes ökologisches Gleichgewicht wiederherzustellen, wenn dieses erst einmal nachhaltig gestört wurde. Ein vergleichbarer Zusammenhang zwischen den geschützten Kormoranen und den Fischbeständen führt immer wieder zu Diskussionen zwischen Fischereivereinen und Vogelschützern.

1976 wurde der Biber im Isardelta wieder angesiedelt. Von dort aus breiteten die Tiere sich flussaufwärts aus. Ein Exemplar lebte sogar jahrelang mitten in München unmittelbar am Deutschen Museum. Auch nach dem August-Hochwasser 2005 konnte man frische Biberbissspuren an Bäumen in Isarnähe sehen.

Ein Teil der typischen Isarfische ist in seinem Bestand bedroht, wie zum Beispiel der Huchen oder der Wels. Neben diesen Arten kommen in der Isar vor allem Forellen und Barsche vor sowie Koppe, Hecht, Nerfling, Rotauge, Rotfeder, Rutte, Schleie, Barbe und Zander. Als einer der bedeutendsten Nebenflüsse der Donau lassen sich im unteren Flussbereich der Isar typische Fischarten der Donau nachweisen, so beispielsweise das Donaubachneunauge oder der Sterlet. Die Verbreitung des Donaubachneunauges in Deutschland ist unter Wissenschaftlern allerdings umstritten; möglicherweise handelt es sich hier um eine Verwechslung mit dem Ukrainischen Bachneunauge. Insgesamt sind etwa 50 einheimische Fischarten bekannt. Von der Quelle bis zur Mündung lässt sich die Isar in drei Flussregionen aufteilen: die Forellenregion von der Quelle bis Lenggries, die Äschenregion von Lenggries bis Moosburg und die Barbenregion von Moosburg bis zur Mündung.

Neben verbreiteten Vögeln wie Möwen, Schwänen oder Stockenten bietet die Isar auch anderen, weniger häufig vorkommenden Arten einen Lebensraum. So lassen sich Wasseramseln, Eisvogel, Graureiher oder auch Flussregenpfeifer beobachten. Selten geworden sind die Fluss-Seeschwalbe und der Flussuferläufer; sie gelten als gefährdet. Ihre Nester liegen sehr gut getarnt inmitten des Gerölls der Kiesbänke und werden von Erholungssuchenden, die trotz Verbots die Kiesflächen (ausgewiesene Vogelschutzgebiete) betreten, meist nicht wahrgenommen. So werden die dort brütenden Vögel besonders während der Brutzeit massiv und nachhaltig gestört. Die als Vogelschutzgebiet gekennzeichneten Bereiche dürfen jeweils in dem Zeitraum vom 15. März bis zum 10. August nicht betreten werden.

Vor allem im Ufer- und Böschungsbereich, aber auch auf den Kiesbänken kommen neben Erdkröten und Zauneidechsen auchBlindschleichen vor. Die Schlangen sind durch die Kreuzotter sowie durch die Ringel- und die Schlingnatter vertreten.

Besonders im oberen, aber teilweise auch im mittleren Flussabschnitt entstehen durch Erosion und Sedimentation immer wieder neue Flussaufschüttungen. Diese noch offenen Schotterflächen werden zuerst von Pionierpflanzen besiedelt, welche mit den schwierigen Bedingungen dort gut zurechtkommen; dazu gehören das Alpen-Leinkraut, das gelbblütige Habichtskraut und die Deutsche Tamariske. Wird die Kiesbank nicht von Hochwasser wieder abgetragen, siedeln sich nach einigen Jahren auch Weiße Silberwurz, Wacholder und schließlich auch verschiedene Weidenarten an. Bei einer weiteren Entwicklung entstehen so nach und nach lichte Kiefernwälder.

Wirtschaft

Die Isar hat keine Bedeutung für die Binnenschifffahrt und somit für den Transportverkehr, da der Fluss über seinen gesamten Verlauf nicht schiffbar ist. Früher wurden auf der Isar Holz und andere Güter in beträchtlichen Mengen von Mittenwald über München bis an die Donau geflößt. Seit dem Aufkommen von Eisenbahn und Kraftfahrzeugen wird dieser Transportweg so gut wie nicht mehr genutzt. Parallel zum Fluss entstand die Isartalbahn. Erhebliche wirtschaftliche Bedeutung erlangt der Fluss durch seine Wasserkraft, die zur Stromerzeugung unter anderem durch die Isar-Amper-Werke genutzt wird. Der Umfang der so erzeugten Energie erreicht allerdings nicht einmal mehr ein Prozent des heutigen Strombedarfes in Bayern. Durch die Kühlung des Kernkraftwerks Isar trägt die Isar jedoch indirekt zur Energieerzeugung im großen Umfang bei; als noch beide Kernkraftwerksblöcke in Betrieb waren, deckten sie etwa 40 Prozent des bayerischen Strombedarfs.

Energie

Energie durch Wasserkraft der ISar
Saubere Energie gewinnen durch Wasser der Isar

Wasserkraftwerke benötigen einen gleichmäßig hohen Wasserstand, damit die Energieerzeugung in niederschlagsarmen Monaten nicht zum Erliegen kommt. Dies wurde durch den Bau von mehreren Kanälen sichergestellt, die den Verlauf der Isar begleiten und den größeren Anteil des Flusswassers mit sich führen. Südlich von München versorgt der Mühltalkanal das Wasserkraftwerk Mühltal mit Wasser. Im Stadtgebiet von München liegen am Isar-Werkkanal drei zwischen 1900 und 1930 erbaute Kraftwerke (Isarwerke 1–3) der Stadtwerke München sowie zwei Kraftwerke von E.ON. Aus dem Werkkanal wird bei der Marienklause das Wasser für den Auer Mühlbach ausgeleitet, an dem drei weitere, kleinere Wasserkraftwerke liegen. Am Stauwehr Oberföhring am Nordrand von München zweigt der Mittlere-Isar-Kanal RichtungErding ab und fließt erst nach über 60 Kilometern wieder zurück ins Flussbett. Ein Kraftwerk am Stauwehr mit einer Leistung von einemMegawatt nutzt das in der Isar verbleibende Wasser. Die Kraftwerke entlang der Isar erzeugen im Durchschnitt etwa 2 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie im Jahr.

Auch der Sylvensteinsee, der 1956 als Hochwasserschutz südlich von Bad Tölz fertiggestellt wurde, wird zur Energiegewinnung genutzt. Der Stausee ist in der Lage, maximal 124 Millionen Kubikmeter Wasser zwischenzuspeichern.

Das Kernkraftwerk Isar östlich von Landshut nutzt das Wasser der Isar zur Kühlung. Durch die Kühlung des Reaktors von Isar II verdunsten 800 Liter Flusswasser pro Sekunde im Kühlturm; die markante Wasserdampffahne ist oft über 100 km hinweg aus den Bayerischen Alpen zu sehen. Bei der Kühlung des 2011 stillgelegten Siedewasserreaktors von Isar I ging i. d. R. kein Wasser für den Fluss verloren, da es um drei Grad Celsius erwärmt wieder in das Flussbett zurückgeleitet wurde.[10] Aus diesem Grund wurde die vorhandene Zellenkühleranlage erweitert und 2009 in Betrieb genommen.

Tourismus

Neben der bayerischen Landeshauptstadt und einer Reihe weiterer sehenswerter Städte entlang der Isar sind zahlreiche Isarlandschaften und Naturschutzgebiete von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel der Isarwinkel oder die Pupplinger Au südlich von München. Über weite Strecken wird der Fluss von Radwanderwegen gesäumt, die eine Radwanderung von den Alpen bis zur Donau ermöglichen.

Isarflossfahrt
Bild: Riesenspass Flossfahrt auf der Isar

Seit einigen Jahrzehnten erlebt auch die Flößerei eine Renaissance im touristischen Sektor. Jährlich fahren in den Sommermonaten bis zu 50.000 Touristen auf großen, bis zu 20 Tonnen schweren Flößen von Wolfratshausen über eine Strecke von 25 Kilometern bis zum Floßkanal in München-Thalkirchen. Die Wehre der Kraftwerke werden dabei durch Schleusenrutschen überwunden.

Die Rutsche im Mühltal südlich von Kloster Schäftlarn überwindet auf einer Länge von 360 Metern rund 18 Höhenmeter und gilt damit als die längste Floßgasse der Welt. Die mit Musikkapelle, Tischen und Bänken, Bewirtungsmöglichkeit mit Bier und Brotzeit und auch einer Bordtoilette ausgestatteten Flöße werden nach der Ankunft am Zielort in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, auf Lkw flussaufwärts gebracht und dort für die nächste Fahrt wieder zusammengesetzt.

Das Befahren der Isar mit Kanus oder ähnlich kleinen und wendigen Booten ist über Teilstrecken problemlos möglich. Bei hoher Wasserführung kann unter anderem an der Wittelsbacher Brücke in München auch von Wellenreitern oder Kanuten gesurft werden.

An einigen Stellen entlang der Isar wird nackt gebadet, so beispielsweise nördlich von Wolfratshausen im Bereich der Pupplinger Au. Im südlichen Stadtgebiet von München sind sogar FKK-Gelände offiziell ausgewiesen. Viele Münchner lassen sich allerdings – unabhängig von offiziellen Ausweisungen – auch im inneren Stadtbereich nackt am Ufer oder auf den Kiesinseln von der Sonne bräunen.

Die Isar begleitet der Isar-Radweg, ein relativ einfach zu fahrender Radweg, von Mittenwald über Landshut bis Plattling.

Heidelberg – Stadt der Romantik

Wappen Stadt Heidelberg

Heidelberg  ist eine Großstadt in Baden-Württemberg im Südwesten Deutschlands, unweit der Mündung des Neckars in den Rhein. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist bekannt für ihre malerische Altstadt mit der Schlossruine sowie für ihre renommierte Universität, die älteste Hochschule auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Sie zieht Wissenschaftler und Besucher aus aller Welt an.

Mit über 150.000 Einwohnern ist Heidelberg die fünftgrößte Stadt des Bundeslandes. Sie ist Stadtkreis und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises. Das dicht besiedelte Gebiet, in dem Heidelberg gemeinsam mit Mannheim und Ludwigshafen liegt, wird als Metropolregion Rhein-Neckar bezeichnet.

Heidelberg Stadtblick
Bild: Heidelberg Stadtansicht

Lage

Heidelberg liegt zum Teil in der Oberrheinischen Tiefebene überwiegend am linken Ufer des unteren Neckars vor dessen Ausfluss aus dem Odenwald in einer länglich, flussaufwärts sich zuspitzenden Talsohle, umgrenzt von Königstuhl (568 m) und Gaisberg (375 m). Der Neckar fließt hier von Ost nach West. Am rechten Neckarufer erhebt sich der Heiligenberg (445 m).

Flora

Da Heidelberg in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt, gedeihen hier für mitteleuropäische Verhältnisse einige Besonderheiten, wie etwa – im Freiland gärtnerisch gepflanzt – Mandel- und Feigenbäume oder auch Ölbäume. Den „Balkon“ der Stadt bildet mit vielen exotischen Gewächsen der Philosophenweg gegenüber der Altstadt. Dort wurde im Jahr 2000 auch wieder erfolgreich mit dem Weinanbau begonnen.

Klima

Das Klima in der Region in der geschützten Lage zwischen Pfälzerwald und Odenwald ist ganzjährig mild und wird zu 65 Prozent durch die Zufuhr von maritimen Luftmassen aus westlichen Richtungen bestimmt. Im Vergleich zur nahen Rheinebene bewirkt die Lage Heidelbergs am Ausgang des Neckartals eine überdurchschnittliche Häufigkeit von Ostwinden. Die Hänge des Odenwalds begünstigen Wolkenbildung und Niederschläge. Die DWD-Klimastation in Heidelberg maß zwischen 1971 und 2000 eine Durchschnittstemperatur von 11,1 °C und eine Niederschlagsmenge von 745 mm pro Jahr. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 20,1 °C, der kälteste der Januar mit 2,5 °C. Temperaturen über 30 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. Die meisten Niederschläge fallen im Juli, und der trockenste Monat ist der Februar. Mit 12,2 Grad Celsius im Jahresmittel 2011 war Heidelberg der wärmste Ort Deutschlands.

Heidelberg
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
66
4
-1
52
5
-1
45
11
3
61
16
6
73
20
10
90
23
13
87
25
15
90
24
15
65
21
12
62
15
7
60
9
4
55
5
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Heidelberg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,6 5,3 10,9 15,6 20,4 23,4 25,1 24,4 20,8 14,5 8,5 4,5 Ø 14,8
Min. Temperatur (°C) −1,4 −0,8 2,6 6,1 9,9 12,9 14,8 14,8 11,6 7,2 3,6 0,0 Ø 6,8
Niederschlag (mm) 66 52 45 61 73 90 87 90 65 62 60 55 Σ 806
Sonnenstunden (h/d) 1,2 2,3 3,5 5,0 6,1 6,8 7,3 6,6 5,2 3,3 1,5 1,3 Ø 4,2
Regentage (d) 19 15 13 15 14 14 15 14 13 13 14 15 Σ 174
Luftfeuchtigkeit (%) 80 77 67 63 64 68 68 71 74 79 80 83 Ø 72,8
Quelle: wetterkontor.de

Geschichte

Die Stadt Heidelberg wurde im 12. Jahrhundert gegründet; ihre Geschichte reicht aber bis in keltische und römische Zeiten zurück. Vom 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1720 war Heidelberg Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein und Hauptstadt der Kurpfalz.

Vorgeschichte

Nahe bei Heidelberg, in der Gemeinde Mauer, fand man 1907 in einer Sandgrube den Unterkiefer eines Urmenschen (Unterkiefer von Mauer), einen der ältesten Funde der Gattung Homo in Europa überhaupt. Von dieser ausgestorbenen Hominiden-Art Homo heidelbergensis (Heidelbergmensch) stammt der Neandertaler ab.

Kelten

Ab etwa 500 v. Chr. gründeten die Kelten auf dem Heiligenberg eine größere befestigte Siedlung. Deren doppelter Ringwall, zum Schutz gegen die vordringenden Germanen angelegt, ist noch zu erkennen. 200 Jahre später wurde diese Anlage aus ungeklärten Gründen wieder aufgegeben.

Römer

Das römerzeitliche Heidelberg bestand vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. Um 70 n. Chr. gründeten die Römer ein Lager im heutigen Neuenheim, das um 90 durch zwei steinerne Kastelle ersetzt wurde. Über den Neckar führte zunächst eine hölzerne Brücke, ab ca. 200 eine Steinpfeilerbrücke. Auf dem Gipfel des Heiligenbergs entstand ein Merkurtempel, auch der Mithras-Kult war in Heidelberg verbreitet. Der Hauptort der Region war in römischer Zeit das benachbarte Lopodunum (heute Ladenburg), aber auch um das Militärlager in Heidelberg (dessen lateinischer Name unbekannt ist) entwickelte sich ein florierendes Töpfereizentrum.

Nach 260 mussten sich die Römer vor dem Germanenstamm der Alamannen, der den Limes durchbrochen und in römisches Territorium eingefallen war, an den Rhein zurückziehen. Der Sieg des Merowingerkönigs Chlodwig I. über die Alamannen im Jahr 506 machte Heidelberg schließlich zu einem Teil des Frankenreichs, zugleich wurde das Gebiet christianisiert.

Mittelalter

870 wurde auf dem Gipfel des Heiligenbergs an Stelle des alten Merkurtempels das Michaelskloster als Filialkloster des Klosters Lorsch, das zu jener Zeit mit dem Bistum Worms um die Vorherrschaft in der Region rang, gegründet. Später folgten eine weitere Filiale, das Stephanskloster, und das Stift Neuburg.

Die älteste schriftliche Erwähnung Heidelbergs stammt aus dem Jahr 1196. Es ist aber davon auszugehen, dass der Ort bereits im Laufe des 12. Jahrhunderts entstanden war. Zu jener Zeit war Heidelberg im Besitz des Bistums Worms und bestand aus der Oberen Burg auf der Molkenkur am Hang des Königsstuhls und einem Burgweiler im Bereich der Peterskirche am Fuße des Berges. Viele der heutigen Stadtteile Heidelbergs gehen auf Dörfer zurück, die schon zur Frankenzeit im 6. Jahrhundert entstanden waren. Einige von ihnen wurden im Lorscher Kodex erstmals urkundlich erwähnt, Neuenheim und Handschuhsheim etwa im Jahr 765.

Der Vorgängerbau des Heidelberger Schlosses wurde im 13. Jahrhundert auf dem Jettenbühl errichtet. Wohl zur gleichen Zeit wurde die Stadt im Bereich zwischen Königstuhl und Neckar planmäßig mit einem rechtwinkligen Grundriss und dem Marktplatz im Zentrum angelegt. Diese Stadtanlage nahm den östlichen Teil der heutigen Altstadt bis zur Grabengasse ein. Sie war von einer Stadtmauer umgeben, über den Neckar führte eine Brücke.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte 1156 seinen Halbbruder Konrad den Staufer zum Pfalzgrafen bei Rhein ernannt. Die Pfalzgrafschaft wurde von der Dynastie der Wittelsbacher regiert und entwickelte sich zu einem größeren Territorialgebilde innerhalb des Heiligen Römischen Reichs. Im Jahr 1225 erhielt der Pfalzgraf bei Rhein das vormals Wormser Heidelberg als Lehen. In der Goldenen Bulle wurde 1356 den Pfalzgrafen bei Rhein die Kurwürde verliehen. Von da an waren sie als Kurfürsten von der Pfalz bekannt, ihr Herrschaftsgebiet wurde als Kurpfalz bezeichnet. Anfangs hatten die Pfalzgrafen keine feste Residenz, sondern hielten sich an verschiedenen Orten ihres Herrschaftsbereichs auf. Schon im 13. Jahrhundert hatte Heidelberg den Charakter einer Residenzstadt entwickelt. Als im 14. Jahrhundert die Reiseherrschaft aufgegeben wurde, konnte sich die Stadt gegen Neustadt an der Haardt durchsetzen und wurde zur Hauptstadt der Kurpfalz.

Im Jahr 1386 gründete Ruprecht I. die Universität Heidelberg als dritte Hochschule im Heiligen Römischen Reich (nach Prag und Wien). Sie ist die älteste Universität in Deutschland. 1392 wurde Heidelberg umfangreich erweitert, das Stadtgebiet nahezu verdoppelt und entsprach der heutigen Altstadt. Von der Herrschaft Ruprechts III., der im Jahr 1400 zum römisch-deutschen König gewählt wurde, profitierte Heidelberg durch den Bau der Heiliggeistkirche. Seine Nachfolger machten die Universität Heidelberg gegen Ende des 15. Jahrhunderts zu einer Hochburg des frühen Humanismus.

Neuzeit

Stadtansicht Heidelberg 1570
Bild: Heidelberg um 1570 – bitte Klicken –

Martin Luthers reformatorische Ideen hatten sich schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Südwestdeutschland verbreitet. Unter Kurfürst Ottheinrich (1556–1559) wurde in der Kurpfalz schließlich die Reformation eingeführt. Nach dem Übergang zum Calvinismus zog Heidelberg Studenten und Wissenschaftler aus ganz Westeuropa an und galt nach Leiden als drittes Genf. So erschien 1563 in Heidelberg der Heidelberger Katechismus und 1572 die erste deutsche Gesamtübersetzung der Institutio Christianae Religionis, des Hauptwerks von Johannes Calvin. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde in Heidelberg eine Vielzahl prächtiger Renaissancebauten errichtet, die – abgesehen vom Haus zum Ritter – im Pfälzer Erbfolgekrieg allesamt zerstört wurden. Auch das Schloss wurde damals wesentlich erweitert und von der mittelalterlichen Burg zu einer neuzeitlichen Residenz umgestaltet.

Um seiner Gattin, der englischen Königstochter Elisabeth Stuart, ein standesgemäßes Hofleben bieten zu können, ließ Kurfürst Friedrich V. (1610–1623) das Heidelberger Schloss durch den Bau des Hortus Palatinus umgestalten. Auf politischem Terrain war Friedrich als Führer der Protestantischen Union in die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs verwickelt, als er sich 1619 zum böhmischen König wählen ließ. Er konnte sich aber nicht gegen den katholischen Kaiser durchsetzen und wurde 1620 in der Schlacht am Weißen Berge geschlagen. Wegen seiner kurzen Herrschaft ging er als Winterkönig in die Geschichte ein. Im Jahr 1622 eroberte Tilly als Heerführer der Katholischen Liga Heidelberg. Die Stadt blieb, wie die ganze rechtsrheinische Kurpfalz, bis zu den Friedensschlüssen von Münster und Osnabrück bayerisch besetzt (während die linksrheinische Kurpfalz spanisch wurde). Während dieser Zeit schenkte Herzog Maximilian I. von Bayern die Bibliotheca Palatina Papst Gregor XV. Sie wird seitdem in der Bibliotheca Vaticana verwahrt (und hat auf diese Weise die Zerstörung Heidelbergs durch Ludwig XIV. im Pfälzischen Erbfolgekrieg sicher überdauert). Heidelberg wurde vom Krieg schwer getroffen, die Bevölkerung litt große Not. Im Westfälischen Frieden, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete, wurde die Kurpfalz wiederhergestellt, sie verlor aber viel von ihrem politischen Gewicht.

Als Kurfürst Karl II. 1685 kinderlos verstarb, erlosch die Linie Pfalz-Simmern des Hauses Wittelsbach und die Kurfürstenwürde ging auf die katholische Nebenlinie Pfalz-Neuburg über. Aus den Erbansprüchen, die der französische König Ludwig XIV. nun mit Verweis auf seine Schwägerin Elisabeth Charlotte (besser bekannt als Liselotte von der Pfalz) erhob, resultierte der Pfälzische Erbfolgekrieg. Im Verlaufe dieses Krieges wurde Heidelberg zweimal, 1688 und 1693, von französischen Truppen eingenommen und dabei komplett verwüstet. Nachdem der Erbfolgekrieg 1697 beendet war, baute man das zerstörte Heidelberg im Stil des Barock auf mittelalterlichem Grundriss wieder auf. Die nunmehr katholischen Kurfürsten siedelten in der Stadt Jesuiten an.

Heidelberger Schloss
Bild: Das Schloss Heidelberg im Jahre 1815, gemalt von Carl Philipp Fohr

Das Heidelberger Schloss war nach der Zerstörung durch die Franzosen unbewohnbar, entsprach aber ohnehin nicht mehr dem barocken Zeitgeschmack, der großzügige Schlossanlagen nach dem Vorbild von Versailles bevorzugte. Pläne, eine solche Residenz in der Ebene im Bereich des heutigen Stadtteils Bergheim zu bauen, scheiterten am Widerstand der Heidelberger Bürgerschaft, und so entschloss sich Karl III. Philipp 1720 nach einem Streit mit den Heidelberger Protestanten, seine Residenz nach Mannheim zu verlegen. In der Quadratestadt, die dem barocken Zeitgeist und dem Repräsentationsinteresse des Kurfürsten weitaus mehr entsprach als das mittelalterliche Heidelberg, ließ er das prunkvolle Schloss Mannheim errichten. Heidelberg verlor seine Stellung als politisches Machtzentrum und litt auch ökonomisch durch den Weggang des Hofstaats. Von der Herrschaftszeit Kurfürst Carl Theodors (1743–1799) profitierte aber auch Heidelberg durch den Bau der Alten Brücke und des Karlstores. Die Instandsetzung des Schlosses wurde 1764 nach einem verheerenden Blitzschlag wieder eingestellt.

1803 bis 1933

Im Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst, die rechtsrheinischen Gebiete und somit auch Heidelberg wurden dem bald darauf zum Großherzogtum erhobenen Baden zugeschlagen. Der badische Großherzog Karl Friedrich (1771–1811) machte die Hochschule zu einer staatlich finanzierten Lehranstalt und verhalf ihr zum Wiederaufstieg zu einer renommierten Bildungsstätte. Ihm und dem Universitätsgründer, Kurfürst Ruprecht I., zu Ehren erhielt die Universität Heidelberg den neuen Namen „Ruprecht-Karls-Universität“.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Neckarstadt zu einem der wichtigsten Orte der deutschen Romantik, begünstigt durch die schöne Landschaft und die pittoreske Schlossruine. Das Wirken von Dichtern wie Friedrich Hölderlin, Ludwig Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff wurde als „Heidelberger Romantik“ bekannt. Arnim und Brentano veröffentlichten zwischen 1806 und 1808 in Heidelberg unter dem Titel Des Knaben Wunderhorn eine Sammlung deutscher Volkslieder. Auch ein Künstlerzirkel um die Maler Carl Philipp Fohr, Karl Rottmann und Ernst Fries entstand in Heidelberg.

Während des Vormärzes wurden an der Heidelberger Universität nationale, liberale und demokratische Ideen verbreitet. Nach Beginn der Märzrevolution versammelten sich am 5. März 1848 liberale und demokratische Politiker aus Südwestdeutschland zur Heidelberger Versammlung, die maßgebliche Impulse zum Vorparlament und somit zur Konstituierung der Frankfurter Nationalversammlung setzte. Nach dem Scheitern der Nationalversammlung wurde der Maiaufstand in Baden von zu Hilfe gerufenen preußischen Truppen niedergeschlagen. Auch in Heidelberg kam es zu Kämpfen gegen liberale Freischärler.

Die Industrialisierung ging an der Neckarstadt ohne größere Spuren vorbei. Der Tourismus entwickelte sich ab dem frühen 19. Jahrhundert, vor allem ab dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz im Jahr 1840, zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Heidelberg, ebenfalls nahm die Zahl der Studenten zu, von denen viele den Studentenverbindungen angehörten. Joseph Victor von Scheffels Gedicht Alt-Heidelberg, du feine (später in der vertonten Version ein populäres Studentenlied) und das 1901 uraufgeführte Schauspiel Alt-Heidelberg machten Heidelberg zu einem Sinnbild des Studentenlebens im 19. Jahrhundert.

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts erlebte Heidelberg eine rasante Expansion, als das Stadtgebiet durch zahlreiche Eingemeindungen vergrößert wurde. Die Einwohnerzahl Heidelbergs stieg von 20.000 im Jahr 1871 auf 85.000, also mehr als das Vierfache, im Jahr 1933. Zugleich wurde die Infrastruktur mit der Einführung der Straßenbahn und der Bergbahn sowie der Kanalisierung des Neckars (in den 1920er Jahren) ausgebaut. 1930 ermöglichten großzügige Spenden von einflussreichen US-Bürgern den Bau des Hörsaalgebäudes der Neuen Universität am Universitätsplatz. Eine Gedenkplakette im Innern des Hörsaalgebäudes nennt unter anderem die Familie Chrysler.

Die Wahlergebnisse der NSDAP lagen in Heidelberg meist über dem Durchschnitt der Ergebnisse im Reich oder in Baden: Bei der Reichstagswahl am 20. Mai 1928 im Reich 2,6 %, in Baden 2,9 % und in Heidelberg 4,4 %; bei der Reichstagswahl am 14. September 1930 im Reich 18,3 %, in Baden 19,2 % und in Heidelberg 30,2 %.

Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Nach der Machtübertragung an die NSDAP am 30. Januar 1933 begann eines der dunkelsten Kapitel der Stadt, die organisierte Diskriminierung von Juden und anderen „Nichtariern“. Die NSDAP wurde bei den Reichstagswahlen vom 5. März 1933 mit 45,8 % der abgegebenen Stimmen (Reich: 43,9 %; Baden: 45,4 %) die stärkste Partei in der Stadt. Im April 1933 wurden alle „nichtarischen“ Beamten zwangsbeurlaubt, bis 1939 verlor die Heidelberger Universität mehr als ein Drittel ihres Lehrkörpers aus rassistischen oder politischen Gründen. Während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 brannten Heidelberger Nationalsozialisten die Synagogen in der Altstadt und Rohrbach nieder und verwüsteten und plünderten zahlreiche Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürger vor den Augen der Polizei. Am nächsten Tag wurden 150 Heidelberger Juden in das Konzentrationslager Dachau zur Schutzhaft verschleppt, um sie zur Emigration zu nötigen und ihr Vermögen zu arisieren. Knapp zwei Jahre später, am 22. Oktober 1940, wurden in der „Wagner-Bürckel-Aktion“ über 6000 badische Juden, darunter 280 aus Heidelberg, in das Internierungslager Camp de Gurs nach Südwestfrankreich deportiert. Nur wenige überlebten.

Als sichtbare bauliche Hinterlassenschaft steht die Thingstätte auf dem Heiligenberg, eine zwischen 1934 und 1935 vom Reichsarbeitsdienst und Heidelberger Studenten errichtete Freilichtbühne. Ebenso wurde der Ehrenfriedhof auf dem Ameisenbuckel 1934 vom Reichsarbeitsdienst angelegt. 1935 wurde die Reichsautobahn Heidelberg–Mannheim eingeweiht, heute als A 656 bekannt, und an beiden Endstücken, in Mannheim und Heidelberg auf Bundesstraßenniveau herabgesetzt, heute die B 37. Bis in die späten 1990er Jahre führte die A 656 direkt nach Mannheim und Heidelberg hinein.

Das mit Lazaretten angefüllte Heidelberg überstand als eine der wenigen deutschen Großstädte den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt. Kleinere Luftangriffe in den Jahren 1944 und 1945 hatten nur geringe Schäden angerichtet. Bei ihrem Rückzug am 29. März 1945 sprengte die Wehrmacht u. a. die Alte Brücke. Am 30. März konnten die amerikanischen Truppen der 63. US-Infanteriedivision der 7. US-Armee einmarschieren, ohne auf nennenswerten Widerstand zu treffen. Die amerikanischen Truppen konnten viele Gebäude in der Stadt für ihre Zwecke übernehmen, u. a. die Großdeutschland-Kaserne, die seitdem den Namen Campbell Barracks trägt. Bis Kriegsende war dort das deutsche Infanterieregiment 110 stationiert, das der 33. Infanteriedivision und ab Ende 1940 der 112. Infanteriedivision unterstellt und im Frankreich- und Russlandfeldzug eingesetzt worden war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Das unversehrte Heidelberg zog nach dem Zweiten Weltkrieg viele ausgebombte und vertriebene Deutsche an. Heidelberg wurde Teil der amerikanischen Besatzungszone und Standort hoher Kommandostellen der US-Armee und später auch der NATO. Dafür enteigneten die amerikanischen Behörden Immobilien, was zunächst für Unmut sorgte. Von 1948 bis 2013 waren die Campbell Barracks in Heidelberg Sitz des Hauptquartiers der United States Army Europe (USAREUR), der früheren 7. US-Armee. Bis 2013 war die Stadt zudem Sitz des NATO-Landhauptquartiers Mitteleuropa.

Im Oktober 2009 wurde bekanntgegeben, dass das Hauptquartier von USAREUR nach Wiesbaden verlegt werden sollte. Bereits im August 2011 verließ das traditionsreiche V. US Army Corps Heidelberg und zog nach Wiesbaden um. Im September 2013 wurden dann die Campbell Barracks offiziell von der US-Armee geschlossen. Mit dem Umzug in das neue Hauptquartier nach Wiesbaden-Erbenheim ging 2013 in Heidelberg die 65 Jahre währende Geschichte der USAREUR – und der amerikanischen Truppen generell – zu Ende. Im Jahre 2008 hatten die amerikanischen Streitkräfte noch fast 200 Hektar Fläche belegt, unter anderem für zwei Kasernen, zwei Wohnsiedlungen sowie ein Militärkrankenhaus. Im Jahre 2010 lebten rund 16.000 amerikanische Einwohner in Heidelberg; die Amerikaner hatten damals also einen Anteil an der Heidelberger Bevölkerung von 10 Prozent.

Die Ruprecht-Karls-Universität nahm im Januar 1946 als zweite westdeutsche Hochschule (nach Göttingen) den Lehrbetrieb wieder auf. Schon vor dem Krieg waren vereinzelte Einrichtungen der Universität vom Altstadtcampus nach Neuenheim auf die andere Neckarseite verlegt worden, ab 1951 begann man dann mit dem Aufbau eines komplett neuen Campus, des Neuenheimer Feldes, am westlichen Stadtrand. Mitte der 1970er Jahre war der Ausbau des 120 Hektar großen Geländes im Wesentlichen beendet. 1955 wurde der Hauptbahnhof an seine heutige Stelle rund 1,2 Kilometer westlich des alten Standortes verlegt. Die freigewordene Fläche nutzte man für den Bau zahlreicher Verwaltungsgebäude an der Kurfürstenanlage. Um der wachsenden Einwohnerzahl Heidelbergs Rechnung zu tragen, entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Süden der Stadt zwei gänzlich neue Wohngebiete, Boxberg und Emmertsgrund. Mit der Eingemeindung der im Neckartal gelegenen Gemeinde Ziegelhausen war die flächenmäßige Expansion Heidelbergs 1975 abgeschlossen. Während der Amtszeit des Oberbürgermeisters Reinhold Zundel (1966–1990) wurde die Altstadt saniert, die Hauptstraße wurde in eine 1,6 Kilometer lange Fußgängerzone (eine der längsten Fußgängerzonen Europas) umgewandelt, und der Bismarckplatz erhielt seine heutige Form.

In den 1970er und 1980er Jahren verübte die Terrororganisation RAF in Heidelberg zwei Anschläge gegen amerikanische Militäreinrichtungen. Am 24. Mai 1972 wurden durch einen Sprengstoffanschlag auf das US-Hauptquartier der 7. US-Armee in den Campbell Barracks die amerikanischen Soldaten Clyde R. Bonner, Charles L. Peck sowie Ronald A. Woodward ermordet und fünf weitere Personen schwer verletzt. Ein Attentat mit einer russischen Panzerfaust am Heidelberger Karlstor auf den Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa Frederick James Kroesen am 15. September 1981 scheiterte, da das LKA Baden-Württemberg ihm kurz vorher eine gepanzerte Mercedes-Benz-Limousine zugeteilt hatte, nachdem verdächtige Personen bei der Observation Kroesens beobachtet wurden.

Ein Antrag auf die Aufnahme des Schlosses und der Altstadt in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes wurde 2005 und 2007 abgelehnt.

Städtepartnerschaften

Heidelberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Montpellier, Frankreich, seit 1961
Cambridge, Großbritannien, seit 1965
Rehovot, Israel, seit 1983
Simferopol, Ukraine, seit 1991
Bautzen, Deutschland, seit 1991
Kumamoto, Japan, seit 1992

Im Oktober 2006 unterzeichnete Oberbürgermeisterin Beate Weber einen Freundschaftsvertrag („Charta der Freundschaft“) mit der Stadt Heidelberg (Gauteng), Südafrika. Freundschaftliche Beziehungen existieren außerdem zu den Städten Mostar (Bosnien-Herzegowina) und Jelenia Góra (Polen). Beziehungen zu Calamba City (Philippinen) werden aufgebaut.

Außerdem gibt es in Heidelberg das Amerika-Haus (Deutsch-Amerikanisches Institut) und das Montpellier-Haus, das in der Altstadt in der Kettengasse liegt. In Montpellier gibt es entsprechend ein Maison de Heidelberg. Die Universität ist Partner eines Konfuzius-Instituts.

Die Stadt als Namenspate

Wegen ihrer historischen Signifikanz dient die Stadt Heidelberg häufig als Namenspate. So benannte die Lufthansa in ihrer Geschichte bereits vier Flugzeuge nach der Stadt am Neckar: Zuletzt 1990 einen Airbus A320-200 für 139 Passagiere. Ein ICE-Zug der Deutschen Bahn trägt ebenfalls den Namen Heidelberg.

Ein etwa 600.000 Jahre alter Unterkiefer eines bis dahin unbekannten Vorläufers des Menschen wurde 1907 auf dem Land der Gemeinde Mauer bei Heidelberg gefunden. Die neue Spezies wurde Homo heidelbergensis benannt, entsprechend der Region und dem Forschungsort (Universität Heidelberg) des namengebenden Forschers Otto Schoetensack.

In mehreren kolonialisierten Ländern wurden Städte nach Heidelberg benannt, beispielsweise Heidelberg (Victoria) in Australien oder Heidelberg (Texas) in den USA, ferner auch in Südafrika.

Wirtschaft und Forschung

Wirtschaft

Jahrhundertelang war Heidelberg eine ‚Residenz des Geistes‘. Auch heute ist die Universitätsstadt das Dienstleistungs- und Wissenschaftszentrum der Rhein-Neckar-Region. Dem Trend der meisten deutschen Großstädte folgend, ist der tertiäre Bereich in den vergangenen Jahrzehnten noch gewachsen. Im Jahr 2013 arbeiteten 83,8 Prozent aller Menschen im Dienstleistungssektor, lediglich 16,1 Prozent arbeiteten im produzierenden Gewerbe. 69,4 Prozent der rund 85.600 Arbeitsplätze wurden 2014 von Pendlern eingenommen. Die Arbeitslosenquote lag 2014 bei 5,4 Prozent.

Der größte Arbeitgeber in Heidelberg ist die Universität Heidelberg mit ihrem Universitätsklinikum, die mehr als 15.000 Arbeitsplätze bietet. Internationale Unternehmen wie ABB Stotz-Kontakt, Heidelberger Druckmaschinen, HeidelbergCement, Henkel-Teroson, Lamy, Prominent Dosiertechnik, Rockwell Collins, SAP und SAS Institute sind in der Stadt ansässig.

2007 wies Heidelberg nach Angaben des Statistischen Landesamtes unter den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg die höchste Arztdichte auf. In Heidelberg kam auf 272 Einwohner ein Mediziner, wohingegen der Landesdurchschnitt bei 646 Einwohnern lag.

Im Bereich des Bankensektors haben die Sparkasse Heidelberg, die Heidelberger Volksbank eG und die Volksbank Kurpfalz eG ihren Hauptsitz in Heidelberg. Daneben existieren Filialen überregionaler Kreditinstitute.

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Im Jahr 2014 erbrachten 11,9 Millionen Touristen und 1,12 Millionen gewerbliche Übernachtungen einen Bruttoumsatz von 535 Millionen Euro.

Forschung

In Heidelberg gibt es eine Vielzahl von Forschungsinstituten insbesondere für Biowissenschaften.

Die wichtigste Trägergesellschaft in der Heidelberger Forschungslandschaft ist die Universität Heidelberg. Unter Ihrem Dach befinden sich zahlreiche Institute wie das Biochemie Zentrum Heidelberg (BZH), das Interdisziplinäre Zentrum für Neurowissenschaften (IZN), das Interdisziplinäre Zentrum für wissenschaftliches Rechnen (IWR), das Südasien Institut (SAI), das Heidelberg Center for American Studies (HCA), das Heidelberg Center Lateinamerika sowie das Zentrum für Astronomie Heidelberg (ZAH). Anfang 2007 kam dazu das im Neuenheimer Feld neugebaute Zentrum für quantitative Analyse molekularer und zellulärer Biosysteme (BIOQUANT).

Bekannte Institute sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), gegründet 1964 und das Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH), gegründet 1983. Beide Institute haben sich der biologischen Grundlagenforschung verschrieben.

Ebenfalls in Heidelberg ansässig ist die Zentraleinrichtung des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), gegründet 1974, Außenstellen befinden sich u. a. in Monterotondo (Italien), Hinxton (England), Grenoble (Frankreich) und Hamburg. Es wird von 18 europäischen Staaten betrieben.

Mit vier Instituten bildet Heidelberg einen regionalen Schwerpunkt der Max-Planck-Gesellschaft. Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, das Max-Planck-Institut für Kernphysik, das Max-Planck-Institut für Astronomie sowie das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung sind hier angesiedelt. Die Stadt Heidelberg ist außerdem „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke und Anlagen

Heidelberg ist eine der wenigen deutschen Großstädte, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden. Eine Besonderheit ist die barocke Altstadt, die – nach den Zerstörungen in den Jahren 1689 und 1693 – auf mittelalterlichem Grundriss neu errichtet wurde. In der Altstadt, die mit 1,6 km Länge eine der längsten Fußgängerzonen Europas hat, befinden sich auch die meisten der bedeutenden Bauwerke.

Schloss

Das Heidelberger Schloss ist eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt. Das Bauwerk entstand ursprünglich als wehrhafte Burg an strategisch günstiger Lage oberhalb einer Verengung des Neckartals und wurde später zur prachtvollen Residenz der Kurfürsten von der Pfalz ausgebaut. Seit den Zerstörungen 1689 und 1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss nur teilweise restauriert. 1764 besiegelte ein weiterer Brand nach Blitzschlag das Los des damals gerade renovierten Schlosses. Es wurde aufgegeben und die Ruine als Steinbruch (Baumaterial) für das neue Schwetzinger Sommerschloss und später für die Heidelberger Bürger verwendet, bevor es Ende des 18. Jahrhunderts von Literaten entdeckt und als Sinnbild für die Vergänglichkeit, in der Epoche der napoleonischen Kriege aber auch als patriotisches Monument begriffen wurde. Die Schlossruine erhebt sich 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt. Der Ottheinrichsbau, einer der Palastbauten des Schlosses, gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Renaissance nördlich der Alpen.

Alte Brücke

Der offizielle Name der Alten Brücke ist Karl-Theodor-Brücke. Sie gehört zu Deutschlands ältesten Brückenbauten und wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Es gab viele Vorgängerbauten aus Holz, die jedoch wiederholt durch Eisgang zerstört wurden. In ihrer heutigen Form wurde sie 1788 erbaut, jedoch wurden gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zwei Pfeiler von der Wehrmacht gesprengt, um die vorrückenden alliierten Truppen aufzuhalten. Bereits 1947 war die Brücke vollständig rekonstruiert.

Kirchen

Die Heiliggeistkirche ist die bekannteste Kirche Heidelbergs. Sie steht im Zentrum der Stadt, nur unweit des Heidelberger Schlosses. Ihre Fassade prägt zusammen mit dem Schloss die Silhouette der Neckarstadt. Sie diente einst als Aufbewahrungsort der berühmten Bibliotheca Palatina, doch während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Sammlung von Handschriften und frühen Drucken von Kurfürst Maximilian I. geraubt und dem Papst als Geschenk überreicht.

Die älteste Kirche der Heidelberger Altstadt ist die Peterskirche. Es wird vermutet, dass die Peterskirche schon vor der Gründung Heidelbergs errichtet wurde. Ihr Alter wird auf etwa 900 Jahre geschätzt. Im Spätmittelalter wurde sie zur Universitätskapelle. Sie dient als letzte Ruhestätte für etwa 150 Professoren und kurfürstliche Hofleute. Unter anderem ist hier auch Marsilius von Inghen begraben, der Gründungsrektor der Universität Heidelberg. Zum 400. Geburtstag Martin Luthers wurde an der Ostseite 1883 die Luthereiche gepflanzt.

Unweit befindet sich die im Jahr 1749 fertiggestellte Jesuitenkirche. Sie ist das Wahrzeichen der Gegenreformation in Heidelberg und bildete einst den Mittelpunkt des ehemaligen Jesuitenviertels.

Repräsentative Kirchbauten des Historismus entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts in der planmäßig angelegten Weststadt: die evangelische Christuskirche (1904) und die katholische Bonifatiuskirche (1903).

Historische Bauwerke

Das älteste noch erhaltene Gebäude in Heidelberg ist das Hotel „Zum Ritter“. Es wurde 1592 von einer Tuchhändlerfamilie erbaut. Mit seinem Standort in der Altstadt gegenüber der Heiliggeistkirche ist es eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs.

Am östlichen Rand der Altstadt steht das Karlstor, ein freistehender Torbogen, welcher ein Geschenk der Bürger Heidelbergs an den Kurfürsten Karl Theodor war. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre und wurden 1781 abgeschlossen. Das Karlstor ist dekoriert, unter anderem befinden sich das Wappen des Kurfürsten sowie Porträts von ihm und seiner Gemahlin auf dem Torbogen.

In der Altstadt befinden sich weitere historische Gebäude der Universität Heidelberg. Eines der bedeutendsten ist die Universitätsbibliothek, in der die zentrale Bibliothek der Universität und ein Museum mit alten Handschriften und Codices, ebenfalls Teil des Buchbestandes der Universität, untergebracht sind. Eine davon ist der Codex Manesse, die umfangreichste und berühmteste deutsche Liederhandschrift des Mittelalters. Die gesamte Bibliothek befindet sich in einem klassizistischen Gebäude aus rotem Sandstein.

Neuzeitliche Bauwerke

Aus der Zeit des Nationalsozialismus stammt die Thingstätte auf dem Heiligenberg. Bei der Thingstätte handelt es sich um eine Freilichtbühne im Stil eines griechischen Theaters. Sie wurde vom nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienst erbaut und 1935 von Joseph Goebbels eingeweiht. Die Thingstätte war vor allem als Propagandaplattform gedacht. Heute dient sie als Freilichtbühne für kulturelle Aufführungen aller Art.

Erwähnenswert ist auch die neue Synagoge in der Weststadt. Nachdem die jüdischen Gotteshäuser in Heidelberg in der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 niedergebrannt worden waren, gab es bis zur Neugründung der jüdischen Gemeinde Ende des Krieges 1945 keine festen Gebetsräume mehr für jüdische Bürger. Nach einer Reihe von Umzügen fand die Gemeinde in der 1994 eingeweihten neuen Synagoge ihr heutiges Zuhause.

Schon seit 1981 nicht mehr als Bad genutzt wird das Städtische Reinigungs- und Schwimmbad in Bergheim, das zu den letzten erhaltenen Jugendstil-Hallenschwimmbädern zählt (Altes Hallenbad). Seit 2013 wird es als Markthalle mit Geschäften, Gastronomie und kulturellen Angeboten genutzt.

Der Fernsehturm Heidelberg, der Fernmeldeturm Heidelberg sowie der Fernmeldeturm der US-Streitkräfte Heidelberg verdeutlichen, dass Heidelberg auch in der Telekommunikation für die gesamte Region eine wichtige Rolle spielt. Alle drei Sendetürme befinden sich auf dem Königsstuhl.

Die Stadthalle ist das 1901–1903 erbaute Kongress- und Kulturzentrum am Neckarufer der Altstadt mit einer reichen roten Sandsteinfassade (Gründerzeit-, Neorenaissance- und Jugendstilarchitektur).

Die als Passivhaus erbaute Feuerwache der Feuerwehr Heidelberg wurde von Peter Kulka geplant und wird seit 2007 genutzt. Sie gilt als eine der modernsten und innovativsten Feuerwachen Deutschlands und ist dadurch auch Ziel von Architekturtourismus.

Historische Orte

Einen berühmten und oft dargestellten Ausblick auf die Heidelberger Altstadt hat man vom Philosophenweg. Der Weg beginnt im Stadtteil Neuenheim, führt halb auf den Heiligenberg, welcher sich auf dem Heidelberger Schloss gegenüberliegenden Neckarufer befindet, und zieht sich dann oberhalb vom Neckar durch das Tal bis nach Ziegelhausen.

Der Bergfriedhof ist eine der bekanntesten letzten Ruhestätten Deutschlands. Viele bedeutende Persönlichkeiten wie der erste Reichspräsident Friedrich Ebert oder die Wissenschaftler Carl Bosch und Robert Bunsen liegen hier begraben. Zahlreiche Denkmäler erinnern an die Opfer vergangener Kriege und des Holocaust

Museen

Der Geschichte der Stadt Heidelberg und der Kurpfalz widmet sich das Kurpfälzische Museum. Die Entstehung verdankt das Museum dem Engagement des französischen Emigranten Charles de Graimberg, der ab 1810 begann, sich für die Annalen des pfälzischen Fürstenhauses zu interessieren. Seine Sammlung an Münzen, Waffen, Gemälden und anderen historischen Stücken bildeten den Grundstein für den Bestand des Museums. Auch der bekannte Zwölfbotenaltar von Tilman Riemenschneider wurde schon von Graimberg erworben. 1879 kaufte die Stadt die Privatsammlung auf, und 1908 eröffnete das Museum seine Pforten im Palais Morass. Der Museumsbestand wurde seit seinen Anfängen stark erweitert, so dass man sich dort heute über die Geschichte der Kurpfalz bis in die frühgeschichtliche Zeit informieren kann.

Das Völkerkundemuseum beherbergt eine Sammlung von Kunstwerken und ethnografischen Objekten aus Asien, Afrika und Ozeanien. Es bietet einen Einblick in Kunst, Weltsicht und Rituale der Völker jener Gebiete. Das Völkerkundemuseum geht auf das Jahr 1921 zurück und ist heute im Palais Weimar untergebracht. Seit seiner Gründung befindet es sich in der alleinigen Trägerschaft der J. & E. von Portheim-Stiftung, die 1919 von Victor Mordechai Goldschmidt gegründet wurde. Die umfangreiche Sammlung des jüdischen Gelehrten bildete den Grundbestand des Museums.

Der Heidelberger Kunstverein, mit über 1000 Mitgliedern einer der größten Deutschlands, ist laut Satzung der Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst verpflichtet, das Museum Haus Cajeth hingegen widmet sich der „primitiven Kunst“.

Fünf der vierzehn Stadtteile unterhalten Heimatmuseen; sie bewahren die Geschichte des jeweiligen Stadtteils und machen sie dem interessierten Publikum zugänglich.

Die Gedenkstätte des Geburtshauses von Friedrich Ebert in der Pfaffengasse im Herzen der Altstadt vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Handwerkerfamilien im Heidelberg der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Mit ihren zahlreichen Sammlungen und Ausstellungen ist die Universität Heidelberg ein Gigant in der Museumslandschaft der Stadt. Viele der universitären Institute und Fakultäten sind im Besitz umfangreicher Bestände, die öffentlich zugänglich sind. Völlig unterschiedliche Fachbereiche wie Ägyptologie, Botanik, Paläontologie oder Zoologie sind auf diese Weise auch dem Laien zugänglich.

In der Thoraxklinik Heidelberg-Rohrbach gibt es seit 2011 das Deutsche Tuberkulose-Archiv, zu dem ein Museum gehört.

Die alljährliche „Lange Nacht der Museen“ (gemeinsam mit Mannheim und Ludwigshafen) gilt nach Berlin als zweitgrößte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

Der Heidelberger Zoo wurde 1934 gegründet und zieht jedes Jahr rund eine halbe Million Besucher an. Der Tierbestand umfasst etwa 1000 Tiere aus 162 Arten (Stand: 31. Dezember 2008). Zoodirektor ist seit 1998 Klaus Wünnemann.

Theater

Das Theater der Stadt Heidelberg ist der größte Theaterbetrieb der Stadt, ein kommunales Vier-Sparten-Theater mit Musik-, Sprech-, und Tanztheater sowie einem eigenen Ensemble für Kinder- und Jugendtheater, welches 2009 sein 25-jähriges Jubiläum feierte. Der größte Spielort „Städtische Bühne“ wurde von 2009 bis 2012 erweitert und umgebaut und mit einem Fest am 24. November 2012 wieder eröffnet.

Auch die Universität Heidelberg unterhält mit dem Romanischen Keller ein eigenes Theater. Es ist das größte Forum für studentisches und freies Theater in der Neckarstadt. Die Reputation des Romanischen Kellers reicht weit über Heidelberg hinaus.

Ein Theater mit einem ganz anderen Stil ist das Zimmertheater. Ursprünglich von fünf jungen Schauspielern 1950 gegründet, hat es bis heute seinen Kleintheater-Charme erhalten. Durch seine Erst- und Uraufführungen ist das Zimmertheater auch über die Grenzen Heidelbergs hinaus bekannt geworden. Es ist das älteste Privattheater Deutschlands. Das Zimmertheater wird vom Förderverein der Freunde des Zimmertheaters finanziell unterstützt.

Das Taeter Theater ist eines der jüngeren Theater Heidelbergs. Es wurde 1984 gegründet und fand 1987 in der alten Tabakfabrik Landfried sein Zuhause. Der Name des Theaters ist ein Wortspiel mit den Begriffen Theater und Täter, welches auf das Prinzip der Gruppe hinweist: Am Anfang steht die Tat – alles andere wird sich ergeben.

Das Puppentheater Plappermaul ist ein Theater, das ein Programm vor allem für jüngere Zuschauer anbietet. Erwähnenswert ist weiterhin das Roadside Theater, das englischsprachige Theater der US-Streitkräfte in Heidelberg. Es bietet ein angelsächsisch geprägtes Theaterprogramm an, welches sich an den Stil amerikanischer „community theaters“ anlehnt. Weitere Theater in Heidelberg, die über eine eigene Spielstätte verfügen, sind das Augustinum, die Bühne 14, das Cabaret Kleinkunst im Anna-Blum-Haus, das Stephge, die Theaterwerkstatt Heidelberg, das TiKK sowie das UnterwegsTheater und die Theatersport Gruppe „Drama Light“.

Kino

Heidelberg war einst die Stadt mit der höchsten Kinodichte Deutschlands und hat nach dem Kinosterben der letzten Jahre und der Schließung des Harmonie Lux Kinocenter derzeit kein kommerzielles Kino; im Herbst 2016 soll allerdings ein Großkino im Stadtteil Bahnstadt eröffnet werden. Eine den Geist Heidelbergs gut veranschaulichende Kuriosität ist, dass das Harmonie Lux Kinocenter bis Anfang 2014 im historischen Stadthaus der Wormser Bischöfe untergebracht war. Das Kino war ein Überrest der Ufa-Konkursmasse und wurde zwischenzeitlich von den Mitarbeitern geführt. Ab 2014 wird das Gebäude zum Kauf- und Literaturhaus umgebaut.

Das Gloria & Gloriette, die Kamera, das Cinema Augustinum sowie das kommunale Karlstorkino bieten ein überwiegend gehobenes Programm mit vielen künstlerischen und internationalen Filmen. Das Karlstorkino hat darüber hinaus regelmäßig wechselnde Themenschwerpunkte, zu denen fremdsprachige Filme und Dokumentationen gezeigt werden. Besonders erwähnenswert sind das jährlich stattfindende Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg, bei welchem überwiegend Filme von ‚unentdeckten‘ Regisseuren gezeigt werden, und die „Filmtage des Mittelmeeres“. Außerdem gibt es das Kurzfilmfestival „Zum Goldenen Hirsch“, bei dem ausschließlich Filmproduktionen aus der Metropolregion Rhein-Neckar zu sehen sind.
Senioren- und Bürgerzentren

Nach grundlegender Planung bereits in den 1980er Jahren wurden in zwölf Stadtteilen Senioren- und Bürgerzentren eingerichtet. Sie dienen als Ort des Zeitvertreibs genauso wie als Beratungsstelle der Wohlfahrtsverbände und der Stadtverwaltung.

Sport

Die Stadt Heidelberg unterhält seit Jahren ein spezielles Sportförderprogramm zur Unterstützung der Vereine. 2006 gab es in Heidelberg 120 Sportvereine, 22 städtische Sportanlagen und 40 Sport- und Gymnastikhallen. Heidelberg gilt außerdem als eine deutsche Rugby-Hochburg, da es fünf Rugbyvereine im Stadtgebiet gibt, von denen derzeit (Saison 2015/16) alle zu den 24 Mannschaften der Rugby-Bundesliga gehören.

Der mitgliederstärkste Sportverein Heidelbergs ist die 1889 als Turnverein gegründete TSG Rohrbach. Aktuell hat der Verein über 3000 Mitglieder. Die TSG Rohrbach zählt damit zu den zehn größten Vereinen in Nordbaden.

Mehrere Heidelberger Vereine haben bereits wiederholt Meisterschaften gewonnen. Ein prominentes Beispiel ist der Basketballverein USC Heidelberg, der mit neun Titeln die zweitmeisten deutschen Basketball-Meisterschaften in der Geschichte der Basketball Bundesliga gewonnen hat. Heute spielt der Verein in der 2.Liga ProA und ist besonders für seine Jugendabteilung bekannt, die bereits mehrfach Nationalspieler hervorgebracht hat. Ein weiteres Beispiel ist der Schwimmverein SV Nikar Heidelberg. Der SGK Heidelberg führt die derzeit erfolgreichste Fußballabteilung Heidelbergs.

Im Jahr 2003 wurde ein Verbund von drei Heidelberger Schulen – das Helmholtz-Gymnasium, die Johannes-Kepler-Realschule sowie die Willy-Hellpach-Schule – vom Deutschen Sportbund das Prädikat „Eliteschule des Sports“ verliehen. Die Auszeichnung wurde vergeben für die besonderen Sport-Förderprogramme, die diese Schulen in Kooperation mit dem Heidelberger Olympiastützpunkt im Neuenheimer Feld anbieten. Junge Sportler, die an diesem Förderprogramm teilnehmen, erhalten besonderes Entgegenkommen, um Schule und Training in Einklang zu bringen. Aus dem Programm sind bereits mehrere deutsche Meister und internationale Erfolge hervorgegangen. In ganz Baden-Württemberg gibt es bisher nur drei andere Städte mit Eliteschulen des Sports: Stuttgart, Furtwangen und Tauberbischofsheim.

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende überregional bekannte Veranstaltungen finden in Heidelberg regelmäßig statt:

März/April: Heidelberger Frühling, jährlich stattfindendes Festival für klassische und zeitgenössische Musik mit international anerkannten Künstlern
Internationaler Ostereiermarkt Heidelberg
drei Wochen vor Ostern (Sonntag Laetare): traditioneller Sommertagszug
April: Heidelberger Halbmarathon am letzten Wochenende im April
April/Mai: Queer Festival Heidelberg
April/Mai: Heidelberger Stückemarkt, Theatertage mit jungen Autoren
Mai: Heidelberger Symposium
Frühsommer: Jährliche Verleihung des von der Stadt gestifteten Clemens-Brentano-Preises
Mai: Frühlingsmesse auf dem Messplatz
Mai: Heidelberger Ruderregatta
Juli: Theatermarathon an öffentlichen Plätzen und an den Spielstätten
Juni/Juli/August: Heidelberger Schlossfestspiele im Schlosshof
Juli/August: HeidelbergMan, ein Triathlon-Bewerb
Juni–September: HIGHLIGHT – die Heidelberger Schlossbeleuchtung mit Brillantfeuerwerk von der Alten Brücke. Die Termine lauten aktuell: 04. Juni 2016 / 09. Juli 2016 / 03. September 2016 ab 22.15 Uhr und 03. Juni 2017 / 08. Juli 2017 / 02. September 2017 ab 22.15 Uhr!
September: Heidelberger Herbst in der Altstadt und auf der ein Kilometer langen Fußgängerzone am letzten Samstag im September
Oktober: Herbstmesse
Oktober/November: Enjoy Jazz, ein internationales Festival für Jazz und Anderes
November: Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg
November/Dezember: Heidelberger Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten der Stadt

In der Stadt Heidelberg lebten und wirkten viele bekannte Persönlichkeiten. An unscheinbaren Häusern der Altstadt sind oft Gedenktafeln zu finden, die daran erinnern, dass hier einst eine berühmte Persönlichkeit lebte oder arbeitete.

Der Humanist Johannes Reuchlin schrieb hier in den Jahren 1496–1497 das lateinische Schuldrama Henno.

Die tragende Rolle der Universität Heidelberg in der Forschung ist einer der Gründe für die Vielzahl bekannter Persönlichkeiten der Stadt. Viele Nobelpreisträger wie Carl Bosch (Nobelpreisträger Chemie 1931), Georg Wittig (Nobelpreis für Chemie 1979), Walther Bothe (Nobelpreis für Physik 1954), Ernst Ruska (Nobelpreis für Physik 1986) oder Otto Meyerhof (Nobelpreisträger Medizin 1923), Bert Sakmann (Nobelpreis für Medizin 1991), Harald zur Hausen (Nobelpreisträger für Medizin 2008) und Wolfgang Ketterle (Nobelpreis für Physik 2001) haben hier gelebt, studiert oder gelehrt. Bahnbrechende Erfindungen wie die Spektroskopie sind in Heidelberg von dort lebenden Gelehrten entwickelt worden.

Zu bekannten Persönlichkeiten Heidelbergs gehören Friedrich Ebert (Erster Reichspräsident), Karl Jaspers (Philosoph), Ernst Jünger (Schriftsteller), Marie Marcks (Cartoonistin), Liselotte von der Pfalz (Herzogin von Orléans), Silvia Sommerlath (Königin von Schweden), Ananda Mahidol (König von Siam/Thailand), Max Weber (Soziologe), Elisabeth Seitz (Deutsche Kunstturnerin) und Götz Werner (Unternehmer).

Die Medien- und Fastnachtmetropole Mainz

Wappen der Stadt Mainz

Mainz ist die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz und mit mehr als 206.000 Einwohnern zugleich dessen größte Stadt. Mainz ist eine kreisfreie Stadt zentral im Rhein-Main-Gebiet gelegen und bildet mit der angrenzenden hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden ein länderübergreifendes Doppelzentrum mit fast 500.000 Einwohnern.

Stadtlogo Mainz Rheinland Pfalz
offizielles Logo der Stadt

Die Stadt ist Sitz der Johannes Gutenberg-Universität, des römisch-katholischen Bistums Mainz sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten, wie des Südwestrundfunks (SWR) und des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Mainz versteht sich als eine Hochburg der rheinischen Fastnacht.

Mainz liegt gegenüber der Mündung des Mains am Rhein. Im näheren Umkreis liegen die Großstädte Frankfurt am Main, Darmstadt, Ludwigshafen am Rhein und Mannheim.

Mainzer Stadtgeschichte

Vorgeschichte und römische Zeit

Das Stadtgebiet des heutigen Mainz war schon zur letzten Eiszeit vor 20.000 bis 25.000 Jahren eine Raststätte für Jäger, wovon bei Ausgrabungen im Jahr 1921 entdeckte Relikte zeugen.

Erste dauerhafte Ansiedelungen im Mainzer Stadtgebiet sind jedoch keltischen Ursprungs. Die Kelten waren in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. die dominierende Kraft am Rhein. Aus diesen keltischen Siedlungen und der mit ihnen im Zusammenhang stehenden keltischen Gottheit Mogon (in etwa vergleichbar dem griechisch-römischen Apollon) leiteten die nach dem gallischen Krieg (52 v. Chr.) am Rhein eintreffenden Römer die Bezeichnung „Mogontiacum“ für ihr neues Legionslager ab. Lange Zeit wurde angenommen, dass dieses Lager um 38 v. Chr. gegründet wurde.

Neuere Forschungen haben jedoch ergeben, dass die Gründung des Lagers (und damit letztlich der Stadt Mainz) erst später, nämlich um 13/12 v. Chr. durch Drusus, erfolgte.

Nachdem das Doppellegionslager Mogontiacum gegründet worden war, wurde das Lager, das im Bereich des heutigen Kästrichs liegt, sehr schnell von einzelnen Ansiedelungen (lat. cannabae) umgeben. Die beiden Legionen brauchten Handwerker und Gewerbetreibende zur Aufrechterhaltung ihrer Einsatzfähigkeit. Diese Ansiedlungen sind der Ausgangspunkt der urbanen Entwicklung von Mainz.

Die Stadt gehörte anschließend etwa 500 Jahre lang zum Imperium Romanum und war ab ca. 89 n. Chr. Hauptstadt der Provinz Germania superior und, ab dem 4. Jahrhundert, Germania prima. Im Unterschied zu Köln, der Hauptstadt der zweiten germanischen Provinz, scheint Mogontiacum dabei allerdings nicht zur colonia erhoben worden zu sein. Vor allem die große Rheinbrücke machte den Ort dabei wirtschaftlich und strategisch bedeutend. Spätestens ab der Mitte des 4. Jahrhunderts bestand in der Stadt eine christliche Gemeinde unter Leitung eines Bischofs. Bereits seit etwa 350 scheint keine Legion mehr in Mainz stationiert gewesen zu sein.

Die mittelalterliche Bischofsstadt

Um 406 wurde Mainz von Vandalen, Alanen und Sueben erobert und geplündert. Nach der Zeit der so genannten Völkerwanderung, in der Westromzerfiel, begann allmählich der Aufstieg der Stadt, die spätestens um 480 endgültig unter fränkische Herrschaft gelangte. Die Funktion als Umschlagplatz für Handelsgüter aller Art (später vor allem Messewaren, die für Frankfurt bestimmt waren) beschleunigte die Stadtentwicklung. Besiedelt blieb vor allem der Raum zwischen dem alten Römerlager und dem Rhein.

Am Ende dieser Entwicklung stand eine herausragende Bedeutung auf kultureller, religiöser und politischer Ebene. Ab Mitte des 8. Jahrhunderts wurde von Mainz aus durch Erzbischof Bonifatius aktiv die Christianisierung des Ostens, vor allem der Sachsen, betrieben. 782 wurde Mainz zumErzbistum erhoben. Die Kirchenprovinz entwickelte sich in der Folge zur größten diesseits der Alpen. Im 9. und 10. Jahrhundert erwarb sich Mainz den Titel Aurea Moguntia.

Dom zu Mainz
Bild: Mainzer Dom

Der Einfluss der Mainzer Erzbischöfe ließ diese zu Reichserzkanzlern, Landesherren des kurmainzischen Territoriums und Königswählern (Kurfürsten) aufsteigen. Erzbischof Willigis (975–1011) ließ den Mainzer Dom als Zeichen seiner Macht errichten und war zeitweise als Reichsverweser der bestimmende Mann im Reich. Im Zuge dieses Aufstieges der geistlichen Macht in weltlichen Angelegenheiten war die Stadt Mainz selber unter die Kontrolle ihres Erzbischofs gefallen.

Das Hochmittelalter brachte für die Bürger erstmals besondere Privilegien, die ihnen von Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken (1110–1137) verliehen wurden. Sie beinhalteten vor allem Steuerfreiheiten und das Recht, sich nur innerhalb der Stadt vor Gericht verantworten zu müssen. Nach der Ermordung des Erzbischofs Arnold von Selenhofen im Jahr 1160 wurden diese Privilegien jedoch wieder rückgängig gemacht. Zudem wurden die Stadtmauern auf Befehl Kaiser Friedrich Barbarossas geschleift. Obgleich derart gezeichnet, war Mainz schon bald wieder Zentrum der Reichspolitik. Friedrich Barbarossa lud schon 1184 die Elite des Reiches zu einem Hoftag anlässlich der Schwertleite seiner Söhne nach Mainz, der einigen Chronisten als größtes Fest des Mittelalters gilt. Schon 1188 kam er erneut nach Mainz, um dort auf dem „Hoftag Jesu Christi“ zum Dritten Kreuzzug aufzubrechen.

1212 krönte Siegfried II. von Eppstein den Stauferkaiser Friedrich II. im Mainzer Dom zum König. Friedrich II. kehrte 1235 nach Mainz zurück, um dort einen Reichstag abzuhalten. Auf diesem wurde am 15. August der „Mainzer Landfriede“ erlassen.

Freie Stadt Mainz

In den Auseinandersetzungen, die zwischen den Staufern und ihren Gegnern in den 1240er-Jahren immer heftiger wurden, ließen sich die Mainzer Bürger von beiden Seiten umwerben. Die Folge dieser Politik war, dass die Bürger als Preis für ihre Unterstützung 1244 von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein ein umfassendes Stadtprivileg erhielten. Der Erzbischof war danach nur noch formal Oberhaupt der Stadt, die Selbstverwaltung, Gerichtsbarkeit und die Entscheidungsgewalt über neue Steuern ging auf die Bürgerschaft bzw. den 24-köpfigen Stadtrat über. Außerdem entband das Privileg die Bürger von ihrem Gefolgszwang in allen kriegerischen Auseinandersetzungen, die nicht die Stadtverteidigung betrafen. Von diesem Zeitpunkt an war Mainz eine „Freie Stadt“.

Die Zeit als Freie Stadt (bis 1462) gilt als Höhepunkt der Stadtgeschichte. Der politische Einfluss der Bürgerschaft erreichte während dieser Zeit die höchste kommunale und überregionale Bedeutung, wovon die Gründung des Rheinischen Städtebundes 1254 ein deutliches Zeugnis ablegt. Handel und Gewerbe konnten in dieser Zeit nicht zuletzt unter dem Schutz des Städtebunds und der Garantie des Mainzer Landfriedens von 1235 florieren. Mainz stieg zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort auf.

Ab 1328 begann durch Konflikte mit dem Erzbischof der Niedergang des freien Bürgertums und seiner Privilegien. In der Mainzer Stiftsfehde schlugen sich die Bürger auf die Seite des Erzbischofs Diether von Isenburg, der sich sowohl Kaiser als auch Papst zum Gegner gemacht hatte. Die Stadt wurde 1462 durch Adolf II., den Konkurrenten Diethers um das Erzbischofsamt, eingenommen. Adolf II. ließ sich von den Mainzer Bürgern daraufhin alle Privilegien aushändigen und beendete die Zeit der Freien Stadt. Mainz wurde kurfürstliche Residenzstadt und entwickelte sich in der Folge zur Adelsmetropole ohne eigene politische Bedeutung.

Kurfürstliche Residenzstadt

Als seinen Nachfolger empfahl Adolf II. dem immer mächtiger werdenden Mainzer Domkapitel ausgerechnet wieder Diether von Isenburg. Dieser gründete 1477 die schon von Adolf II. geplante Universität.

Die 1517 begonnene Reformation hatte zunächst gute Aussichten in Mainz. Der dort um 1450 von Johannes Gutenberg erfundene Buchdruck mit beweglichen Lettern ermöglichte eine rasche Ausbreitung der reformatorischen Schriften und der Mainzer Erzbischof und Kardinal Albrecht von Brandenburg stand ihren Ideen zunächst aufgeschlossen gegenüber. Letztendlich konnte sie sich aber in Mainz nicht durchsetzen. Zweimal wählte das Domkapitel mit knapper Mehrheit katholische Erzbischöfe. Mit Ausnahme von Garnisonsgemeinden durfte sich bis 1802 keine evangelische Gemeinde in der Stadt bilden.

Die mittelalterliche Stadtbefestigung war ab der Mitte des 16. Jahrhunderts einer moderneren Festungsanlage gewichen, die schließlich die ganze Stadt umfasste. Außerhalb dieser Festung durften keine Steinbauten entstehen, um anrückenden Truppen keinen Schutz bieten zu können. So konnte sich die Stadt nur in den innerhalb der Mauern verbliebenen Freiflächen entwickeln, was das Wachstum der Stadt bis in das 20. Jahrhundert hinein stark begrenzte.

Trotz dieser Festung wurde Mainz im Dreißigjährigen Krieg von der schwedischen Armee kampflos eingenommen. Maßgeblich zur Beendigung des Krieges trug Johann Philipp von Schönborn bei, der 1647 Erzbischof von Mainz wurde und unter dessen Pontifikat die Stadt sich schnell wieder von den Verheerungen des Krieges erholen konnte. Nach diesem Krieg wurde die Gerichtsbarkeit im Kurfürstentum Mainz neu geordnet und ab 1682 die allgemeine Schulplicht eingeführt, die sonst bereits seit 1649 bestand.

In der nun aufkommenden Barockzeit entstanden glanzvolle Bauten in der Stadt, die auch heute noch zum Stadtbild gehören. Mit der Amtszeit des Kurfürsten Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim (1763–1774) erhielt die Aufklärung auch auf politischer Ebene Einzug in die „Stadt des Adels“.

Das Ende der alten Ordnung

Die Ideen der Aufklärung führten in Frankreich zur Revolution. 1790 war es zum sogenannten Mainzer Knotenaufstand gekommen. Nachdem Frankreich in den Koalitionskriegen 1792 das linke Rheinufer einschließlich Mainz erobert hatte, musste Fürstbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal aus der Stadt fliehen. Die Besatzungsmacht veranlasste 1793 die Gründung der „Mainzer Republik“ und ließ erste freie Wahlen abhalten, doch diese endete bereits im Juli nach der preußischen Belagerung und Beschießung der Stadt und dem Abzug der Franzosen. Die Koalitionskriege aber gingen weiter und führten 1797 zur nächsten Besetzung der Stadt. Der Adel verschwand aus Mainz und ließ die Stadt bürgerlich werden. Wie alle linksrheinischen Gebiete wurde auch Mainz von Frankreich annektiert und als Mayence Hauptstadt des französischen Département du Mont-Tonnerre unter Verwaltung des französischen Präfekten Jeanbon St. André gestellt.

Mainz im Großherzogtum Hessen

Durch den Verlust ihrer Residenzfunktion provinzialisierte die seit 1816 zum Großherzogtum Hessen gehörende Stadt im 19. Jahrhundert sehr stark. Bedeutende überregionale Ereignisse sind in der Stadtgeschichte zu dieser Zeit daher kaum zu finden. Allerdings war Mainz zu dieser Zeit Sitz der Mainzer Zentraluntersuchungskommission im Rahmen der Demagogenverfolgung infolge der Karlsbader Beschlüsse. Von nachwirkender Bedeutung ist die sich ab 1837 entwickelnde Mainzer Fastnacht.

Die Festungsfunktion (nun Bundesfestung des Deutschen Bundes) behinderte außerdem die Ausdehnung der Stadt und die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Bis zum Ende der Festung hatte die Stadt fast nie mehr als 30.000 Einwohner. Bei Mainz lagen um 1856 siebzehn Rheinmühlen zusammengekettet und an den Pfeilerresten einer Römerbrücke verankert. Als ab den 1850er-Jahren die letzten freien Räume innerhalb der Festung, wie beispielsweise der Kästrich, bebaut und das Rheinufer in den 1880er-Jahren erweitert wurde, konnte die Einwohnerzahl innerhalb der Altstadt nennenswert ansteigen. Jedoch konnte die Stadt aufgrund der Festungsfunktion lange nicht so wachsen wie beispielsweise Wiesbaden.

Die bedeutendste Entwicklung der Stadt geschah jedoch durch die Einverleibung des „Gartenfelds“ bzw. der Neustadt. Diese neu errichtete Stadtmauererweiterung löste ab 1872 einen Bauboom und Bevölkerungszuwachs in der Gründerzeit aus, der allerdings durch den Börsenkrach 1873 vorerst ausgebremst wurde. Möglich gemacht wurde diese Erweiterung nicht zuletzt durch den Bedeutungsverlust der Festung (von da an diente die Festung Metz als Bollwerk des Deutschen Reiches gegenüber Frankreich) nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Ab 1886 setzte sich dann zunehmend die Bautätigkeit in der Neustadt (und mit Verlegung des Hauptbahnhofs weg vom Rheinufer auch in dieser Zeit im Lauterenviertel) fort.

Erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Festung endgültig abgerissen, sodass die Stadt nun auch außerhalb der alten Mauern expandieren konnte. Die dadurch und durch die umfangreichen Eingemeindungen ausgelöste Expansion der Stadt führte zu weiterem Bevölkerungswachstum.

Modernes Mainz

Die Einwohnerzahl der Stadt Mainz überschritt im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Grenze von 100.000, wodurch die Stadt zur Großstadt wurde.

Der Erste Weltkrieg beendete den nach Schleifen der Stadtmauern beginnenden kurzen Aufschwung. Nach dem Krieg gingen die Goldenen Zwanziger am erneut von den Franzosen besetzten Mainz fast vollständig vorbei. Nach dem Ende der Besatzungszeit 1930 kam es erneut zu umfangreichen Eingemeindungen, die das Stadtgebiet verdoppelten. Am 1. November 1938 wurde Mainz wie auch Offenbach am Main, Gießen, Darmstadt und Worms kreisfreie Stadt.

Der Nationalsozialismus konnte in Mainz zunächst nicht Fuß fassen. Noch zur Machtergreifung am 30. Januar 1933 demonstrierten mehr Menschen gegen das neue System als dafür. Dennoch wurde die 3000 Mitglieder umfassende jüdische Gemeinde von Mainz fast vollständig deportiert. Die Stadt blieb vom Zweiten Weltkrieg bis 1942 verschont. Die ersten schwereren Bombenangriffe steigerten sich zum schlimmsten Angriff am 27. Februar 1945, als Mainz durch britische Bomber fast völlig zerstört wurde und ca. 1200 Menschen getötet wurden. Durch Brandbomben war ein Feuersturm entfacht worden. Am Ende des Krieges war die Stadt zu 80 % zerstört.

Nach dem Krieg wurde Mainz erneut von den Franzosen besetzt. Die Grenze der französischen und amerikanischen Besatzungszone bildete auf der Höhe von Mainz der Rhein, weswegen die rechtsrheinischen Stadtteile abgetrennt wurden. Einem Vorschlag aus dem Wiesbadener Regierungspräsidium folgend wurden die Stadtteile nördlich der Mainmündung, Amöneburg, Kastel und Kostheim, nach Wiesbaden eingemeindet, was ein Grund für die heutige Rivalität zwischen beiden Städten ist. Die rechtsrheinischen Stadtteile südlich des Mains, Bischofsheim, Ginsheim und Gustavsburg, wurden wieder selbstständige Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau. Die Neubildung der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz zementierte diese Teilung. Schon 1946 wurde die 1798 aufgehobene Universität wieder errichtet. Mainz wurde 1946 durch die Verordnung Nr. 57 der französische Besatzungsverwaltung zur Hauptstadt des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz bestimmt und nahm diese Funktion 1950 anstelle des bisherigen provisorischen Regierungssitzes Koblenz auf. So konnte Mainz den fast 150-jährigen Prozess der Provinzialisierung beenden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einwohnerzahl wieder auf etwa 76.000 gefallen. Erst Mitte der 1960er-Jahre erreichte sie wieder den Vorkriegswert.

1962 beging die Stadt ihre 2000-Jahr-Feier, die auf der damaligen (unbelegten) Auffassung beruhte, dass die Römer unter Agrippa bereits 38 v. Chr. ein Militärlager am Zusammenfluss von Rhein und Main gründeten. Die Entstehung von Mainz-Lerchenberg als neuer Stadtteil nach 1962 sowie großflächige Eingemeindungen rund um Mainz 1969 beendeten die durch den Zweiten Weltkrieg entstandene Stagnation in der Stadtentwicklung und boten umfassende Ausbau- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt. Mit der Ansiedlung des ZDF auf dem Lerchenberg begann ab 1976 der Ausbau zur Medienstadt Mainz. Eine Tendenz, die noch durch das mit zahlreichen Aktivitäten gefeierte Gutenbergjahr im Jahr 2000 verstärkt wurde. Neben anderen städtebaulichen Programmen wie beispielsweise der Altstadtsanierung ist man seit dem Jahr 2000 am Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ in Mainz beteiligt. Gegenwärtig hat die Stadt über 197.777 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Mainz.

Am 25. März 2010 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft der Stadt Mainz den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2011. Von der Stadt wurde 2011 deshalb in Zusammenarbeit mit den Mainzer Hochschulen, den Vereinen und Bildungseinrichtungen zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Vorträge durchgeführt.

Am 23. Dezember 2010 ereignete sich gegen 02:36 Uhr ein Erdbeben mit einem Wert von 3,5 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag im Stadtteil Lerchenberg. Ein Nachbeben (2,8 auf der Richterskala) um 06:52 Uhr war die Folge. Im benachbarten Wiesbaden erreichte das Erdbeben einen Wert von 3,2 auf der Richterskala.

Stadtbild

Die Stadt Mainz ist in ihrem weiteren Innenstadtbereich sowie in einzelnen Vororten (vor allem Mombach und Weisenau) zunehmend großstädtisch geprägt. Bei anderen Vororten (z. B. Drais oder Finthen) blieb der dörfliche Charakter weitgehend bestehen. In der Innenstadt selbst sind jedoch auch viele andere Elemente des Städtebaus erhalten geblieben. Noch klar an das mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtbild erinnert die heutige „Altstadt“ mit ihren verwinkelten Straßen und Gassen um die Augustinerstraße. Dort finden sich auch bis heute noch Fachwerkhäuser. Große Teile der historischen Altstadt, vor allem nördlich der Ludwigsstraße, wurden durch die britischen Luftangriffe auf Mainz im Zweiten Weltkrieg beschädigt, später abgerissen und modern überbaut.

Die von Stadtbaumeister Eduard Kreyßig entworfene Neustadt war eines der größten Stadterweiterungsprojekte seiner Zeit, in dem die Stadtfläche sich fast verdoppelte. Die Neustadt entstand in der Gründerzeit um 1900, in der sich Mainz von der provinziell geprägten Festungsstadt zur Großstadt entwickelte.

Das Panorama der Stadt von der Rheinseite wird heute vor allem von Bauten zweier unterschiedlicher Bauepochen geprägt: Dem Rathauskomplex (von Arne Jacobsen und Otto Weitling) mit Hilton-Hotel und Rheingoldhalle aus der Moderne und dem Barock- bzw. Renaissance-Ensemble bestehend aus dem Neuen Zeughaus (heute Staatskanzlei), dem Deutschhaus (heute Landtag) und dem Kurfürstlichen Schloss.

Nachdem die Umsetzung einer ambitionierten Neuplanung der im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Innenstadt durch Marcel Lods scheiterte, wurden nur die wichtigsten Gebäude wiedererrichtet. Dazu gehören die vielen barocken Adelspaläste, die sich vor allem am Schillerplatz befinden. Ansonsten wurden in Mainz zunächst überwiegend neue Wohnhäuser, beispielsweise die Siedlung Am Fort Elisabeth, gebaut. Bedingt durch den erst späten Aufschwung zu Beginn der 1960er Jahre sind diese Gebäude vor allem in dem Stil jener Dekade gehalten, was damals wie heute von Städtebauern kritisiert wurde. Auch viele Wohnsiedlungen im Umkreis der Stadt sind im Stil der 1960er Jahre entstanden.

Zu den bedeutendsten heute noch bestehenden Bauten des 19. Jahrhunderts in Mainz zählen die evangelische Christuskirche, der Hauptbahnhof, die Rheinbrücke, Teile des von Georg Moller errichteten Staatstheaters und die Festungsanlagen bzw. deren Reste. Die noch heute häufig im Stadtbild deutlich sichtbaren sonstigen Bau-Zeugnisse jener Zeit sind fast ausschließlich Wohnhäuser mit oder ohne Geschäftszeile. Von den bedeutenderen Bau-Epochen in Mainz, Romanik, Gotik, Renaissance (in Ansätzen) und vor allem Barock sind jedoch noch mannigfaltigere Beispiele erhalten geblieben.

Romanik und Gotik in Mainz

Auch heute sind in der Stadt Mainz viele Zeugnisse historischer Baukultur der Romanik und Gotik erhalten, die das Stadtbild prägen. Bedeutendstes Bauwerk der Romanik in Mainz ist der Mainzer Dom, den Erzbischof Willigis zwischen 975 und 1009 errichten ließ. Da er bereits am Tag seiner Weihe weitgehend abbrannte, wurde er in den Folgejahren immer größer aufgebaut, denn auch 1081 und 1137 brannte der Dom. Er wurde von Erzbischof Bardo, Kaiser Heinrich IV., Erzbischof Konrad I. von Wittelsbach und Erzbischof Siegfried III. von Eppstein durch alle Bauepochen der Romanik weitergeführt. Zu Beginn der Epoche der Gotik wurden auch am Dom gotische Elemente verwirklicht. Unter anderem wirkte der als Naumburger Meister bekannt gewordene Künstler am Dom.

Westlich des Doms liegt die St.-Johannis-Kirche, die vermutlich über dem ersten Dom errichtet wurde und wohl selbst auch einmal Domkirche des Bistums war. Sie wurde 910 von Erzbischof Hatto geweiht und in spätkarolingischen Formen errichtet. Durch Umbauten und nach Zerstörungen vor allem im Zweiten Weltkrieg ist sie jedoch mehrfach überformt worden. Zusammen mit dem Dom und der 1793 zerstörten, dem Dom östlich vorgelagerten Liebfrauenkirche bildete die Johanniskirche einst eine zusammenhängende Einheit und mit den umliegenden Plätzen („Höfchen“) die erzbischöfliche Pfalz.

Nicht erhalten ist das historische Stift St. Alban vor Mainz, das in seiner Größe im 8. und 9. Jahrhundert wichtigste Kirche und geistiges Zentrum des Bistums war. Die Kirche verfiel schon im Hochmittelalter. Die Reste wurden im Markgräflerkrieg zerstört.

Ebenfalls von Willigis gegründet ist die Stiftskirche St. Stephan, die jedoch bald durch einen gotischen Bau ersetzt wurde. Sie ist heute die größte gotische Kirche in Mainz. Aus der Stilepoche der Gotik stammen auch die Pfarrkirchen St. Emmeran und St. Quintin (gleichzeitig Pfarrkirche der ältesten Pfarrei von Mainz/Vorgängerbau schon im 8. Jahrhundert). Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte gotische Kirche St. Christoph ist heute das Kriegsmahnmal der Stadt.

Renaissance>

Bedeutendstes Bauwerk der Renaissance in Mainz ist das Kurfürstliche Schloss. Stilistisch gehört es zur sogenannten „Deutschen Renaissance“, deren spätestes Zeugnis dieser Bau ist. Ebenfalls aus der Stilepoche der Renaissance stammt das Haus Zum Römischen Kaiser, das heute das Gutenberg-Museum beherbergt. Der von Erzbischof Albrecht gestiftete Marktbrunnen gehört zu den prächtigsten Renaissancebrunnen Deutschlands. Als weiteres Zeugnis, freilich schon am Übergang zum Barock stehend, kann die ab 1615 in der Nähe des heutigen Gutenbergplatzes errichtete Domus Universitatis angesehen werden, welche für Jahrhunderte höchster Profanbau der Stadt war.

Barock und Rokoko

Die Barockzeit ließ die Stadt vor allem während des Episkopats Lothar Franz’ von Schönborn einen beispiellosen Bauboom erleben, dessen Ergebnisse noch heute im Stadtbild zu sehen sind und dieses zum Teil sogar prägen. Am Schillerplatz, an der Großen Bleiche, in der Klarastraße sowie am Rhein finden sich heute etliche Höfe des ehemaligen Mainzer Adels, beginnend mit der Errichtung des Schönborner Hofes (ab 1668) am Schillerplatz. Auch einige Kirchen finden sich noch, obwohl viele aus dieser Zeit in den Wirren der Geschichte wieder zerstört wurden. Bedeutende Kirchen sind die Augustinerkirche in der gleichnamigen Altstadtstraße und die in den Formen des Rokoko errichtete Peterskirche an der Großen Bleiche. Die ebenfalls zu jener Zeit errichtete Ignazkirche (ab 1763) wie auch der Erthaler Hof (ab 1743) sind jedoch schon frühe Beispiele des Klassizismus.

Festungsbauten

Aus der Festungszeit der Stadt sind etliche Relikte vorhanden, die aus verschiedenen Epochen stammen. Exponiertes Beispiel des Barocks ist dabei das Palais des Festungskommandanten, welches mit der Zitadelle über der Stadt thront. Doch auch frühere Teile der alten römischen und mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch vorhanden und zumindest in ihrem Mauerwerk noch original. Am Rhein erheben sich der Holzturm und der Eisenturm, die ihre Torfunktion jedoch durch die Aufschüttung des Rheinufers im 19. Jahrhundert und die dadurch bedingte Erhöhung des Straßenniveaus verloren haben. Im Holzturm war der Kerker des Räuberhauptmanns Schinderhannes. Spätere Zeugen des Festungsbaus als Bundesfestung sind das Fort Malakoff im Süden der Stadt sowie das große, im Krieg nicht zerstörte, Proviant-Magazin in der Schillerstraße gegenüber dem Erthaler Hof.

Seit 1945

Die Stadt zeichnet sich heute durch eine Durchmischung verschiedener Bauepochen aus. Die französische Militäradministration berief in den späten 1940er Jahren den berühmten französischen Städteplaner Marcel Lods, einen neuen Stadtplan auszuarbeiten. Dieser wurde damals als Mainz, modernste Stadt der Welt sehr bekannt. Der radikale Plan ist nie umgesetzt worden, die Akzeptanz war gering, aber auch das Geld ist nicht vorhanden gewesen. Es blieb bei einer evolutionären und behutsamen Änderung des alten Plans. Allgemein wurden die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges von den Kommunalpolitikern der 1960er Jahre auch als Chance begriffen, alte Fehler bei Bauten und der Generalanlage (Straßennetz, übrige Infrastruktur) der Stadt zu beheben. Im sakralen Bereich wurden neue Kirchen gebaut, deren künstlerische Ausstattung von Peter Paul Etz als beispielhaft gilt, die mit seinen Schülern Alois Plum und Gustel Stein und deren Projekten in ganz Deutschland bis heute wirkt.

Das bedeutendste städtebauliche Projekt jüngster Zeit ist die Entwicklung des 22 Hektar großen Geländes des ehemaligen Zoll und Binnenhafens (bis 2011) zu einem Mischgebiet aus Wohnungen, Büros, Gewerbe- und Kultureinrichtungen. 2007 wurde ein entsprechender städtebaulicher Rahmenplan verabschiedet, der Gebäudenutzflächen bis zu 355.000 Quadratmetern vorsieht.

Eine Besonderheit des Mainzer Stadtbilds sind seit 1853 die Straßenschilder: Straßen mit roten Schildern verlaufen vorwiegend senkrecht zum Rhein (in den südlichen Stadtteilen und in der Innenstadt ist das die West-Ost-Richtung, in Mombach aufgrund des nach Westen biegenden Flussverlaufs dann schon eher Süd-Nord), während Straßen parallel zum Rhein mit blauen Straßenschildern versehen werden. Dabei steigen die Hausnummern in den Straßen mit roten Schildern in Richtung Rhein, in den Straßen mit blauen Schildern mit der Flussrichtung des Rheins, jeweils ungerade Zahlen links und gerade rechts. Die Anregung dazu gab bereits 1849 Josef Anschel durch einen Antrag auf „Umänderung der Häusernummern“, bei der er ebenfalls den einheitlichen Verlauf der Hausnummern vorschlug. Kleinere Straßen, insbesondere in den vom Rhein weiter entfernt liegenden Ortsteilen, und Straßen, deren Verlauf nicht eindeutig ist, sind mit weißen Schildern versehen.

Sehenswürdigkeiten

Bedeutende Sehenswürdigkeiten der Stadt
Kirchen Profanbauten Plätze und Sonstiges
  • Dom St. Martin
  • St. Stephan (Chagallfenster)
  • St. Quintin
  • Augustinerkirche
  • St. Peter
  • St. Ignaz
  • Christuskirche
  • Johanniskirche
  • Antoniterkapelle
  • Karmeliterkirche
  • St. Emmeran
  • Auferstehungskirche
  • Altmünsterkirche
  • St. Christoph
  • Kurfürstliches Schloss
  • Deutschhaus (heute Landtag)
  • Neues Zeughaus (heute Staatskanzlei)
  • Erthaler Hof
  • Osteiner Hof
  • Bassenheimer Hof
  • Schönborner Hof
  • Zitadelle
  • Älterer Dalberger Hof
  • Jüngerer Dalberger Hof
  • Gästehaus des Bentzelschen Hofs
  • Algesheimer Hof
  • Eisenturm
  • Holzturm
  • Zum Römischen Kaiser
  • Rathaus
  • Schillerplatz
  • Kirschgarten
  • Ballplatz
  • Karmeliterplatz
  • Römersteine
  • Sektkellerei Kupferberg
  • Stadtpark
  • Lennebergwald
  • Naturschutzgebiet Mainzer Sand
  • Botanischer Garten
  • Hauptfriedhof Mainz
  • Römisches Theater Mainz (Ausgrabungen)
  • Kriegsmahnmal St. Christoph
  • Dativius-Victor-Bogen
  • Theodor-Heuss-Brücke
  • Höfchen

Wirtschaft

Wirtschaft und Infrastruktur sind in Mainz von der Zugehörigkeit zum Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main geprägt. Bei Rankings, die sich an der Wirtschaftsleistung der Städte orientieren, belegte die Stadt seit den 2000er Jahren vordere Plätze. So erreichte Mainz in einer Studie der Wirtschaftswoche von 2005 im Vergleich von 50 deutschen Städten den vierten Rang, bei der Wiederholung 2006 den fünften Rang. Geprüft wurden innerhalb der Studie ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Produktivität, Bruttoeinkommen und Investitionen. Im 2010er Städteranking von insm und wiwo.de liegt Mainz auf Platz 48 von 100 bewerteten Städten, hinter Speyer (31), Neustadt/Weinstraße (35) und Frankenthal (46), jedoch vor Worms (62) und Ludwigshafen (68). Mit einer Kaufkraft von 19.676 Euro pro Einwohner (2005) liegt die Stadt um 15 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Das Arbeitseinkommen je Einwohner betrug in Mainz 2005 15.254 Euro und lag damit deutlich über dem Durchschnitt aller untersuchten Städte von 11.678 Euro. Mainz erreicht damit den dritten Platz. Bei den Gewerbeanmeldungen im Verhältnis zu den Gewerbeabmeldungen belegte Mainz in der Studie, die am 30. Juni 2006 veröffentlicht wurde, den dritten Platz. 2002 erwirtschafteten 147.500 Erwerbstätige ein Bruttoinlandsprodukt von je 55.890 Euro.

Verschuldung der Stadt Mainz

Binnen 15 Jahren stieg die Verschuldung der Stadt Mainz von 25 Millionen Euro (1994) auf über 550 Millionen Euro (2008). Rechnet man die Schulden der stadtnahen Gesellschaften hinzu, kommt man auf einen Schuldenstand von über einer Milliarde Euro (Stand 2011). Die Stadt musste im Jahr 2011 rund 25 Millionen Euro Zinsen zahlen, bis 2014 stieg die Zinslast auf 54 Millionen Euro.

Industrie

In Mainz gab es 2003 74 Betriebe des verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 20 Angestellten. Insgesamt sind in den Betrieben über 11.000 Menschen beschäftigt, die einen Gesamtumsatz von über 2,2 Milliarden Euro erwirtschaften. Dazu gab es 2002 79 kleinere Betriebe mit weniger als 20 Angestellten. Industrielle Ansiedelungen finden sich vor allem zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Mombach. Größere dort angesiedelte Unternehmen sind das Mainzer Traditionsunternehmen Werner & Mertz („Erdal“), die Schott AG und Cargill. Die Wepa Papierfabrik hat 2006 das hier gelegene einstige Hakle-Werk von dem amerikanischen Hersteller Kimberly-Clark Corporation übernommen und fertigt am Standort Mainz Hygienepapiere.

Die Schott AG (früher Schott Glaswerke) hat ihren Hauptsitz in Mainz seit der Umsiedlung von Jena nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Mainzer Neustadt steht seit den 1950er-Jahren das Hauptwerk. 1988 wurde in Mainz-Marienborn das Schott-Forschungszentrum in Betrieb genommen. 2002 wurde in der Nähe des Hauptwerks in Mainz-Mombach ein weiterer Zweigbetrieb mit Schwerpunkt Ceran fertiggestellt. Derzeit arbeiten 2.400 der 17.000 Schott-Angestellten weltweit am Standort Mainz.

Im Jahr 1965 begann IBM, in Mainz-Hechtsheim ein Werk für Speichersysteme zu errichten. Später wurden hier vor allem Festplatten hergestellt. 2002 wurde mit dem Verkauf des Festplattengeschäfts an Hitachi das Mainzer Werk geschlossen. An dem IBM-Standort arbeiten aber weiterhin etwa 1700 Mitarbeiter im Bereich der Unternehmensberatung und Softwareentwicklung.

Als weiteres Unternehmen im Bereich der Hochtechnologie ist das Pharmaunternehmen Novo Nordisk seit 1958 in der Stadt ansässig. Anfang 2008 arbeiteten dort ca. 450 Menschen. Auf ältere Wurzeln kann die Niederlassung von Siemens zurückblicken. Sie entstand schon nach der Übernahme des ersten in Mainz errichteten Elektrizitätswerks (erbaut 1898) im Jahr 1903. Ebenfalls im Jahr 1903 wurde die Gewürzmühle Moguntia gegründet.

In Mombach gab es die Waggonfabrik Gebrüder Gastell, in der später Straßenbahnen von Westwaggon und Omnibusse von Magirus-Deutzund Iveco gebaut wurden; heute befindet sich dort noch die Vertriebsorganisation der Iveco-Omnibustochter Irisbus. In Weisenau befindet sich neben der Autobahnbrücke über den Rhein ein mittlerweile stillgelegtes Werk der HeidelbergCement. Daneben befindet sich eine Anlage der ADM Mainz GmbH (früher ADM Soya Mainz) mit Biodiesel-Herstellung.

Im Jahr 1919 wurde in Mainz die Brezelbäckerei Ditsch gegründet, die heute trotz ihrer Wurzeln als traditionelles Mainzer Familienunternehmen weltweit tätig ist.

Weinhauptstadt Mainz/Rheinhessen

Seit Mai 2008 sind Mainz und Rheinhessen Mitglied des 1999 gegründeten Great Wine Capitals Global Network (GWC) – einem Zusammenschluss bekannter Weinbaustädte weltweit. Neben Mainz befinden sich in diesem Verbund Städte und Regionen wie Bilbao: Rioja, Bordeaux: Bordeaux (Weinbaugebiet), Florenz: Toskana, Kapstadt: Cape-Winelands, Mendoza: Mendoza, Christchurch: South Island von Neuseeland, Porto: Dourotal sowie San Francisco: Napa Valley. Jedes Jahr präsentiert sich einer dieser Partner beim Mainzer Weinmarkt mit Weinen aus der jeweiligen Region und kulinarischen Spezialitäten.

Energieversorgung

Mainz bezieht seinen Strom vor allem von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW), die ein GuD-Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue betreiben. Das Unternehmen plant dort mit der Siemens AG als Generalunternehmer den Bau eines neuen Kohleheizkraftwerks (KHKW) mit einer elektrischen Bruttoleistung von 820 Megawatt (MW). Die geschätzten Kosten für die Gesamtanlage liegen zwischen 940 Mio. und 1,2 Mrd. Euro. Der Bau des Kraftwerks wurde zuerst von den Mainzer und Wiesbadener Stadtparlamenten mehrheitlich befürwortet. Inzwischen hat sich aber in beiden Stadtparlamenten eine politische Mehrheit gegen das Projekt gefunden. Hauptgrund dafür ist eine öffentlich auf breiter Basis geführte Diskussion über die Auswirkungen der Emissionen des Kohlekraftwerks auf Umwelt und Bevölkerung und dessen wirtschaftlichen Nutzen für die Mainzer Bevölkerung.

Bei den erneuerbaren Energien ist Mainz mit verschiedenen Technologien vertreten. Neben einigen Windenergieanlagen bei Ebersheim, Hechtsheim und Marienborn werden immer mehr Photovoltaikanlagen errichtet. Beispiele sind das Staatstheater, das Abgeordnetenhaus, das Stadion am Bruchweg oder Aussiedlerhöfe bei Bretzenheim. Zukünftig will sich die Stadt, die auf Platz 15 unter den Großstädten in der Solarbundesliga liegt, noch stärker als bisher als Solarstadt profilieren.

Medien

Die Stadt Mainz ist Sitz des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), des Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz des Südwestrundfunks (SWR), des Sendezentrums des Fernsehsenders 3sat, des privaten Radio Rockland Pfalz GmbH & Co. KG (seit Mai 2008) sowie des Studios Rhein-Main der privaten Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG RPR. Seit Oktober 2011 sendet Antenne Mainz als erster privater Stadtradiosender für Mainz.

Weitere Medienunternehmen sind die BFE Studio und Medien Systeme GmbH, die komplette Studioeinrichtungen und Einrichtungen für Übertragungswagen produziert, und die Verlagsgruppe Rhein-Main, die mit 21 täglich erscheinenden Druckerzeugnissen jeden Tag eine halbe Million Leser in Rheinland-Pfalz und Hessen erreicht.

Als Tageszeitung erscheint die Allgemeine Zeitung Mainz. Ende 2013 wurde der Ableger der Koblenzer Rhein-Zeitung, die Mainzer Rhein-Zeitung, eingestellt, da der Verleger Walterpeter Twer die Ausgabe für nicht mehr profitabel genug hielt. Weitere Printmedien sind die Mainzer Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft und Geschichte sowie verschiedene Stadtmagazine wie z. B. die STUZ, der Sensor oder Der Mainzer.

Mainz war bis Ende 2010 Sitz des traditionsreichen Verlages Philipp von Zabern. 1802 in Mainz gegründet ist der Zabern-Verlag international auf den Gebieten der Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte führend und seit 2011 in Darmstadt ansässig.

Mainz ist ferner Sitz des Musikverlags Schott Music.

Seit 2001 findet in Mainz mit dem FILMZ – Festival des deutschen Kinos das erste Langfilmfestival des Landes Rheinland-Pfalz statt.

Die Medienunternehmen gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Allein das ZDF beschäftigte 2004 rund 3.600 Menschen, die Verlagsgruppe Rhein-Main 1.200 (2005).

Sonstige Dienstleistungsunternehmen

In Mainz als Touristen- und Kongressstadt sind zahlreiche Hotels wie das Hilton, das Hyatt, das ATRIUM HOTEL MAINZ  und das Favorite Parkhotel ansässig. Im Transportsektor war die Stadt Sitz der Spedition G.L. Kayser, deren Gründung auf das Jahr 1787 zurückgeht. Das ehemalige Familienunternehmen ging in der Firma Kühne + Nagel auf, deren Mainzer Niederlassung in Mainz-Hechtsheim liegt. Ebenfalls in Mainz-Hechtsheim befindet sich der Sitz der J. F. Hillebrand Group. Der Logistikspezialist mit 48 Tochtergesellschaften ist Weltmarktführer für den Transport von Wein und Spirituosen.

Mainz verfügt als Weinstadt über bedeutende Selbsthilfeeinrichtungen der Weinwirtschaft und auch sonst spielt Wein als Wirtschaftsfaktor und Tourismusattraktion eine große Rolle in der Stadt.

Die Mainzer Volksbank ist die größte rheinland-pfälzische Volksbank. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall hat ihre Hauptverwaltung in Mainz-Weisenau. Die Lederindustrie-Berufsgenossenschaft hat ihre Hauptverwaltung ebenfalls in Mainz.

Der „fünften Jahreszeit“ kann sich in Mainz niemand entziehen, nicht einmal Johannes Gutenberg auf seinem Denkmal. Die Mainzer Fastnacht („Määnzer Fassenacht“ oder „Meenzer Fassenacht“) gehört zu den traditionsreichsten und größten Veranstaltungen dieser Art. Mainz gehört zusammen mit Köln und Düsseldorf zu den Hochburgen der rheinischen Fastnacht. Neben den Ursprüngen, die allen Karnevals-, Fastnachts- und Faschingsfesten gemein sind, pflegt die Mainzer Fastnacht dabei auch eine besondere politisch-literarische Komponente.
Der Brauch der Fastnacht geht auf den christlichen Kalender zurück, bei dem in der Nacht zum Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Die ersten Überlieferungen stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert – es handelt sich um Verordnungen, die sich gegen übermäßige Völlerei und Ausschweifung an den Tagen vor der Fastenzeit richten.

Vor allem das Militär wurde im 19. Jahrhundert in der hessischen Festungsstadt Mainz mit der hier von 1815 bis 1866 gelegenen preußischen und österreichischen Garnison gerne karikiert: die aktuellen Uniformen der Garden sind dieser Herkunft nachempfunden, ergänzt durch Anleihen von Landsknecht- und Söldnerkleidung sowie Phantasieuniformen. Eine Garde ahmt Uniformteile eines elsässischen Jägerregimentes nach (Garde der Prinzessin). Auch auf Uniformen der kurmainzischen Armee wird zurückgegriffen. Die Garden mit ihren Militärparodien haben einen großen Anteil an der Straßenfastnacht und ihren Umzügen, unter denen der Mainzer Rosenmontagszug zu den bekanntesten zählt. Die Rekrutenvereidigung gehört ebenfalls zu der Militärparodie in der Mainzer Fastnacht.

Der ‚Schlachtruf‘ der Mainzer Fastnacht, Helau, stammt aus Düsseldorf und wurde erst 1935 in Mainz eingeführt.

Das Mainzer Staatstheater (bis 1989: „Stadttheater“) öffnet seine Bühne in der Fastnachtszeit für Laien, die im Rahmen der Fastnachtsvereine die Fastnachtsposse, meist ein bekanntes Lustspiel, aufführen. 2004 wurde das 1889 entstandene Stück Pension Schöller von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs aufgeführt; der damalige Trainer des Mainzer Fußballvereins 1. FSV Mainz 05, Jürgen Klopp, gab hierbei eine Gastrolle.

Die Fans von Mainz 05 haben aus dem Spottlied „Ihr seid nur ein Karnevalsverein“ eine eigene Philosophie gemacht: „Wir sind nur ein Karnevalsverein“. Die Finther Schoppesänger leisteten mit den Liedern: Mainz 05 haut auf die Pauke und Ja wenn die Tore fallen ihren Beitrag dazu.

Die Kunst des politischen Büttenvortrags wird in Mainz traditionell gepflegt („Protokoller“, „Bote aus dem Bundestag“ u.v.m.). Zwar finden sich auch in der Mainzer Fastnacht (analog zu Köln) reine „Kokolores“-Vortragsredner (wie etwa früher Rudi Zörns oder heute Hildegard Bachmann, die kunstvoll Pointen des Alltags zuspitzen), dennoch verbanden und verbinden sich mit den hochkarätigsten Mainzer Büttenreden hauptsächlich Figuren wie „Till“ oder „Bajazz mit der Laterne“, die mit geschliffenem Wort-Florett und oft erkennbar politischer Grundausrichtung ihre rhetorischen Pfeile abschießen.

Wichtigster musikalischer Bestandteil der Mainzer Fastnacht ist der von dem österreichischen Kapellmeister Zulehner stammende „Narrhallamarsch“, erstmals 1840 in der Mainzer „Neuen Anlage“ aufgeführt. Ohne diese in Saal und Gasse überall zu hörende mitreißende Melodie ist die Mainzer Fastnacht nicht denkbar.

Die „Fassenacht“ hat sich immer wieder der Zeit angepasst und dabei auch Fremdes importiert. „Helau“ wurde genannt. In den 1960er Jahren sah man die ersten Guggemusig-Kapellen aus der Schweiz; heute gibt es auch lokale Guggemusik. In den letzten Jahren hat die Samba-Musik aus dem Brasilianischen Karneval ihren Siegeszug angetreten. Die rheinische, in Mainz nicht traditionelle Einrichtung der Weiberfastnacht wird seit 2006 „offiziell“ begangen. Und sogar „Viva Colonia“ – natürlich als „Viva Moguntia“ vereinnahmt – ist auf dem Zug ab und zu zu hören, ohne größeres Missfallen zu erregen.

Die Farben der Mainzer Fastnacht sind rot, weiß, blau und gelb, ursprünglich in ganz beliebiger Reihenfolge, auch paarig oder einzeln verwendet. Die in den letzten Jahrzehnten übliche Anordnung – wie genannt – führte zu spekulativen Deutungsversuchen (z. B. „umgedrehte“ französische Trikolore usw.), welche aber weder durch irgendeinen Nachweis belegt noch mit den zeitgeschichtlichen Zusammenhängen zu vereinbaren sind.

In der Mainzer Straßenfastnacht haben die sogenannten „Schwellköpp“ seit dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ihren Platz. Sie zeigen, satirisch überspitzt, typische Physiognomien von Mainzer Charakteren beiderlei Geschlechtes. Die überdimensional großen Pappmachéköpfe werden von Trägern bei Straßenumzügen zur Auflockerung des Zuges zwischen den einzelnen Zugnummern getragen und präsentiert.

Bekannte Personen der Mainzer Fastnacht waren und sind:

  • Bernhard Knab, Vortragsredner „Der deutsche Michel“
  • Hildegard Bachmann, Vortragsrednerin
  • Horst Becker, Der singende Brezelmann von Määnz
  • Hans-Peter Betz, Sitzungspräsident der Fernsehsitzung bis 2013 und Guddi Gutenberg
  • Herbert Bonewitz („Gonsbachlerche“, Vortragsredner z. B. „Prinz Bibi“)
  • Dieter Brandt, Rednerfigur des „Till“
  • Rolf Braun († 2006), langjähriger Sitzungspräsident der Fernsehfastnachtssitzungen, Kokoloresvorträge
  • Jürgen Dietz († 2015), Vortragsredner „Der Bote vom Bundestag“
  • Otto Dürr († 2011) und Georg Berresheim († 1987), die Putzfrauen „Frau Babbisch“ und „Frau Struwwelich“
  • Hans-Jürgen Finkenauer, Sänger MCC, ehem. Kapitän Mainzer Hofsänger, „Wir sind alles Meenzer“
  • Lutz Franck (†) und Wilfried Rudolph „Uiujuiujui, Auauauauau“
  • Jeremy D. Frei, Sänger, Präsident und Vortragsredner der LSG – DIE CHAOTE
  • Ellen Friese, Sängerin: „Kinder, wir leben nur einmal“
  • Seppel Glückert († 1955)
  • Adolf Gottron (†)
  • Toni Hämmerle († 1968), Komponist
  • Rudi Henkel
  • Diether Hummel († 1989), Präsident der Mainzer Prinzengarde, Generalfeldmarschall und Oberstadtmarschall der Stadt Mainz
  • Heinz Koch († 2005), en alte Meenzer
  • Klaus Koop, Musiker: „Geigerfränzje“
  • Jochen Kunz († 1995), Vortragsredner z. B. „Rentner“ oder Bundestagsabgeordneter
  • Patricia Lowin, Vortragsrednerin
  • Joe Ludwig, ehemaliger Chef der Gonsbachlerchen, Vortragsredner
  • Tobias Mann, Kabarettist, Entertainer, Vortragsredner und Sänger („Sibbe Schobbe“)
  • Heinz Meller
  • Guido Meudt und die Mainzer Worschtathlete
  • Martin Mundo († 1941)
  • Ernst Neger († 1989) (Der singende Dachdeckermeister „Heile, heile Gänsje“, „Humba Täterä“, „Rucki Zucki“)
  • Friedel Panitz
  • Wolfgang Ross (†), Pierrot
  • Norbert Roth
  • Willi Scheu († 1998), Rednerfigur des „Bajazz mit der Laterne“
  • Heinz Schier, Redner aus Mainz-Mombach (Bohnebeitel)
  • Rüdiger Schlesinger, Redner seit 2001 in der Figur „Advokat des Volkes“, seit 2012 als „Red Akteur“
  • Franz Josef Schneider († 1962), Mainzer Original „Geigerfränzje“
  • Margit Sponheimer („Am Rosenmontag bin ich geboren“)
  • Rudi Zörns († 2009), Vortragsredner, z. B. „Margret von de Palz“, „Alleweil sein ich do“
  • Sabine Pelz, Rednerin der Eiskalten Brüder, „Chefhosstess der Stadt Mainz“
  • Andreas Schmitt, Sitzungspräsident der Eiskalten Brüder, Redner „Obermessdiener vom Mainzer Dom“ und seit 2014 Sitzungspräsident der Fernsehfastnachtssitzung
  • Peter Beck „Begge Peder“
  • Toni Oestereich, Präsident Kostheimer Carneval-Verein
  • Gunther Raupach, Vortragsredner
  • Helmut Schlösser, Vortragsredner (Bohnebeitel)

Mainzer Vereine und Korporationen

Aktuell gibt es 75 Mainzer Fastnachtsvereine. Die höchste Anzahl an Gründungen gab es 1974 mit fünf Gründungen gefolgt von 1947 mit vier und den Jahren 1877, 1886, 1960 und 1981 mit jeweils drei Gründungen. Je zwei Gründungen gab es 1952, 1953, 1958, 1972 und 1976.

Motto

Jedes Jahr wird von den Bürgern ein Motto zur Fastnacht vorgeschlagen. Eine 29-köpfige Jury, bestehend aus Vertretern der Fastnacht, Politik, Wirtschaft und Medien, sichtet die nach Beendigung der jeweiligen Kampagne eingehenden Vorschläge und wählt aus diesen dann im Juni des Jahres ein Motto für die Kampagne des nächsten Jahres aus.

Das Motto für die Kampagne 2016 lautet: «Ein echter Narr ist ohne Sprüch – rhoihessisch, herzlich, määnzerisch» («Ein echter Mainzer ist ohne Sprüche – rheinhessisch, herzlich, mainzerisch»), das Motto hat unter mehr als 200 Einsendungen das Rennen gemacht.

Zugplakette

Zu jeder Kampagne gibt es in jedem Jahr auch das sogenannte Zugplakettche, welches verkaufsfördernd mit dem Satz: „Kaaaft Zuchplakettcher“ angepriesen wird. Die Verkaufserlöse fließen der Finanzierung des Rosenmontagszuges zu. Von 2006 bis 2013 wurden blinkende Zugplakettchen verkauft, was mit einer Preiserhöhung verbunden war. Seit 2014 werden wieder Zugplakettchen ohne Blinkfunktion verkauft. Natürlich sind das keine Plaketten, sondern kleine Plastikfiguren, die an frühere fastnachtliche Zeiten erinnern, als tatsächlich Plaketten (noch früher „Stern“) zur Finanzierung üblich waren.

Fastnachtsumzüge

Neben dem überregionalbekannten Mainzer Rosenmontagszug gibt es in der Innenstadt und den Stadtteilen weitere Umzüge, diese sind:

  • 1. Januar:
    • Neujahrsumzug
  • Freitag:
    • Umzug in Mainz-Hechtsheim
  • Samstag:
    • Mainzer Jugendmaskenzug in der Mainzer Innenstadt
    • Umzug in Mainz-Gonsenheim
    • AKK-Umzug in den Wiesbadener Stadtteilen Mainz-Kostheim, Mainz-Kastel
  • Sonntag:
    • Gardeumzug in der Mainzer Innenstadt
    • „Finther Zug der Lebensfreude“ in Mainz-Finthen
    • Umzug in Mainz-Bretzenheim
  • Rosenmontag:
    • Mainzer Rosenmontagszug
  • Fastnachtsdienstag:
    • Kappenfahrt in der Innenstadt
    • „Schissmelle-Dienstagszug“ in Mainz-Mombach
    • „Draaser Umzug“ in Mainz-Drais