Trier: Die älteste Stadt Deutschlands

Trier liegt in der Mitte des mittleren Moseltals mit dem Hauptteil am rechten Ufer des Flusses. Bewaldete und mit herrlich anmutenden Weinbergen besetzte Hänge steigen zu den Hochflächen des Hunsrücks im Südosten und der Eifel im Nordwesten an.

Trier Ansichten mit Kurzportrait

Trier Hauptmarkt
Der Trierer Marktplatz im Jahr 1909

Sie ist die viertgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz hinter Mainz, Ludwigshafen und Koblenz. Zuletzt wohnten etwa 109.000 Einwohner in der Stadt.

Trier wurde vor mehr als 2000 Jahren unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet und beansprucht den Titel der ältesten Stadt Deutschlands für sich.

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone, die Sommer sind angenehm warm und die Winter nicht zu kalt, wobei die Tremperaturen auch schon mal unter die Null-Grad Grenze sinken.

Anfahrt

Zu erreichen ist Trier mit dem Auto über Die Autobahn A 1 Saarbrücken–Wittlich–Dreieck Vulkaneifel oder die A 64 Luxemburg–Trier. Per Bahn ist Trier nach Norden über die Moselstrecke an Koblenz und über die Eifelstrecke an Köln angeschlossen. Nach Süden führen die Trierer Weststrecke nach Luxemburg, die Saarstrecke nach Saarbrücken und die Obermoselstrecke nach Perl bzw. Metz in Frankreich.

Der Moselradweg führt durch die Stadt und ist Teil der internationalen Radwanderroute Velo Tour Moselle. In Trier-Ehrang startet der Kylltal-Radweg in die Eifel und in Trier-Ruwer der Ruwer-Hochwald-Radweg in den Hunsrück. Der Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg verläuft zwischen Bingen am Rhein und Trier.

Sehenswertes

Die bis in die Gegenwart erhaltenen römischen Bauwerke wurden 1986 als UNESCO-Welterbe Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier ausgezeichnet.

Antike

  • Porta Nigra, Wahrzeichen der Stadt ist ein ehemaliges römisches Stadttor.
    Schwarze Pforte
    Die Porta Nigra – “Schwarze Pforte” in Trier

    Der Name Porta Nigra stammt aus dem Mittelalter. Ein anderer Name im Mittelalter lautete Porta Martis „Tor des Mars“. Von den Trierer Einwohnern wird die Porta Nigra meist nur als „Porta“ bezeichnet.

  • Amphitheater aus der Römerzeit, das nach der Fertigstellung um 100 n. Chr. 18.000 Besuchern Platz bot.
  • Thermen (Römische Badeanlagen): Kaiserthermen, Barbarathermen und Viehmarktthermen. Die Kaiserthermen sind die monumentalen Überreste einer großflächig geplanten spätantiken römischen Badeanlage und späteren Reiterkaserne, die sich im Zentrum der Stadt erhalten haben. Der Bau mit seinen teilweise noch 19 Meter hoch erhaltenen Mauern gehört zu den größten römischen Thermen nördlich der Alpen
  • Römerbrücke führt über die Mosel in Trier. Sie ist die älteste Brücke Deutschlands.
  • antikes Gräberfeld mit über 1000 Sarkophagen unter der Reichsabteikirche St. Maximin
  • Porta Alba, ehemaliges römisches Stadttor

Mittelalter

Dombau Sankt Peter
Dom “Sankt Peter”
  • Der Trierer Dom St. Peter ist der älteste Dom Deutschlands
  • Die Liebfrauenkirche wurde im frühsten gotischen Stil 1227–1243 erbaut und mit dem Dom durch einen Kreuzgang verbunden, mit figurenreichem Portal und gewölbtem Schiff
  • Der Hauptmarkt mit Steipe, Rotem Haus, St. Gangolf, Marktkreuz, Petrusbrunnen und der naheliegenden Judengasse
  • Benediktinerabtei St. Matthias (romanische Kirche mit Apostelgrab)
  • Wehrhafte Wohntürme Frankenturm und Turm Jerusalem (heute Standesamt)
  • Dreikönigenhaus (frühgotisches Wohnhaus)
  • Moselkräne (der ältere Moselkran von 1413, auch „Alter Krahnen“, und der barocke „(Alte) Zollkran“ von 1774, auch „Jüngerer Moselkran“ genannt)

17. und 18. Jahrhundert

Palais Trier
Der Palast des Kurfuersten
  • Kurfürstliches Palais
  • Barock-Palais Kesselstatt
  • Die Löwen-Apotheke am Hauptmarkt ist die älteste Apotheke Deutschlands
  • Quinter Schloss
  • Sankt Georgsbrunnen
  • Schloss Monaise mit Park

1800 bis 1933

  • Französisches Casino
  • Alter Jüdischer Friedhof an der Weidegasse
  • Jugendstilhäuser in der Fleischstraße, Nagelstraße und Neustraße sowie Im Gartenfeld
  • Karl-Marx-Haus und Karl-Marx-Wohnhaus
  • Maria-Hilf-Kapelle mit dem Grab von Peter Friedhofen, dem Begründer des Ordens der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf
  • Mariensäule
  • Katholische Kirchenbauten des Historismus: Neuromanisch: St. Martin, Redemptoristenkloster St. Josef, Neugotisch: Herz Jesu, St. Helena (Euren) St. Peter (Ehrang)
  • Evangelische Kirche Trier-Ehrang

Zeit des Nationalsozialismus

  • Hochbunker von Trier beim Rathaus
  • Ehemalige nationalsozialistischen Lehrerbildungsanstalt (heute Altbauten auf dem Campus Schneidershof der Hochschule Trier)
  • Hochbunker in Trier-West und -Nord
  • Mehrere Westwallbunker an der Grenze zwischen Trier-Zewen und Igel sowie bei Trier-Ruwer

Nachkriegszeit

  • Ehemaliger Truppenübungsplatz der Französischen Streitkräfte mit künstlichen Ruinen zum Häuserkampftraining und Graffiti mit afrikanischen Landschaften
  • Bauten von Oswald Mathias Ungers: Schutzbau der Viehmarktthermen, Eingangsbereich der Kaiserthermen, Vorplatz derKonstantinbasilika.
  • Neubau des Theaters Trier von Gerhard Graubner aus dem Jahr 1964

Natur

  • FFH-Gebiet Mattheiser Wald
  • Wasserfälle des Gillenbachs und des Sirzenicher Bachs
  • Wildgehege im Weisshauswald

MuseenMuseum Spiele

  • Rheinisches Landesmuseum
  • Museum am Dom
  • Stadtmuseum Simeonstift
  • Karl-Marx-Haus
  • Schatzkammer
  • Spielzeugmuseum
  • Verkehrsmuseum

Die Medien- und Fastnachtmetropole Mainz

Wappen der Stadt Mainz

Mainz ist die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz und mit mehr als 206.000 Einwohnern zugleich dessen größte Stadt. Mainz ist eine kreisfreie Stadt zentral im Rhein-Main-Gebiet gelegen und bildet mit der angrenzenden hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden ein länderübergreifendes Doppelzentrum mit fast 500.000 Einwohnern.

Stadtlogo Mainz Rheinland Pfalz
offizielles Logo der Stadt

Die Stadt ist Sitz der Johannes Gutenberg-Universität, des römisch-katholischen Bistums Mainz sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten, wie des Südwestrundfunks (SWR) und des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Mainz versteht sich als eine Hochburg der rheinischen Fastnacht.

Mainz liegt gegenüber der Mündung des Mains am Rhein. Im näheren Umkreis liegen die Großstädte Frankfurt am Main, Darmstadt, Ludwigshafen am Rhein und Mannheim.

Mainzer Stadtgeschichte

Vorgeschichte und römische Zeit

Das Stadtgebiet des heutigen Mainz war schon zur letzten Eiszeit vor 20.000 bis 25.000 Jahren eine Raststätte für Jäger, wovon bei Ausgrabungen im Jahr 1921 entdeckte Relikte zeugen.

Erste dauerhafte Ansiedelungen im Mainzer Stadtgebiet sind jedoch keltischen Ursprungs. Die Kelten waren in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. die dominierende Kraft am Rhein. Aus diesen keltischen Siedlungen und der mit ihnen im Zusammenhang stehenden keltischen Gottheit Mogon (in etwa vergleichbar dem griechisch-römischen Apollon) leiteten die nach dem gallischen Krieg (52 v. Chr.) am Rhein eintreffenden Römer die Bezeichnung „Mogontiacum“ für ihr neues Legionslager ab. Lange Zeit wurde angenommen, dass dieses Lager um 38 v. Chr. gegründet wurde.

Neuere Forschungen haben jedoch ergeben, dass die Gründung des Lagers (und damit letztlich der Stadt Mainz) erst später, nämlich um 13/12 v. Chr. durch Drusus, erfolgte.

Nachdem das Doppellegionslager Mogontiacum gegründet worden war, wurde das Lager, das im Bereich des heutigen Kästrichs liegt, sehr schnell von einzelnen Ansiedelungen (lat. cannabae) umgeben. Die beiden Legionen brauchten Handwerker und Gewerbetreibende zur Aufrechterhaltung ihrer Einsatzfähigkeit. Diese Ansiedlungen sind der Ausgangspunkt der urbanen Entwicklung von Mainz.

Die Stadt gehörte anschließend etwa 500 Jahre lang zum Imperium Romanum und war ab ca. 89 n. Chr. Hauptstadt der Provinz Germania superior und, ab dem 4. Jahrhundert, Germania prima. Im Unterschied zu Köln, der Hauptstadt der zweiten germanischen Provinz, scheint Mogontiacum dabei allerdings nicht zur colonia erhoben worden zu sein. Vor allem die große Rheinbrücke machte den Ort dabei wirtschaftlich und strategisch bedeutend. Spätestens ab der Mitte des 4. Jahrhunderts bestand in der Stadt eine christliche Gemeinde unter Leitung eines Bischofs. Bereits seit etwa 350 scheint keine Legion mehr in Mainz stationiert gewesen zu sein.

Die mittelalterliche Bischofsstadt

Um 406 wurde Mainz von Vandalen, Alanen und Sueben erobert und geplündert. Nach der Zeit der so genannten Völkerwanderung, in der Westromzerfiel, begann allmählich der Aufstieg der Stadt, die spätestens um 480 endgültig unter fränkische Herrschaft gelangte. Die Funktion als Umschlagplatz für Handelsgüter aller Art (später vor allem Messewaren, die für Frankfurt bestimmt waren) beschleunigte die Stadtentwicklung. Besiedelt blieb vor allem der Raum zwischen dem alten Römerlager und dem Rhein.

Am Ende dieser Entwicklung stand eine herausragende Bedeutung auf kultureller, religiöser und politischer Ebene. Ab Mitte des 8. Jahrhunderts wurde von Mainz aus durch Erzbischof Bonifatius aktiv die Christianisierung des Ostens, vor allem der Sachsen, betrieben. 782 wurde Mainz zumErzbistum erhoben. Die Kirchenprovinz entwickelte sich in der Folge zur größten diesseits der Alpen. Im 9. und 10. Jahrhundert erwarb sich Mainz den Titel Aurea Moguntia.

Dom zu Mainz
Bild: Mainzer Dom

Der Einfluss der Mainzer Erzbischöfe ließ diese zu Reichserzkanzlern, Landesherren des kurmainzischen Territoriums und Königswählern (Kurfürsten) aufsteigen. Erzbischof Willigis (975–1011) ließ den Mainzer Dom als Zeichen seiner Macht errichten und war zeitweise als Reichsverweser der bestimmende Mann im Reich. Im Zuge dieses Aufstieges der geistlichen Macht in weltlichen Angelegenheiten war die Stadt Mainz selber unter die Kontrolle ihres Erzbischofs gefallen.

Das Hochmittelalter brachte für die Bürger erstmals besondere Privilegien, die ihnen von Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken (1110–1137) verliehen wurden. Sie beinhalteten vor allem Steuerfreiheiten und das Recht, sich nur innerhalb der Stadt vor Gericht verantworten zu müssen. Nach der Ermordung des Erzbischofs Arnold von Selenhofen im Jahr 1160 wurden diese Privilegien jedoch wieder rückgängig gemacht. Zudem wurden die Stadtmauern auf Befehl Kaiser Friedrich Barbarossas geschleift. Obgleich derart gezeichnet, war Mainz schon bald wieder Zentrum der Reichspolitik. Friedrich Barbarossa lud schon 1184 die Elite des Reiches zu einem Hoftag anlässlich der Schwertleite seiner Söhne nach Mainz, der einigen Chronisten als größtes Fest des Mittelalters gilt. Schon 1188 kam er erneut nach Mainz, um dort auf dem „Hoftag Jesu Christi“ zum Dritten Kreuzzug aufzubrechen.

1212 krönte Siegfried II. von Eppstein den Stauferkaiser Friedrich II. im Mainzer Dom zum König. Friedrich II. kehrte 1235 nach Mainz zurück, um dort einen Reichstag abzuhalten. Auf diesem wurde am 15. August der „Mainzer Landfriede“ erlassen.

Freie Stadt Mainz

In den Auseinandersetzungen, die zwischen den Staufern und ihren Gegnern in den 1240er-Jahren immer heftiger wurden, ließen sich die Mainzer Bürger von beiden Seiten umwerben. Die Folge dieser Politik war, dass die Bürger als Preis für ihre Unterstützung 1244 von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein ein umfassendes Stadtprivileg erhielten. Der Erzbischof war danach nur noch formal Oberhaupt der Stadt, die Selbstverwaltung, Gerichtsbarkeit und die Entscheidungsgewalt über neue Steuern ging auf die Bürgerschaft bzw. den 24-köpfigen Stadtrat über. Außerdem entband das Privileg die Bürger von ihrem Gefolgszwang in allen kriegerischen Auseinandersetzungen, die nicht die Stadtverteidigung betrafen. Von diesem Zeitpunkt an war Mainz eine „Freie Stadt“.

Die Zeit als Freie Stadt (bis 1462) gilt als Höhepunkt der Stadtgeschichte. Der politische Einfluss der Bürgerschaft erreichte während dieser Zeit die höchste kommunale und überregionale Bedeutung, wovon die Gründung des Rheinischen Städtebundes 1254 ein deutliches Zeugnis ablegt. Handel und Gewerbe konnten in dieser Zeit nicht zuletzt unter dem Schutz des Städtebunds und der Garantie des Mainzer Landfriedens von 1235 florieren. Mainz stieg zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort auf.

Ab 1328 begann durch Konflikte mit dem Erzbischof der Niedergang des freien Bürgertums und seiner Privilegien. In der Mainzer Stiftsfehde schlugen sich die Bürger auf die Seite des Erzbischofs Diether von Isenburg, der sich sowohl Kaiser als auch Papst zum Gegner gemacht hatte. Die Stadt wurde 1462 durch Adolf II., den Konkurrenten Diethers um das Erzbischofsamt, eingenommen. Adolf II. ließ sich von den Mainzer Bürgern daraufhin alle Privilegien aushändigen und beendete die Zeit der Freien Stadt. Mainz wurde kurfürstliche Residenzstadt und entwickelte sich in der Folge zur Adelsmetropole ohne eigene politische Bedeutung.

Kurfürstliche Residenzstadt

Als seinen Nachfolger empfahl Adolf II. dem immer mächtiger werdenden Mainzer Domkapitel ausgerechnet wieder Diether von Isenburg. Dieser gründete 1477 die schon von Adolf II. geplante Universität.

Die 1517 begonnene Reformation hatte zunächst gute Aussichten in Mainz. Der dort um 1450 von Johannes Gutenberg erfundene Buchdruck mit beweglichen Lettern ermöglichte eine rasche Ausbreitung der reformatorischen Schriften und der Mainzer Erzbischof und Kardinal Albrecht von Brandenburg stand ihren Ideen zunächst aufgeschlossen gegenüber. Letztendlich konnte sie sich aber in Mainz nicht durchsetzen. Zweimal wählte das Domkapitel mit knapper Mehrheit katholische Erzbischöfe. Mit Ausnahme von Garnisonsgemeinden durfte sich bis 1802 keine evangelische Gemeinde in der Stadt bilden.

Die mittelalterliche Stadtbefestigung war ab der Mitte des 16. Jahrhunderts einer moderneren Festungsanlage gewichen, die schließlich die ganze Stadt umfasste. Außerhalb dieser Festung durften keine Steinbauten entstehen, um anrückenden Truppen keinen Schutz bieten zu können. So konnte sich die Stadt nur in den innerhalb der Mauern verbliebenen Freiflächen entwickeln, was das Wachstum der Stadt bis in das 20. Jahrhundert hinein stark begrenzte.

Trotz dieser Festung wurde Mainz im Dreißigjährigen Krieg von der schwedischen Armee kampflos eingenommen. Maßgeblich zur Beendigung des Krieges trug Johann Philipp von Schönborn bei, der 1647 Erzbischof von Mainz wurde und unter dessen Pontifikat die Stadt sich schnell wieder von den Verheerungen des Krieges erholen konnte. Nach diesem Krieg wurde die Gerichtsbarkeit im Kurfürstentum Mainz neu geordnet und ab 1682 die allgemeine Schulplicht eingeführt, die sonst bereits seit 1649 bestand.

In der nun aufkommenden Barockzeit entstanden glanzvolle Bauten in der Stadt, die auch heute noch zum Stadtbild gehören. Mit der Amtszeit des Kurfürsten Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim (1763–1774) erhielt die Aufklärung auch auf politischer Ebene Einzug in die „Stadt des Adels“.

Das Ende der alten Ordnung

Die Ideen der Aufklärung führten in Frankreich zur Revolution. 1790 war es zum sogenannten Mainzer Knotenaufstand gekommen. Nachdem Frankreich in den Koalitionskriegen 1792 das linke Rheinufer einschließlich Mainz erobert hatte, musste Fürstbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal aus der Stadt fliehen. Die Besatzungsmacht veranlasste 1793 die Gründung der „Mainzer Republik“ und ließ erste freie Wahlen abhalten, doch diese endete bereits im Juli nach der preußischen Belagerung und Beschießung der Stadt und dem Abzug der Franzosen. Die Koalitionskriege aber gingen weiter und führten 1797 zur nächsten Besetzung der Stadt. Der Adel verschwand aus Mainz und ließ die Stadt bürgerlich werden. Wie alle linksrheinischen Gebiete wurde auch Mainz von Frankreich annektiert und als Mayence Hauptstadt des französischen Département du Mont-Tonnerre unter Verwaltung des französischen Präfekten Jeanbon St. André gestellt.

Mainz im Großherzogtum Hessen

Durch den Verlust ihrer Residenzfunktion provinzialisierte die seit 1816 zum Großherzogtum Hessen gehörende Stadt im 19. Jahrhundert sehr stark. Bedeutende überregionale Ereignisse sind in der Stadtgeschichte zu dieser Zeit daher kaum zu finden. Allerdings war Mainz zu dieser Zeit Sitz der Mainzer Zentraluntersuchungskommission im Rahmen der Demagogenverfolgung infolge der Karlsbader Beschlüsse. Von nachwirkender Bedeutung ist die sich ab 1837 entwickelnde Mainzer Fastnacht.

Die Festungsfunktion (nun Bundesfestung des Deutschen Bundes) behinderte außerdem die Ausdehnung der Stadt und die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Bis zum Ende der Festung hatte die Stadt fast nie mehr als 30.000 Einwohner. Bei Mainz lagen um 1856 siebzehn Rheinmühlen zusammengekettet und an den Pfeilerresten einer Römerbrücke verankert. Als ab den 1850er-Jahren die letzten freien Räume innerhalb der Festung, wie beispielsweise der Kästrich, bebaut und das Rheinufer in den 1880er-Jahren erweitert wurde, konnte die Einwohnerzahl innerhalb der Altstadt nennenswert ansteigen. Jedoch konnte die Stadt aufgrund der Festungsfunktion lange nicht so wachsen wie beispielsweise Wiesbaden.

Die bedeutendste Entwicklung der Stadt geschah jedoch durch die Einverleibung des „Gartenfelds“ bzw. der Neustadt. Diese neu errichtete Stadtmauererweiterung löste ab 1872 einen Bauboom und Bevölkerungszuwachs in der Gründerzeit aus, der allerdings durch den Börsenkrach 1873 vorerst ausgebremst wurde. Möglich gemacht wurde diese Erweiterung nicht zuletzt durch den Bedeutungsverlust der Festung (von da an diente die Festung Metz als Bollwerk des Deutschen Reiches gegenüber Frankreich) nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Ab 1886 setzte sich dann zunehmend die Bautätigkeit in der Neustadt (und mit Verlegung des Hauptbahnhofs weg vom Rheinufer auch in dieser Zeit im Lauterenviertel) fort.

Erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Festung endgültig abgerissen, sodass die Stadt nun auch außerhalb der alten Mauern expandieren konnte. Die dadurch und durch die umfangreichen Eingemeindungen ausgelöste Expansion der Stadt führte zu weiterem Bevölkerungswachstum.

Modernes Mainz

Die Einwohnerzahl der Stadt Mainz überschritt im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Grenze von 100.000, wodurch die Stadt zur Großstadt wurde.

Der Erste Weltkrieg beendete den nach Schleifen der Stadtmauern beginnenden kurzen Aufschwung. Nach dem Krieg gingen die Goldenen Zwanziger am erneut von den Franzosen besetzten Mainz fast vollständig vorbei. Nach dem Ende der Besatzungszeit 1930 kam es erneut zu umfangreichen Eingemeindungen, die das Stadtgebiet verdoppelten. Am 1. November 1938 wurde Mainz wie auch Offenbach am Main, Gießen, Darmstadt und Worms kreisfreie Stadt.

Der Nationalsozialismus konnte in Mainz zunächst nicht Fuß fassen. Noch zur Machtergreifung am 30. Januar 1933 demonstrierten mehr Menschen gegen das neue System als dafür. Dennoch wurde die 3000 Mitglieder umfassende jüdische Gemeinde von Mainz fast vollständig deportiert. Die Stadt blieb vom Zweiten Weltkrieg bis 1942 verschont. Die ersten schwereren Bombenangriffe steigerten sich zum schlimmsten Angriff am 27. Februar 1945, als Mainz durch britische Bomber fast völlig zerstört wurde und ca. 1200 Menschen getötet wurden. Durch Brandbomben war ein Feuersturm entfacht worden. Am Ende des Krieges war die Stadt zu 80 % zerstört.

Nach dem Krieg wurde Mainz erneut von den Franzosen besetzt. Die Grenze der französischen und amerikanischen Besatzungszone bildete auf der Höhe von Mainz der Rhein, weswegen die rechtsrheinischen Stadtteile abgetrennt wurden. Einem Vorschlag aus dem Wiesbadener Regierungspräsidium folgend wurden die Stadtteile nördlich der Mainmündung, Amöneburg, Kastel und Kostheim, nach Wiesbaden eingemeindet, was ein Grund für die heutige Rivalität zwischen beiden Städten ist. Die rechtsrheinischen Stadtteile südlich des Mains, Bischofsheim, Ginsheim und Gustavsburg, wurden wieder selbstständige Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau. Die Neubildung der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz zementierte diese Teilung. Schon 1946 wurde die 1798 aufgehobene Universität wieder errichtet. Mainz wurde 1946 durch die Verordnung Nr. 57 der französische Besatzungsverwaltung zur Hauptstadt des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz bestimmt und nahm diese Funktion 1950 anstelle des bisherigen provisorischen Regierungssitzes Koblenz auf. So konnte Mainz den fast 150-jährigen Prozess der Provinzialisierung beenden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einwohnerzahl wieder auf etwa 76.000 gefallen. Erst Mitte der 1960er-Jahre erreichte sie wieder den Vorkriegswert.

1962 beging die Stadt ihre 2000-Jahr-Feier, die auf der damaligen (unbelegten) Auffassung beruhte, dass die Römer unter Agrippa bereits 38 v. Chr. ein Militärlager am Zusammenfluss von Rhein und Main gründeten. Die Entstehung von Mainz-Lerchenberg als neuer Stadtteil nach 1962 sowie großflächige Eingemeindungen rund um Mainz 1969 beendeten die durch den Zweiten Weltkrieg entstandene Stagnation in der Stadtentwicklung und boten umfassende Ausbau- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt. Mit der Ansiedlung des ZDF auf dem Lerchenberg begann ab 1976 der Ausbau zur Medienstadt Mainz. Eine Tendenz, die noch durch das mit zahlreichen Aktivitäten gefeierte Gutenbergjahr im Jahr 2000 verstärkt wurde. Neben anderen städtebaulichen Programmen wie beispielsweise der Altstadtsanierung ist man seit dem Jahr 2000 am Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ in Mainz beteiligt. Gegenwärtig hat die Stadt über 197.777 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Mainz.

Am 25. März 2010 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft der Stadt Mainz den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2011. Von der Stadt wurde 2011 deshalb in Zusammenarbeit mit den Mainzer Hochschulen, den Vereinen und Bildungseinrichtungen zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Vorträge durchgeführt.

Am 23. Dezember 2010 ereignete sich gegen 02:36 Uhr ein Erdbeben mit einem Wert von 3,5 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag im Stadtteil Lerchenberg. Ein Nachbeben (2,8 auf der Richterskala) um 06:52 Uhr war die Folge. Im benachbarten Wiesbaden erreichte das Erdbeben einen Wert von 3,2 auf der Richterskala.

Stadtbild

Die Stadt Mainz ist in ihrem weiteren Innenstadtbereich sowie in einzelnen Vororten (vor allem Mombach und Weisenau) zunehmend großstädtisch geprägt. Bei anderen Vororten (z. B. Drais oder Finthen) blieb der dörfliche Charakter weitgehend bestehen. In der Innenstadt selbst sind jedoch auch viele andere Elemente des Städtebaus erhalten geblieben. Noch klar an das mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtbild erinnert die heutige „Altstadt“ mit ihren verwinkelten Straßen und Gassen um die Augustinerstraße. Dort finden sich auch bis heute noch Fachwerkhäuser. Große Teile der historischen Altstadt, vor allem nördlich der Ludwigsstraße, wurden durch die britischen Luftangriffe auf Mainz im Zweiten Weltkrieg beschädigt, später abgerissen und modern überbaut.

Die von Stadtbaumeister Eduard Kreyßig entworfene Neustadt war eines der größten Stadterweiterungsprojekte seiner Zeit, in dem die Stadtfläche sich fast verdoppelte. Die Neustadt entstand in der Gründerzeit um 1900, in der sich Mainz von der provinziell geprägten Festungsstadt zur Großstadt entwickelte.

Das Panorama der Stadt von der Rheinseite wird heute vor allem von Bauten zweier unterschiedlicher Bauepochen geprägt: Dem Rathauskomplex (von Arne Jacobsen und Otto Weitling) mit Hilton-Hotel und Rheingoldhalle aus der Moderne und dem Barock- bzw. Renaissance-Ensemble bestehend aus dem Neuen Zeughaus (heute Staatskanzlei), dem Deutschhaus (heute Landtag) und dem Kurfürstlichen Schloss.

Nachdem die Umsetzung einer ambitionierten Neuplanung der im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Innenstadt durch Marcel Lods scheiterte, wurden nur die wichtigsten Gebäude wiedererrichtet. Dazu gehören die vielen barocken Adelspaläste, die sich vor allem am Schillerplatz befinden. Ansonsten wurden in Mainz zunächst überwiegend neue Wohnhäuser, beispielsweise die Siedlung Am Fort Elisabeth, gebaut. Bedingt durch den erst späten Aufschwung zu Beginn der 1960er Jahre sind diese Gebäude vor allem in dem Stil jener Dekade gehalten, was damals wie heute von Städtebauern kritisiert wurde. Auch viele Wohnsiedlungen im Umkreis der Stadt sind im Stil der 1960er Jahre entstanden.

Zu den bedeutendsten heute noch bestehenden Bauten des 19. Jahrhunderts in Mainz zählen die evangelische Christuskirche, der Hauptbahnhof, die Rheinbrücke, Teile des von Georg Moller errichteten Staatstheaters und die Festungsanlagen bzw. deren Reste. Die noch heute häufig im Stadtbild deutlich sichtbaren sonstigen Bau-Zeugnisse jener Zeit sind fast ausschließlich Wohnhäuser mit oder ohne Geschäftszeile. Von den bedeutenderen Bau-Epochen in Mainz, Romanik, Gotik, Renaissance (in Ansätzen) und vor allem Barock sind jedoch noch mannigfaltigere Beispiele erhalten geblieben.

Romanik und Gotik in Mainz

Auch heute sind in der Stadt Mainz viele Zeugnisse historischer Baukultur der Romanik und Gotik erhalten, die das Stadtbild prägen. Bedeutendstes Bauwerk der Romanik in Mainz ist der Mainzer Dom, den Erzbischof Willigis zwischen 975 und 1009 errichten ließ. Da er bereits am Tag seiner Weihe weitgehend abbrannte, wurde er in den Folgejahren immer größer aufgebaut, denn auch 1081 und 1137 brannte der Dom. Er wurde von Erzbischof Bardo, Kaiser Heinrich IV., Erzbischof Konrad I. von Wittelsbach und Erzbischof Siegfried III. von Eppstein durch alle Bauepochen der Romanik weitergeführt. Zu Beginn der Epoche der Gotik wurden auch am Dom gotische Elemente verwirklicht. Unter anderem wirkte der als Naumburger Meister bekannt gewordene Künstler am Dom.

Westlich des Doms liegt die St.-Johannis-Kirche, die vermutlich über dem ersten Dom errichtet wurde und wohl selbst auch einmal Domkirche des Bistums war. Sie wurde 910 von Erzbischof Hatto geweiht und in spätkarolingischen Formen errichtet. Durch Umbauten und nach Zerstörungen vor allem im Zweiten Weltkrieg ist sie jedoch mehrfach überformt worden. Zusammen mit dem Dom und der 1793 zerstörten, dem Dom östlich vorgelagerten Liebfrauenkirche bildete die Johanniskirche einst eine zusammenhängende Einheit und mit den umliegenden Plätzen („Höfchen“) die erzbischöfliche Pfalz.

Nicht erhalten ist das historische Stift St. Alban vor Mainz, das in seiner Größe im 8. und 9. Jahrhundert wichtigste Kirche und geistiges Zentrum des Bistums war. Die Kirche verfiel schon im Hochmittelalter. Die Reste wurden im Markgräflerkrieg zerstört.

Ebenfalls von Willigis gegründet ist die Stiftskirche St. Stephan, die jedoch bald durch einen gotischen Bau ersetzt wurde. Sie ist heute die größte gotische Kirche in Mainz. Aus der Stilepoche der Gotik stammen auch die Pfarrkirchen St. Emmeran und St. Quintin (gleichzeitig Pfarrkirche der ältesten Pfarrei von Mainz/Vorgängerbau schon im 8. Jahrhundert). Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte gotische Kirche St. Christoph ist heute das Kriegsmahnmal der Stadt.

Renaissance>

Bedeutendstes Bauwerk der Renaissance in Mainz ist das Kurfürstliche Schloss. Stilistisch gehört es zur sogenannten „Deutschen Renaissance“, deren spätestes Zeugnis dieser Bau ist. Ebenfalls aus der Stilepoche der Renaissance stammt das Haus Zum Römischen Kaiser, das heute das Gutenberg-Museum beherbergt. Der von Erzbischof Albrecht gestiftete Marktbrunnen gehört zu den prächtigsten Renaissancebrunnen Deutschlands. Als weiteres Zeugnis, freilich schon am Übergang zum Barock stehend, kann die ab 1615 in der Nähe des heutigen Gutenbergplatzes errichtete Domus Universitatis angesehen werden, welche für Jahrhunderte höchster Profanbau der Stadt war.

Barock und Rokoko

Die Barockzeit ließ die Stadt vor allem während des Episkopats Lothar Franz’ von Schönborn einen beispiellosen Bauboom erleben, dessen Ergebnisse noch heute im Stadtbild zu sehen sind und dieses zum Teil sogar prägen. Am Schillerplatz, an der Großen Bleiche, in der Klarastraße sowie am Rhein finden sich heute etliche Höfe des ehemaligen Mainzer Adels, beginnend mit der Errichtung des Schönborner Hofes (ab 1668) am Schillerplatz. Auch einige Kirchen finden sich noch, obwohl viele aus dieser Zeit in den Wirren der Geschichte wieder zerstört wurden. Bedeutende Kirchen sind die Augustinerkirche in der gleichnamigen Altstadtstraße und die in den Formen des Rokoko errichtete Peterskirche an der Großen Bleiche. Die ebenfalls zu jener Zeit errichtete Ignazkirche (ab 1763) wie auch der Erthaler Hof (ab 1743) sind jedoch schon frühe Beispiele des Klassizismus.

Festungsbauten

Aus der Festungszeit der Stadt sind etliche Relikte vorhanden, die aus verschiedenen Epochen stammen. Exponiertes Beispiel des Barocks ist dabei das Palais des Festungskommandanten, welches mit der Zitadelle über der Stadt thront. Doch auch frühere Teile der alten römischen und mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch vorhanden und zumindest in ihrem Mauerwerk noch original. Am Rhein erheben sich der Holzturm und der Eisenturm, die ihre Torfunktion jedoch durch die Aufschüttung des Rheinufers im 19. Jahrhundert und die dadurch bedingte Erhöhung des Straßenniveaus verloren haben. Im Holzturm war der Kerker des Räuberhauptmanns Schinderhannes. Spätere Zeugen des Festungsbaus als Bundesfestung sind das Fort Malakoff im Süden der Stadt sowie das große, im Krieg nicht zerstörte, Proviant-Magazin in der Schillerstraße gegenüber dem Erthaler Hof.

Seit 1945

Die Stadt zeichnet sich heute durch eine Durchmischung verschiedener Bauepochen aus. Die französische Militäradministration berief in den späten 1940er Jahren den berühmten französischen Städteplaner Marcel Lods, einen neuen Stadtplan auszuarbeiten. Dieser wurde damals als Mainz, modernste Stadt der Welt sehr bekannt. Der radikale Plan ist nie umgesetzt worden, die Akzeptanz war gering, aber auch das Geld ist nicht vorhanden gewesen. Es blieb bei einer evolutionären und behutsamen Änderung des alten Plans. Allgemein wurden die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges von den Kommunalpolitikern der 1960er Jahre auch als Chance begriffen, alte Fehler bei Bauten und der Generalanlage (Straßennetz, übrige Infrastruktur) der Stadt zu beheben. Im sakralen Bereich wurden neue Kirchen gebaut, deren künstlerische Ausstattung von Peter Paul Etz als beispielhaft gilt, die mit seinen Schülern Alois Plum und Gustel Stein und deren Projekten in ganz Deutschland bis heute wirkt.

Das bedeutendste städtebauliche Projekt jüngster Zeit ist die Entwicklung des 22 Hektar großen Geländes des ehemaligen Zoll und Binnenhafens (bis 2011) zu einem Mischgebiet aus Wohnungen, Büros, Gewerbe- und Kultureinrichtungen. 2007 wurde ein entsprechender städtebaulicher Rahmenplan verabschiedet, der Gebäudenutzflächen bis zu 355.000 Quadratmetern vorsieht.

Eine Besonderheit des Mainzer Stadtbilds sind seit 1853 die Straßenschilder: Straßen mit roten Schildern verlaufen vorwiegend senkrecht zum Rhein (in den südlichen Stadtteilen und in der Innenstadt ist das die West-Ost-Richtung, in Mombach aufgrund des nach Westen biegenden Flussverlaufs dann schon eher Süd-Nord), während Straßen parallel zum Rhein mit blauen Straßenschildern versehen werden. Dabei steigen die Hausnummern in den Straßen mit roten Schildern in Richtung Rhein, in den Straßen mit blauen Schildern mit der Flussrichtung des Rheins, jeweils ungerade Zahlen links und gerade rechts. Die Anregung dazu gab bereits 1849 Josef Anschel durch einen Antrag auf „Umänderung der Häusernummern“, bei der er ebenfalls den einheitlichen Verlauf der Hausnummern vorschlug. Kleinere Straßen, insbesondere in den vom Rhein weiter entfernt liegenden Ortsteilen, und Straßen, deren Verlauf nicht eindeutig ist, sind mit weißen Schildern versehen.

Sehenswürdigkeiten

Bedeutende Sehenswürdigkeiten der Stadt
Kirchen Profanbauten Plätze und Sonstiges
  • Dom St. Martin
  • St. Stephan (Chagallfenster)
  • St. Quintin
  • Augustinerkirche
  • St. Peter
  • St. Ignaz
  • Christuskirche
  • Johanniskirche
  • Antoniterkapelle
  • Karmeliterkirche
  • St. Emmeran
  • Auferstehungskirche
  • Altmünsterkirche
  • St. Christoph
  • Kurfürstliches Schloss
  • Deutschhaus (heute Landtag)
  • Neues Zeughaus (heute Staatskanzlei)
  • Erthaler Hof
  • Osteiner Hof
  • Bassenheimer Hof
  • Schönborner Hof
  • Zitadelle
  • Älterer Dalberger Hof
  • Jüngerer Dalberger Hof
  • Gästehaus des Bentzelschen Hofs
  • Algesheimer Hof
  • Eisenturm
  • Holzturm
  • Zum Römischen Kaiser
  • Rathaus
  • Schillerplatz
  • Kirschgarten
  • Ballplatz
  • Karmeliterplatz
  • Römersteine
  • Sektkellerei Kupferberg
  • Stadtpark
  • Lennebergwald
  • Naturschutzgebiet Mainzer Sand
  • Botanischer Garten
  • Hauptfriedhof Mainz
  • Römisches Theater Mainz (Ausgrabungen)
  • Kriegsmahnmal St. Christoph
  • Dativius-Victor-Bogen
  • Theodor-Heuss-Brücke
  • Höfchen

Wirtschaft

Wirtschaft und Infrastruktur sind in Mainz von der Zugehörigkeit zum Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main geprägt. Bei Rankings, die sich an der Wirtschaftsleistung der Städte orientieren, belegte die Stadt seit den 2000er Jahren vordere Plätze. So erreichte Mainz in einer Studie der Wirtschaftswoche von 2005 im Vergleich von 50 deutschen Städten den vierten Rang, bei der Wiederholung 2006 den fünften Rang. Geprüft wurden innerhalb der Studie ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Produktivität, Bruttoeinkommen und Investitionen. Im 2010er Städteranking von insm und wiwo.de liegt Mainz auf Platz 48 von 100 bewerteten Städten, hinter Speyer (31), Neustadt/Weinstraße (35) und Frankenthal (46), jedoch vor Worms (62) und Ludwigshafen (68). Mit einer Kaufkraft von 19.676 Euro pro Einwohner (2005) liegt die Stadt um 15 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Das Arbeitseinkommen je Einwohner betrug in Mainz 2005 15.254 Euro und lag damit deutlich über dem Durchschnitt aller untersuchten Städte von 11.678 Euro. Mainz erreicht damit den dritten Platz. Bei den Gewerbeanmeldungen im Verhältnis zu den Gewerbeabmeldungen belegte Mainz in der Studie, die am 30. Juni 2006 veröffentlicht wurde, den dritten Platz. 2002 erwirtschafteten 147.500 Erwerbstätige ein Bruttoinlandsprodukt von je 55.890 Euro.

Verschuldung der Stadt Mainz

Binnen 15 Jahren stieg die Verschuldung der Stadt Mainz von 25 Millionen Euro (1994) auf über 550 Millionen Euro (2008). Rechnet man die Schulden der stadtnahen Gesellschaften hinzu, kommt man auf einen Schuldenstand von über einer Milliarde Euro (Stand 2011). Die Stadt musste im Jahr 2011 rund 25 Millionen Euro Zinsen zahlen, bis 2014 stieg die Zinslast auf 54 Millionen Euro.

Industrie

In Mainz gab es 2003 74 Betriebe des verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 20 Angestellten. Insgesamt sind in den Betrieben über 11.000 Menschen beschäftigt, die einen Gesamtumsatz von über 2,2 Milliarden Euro erwirtschaften. Dazu gab es 2002 79 kleinere Betriebe mit weniger als 20 Angestellten. Industrielle Ansiedelungen finden sich vor allem zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Mombach. Größere dort angesiedelte Unternehmen sind das Mainzer Traditionsunternehmen Werner & Mertz („Erdal“), die Schott AG und Cargill. Die Wepa Papierfabrik hat 2006 das hier gelegene einstige Hakle-Werk von dem amerikanischen Hersteller Kimberly-Clark Corporation übernommen und fertigt am Standort Mainz Hygienepapiere.

Die Schott AG (früher Schott Glaswerke) hat ihren Hauptsitz in Mainz seit der Umsiedlung von Jena nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Mainzer Neustadt steht seit den 1950er-Jahren das Hauptwerk. 1988 wurde in Mainz-Marienborn das Schott-Forschungszentrum in Betrieb genommen. 2002 wurde in der Nähe des Hauptwerks in Mainz-Mombach ein weiterer Zweigbetrieb mit Schwerpunkt Ceran fertiggestellt. Derzeit arbeiten 2.400 der 17.000 Schott-Angestellten weltweit am Standort Mainz.

Im Jahr 1965 begann IBM, in Mainz-Hechtsheim ein Werk für Speichersysteme zu errichten. Später wurden hier vor allem Festplatten hergestellt. 2002 wurde mit dem Verkauf des Festplattengeschäfts an Hitachi das Mainzer Werk geschlossen. An dem IBM-Standort arbeiten aber weiterhin etwa 1700 Mitarbeiter im Bereich der Unternehmensberatung und Softwareentwicklung.

Als weiteres Unternehmen im Bereich der Hochtechnologie ist das Pharmaunternehmen Novo Nordisk seit 1958 in der Stadt ansässig. Anfang 2008 arbeiteten dort ca. 450 Menschen. Auf ältere Wurzeln kann die Niederlassung von Siemens zurückblicken. Sie entstand schon nach der Übernahme des ersten in Mainz errichteten Elektrizitätswerks (erbaut 1898) im Jahr 1903. Ebenfalls im Jahr 1903 wurde die Gewürzmühle Moguntia gegründet.

In Mombach gab es die Waggonfabrik Gebrüder Gastell, in der später Straßenbahnen von Westwaggon und Omnibusse von Magirus-Deutzund Iveco gebaut wurden; heute befindet sich dort noch die Vertriebsorganisation der Iveco-Omnibustochter Irisbus. In Weisenau befindet sich neben der Autobahnbrücke über den Rhein ein mittlerweile stillgelegtes Werk der HeidelbergCement. Daneben befindet sich eine Anlage der ADM Mainz GmbH (früher ADM Soya Mainz) mit Biodiesel-Herstellung.

Im Jahr 1919 wurde in Mainz die Brezelbäckerei Ditsch gegründet, die heute trotz ihrer Wurzeln als traditionelles Mainzer Familienunternehmen weltweit tätig ist.

Weinhauptstadt Mainz/Rheinhessen

Seit Mai 2008 sind Mainz und Rheinhessen Mitglied des 1999 gegründeten Great Wine Capitals Global Network (GWC) – einem Zusammenschluss bekannter Weinbaustädte weltweit. Neben Mainz befinden sich in diesem Verbund Städte und Regionen wie Bilbao: Rioja, Bordeaux: Bordeaux (Weinbaugebiet), Florenz: Toskana, Kapstadt: Cape-Winelands, Mendoza: Mendoza, Christchurch: South Island von Neuseeland, Porto: Dourotal sowie San Francisco: Napa Valley. Jedes Jahr präsentiert sich einer dieser Partner beim Mainzer Weinmarkt mit Weinen aus der jeweiligen Region und kulinarischen Spezialitäten.

Energieversorgung

Mainz bezieht seinen Strom vor allem von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW), die ein GuD-Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue betreiben. Das Unternehmen plant dort mit der Siemens AG als Generalunternehmer den Bau eines neuen Kohleheizkraftwerks (KHKW) mit einer elektrischen Bruttoleistung von 820 Megawatt (MW). Die geschätzten Kosten für die Gesamtanlage liegen zwischen 940 Mio. und 1,2 Mrd. Euro. Der Bau des Kraftwerks wurde zuerst von den Mainzer und Wiesbadener Stadtparlamenten mehrheitlich befürwortet. Inzwischen hat sich aber in beiden Stadtparlamenten eine politische Mehrheit gegen das Projekt gefunden. Hauptgrund dafür ist eine öffentlich auf breiter Basis geführte Diskussion über die Auswirkungen der Emissionen des Kohlekraftwerks auf Umwelt und Bevölkerung und dessen wirtschaftlichen Nutzen für die Mainzer Bevölkerung.

Bei den erneuerbaren Energien ist Mainz mit verschiedenen Technologien vertreten. Neben einigen Windenergieanlagen bei Ebersheim, Hechtsheim und Marienborn werden immer mehr Photovoltaikanlagen errichtet. Beispiele sind das Staatstheater, das Abgeordnetenhaus, das Stadion am Bruchweg oder Aussiedlerhöfe bei Bretzenheim. Zukünftig will sich die Stadt, die auf Platz 15 unter den Großstädten in der Solarbundesliga liegt, noch stärker als bisher als Solarstadt profilieren.

Medien

Die Stadt Mainz ist Sitz des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), des Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz des Südwestrundfunks (SWR), des Sendezentrums des Fernsehsenders 3sat, des privaten Radio Rockland Pfalz GmbH & Co. KG (seit Mai 2008) sowie des Studios Rhein-Main der privaten Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG RPR. Seit Oktober 2011 sendet Antenne Mainz als erster privater Stadtradiosender für Mainz.

Weitere Medienunternehmen sind die BFE Studio und Medien Systeme GmbH, die komplette Studioeinrichtungen und Einrichtungen für Übertragungswagen produziert, und die Verlagsgruppe Rhein-Main, die mit 21 täglich erscheinenden Druckerzeugnissen jeden Tag eine halbe Million Leser in Rheinland-Pfalz und Hessen erreicht.

Als Tageszeitung erscheint die Allgemeine Zeitung Mainz. Ende 2013 wurde der Ableger der Koblenzer Rhein-Zeitung, die Mainzer Rhein-Zeitung, eingestellt, da der Verleger Walterpeter Twer die Ausgabe für nicht mehr profitabel genug hielt. Weitere Printmedien sind die Mainzer Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft und Geschichte sowie verschiedene Stadtmagazine wie z. B. die STUZ, der Sensor oder Der Mainzer.

Mainz war bis Ende 2010 Sitz des traditionsreichen Verlages Philipp von Zabern. 1802 in Mainz gegründet ist der Zabern-Verlag international auf den Gebieten der Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte führend und seit 2011 in Darmstadt ansässig.

Mainz ist ferner Sitz des Musikverlags Schott Music.

Seit 2001 findet in Mainz mit dem FILMZ – Festival des deutschen Kinos das erste Langfilmfestival des Landes Rheinland-Pfalz statt.

Die Medienunternehmen gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Allein das ZDF beschäftigte 2004 rund 3.600 Menschen, die Verlagsgruppe Rhein-Main 1.200 (2005).

Sonstige Dienstleistungsunternehmen

In Mainz als Touristen- und Kongressstadt sind zahlreiche Hotels wie das Hilton, das Hyatt, das ATRIUM HOTEL MAINZ  und das Favorite Parkhotel ansässig. Im Transportsektor war die Stadt Sitz der Spedition G.L. Kayser, deren Gründung auf das Jahr 1787 zurückgeht. Das ehemalige Familienunternehmen ging in der Firma Kühne + Nagel auf, deren Mainzer Niederlassung in Mainz-Hechtsheim liegt. Ebenfalls in Mainz-Hechtsheim befindet sich der Sitz der J. F. Hillebrand Group. Der Logistikspezialist mit 48 Tochtergesellschaften ist Weltmarktführer für den Transport von Wein und Spirituosen.

Mainz verfügt als Weinstadt über bedeutende Selbsthilfeeinrichtungen der Weinwirtschaft und auch sonst spielt Wein als Wirtschaftsfaktor und Tourismusattraktion eine große Rolle in der Stadt.

Die Mainzer Volksbank ist die größte rheinland-pfälzische Volksbank. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall hat ihre Hauptverwaltung in Mainz-Weisenau. Die Lederindustrie-Berufsgenossenschaft hat ihre Hauptverwaltung ebenfalls in Mainz.

Der „fünften Jahreszeit“ kann sich in Mainz niemand entziehen, nicht einmal Johannes Gutenberg auf seinem Denkmal. Die Mainzer Fastnacht („Määnzer Fassenacht“ oder „Meenzer Fassenacht“) gehört zu den traditionsreichsten und größten Veranstaltungen dieser Art. Mainz gehört zusammen mit Köln und Düsseldorf zu den Hochburgen der rheinischen Fastnacht. Neben den Ursprüngen, die allen Karnevals-, Fastnachts- und Faschingsfesten gemein sind, pflegt die Mainzer Fastnacht dabei auch eine besondere politisch-literarische Komponente.
Der Brauch der Fastnacht geht auf den christlichen Kalender zurück, bei dem in der Nacht zum Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Die ersten Überlieferungen stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert – es handelt sich um Verordnungen, die sich gegen übermäßige Völlerei und Ausschweifung an den Tagen vor der Fastenzeit richten.

Vor allem das Militär wurde im 19. Jahrhundert in der hessischen Festungsstadt Mainz mit der hier von 1815 bis 1866 gelegenen preußischen und österreichischen Garnison gerne karikiert: die aktuellen Uniformen der Garden sind dieser Herkunft nachempfunden, ergänzt durch Anleihen von Landsknecht- und Söldnerkleidung sowie Phantasieuniformen. Eine Garde ahmt Uniformteile eines elsässischen Jägerregimentes nach (Garde der Prinzessin). Auch auf Uniformen der kurmainzischen Armee wird zurückgegriffen. Die Garden mit ihren Militärparodien haben einen großen Anteil an der Straßenfastnacht und ihren Umzügen, unter denen der Mainzer Rosenmontagszug zu den bekanntesten zählt. Die Rekrutenvereidigung gehört ebenfalls zu der Militärparodie in der Mainzer Fastnacht.

Der ‚Schlachtruf‘ der Mainzer Fastnacht, Helau, stammt aus Düsseldorf und wurde erst 1935 in Mainz eingeführt.

Das Mainzer Staatstheater (bis 1989: „Stadttheater“) öffnet seine Bühne in der Fastnachtszeit für Laien, die im Rahmen der Fastnachtsvereine die Fastnachtsposse, meist ein bekanntes Lustspiel, aufführen. 2004 wurde das 1889 entstandene Stück Pension Schöller von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs aufgeführt; der damalige Trainer des Mainzer Fußballvereins 1. FSV Mainz 05, Jürgen Klopp, gab hierbei eine Gastrolle.

Die Fans von Mainz 05 haben aus dem Spottlied „Ihr seid nur ein Karnevalsverein“ eine eigene Philosophie gemacht: „Wir sind nur ein Karnevalsverein“. Die Finther Schoppesänger leisteten mit den Liedern: Mainz 05 haut auf die Pauke und Ja wenn die Tore fallen ihren Beitrag dazu.

Die Kunst des politischen Büttenvortrags wird in Mainz traditionell gepflegt („Protokoller“, „Bote aus dem Bundestag“ u.v.m.). Zwar finden sich auch in der Mainzer Fastnacht (analog zu Köln) reine „Kokolores“-Vortragsredner (wie etwa früher Rudi Zörns oder heute Hildegard Bachmann, die kunstvoll Pointen des Alltags zuspitzen), dennoch verbanden und verbinden sich mit den hochkarätigsten Mainzer Büttenreden hauptsächlich Figuren wie „Till“ oder „Bajazz mit der Laterne“, die mit geschliffenem Wort-Florett und oft erkennbar politischer Grundausrichtung ihre rhetorischen Pfeile abschießen.

Wichtigster musikalischer Bestandteil der Mainzer Fastnacht ist der von dem österreichischen Kapellmeister Zulehner stammende „Narrhallamarsch“, erstmals 1840 in der Mainzer „Neuen Anlage“ aufgeführt. Ohne diese in Saal und Gasse überall zu hörende mitreißende Melodie ist die Mainzer Fastnacht nicht denkbar.

Die „Fassenacht“ hat sich immer wieder der Zeit angepasst und dabei auch Fremdes importiert. „Helau“ wurde genannt. In den 1960er Jahren sah man die ersten Guggemusig-Kapellen aus der Schweiz; heute gibt es auch lokale Guggemusik. In den letzten Jahren hat die Samba-Musik aus dem Brasilianischen Karneval ihren Siegeszug angetreten. Die rheinische, in Mainz nicht traditionelle Einrichtung der Weiberfastnacht wird seit 2006 „offiziell“ begangen. Und sogar „Viva Colonia“ – natürlich als „Viva Moguntia“ vereinnahmt – ist auf dem Zug ab und zu zu hören, ohne größeres Missfallen zu erregen.

Die Farben der Mainzer Fastnacht sind rot, weiß, blau und gelb, ursprünglich in ganz beliebiger Reihenfolge, auch paarig oder einzeln verwendet. Die in den letzten Jahrzehnten übliche Anordnung – wie genannt – führte zu spekulativen Deutungsversuchen (z. B. „umgedrehte“ französische Trikolore usw.), welche aber weder durch irgendeinen Nachweis belegt noch mit den zeitgeschichtlichen Zusammenhängen zu vereinbaren sind.

In der Mainzer Straßenfastnacht haben die sogenannten „Schwellköpp“ seit dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ihren Platz. Sie zeigen, satirisch überspitzt, typische Physiognomien von Mainzer Charakteren beiderlei Geschlechtes. Die überdimensional großen Pappmachéköpfe werden von Trägern bei Straßenumzügen zur Auflockerung des Zuges zwischen den einzelnen Zugnummern getragen und präsentiert.

Bekannte Personen der Mainzer Fastnacht waren und sind:

  • Bernhard Knab, Vortragsredner „Der deutsche Michel“
  • Hildegard Bachmann, Vortragsrednerin
  • Horst Becker, Der singende Brezelmann von Määnz
  • Hans-Peter Betz, Sitzungspräsident der Fernsehsitzung bis 2013 und Guddi Gutenberg
  • Herbert Bonewitz („Gonsbachlerche“, Vortragsredner z. B. „Prinz Bibi“)
  • Dieter Brandt, Rednerfigur des „Till“
  • Rolf Braun († 2006), langjähriger Sitzungspräsident der Fernsehfastnachtssitzungen, Kokoloresvorträge
  • Jürgen Dietz († 2015), Vortragsredner „Der Bote vom Bundestag“
  • Otto Dürr († 2011) und Georg Berresheim († 1987), die Putzfrauen „Frau Babbisch“ und „Frau Struwwelich“
  • Hans-Jürgen Finkenauer, Sänger MCC, ehem. Kapitän Mainzer Hofsänger, „Wir sind alles Meenzer“
  • Lutz Franck (†) und Wilfried Rudolph „Uiujuiujui, Auauauauau“
  • Jeremy D. Frei, Sänger, Präsident und Vortragsredner der LSG – DIE CHAOTE
  • Ellen Friese, Sängerin: „Kinder, wir leben nur einmal“
  • Seppel Glückert († 1955)
  • Adolf Gottron (†)
  • Toni Hämmerle († 1968), Komponist
  • Rudi Henkel
  • Diether Hummel († 1989), Präsident der Mainzer Prinzengarde, Generalfeldmarschall und Oberstadtmarschall der Stadt Mainz
  • Heinz Koch († 2005), en alte Meenzer
  • Klaus Koop, Musiker: „Geigerfränzje“
  • Jochen Kunz († 1995), Vortragsredner z. B. „Rentner“ oder Bundestagsabgeordneter
  • Patricia Lowin, Vortragsrednerin
  • Joe Ludwig, ehemaliger Chef der Gonsbachlerchen, Vortragsredner
  • Tobias Mann, Kabarettist, Entertainer, Vortragsredner und Sänger („Sibbe Schobbe“)
  • Heinz Meller
  • Guido Meudt und die Mainzer Worschtathlete
  • Martin Mundo († 1941)
  • Ernst Neger († 1989) (Der singende Dachdeckermeister „Heile, heile Gänsje“, „Humba Täterä“, „Rucki Zucki“)
  • Friedel Panitz
  • Wolfgang Ross (†), Pierrot
  • Norbert Roth
  • Willi Scheu († 1998), Rednerfigur des „Bajazz mit der Laterne“
  • Heinz Schier, Redner aus Mainz-Mombach (Bohnebeitel)
  • Rüdiger Schlesinger, Redner seit 2001 in der Figur „Advokat des Volkes“, seit 2012 als „Red Akteur“
  • Franz Josef Schneider († 1962), Mainzer Original „Geigerfränzje“
  • Margit Sponheimer („Am Rosenmontag bin ich geboren“)
  • Rudi Zörns († 2009), Vortragsredner, z. B. „Margret von de Palz“, „Alleweil sein ich do“
  • Sabine Pelz, Rednerin der Eiskalten Brüder, „Chefhosstess der Stadt Mainz“
  • Andreas Schmitt, Sitzungspräsident der Eiskalten Brüder, Redner „Obermessdiener vom Mainzer Dom“ und seit 2014 Sitzungspräsident der Fernsehfastnachtssitzung
  • Peter Beck „Begge Peder“
  • Toni Oestereich, Präsident Kostheimer Carneval-Verein
  • Gunther Raupach, Vortragsredner
  • Helmut Schlösser, Vortragsredner (Bohnebeitel)

Mainzer Vereine und Korporationen

Aktuell gibt es 75 Mainzer Fastnachtsvereine. Die höchste Anzahl an Gründungen gab es 1974 mit fünf Gründungen gefolgt von 1947 mit vier und den Jahren 1877, 1886, 1960 und 1981 mit jeweils drei Gründungen. Je zwei Gründungen gab es 1952, 1953, 1958, 1972 und 1976.

Motto

Jedes Jahr wird von den Bürgern ein Motto zur Fastnacht vorgeschlagen. Eine 29-köpfige Jury, bestehend aus Vertretern der Fastnacht, Politik, Wirtschaft und Medien, sichtet die nach Beendigung der jeweiligen Kampagne eingehenden Vorschläge und wählt aus diesen dann im Juni des Jahres ein Motto für die Kampagne des nächsten Jahres aus.

Das Motto für die Kampagne 2016 lautet: «Ein echter Narr ist ohne Sprüch – rhoihessisch, herzlich, määnzerisch» («Ein echter Mainzer ist ohne Sprüche – rheinhessisch, herzlich, mainzerisch»), das Motto hat unter mehr als 200 Einsendungen das Rennen gemacht.

Zugplakette

Zu jeder Kampagne gibt es in jedem Jahr auch das sogenannte Zugplakettche, welches verkaufsfördernd mit dem Satz: „Kaaaft Zuchplakettcher“ angepriesen wird. Die Verkaufserlöse fließen der Finanzierung des Rosenmontagszuges zu. Von 2006 bis 2013 wurden blinkende Zugplakettchen verkauft, was mit einer Preiserhöhung verbunden war. Seit 2014 werden wieder Zugplakettchen ohne Blinkfunktion verkauft. Natürlich sind das keine Plaketten, sondern kleine Plastikfiguren, die an frühere fastnachtliche Zeiten erinnern, als tatsächlich Plaketten (noch früher „Stern“) zur Finanzierung üblich waren.

Fastnachtsumzüge

Neben dem überregionalbekannten Mainzer Rosenmontagszug gibt es in der Innenstadt und den Stadtteilen weitere Umzüge, diese sind:

  • 1. Januar:
    • Neujahrsumzug
  • Freitag:
    • Umzug in Mainz-Hechtsheim
  • Samstag:
    • Mainzer Jugendmaskenzug in der Mainzer Innenstadt
    • Umzug in Mainz-Gonsenheim
    • AKK-Umzug in den Wiesbadener Stadtteilen Mainz-Kostheim, Mainz-Kastel
  • Sonntag:
    • Gardeumzug in der Mainzer Innenstadt
    • „Finther Zug der Lebensfreude“ in Mainz-Finthen
    • Umzug in Mainz-Bretzenheim
  • Rosenmontag:
    • Mainzer Rosenmontagszug
  • Fastnachtsdienstag:
    • Kappenfahrt in der Innenstadt
    • „Schissmelle-Dienstagszug“ in Mainz-Mombach
    • „Draaser Umzug“ in Mainz-Drais