Die Stadt Ingol in Oberbayern

Ingolstadt ist eine Großstadt in Oberbayern. Sie liegt an der Donau und hatte Anfang 2015 genau 131.740 Einwohner. Im Großraum Ingolstadt finden sich eine halbe Million Menschen. Nach München ist Ingolstadt die zweitgrößte Stadt in Oberbayern, zudem die fünft größte Stadt Bayerns. Seit die Stadt 1989 die Marke von 100.000 Einwohnern überschritten hat, ist sie auch Deutschlands jüngste Großstadt.

Neues-Schloss-Ingolstadt

Ingolstadt wurde am 13. März 1472 Sitz der ersten bayerischen Universität, die sich später als Zentrum der Gegenreformation profilierte. In Ingolstadt wurde im Jahr 1516 das bayerische Reinheitsgebot für Bier erlassen. 1776 wurde in der Stadt der freidenkerische Illuminatenorden gegründet.

Ingolstadt in Zahlen
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Höhe: 374 m über NN
Fläche: 133,35 km²
Einwohner: 131.740 (02.01.2015)
Bevölkerungsdichte: 968 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 85049–85057
Vorwahlen: 0841
08450 (Zuchering, Brunnenreuth)
08424 (Irgertsheim)
08458(Pettenhofen,Mühlhausen,Dünzlau)
Kfz-Kennzeichen: IN
Gemeindeschlüssel: 09161000

Klima

Das Klima ist mit überwiegend feuchtwarmen Sommern und kühlen Wintern subozeanisch. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von etwa 650 Millimetern ist das Klima in Ingolstadt deutlich trockener als im regenreichen Alpenvorland, wobei der Alpenföhn Ingolstadt noch erreicht. Im Gegensatz dazu halten sich vor allem im Herbst, aber auch im Winter häufig Nebel und Hochnebel, die sich auch im Tagesverlauf nicht auflösen. Der Wind kommt überwiegend aus westlicher und südwestlicher Richtung, im Herbst öfter auch aus Nordosten.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,2 °C, wobei Juli und August mit 18 beziehungsweise 17 °C die wärmsten und Januar und Februar mit −1 bis −2 °C im Mittel die kältesten Monate sind. Der niederschlagsreichste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 101 Millimetern, während der geringste Niederschlag mit durchschnittlich 35 Millimetern im März zu verzeichnen ist.

Die Donau

donau-bei-Ingolstadt

Die Donau durchfließt das Stadtgebiet von Westen nach Osten auf einer Länge von 14,2 Kilometern, der Pegel Ingolstadt befindet sich bei Donaukilometer 129,7 nach bayerischer Zählung. Der Wasserstand beträgt bei Niedrigwasser 96 Zentimeter, während der langjährige mittlere Wasserstand bei 218 Zentimetern liegt. Beim Pfingsthochwasser 1999 lag der Pegel bei 748 Zentimeter. Im Bereich der Stadt Ingolstadt ist die Donau zwischen 80 und 100 Meter breit.

Demografie

Die Bevölkerung Ingolstadts ist im Vergleich mit den übrigen bayerischen Großstädten die Jüngste. So hat sie mit 18,1 % den höchsten Anteil an unter 18-jährigen und gleichzeitig mit 18,0 % nach München (17,4 %) und Fürth (17,9 %) den dritt-niedrigsten Anteil an über 65-jährigen. Zudem leben in Ingolstadt etwas mehr Frauen als Männer. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung liegt bei 50,6 %, der der männlichen Bevölkerung entsprechend bei 49,4 %. Seit gut 20 Jahren (mit Ausnahme des Jahres 2005) zeigt die natürliche Bevölkerungsbewegung eine positive Tendenz. Das bedeutet, dass die Anzahl der Sterbefälle niedriger ist als die der Geburten. Dieser Umstand erklärt zum Teil das starke Einwohnerwachstum Ingolstadts. Hinzu kommt, dass Ingolstadt in den vergangenen sieben Jahren einen Wanderungsüberschuss von ungefähr 1000 Personen pro Jahr verzeichnen konnte. Von den Zuwanderern stellen die 18 bis 25-jährigen mit gut 40 %, gefolgt von den 25 bis 30-jährigen mit etwa 20 %, den größten Anteil. Auch bei den Zuwanderern der letzten Jahre ergibt sich ein Frauenüberschuss.

Der Ausländeranteil an der Ingolstädter Bevölkerung lag 2005 bei 12,7 %, davon wiederum kommen 26,6 % aus den EU-Mitgliedstaaten. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund liegt hingegen bei ca. 40 % (Stand Dezember 2010). Die größte Gruppe der ausländischen Einwohner bilden die Türken mit 5273 Personen, gefolgt von den 3442 Angehörigen der Staaten des ehemaligen Jugoslawiens und 678 Italiener. Zwischen den Stadtbezirken gibt es große Unterschiede beim Anteil der ausländischen Bevölkerung. So leben in den Stadtbezirken Süd und West unter 5 % ausländische Bürger, während es in den Bezirken Nordost und Nordwest über 20 % sind. Insgesamt liegt der Anteil von Personen ohne die deutsche Staatsangehörigkeit zum Teil deutlich niedriger als in den übrigen bayerischen Großstädten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Nachdem das alte Stadttheater in Ingolstadt im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, dauerte es bis 1966 ehe eine neue Spielstätte errichtet wurde. Das neue Stadttheater Ingolstadt wurde vom Architekten Hardt-Waltherr Hämer konzipiert und bietet 663 Plätze. Neben diesem Großen Haus verfügt das Theater Ingolstadt über vier kleinere weitere Spielstätten. Das Kleine Haus am Turm Baur, die Freilichtbühne im Turm Baur, das Studio im Herzogskasten und die Werkstattbühne, die sich ebenfalls im Hämer-Bau befindet. Insgesamt finden in Ingolstadt mehr als 500 Vorstellungen im Jahr statt. In der Stadt ist zudem eine große Zahl weiterer Bühnen zu finden, die von Theatergruppen mit unterschiedlichen Trägern geführt werden.

Museen

Ingolstadt verfügt insgesamt über 13 Museen unterschiedlicher Träger.

Größtes und ältestes Museum in der Stadt ist das Bayerische Armeemuseum mit einer Sammlung von Waffen, Ausrüstungsgegenständen, Uniformen, Fahnen, Standarten, Gemälden und Orden mit dem Schwerpunkt auf der Bayerischen Armee. Das Museum ist im Neuen Schloss und im Reduit Tilly untergebracht und deckt die Militärgeschichte bis einschließlich des Ersten Weltkriegs ab.

Das 1973 eröffnete Deutsche Medizinhistorische Museum, das in der „Alten Anatomie“ untergebracht ist, zeigt die Entwicklung der Medizin seit der Zeit des Alten Ägyptens und ist das einzige Museum dieser Art in Deutschland. Neben Gegenständen der Chirurgie verfügt das Museum über einenbotanischen Garten mit einer Fülle von Arzneipflanzen.

Im Stadtmuseum Ingolstadt werden zahlreiche Exponate gezeigt, die die Entwicklung der Stadt und der Region von der Frühzeit bis in die jüngste Gegenwart darstellen. So ist im Kavalier Hepp neben dem Bernsteincollier und dem Stadtmodell von Jakob Sandtner auch der Schimmel des Schwedenkönigs Gustav Adolf ausgestellt. Seit 1998 beherbergt das Kavalier Hepp darüber hinaus das Spielzeugmuseum. Ebenfalls zum Stadtmuseum gehört das Bauerngerätemuseum im StadtteilHundszell.

Von den Museen unter privater Trägerschaft ist besonders das museum mobile der Audi AG im Audi Forum hervorzuheben. Es zeigt die Unternehmensgeschichte beispielsweise in Form von über 50 Autos und mehr als 30 Fahr- und Motorrädern.

Die Moderne Kunst ist in Ingolstadt museal vor allem durch das Museum für Konkrete Kunst mit der umfassendsten Sammlung in ganz Europa vertreten. Daneben existiert noch das Museum des Bildhauers Alf Lechner.

Kleinere Museen und Dokumentationsstätten sind das Heimatmuseum Niemes-Prachatiz, das die Heimatsammlung der Stadt Niemes und des Landkreises Prachatitz in Böhmen zeigt, die Dokumentationsstätte Marieluise Fleißer, die in Fleißers Elternhaus untergebracht ist, das Heinrich-Stiefel–Schulmuseum am Brückenkopf und das Europäische Donaumuseum Ingolstadt mit einem Ausstellungsraum im Stadtmuseum und dem alten Messpegelhaus am Brückenkopf.

Jüngstes Museum in Ingolstadt ist das Bayerische Polizeimuseum im Turm Triva im Klenzepark, dessen Eröffnung für das Jahr 2009 geplant war und letztlich im Dezember 2011 stattfand. Darin wird die Entwicklung der Polizei in Bayern seit dem Jahr 1812 dokumentiert.

Musik

Ingolstadt ist der Heimatort einiger, teilweise deutschlandweit bekannter Musikinterpreten und -bands. Hierzu zählen insbesondere die Hard-Rock-Band Bonfire und das Dance-Projekt Groove Coverage. Weitere bekannte Bands sind Slut, Hotwire, Blues Lick, The Scandal Rock Band und Kevins Campfire.

Seit 1990 hat das Georgische Kammerorchester seinen Sitz in Ingolstadt als Exilorchester. Auch sind in der Stadt zahlreiche Chöre aktiv, beispielsweise die Ingolstädter Nachtigallen, der Jugendkammerchor Ingolstadt, der Kammerchor „incanto corale“, der Schanzer Kosaken-Chor und der Motettenchor Ingolstadt e. V.

Bauwerke

Ingolstadt zeichnet sich durch eine weitgehend erhaltene historische Altstadt mit Bauwerken aus allen Epochen der Stadtgeschichte aus. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege gibt es in der Stadt 582 Baudenkmäler. Der Scherbelberg, ein historischer Trümmerberg aus den napoleonischen Kriegen, sowie der Pfeifturm, ein ehemaliger Wachturm der Stadt aus dem 14. Jahrhundert, gewähren einen Überblick über die Altstadt.

Aus der Zeit der ersten Stadtumwallung und Stadtwerdung sind die Moritzkirche, die Untere Pfarr aus dem Jahr 1234 und der Herzogskasten, das alte Herzogsschloss, erhalten. Ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert stammen die frühesten Bestände der beiden Ingolstädter Klöster, dem Gnadenthalkloster und demFranziskanerkloster mit Franziskanerkirche, sowie das Spital von 1319. Von der zweiten Stadtumwallung aus dem 14. Jahrhundert sind weite Teile der Stadtmauer sowie das Kreuztor – eines der vier Haupttore – erhalten, das gleichzeitig ein Wahrzeichen der Stadt ist. Teil der Stadtmauer sind auch die beiden NebentoreTaschenturm und Münzbergtor aus dem Jahr 1390. Ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammt das Alte Rathaus. Erstmals wurde dieses im 16. Jahrhundert umgebaut, letztmals 1882.

Aus der Zeit des souveränen Herzogtums Bayern-Ingolstadt stammen das Neue Schloss und das Münster Zur Schönen Unserer Lieben Frau, die „Obere Pfarr“. Beide Bauwerke, die von Ludwig dem Gebarteten in Auftrag gegeben wurden sind eindrucksvolle Beispiele der Spätgotik. Auf den Ingolstädter Herzog geht das 1429 gestiftete Pfründnerhaus zurück, die Hohe Schule, in der ab 1472 die Universität untergebracht war.

Neben diesen repräsentativen Bauten finden sich in Ingolstadt viele sehenswerte Bürgerhäuser. Das älteste ist das „Birnbaumhäusl“ aus der Zeit um 1470. Daneben das Haus des Theologen Johannes Eck, das Sterbehaus des Feldherrn Tilly und zahlreiche weitere Wohnhäuser von Ingolstädter Professoren. Hervorzuheben sind hier das „Kaisheimer Haus“ sowie das „Ickstatt-Haus“, das durch die höchste Barockfassade Süddeutschlands besticht.

Ebenfalls aus der Zeit als Universitätsstadt stammt die Alte Anatomie, ein spätbarocker Prachtbau im Stil einer Orangerie aus dem Jahr 1723, in dem die medizinischen Fakultät der Universität untergebracht war. Die Maria de Victoria Kirche („Asamkirche“) wurde zwischen 1732 und 1736 als Oratorium dermarianischen Studentenkongregation erbaut und gilt mit ihrem monumentalen Deckenfresko und ihrer Ausstattung als Höhepunkt des Schaffens der Brüder Asam. Mit der Lepanto-Monstranz beherbergt die Asamkirche eine der wertvollsten Monstranzen der Welt.

Von der Festungsanlage des 19. Jahrhunderts sind ebenfalls große Teile erhalten. Hierzu zählen die Bauten am sogenannten Brückenkopf, dem Reduit Tilly und den Türmen Baur und Triva, bei denen Leo von Klenze an der künstlerischen Ausgestaltung mitwirkte. Darüber hinaus sind vier Kavaliere, darunterKavalier Hepp und eine der Fronten sowie mehrere Batteriestellungen und Flankenbatterien erhalten.

Mit dem Theater Ingolstadt hat Ingolstadt zudem das jüngste Baudenkmal Bayerns.

Sehenswert ist darüber hinaus die Dampflokomotive 98 507 (Bayerische D XI), die 1968 vor dem Hauptbahnhof als Denkmal aufgestellt wurde. Diese wurde 1903 von Krauss-Maffei gebaut und ist die letzte Vertreterin von 147 Exemplaren der Baureihe „98.4–5“. 1960 wurde diese Lokalbahnlokomotive imBahnbetriebswerk Nürnberg Rbf ausgemustert. Das von Gunter Henn gestaltete Audi Forum ist ein Beispiel für moderne Architektur in Ingolstadt.

Parks und Naturräume

Ingolstadt ist eine grüne Stadt mit zahlreichen Parks, Grünanlagen und Wäldern. Am prägendsten ist das „Glacis“, das Vorfeld des ehemaligen Festungsgürtels rund um die eigentliche Innenstadt. Sie ist heute der innere Grüngürtel und damit grüne Lunge und Pufferfläche zwischen Autoverkehr und Wohnbebauung und Schulen. Durchzogen wird sie von weitläufigen Fuß- und Radwegen mit guter Sicht auf einige der ehemaligen Festungsbauten inklusive eines gut erhaltenen Stücks am Künettegraben. Auch der größte Park Ingolstadts, der Klenzepark, das Gelände der Landesgartenschau von 1992 am ehemaligen Brückenkopf der klassizistischen Festung, ist Teil des Glacis. Der Übergang vom Park zum Wald wird im Luitpoldpark deutlich, der am Brückenkopf als Teil des Glacis beginnt und im Westteil zunehmend waldähnlichen Charakter annimmt.

Der äußere Grüngürtel verläuft im Bereich der ehemaligen Vorwerke der Festung. Zu ihm gehören unter anderem der Spielpark „Fort Peyerl“, der „Fort Haslang Park“ und der Stadtteilpark „Am Augraben“.

Größter Wald in Ingolstadt ist der Auwald („Schüttel“) am nördlichen und südlichen Donauufer. Es ist eines der größten durchgängig erhaltenen Auwaldstücke in Deutschland, größtenteils gelegen zwischen Neuburg und Ingolstadt mit Ausläufern bis ins Stadtgebiet und darüber hinaus. Der Auwald dient als Naturreservat mit in der Region zum Teil einzigartiger Vegetation und Tiervorkommen, zudem als grüne Lunge und (naturnahes) Naherholungsgebiet. Auch der Zucheringer Wald, das Naherholungsgebiet „Am Auwaldsee“ sowie das “Naherholungsgebiet Irgertsheim” mit seinen zahlreichen Weihern und Seen sind Reste des Auwalds.

Der Westfriedhof ist ein weiterer Naturraum, der vielen Vögeln als Nist- und Futtermöglichkeit dient.

Sport

Das Sportleben in der Stadt wird vor allem von den 83 eingetragenen Sportvereinen getragen. Größter Verein ist der MTV 1881 Ingolstadt mit über 3000 Mitgliedern in 16 Abteilungen. Insgesamt zählen die Ingolstädter Sportvereine etwa 41.000 Mitglieder.

Ingolstadt ist besonders durch den Eishockeysport und den Fußball bekannt. Der 1964 gegründete ERC Ingolstadt spielt seit der Saison 2002/2003 in der DEL. Mit Ausnahme der Aufstiegssaison und des Spieljahres 2007/2008 hat die Mannschaft jedes Jahr die Play-offs und bereits dreimal das Halbfinale der Play-offs erreicht. Die beste Vorrundenplatzierung erreichte der ERC in der Saison 2005/2006 mit Platz zwei. In der Saison 2013/2014 wurde der ERC Ingolstadt in seinem 50. Gründungsjahr Deutscher Meister.

Der Fußballverein FC Ingolstadt 04 entstand 2004 durch die Fusion der Fußballabteilungen der Sportvereine MTV Ingolstadt und ESV Ingolstadt. In der Saison 2007/08 stieg er von der damals dritthöchsten Spielklasse, der Regionalliga Süd, in die 2. Bundesliga auf. Nach der Saison 2008/2009 stieg der Verein jedoch als Vorletzter wieder ab. Seit der Saison 2010/11 spielt der FC Ingolstadt erneut in der 2. Liga und steht nach der Winterpause 2014/15 auf deren Platz 1.

Das 1985 gegründete Baseball-Team Ingolstadt Schanzer spielte zwischenzeitlich erstklassig, stieg jedoch 1999 wieder in die 2. Bundesliga ab.

Das 1999 gegründete Rugby-Team Ingolstadt Baboons stieg 2009 mit den Ex-Nationalspielern Felix Martin und Miguel Burgaleta als Trainer in die Regionalliga auf

Mit dem Team Panthers Lacrosse des TSV Ingolstadt Nord gibt es seit Ende 2008 eine Lacrosse-Mannschaft. Gegenwärtig wird die Mannschaft durch den langjährigen Nationalspieler Florian Klaus trainiert.

Seit einigen Jahren ist auch Floorball in Ingolstadt durch mehrere Vereine vertreten. Der bekannteste und bislang erfolgreichste ist der ESV Ingolstadt, der seit der Saison 2007/08 in der 2. Bundesliga spielt und dort auf Anhieb die Playoffs um den Aufstieg in die 1. Liga erreichte.

Wichtigster Schwimmverein Ingolstadts ist der SC Delphin, unter anderem der Heimatverein der derzeitigen Europarekordhalterin Janine Pietsch (50 Meter Rücken) und der deutschen Meisterin Raphaela Piehler (200 Meter Rücken). Die Wasserballmannschaft des SC Delphin Ingolstadt spielt in der Oberliga Bayern.

Der jährlich im Mai ausgetragene „Ingolstädter Halbmarathon“ ist mit mehr als 3.000 Startern die teilnehmerstärkste, regelmäßig stattfindende, Sportveranstaltung in Ingolstadt. Die 21,1 Kilometer lange Route führt vorwiegend durch die Altstadt und den Klenze- sowie den Luitpoldpark südlich der Donau.

In Ingolstadt startet seit 1969 jährlich Ende Juni die „Tour International Danubien“ (TID), die mit 2.080 km längste Kanu- und Ruderwanderfahrt der Welt.

Die im Jahr 2003 errichtete „Saturn-Arena“ ist die größte Sporthalle in Ingolstadt. Sie ist Austragungsort der Heimspiele des ERC Ingolstadt und bietet 4816 Zuschauern Platz. Für Trainingszwecke wurde eine weitere Eissporthalle in direkter Nachbarschaft zur Saturn Arena gebaut. Bis zum Abriss im Frühjahr 2014 war ferner das nicht mehr überdachte Eisstadion an der Jahnstraße, der sogenannte „Pantherkäfig“, vorhanden.

Das größte Fußballstadion in Ingolstadt ist der Audi-Sportpark, der am 24. Juli 2010 seiner Bestimmung übergeben wurde und etwa 15.000 Zuschauern Platz bietet. Der Audi-Sportpark löst somit das TUJA-Stadion (ehem. ESV) im Stadtteil Ringsee als Austragungsort der Heimspiele des FC Ingolstadt 04 ab. Im alten ESV-Stadion wurden während der Olympischen Sommerspiele 1972 mehrere Vorrundenspiele im Fußball ausgetragen. Das Stadion war darüber hinaus jahrelang Austragungsort des „Ingolstädter Leichtathletik Meetings“, das 2001 letztmals stattfand. Daneben existieren drei weitere Bezirkssportanlagen in den Stadtbezirken Südwest, Nordwest und Nordost. Für Hallensportarten stehen insgesamt sechs Dreifach- und vier Doppelsporthallen im Stadtgebiet zur Verfügung.

Der Poolbillardverein BSC Ingolstadt wurde 1995 und 1996 Deutscher Mannschaftsmeister.

Veranstaltungsorte

Ingolstadt verfügt über eine Vielzahl verschiedener Veranstaltungsorte für unterschiedlichsten Zwecke. Größter Veranstaltungsraum ist die „Saturn Arena“, eine Multifunktionshalle für Konzerte und kleinere Messen. Für größere Messen wurde das „Messegelände Ost“ nördlich von Mailing errichtet. Für musikalische Veranstaltungen wird auch die Kleinkunstbühne „Neue Welt“, das „Ohrakel“ und das „Cafe Paradox“ als Austragungsort genutzt. Weitere Veranstaltungsorte für verschiedene Anlässe sind das „Audi Forum“ und der „Große Festsaal“ im Ingolstädter Stadttheater.

Regelmäßige Veranstaltungen

Buergerfest-in-Ingolstadt

Die ersten größeren kulturellen Veranstaltungen des Jahres in Ingolstadt sind die „Ingolstädter Kabarett-Tage“ und die „Ingolstädter Literaturtage“. Im April folgt das „Fest zu Georgi“, der Verkündung des Reinheitsgebots für Bier in Ingolstadt im Jahr 1516.

Vor Ostern findet seit dem Jahr 2000 auf dem Paradeplatz vor dem Neuen Schloss das „Brunnenfest“ statt. Im Zentrum steht der mit über 3000 Ostereiern, Thujen- und Buchszweigen geschmückte Brunnen mit dem Denkmal Kaiser Ludwig des Bayern, um den sich etwa 30 Verkaufsstände gruppieren.

Die Anfänge des „Pfingstfestes“ gehen auf die Verleihung eines ewigen freien dreiwöchigen Marktsdurch Kaiser Ludwig den Bayern zurück, der alljährlich 14 Tage nach Pfingsten stattfinden soll. Seine heutige Form hat das Pfingstfest seit 1946. Seit 1972 wurde es vom alten Volksfestplatz vor dem Taschenturm auf den neuen, etwa 40.000 Quadratmeter großen Volksfestplatz verlegt. Das Volksfest dauert heute nur mehr 10 Tage und verfügt über zwei Bierzelte und einen Warenmarkt.

Seit 1985 fand alljährlich am ersten Wochenende im Juli das große „Bürgerfest“ statt. Im Jahr 2006 beschloss der Stadtrat, dieses nur noch jedes zweite Jahr, im Wechsel mit dem erstmals 2006 anlässlich des 1200-jährigen Stadtjubiläums stattgefundenen „Historischen Fest“, abzuhalten. Seit 2008 heißt das „Historische Fest“ nun „Ingolstädter Herzogsfest“.

Weitere Veranstaltungen im Sommer sind der „Ingolstädter Kultursommer“ sowie das „Kurzfilmfestival 20 min/max“ und das bereits im Juni stattfindende „Carrara-Weinfest“ der Partnerstadt Carrara auf dem Paradeplatz.

Am letzten Wochenende im August findet in der Gemeinde Oberstimm (direkt hinter der Stadtgrenze, zu Manching gehörend) der Barthelmarkt statt, das größte und älteste Volksfest der Region.

Im September stehen zwei größere Feste auf dem Veranstaltungskalender. Diese sind die „Septemberdult“ auf dem Paradeplatz sowie das „Herbstfest“, das zweite Ingolstädter Volksfest.

Am ersten September-Wochenende findet alle zwei Jahre das „Open Flair Festival“ im Klenzepark statt. Es wird seit 1978 veranstaltet.

Der Spätherbst ist in Ingolstadt von zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, wie den „Ingolstädter Jazz-Tagen“ oder den „Der Oktober ist eine Frau Künstlerinnentage“ geprägt.

Im Dezember findet auf dem Platz zwischen Stadttheater und Herzogskasten der Ingolstädter Christkindlmarkt statt. Er wurde bereits im Jahr 1570 von Herzog Albrecht V. als „Jahrmarkt an Nicolai“ gewährt, womit er zu den ältesten Weihnachtsmärkten in Bayern gehört. Neben den über 50 Buden ist ein historisches Holzkarussell Bestandteil des Christkindlmarkts. Ehe er an seinen jetzigen Platz verlegt wurde, fand der Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz statt.

Rosenheim in Oberbayern

Die kreisfreie Stadt Rosenheim liegt im Regierungsbezirk Oberbayern im Alpenvorland, wo die Mangfall und der Inn zusammen fließen. Die Stadt ist Verwaltungssitz des Landkreises Rosenheim. Mit über 60.000 Einwohnern ist Rosenheim nach München und Ingolstadt die drittgrößte Stadt in Oberbayern und eines von 23 bayerischen Oberzentren. Rosenheim ist für seine Holz- und Sägekunst europaweit bekannt. In der Rosenheimer Hochschule gibt es daher auch eigene Studienfächer für diesen Bereich. Nicht nur deshalb wird Rosenheim auch die Holzstadt genannt.

Die Holzstadt Rosenheim

Rosenheim-Oberbayern-Panorama-Berge-Alpen

Das Foto zeigt eine Panoramaansicht von Rosenheim, geschossen vom Riesenrad auf dem Rosenheimer Herbstfest, dem beliebtesten und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Volksfest.

Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen München (ca. 60 km nordwestlich), Salzburg(ca. 80 km östlich) und Innsbruck (ca. 110 km südwestlich) sowie dem Brennerpass nach Italien (ca. 130 km). Durch Rosenheim führen die Eisenbahnstrecken München–Salzburg und München–Verona/Italien sowie die österreichische Eisenbahn-Transitstrecke Salzburg–Innsbruck. Nahe der Stadt liegt das Autobahndreieck Inntal, an dem die Inntal-Autobahn von der Autobahn München–Salzburg abzweigt.

Rosenheim besitzt aufgrund seiner Lage einen hohen Freizeitwert; im näheren Umkreis von etwa 25 km befinden sich der Chiemsee, der Simssee und etwa ein Dutzend weiterer Badeseen, sowie die Berge des nördlichen Alpenrands Wendelstein, Hochries und Kampenwand, die zum Skifahren, Wandern, Mountainbiken und Gleitschirm-/Drachenfliegen einladen.

Klima und Wetter

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Rosenheim beträgt 9,4 °C. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 17,2 beziehungsweise 18,9 °C und die kältesten Dezember und Januar mit −0,3 beziehungsweise −0,9 °C im Mittel. Der Jahresniederschlag liegt mit 1310,6 mm deutlich über dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 700 mm.

Klimadaten

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temp. (°C) 2,5 5,2 10,1 14,5 20,2 22,5 24,3 24,0 19,1 14,6 7,1 2,5 Ø 13,9
Min. Temp. (°C) −4,2 −2,7 0,5 3,8 8,5 11,9 13,5 13,3 9,7 5,9 0,7 −3,1 Ø 4,9
Temperatur (°C) −0,9 1,3 5,3 9,2 14,4 17,2 18,9 18,7 14,4 10,3 3,9 −0,3 Ø 9,4
Niederschlag (mm) 59,5 84,3 102,9 100,2 121,1 150,8 166,5 151,0 122,0 79,6 95,4 77,3 Σ 1.310,6
Sonne (h/d) 3,2 4,1 3,4 4,4 7,4 6,8 7,0 5,7 4,2 3,4 2,2 1,8 Ø 4,5
Regentage (d) 16 15 13 14 15 16 16 15 13 12 14 14 Σ 173
Wasser (°C) 4 4,9 5 6,9 13,2 17,5 20,4 19,6 15,1 12,5 6,4 4,3 Ø 10,9

 

Die Aufteilung der Stadt

Rosenheim hat 30 Ortsteile:

Südlich:

  • Aising
  • Aising-Schönau
  • Aisinger Landstraße
  • Aisingerwies
  • Au bei Happing
  • Au bei Rosenheim
  • Brucklach
  • Endorferau
  • Happing
  • Heilig Blut
  • Hohenofen
  • Kaltmühl
  • Kaltwies
  • Kastenau
  • Oberkaltbrunn
  • Oberwöhr
  • Pang
  • Pösling
  • Schlipfham
  • Schwaig
  • Stocka
  • Unterkaltbrunn
  • Westerndorf
Nördlich:

  • Egarten
  • Erlenau
  • Fürstätt
  • Langenpfunzen
  • Mitterfeld
  • Rosenheim
  • Wehrfleck
  • Wernhardsberg
  • Westerndorf St. Peter

 

Geschichte

Burg-Rosenheim

Etwa zur Zeit der Ersterwähnung der Burg im Jahre 1234 entstand Rosenheim im 13. Jahrhundert am westlichen Ufer als Ansiedlung von Schiffsleuten. Da das Gelände an der Innbrücke über lange Zeit aufgrund des sumpfigen Bodens im Zuge der Mangfallmündung nicht bebaut werden konnte, entstand die Siedlung einige hundert Meter davon entfernt. Das Stadtzentrum Rosenheims liegt somit nicht direkt am Flussufer.

Der Markt Rosenheim

Der Ort gewann rasch an Bedeutung als Umschlagplatz für alle Arten von Gütern, die auf dem Inn transportiert wurden (Vieh, Getreide, Seide, Waffen, Salz) und erhielt 1328 das Marktrecht. Die Rosenheimer Schiffsmeister brachten es in dieser Epoche durch den regen Warentransport, der sich zwischen Hall in Tirol den Inn und die Donau hinab bis nach Wien und Budapest erstreckte, zu großem Reichtum. Bis etwa 1600 hatte sich die Siedlung zu einem der größten und bedeutendsten Märkte Bayerns entwickelt, auch wenn Rosenheim das Stadtrecht erst 1864 durch den bayerischen König Ludwig II. erlangen sollte.

Der wirtschaftliche Niedergang kam im Laufe des 17. Jahrhunderts im Zuge des Rückgangs der Innschifffahrt und der Folgen des Dreißigjährigen Krieges. Hinzu kamen eine Pestepidemie (1634) und ein Marktbrand (1641).

Im 19. Jahrhundert konnte sich Rosenheim zu einem wirtschaftlichen Zentrum im südostbayerischen Raum entwickeln: 1810 wurde der Ort nach Reichenhall und Traunstein zum Standort der dritten bayerischen Saline. Eine frühe Art der Pipeline aus Holz brachte Sole von den Salzbergwerken im Raum Reichenhall bis zur Rosenheimer Saline. Durch das Sieden von Salz wurde die Innstadt zu einem Zentrum der bayerischen Salzproduktion, bis die Saline 1958 geschlossen wurde.

Einen weiteren Aufschwung brachte der frühe Anschluss an die Eisenbahn. 1858 wurde der Rosenheimer Bahnhof eingeweiht, der sich jedoch bald als zu klein und für die weitere Stadtentwicklung hinderlich erweisen sollte; schon 1876 zog er an seinen jetzigen Platz um. Die alte Bahnlinie wurde zur schnurgeraden Durchgangsstraße (heute Rathaus- und Prinzregentenstraße, wichtigste Rosenheimer Verkehrs-Achse, vom Nordwesten zum Südosten der Stadt), der Lokschuppen des ersten Bahnhofs dient heute als Ausstellungszentrum, der alte Bahnhof direkt gegenüber ist seit 1878 das Rathaus.

Die wirtschaftliche Blüte des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts machte den Gründerzeit- und Jugendstil (und dessen regionale Ausprägung, den Heimatstil) zum wichtigsten Baustil, der heute noch das Stadtbild bestimmt. So wurde im entstehenden Behördenviertel um das heutige Rathaus auch die evangelische Erlöserkirche im für Rosenheim seltenen neogotischen Klinker-Stil für die sich vergrößernde Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde erbaut.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts besaß Rosenheim neun Brauereien, die heute im Namen einiger Gaststätten erhalten sind (Duschl-, Hof-, Mail-, Pernloher-, Stern-, Weißbräu). Bis heute überlebt haben nur Auerbräu und Flötzinger Bräu, die u. a. das Märzenbier für das Rosenheimer Herbstfest liefern, sowie das Bierbichler Weißbräu.

Städtepartnerschaften

Rosenheim unterhält folgende Städtepartnerschaften:

  • Lazise am italienischen Gardasee, seit 1979
  • Briançon (Frankreich), seit 1974
  • Greiz (Thüringen), seit 1991
  • Ichikawa (Japan), seit 2004

Kultur und Sehenswürdigkeiten

kultur in rosenheim

Theater

Das Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim (KU’KO) entstand auf dem Areal, auf dem 1967 dieSalinengebäude abgetragen wurden. Die am 2. Oktober 1982 eingeweihte Stadthalle, das heutige Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim, hat sich über die Jahre hinweg zu einem überregionalen Veranstaltungszentrum entwickelt. In dem heute 3.000 Quadratmeter große Mehrzweckgebäude finden jährlich rund 400 Veranstaltungen statt. Es gibt zwei Privattheater mit eigenem Haus: das „Theater am Markt Ost“ und die „Theaterinsel“, außerdem das „Theater Rosenheim“ und weitere Amateurtheater.

Museen

Seit 1885 beherbergt das Mittertor das Städtische Museum mit seiner umfangreichen Sammlung (ca. 5000 Exponate) zur Kulturgeschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim von der Vor- und Frühgeschichte und Römerzeit bis in ins 20. Jahrhundert. Es ist eine der bedeutendsten regionalgeschichtlichen Sammlungen Südostoberbayerns.

Das Inn-Museum im historischen Flussmeister-Bruckbaustadel an der Innbrücke beherbergt die wasserbau- und schifffahrtstechnische Sammlung des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim. Mit vielen Originalobjekten zeigt das Museum die Innschifffahrt, die Quelle von Rosenheims Wohlstand im Mittelalter, in den vergangenen Jahrhunderten. Darüber hinaus vermittelt das Museum Wissenswertes über Flusslandschaft und Flussbau, Geologie, Besiedlungsgeschichte, Schiffbautechnik, Brückenbau und die Entwicklung von Wasserwegen.

Das Holztechnische Museum wurde im Jahr 1990 im denkmalgeschützten Ellmaierhaus eingerichtet. Es ist im ersten Stockwerk untergebracht, zu dem man über die sogenannte Himmelsleiter gelangt. Auf mehr als 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt dieses einmalige Museum, das in engem Zusammenhang mit der Holzstadt Rosenheim und ihren Ausbildungsstätten für Holzberufe steht, Holz als Werkstoff, seine Bedeutung und Verarbeitung einst und heute. Gezeigt werden nicht nur die Endprodukte, sondern auch ihre Herstellung und die dazu erforderlichen Werkzeuge. Regelmäßige Sonderausstellungen runden das Angebot des Holztechnischen Museums ab.

Die Städtische Galerie wurde von 1935–1937 von German Bestelmeyer erbaut. Jährlich finden hier sechs Kunstausstellungen statt. Neben zeitgenössischer Kunst werden auch Ausstellungen mit Werken aus dem 19. und 20. Jahrhundert gezeigt. Ein thematischer Schwerpunkt ist dabei die Kunst aus der Region und die Münchner Schule.

Der Lokschuppen ist ein international renommiertes Ausstellungszentrum mit jährlich wechselnden Ausstellungen.

Das Solepumpenhaus ist eines der wenigen Baudenkmäler in der Stadt, die an die Rosenheimer Salinenzeit von 1810 bis 1958 erinnern. Im Rahmen der Landesausstellung Salz macht Geschichte ließ die Stadt das unter Denkmalschutz stehende Gebäude renovieren und richtete einen Ausstellungsraum zur Rosenheimer Salinengeschichte ein. Zutritt ist nur im Rahmen von Stadtführungen bzw. nach Vereinbarung mit dem Städtischen Museum möglich.

Das Klepper-Museum beherbergt verschiedene Exponate, die einerseits die Geschichte der Klepper-Boote, -Mäntel und -Zelte zeigen. Andererseits widmet es sich auch dem Werdegang der Firma Klepper, die einst der größte Arbeitgeber der Stadt war.

Bauwerke

Das Mittertor (das einzige erhalten gebliebene von früher fünf Markttoren) war vor 1350 das Osttor des Marktes, der damals mit einem doppelten Graben geschützt wurde. Seit dem 15. Jahrhundert trennte es den Inneren Markt vom Äußeren Markt und diente als Zollstelle. Außerdem enthielt es bis zum 19. Jahrhundert mehrere städtische Einrichtungen wie das Stadtschreiberzimmer. Nach dem großen Rosenheimer Stadtbrand 1641 wurde der Zwiebelturm angebracht, später der Langbau verlängert. Im Kern ist das Mittertor das älteste Gebäude der Stadt. An der Fassade zur Seite des Ludwigsplatz befindet sich das Wappen von Rosenheim, die weiße Rose auf rotem Grund. Daneben ist dasbayerische Wappen zu sehen.

Entlang des Gillitzerblocks führt die Münchener Straße, auch „kleine Fußgängerzone“ genannt. Sofort ersichtlich sind die prachtvoll restaurierten Gründerzeitfassaden. Den Namen Gillitzerblock verdankt das Ensemble seinem Erbauer Thomas Gillitzer. Er ließ Ende des 19. Jahrhunderts auf einem für damalige Verhältnisse riesigen Areal 15 Häuser errichten, darunter das Hotel Deutscher Kaiser. Ab den 1960er-Jahren wurde das einst in sich geschlossene Gründerzeitensemble durch Neu- und Umbauten verändert. Lediglich die Fassaden in der Münchener Straße blieben erhalten und wurden in den letzten Jahren originalgetreu restauriert.

Die Quest-Kunstmühle entstand von 1855 bis 1916 in mehreren Bauabschnitten als Industriekomplex. Sie wurde in den 1990er-Jahren renoviert und dient heute als Gastronomie- bzw. Büroraum. Das Kraftwerk zur Quest-Kunstmühle liegt am Mangfallkanal.

Die Kunstmühle beherbergt die Ausstellungsräume des Kunstvereins Rosenheim. Im oberen Stockwerk der ehemaligen Kunstmühlefinden auf rund 200 m² Ausstellungsfläche wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler, Austausch-Ausstellungen mit anderen Kunstvereinen sowie ausstellungsbegleitende Aktionen statt.

Das Ballhaus Rosenheim entstand im ehemaligen Gebäudekomplex des Hofbräus Rosenheim. Der Saalbau mit Festsaal und Gewölbekeller entstand 1878. Es wurde ab 1994 renoviert und steht seit 2001 wieder als Veranstaltungsraum zur Verfügung und bildet mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ein Zentrum der östlichen Altstadt Rosenheims.

Parks

Salingarten-Rosenheim

Auf der Kunstwiese sind ganzjährig zeitgenössische dreidimensionale Kunstwerke der Künstlergemeinschaft Rosenheim zu sehen.

Der Riedergarten entstand 1729 als privater Kräutergarten des Rosenheimer Stadtapothekers Johann Rieder. Er wurde 1925 vom Mediziner Hermann Rieder der Stadt als Sommergarten verkauft. 2002 wurde der Riedergarten neu gestaltet und erhielt durch die Öffnung des vormals unterirdisch gelegenen Stadtbaches ein modernes Gepräge.

Der Salingarten ist seit 1987 vor dem Kultur- und Kongresszentrum Ku’Ko zu einem Skulpturenpark geworden, in dem Großplastiken bedeutender Bildhauer aus Rosenheim und Umgebung zu sehen sind.

Plätze

Der Max-Josefs-Platz – früher der Innere Markt und Schranne – wurde 1984 zur Fußgängerzone. Der historische Marktplatz ist umgeben von Bürgerhäusern im typischen Inn-Salzach-Stil (hochgezogene, horizontal abgeschlossene Fassaden; Arkadengänge; Erker). Die Häuser entstanden nach dem großen Brand von 1641. Im Kern stammen sie teilweise aus dem 14. Jahrhundert. Vormals schmale Holzhäuser wurden zu stattlichen Patrizierhäusern zusammengefasst. Das Wirtshausschild am Haus Stockhammer zeigt einen Schiffszug. Das Weinhaus Fortner „Zum Santa“ wurde 1642 gotisch umgestaltet und 1745 mit einer Frührokoko-Stuckatur versehen. In der Weinstube ist ein gotisches Gewölbe enthalten. Das Haus Nr. 22 war von 1641 bis 1878 das Rathaus von Rosenheim. Vor dem Bergmeister-Haus, mit einer sehenswerten Rokoko-Eingangstür, befindet sich ein Brunnen mit der Spätrokoko-Statue des Hl. Nepomuk, Schutzpatron der Schiffsleute.

Der Ludwigsplatz wird vom Max-Josefs-Platz durch das Mittertor getrennt. Er war Teil des sogenannten äußeren Marktes, der infolge der Erweiterung Rosenheims nach 1500 entstand. Gesäumt wird der Platz von Bürgerhäusern im Inn-Salzach-Stil. Der Fischbrunnen, ein Werk von Georg Albertshofer aus dem Jahr 1928, erinnert daran, dass hier früher lebende Fische verkauft wurde. Am Schuhhaus Reindl legt eine Kugel aus napoleonischer Zeit Zeugnis von einem kriegerischen Ereignis im Jahr 1810 ab. Auf einem Teilbereich des Platzes findet regelmäßig der Grüne Markt mit einem reichen Angebot an frischem Obst, Gemüse und Blumen. Der Ludwigsplatz wurde im Zuge der Landesgartenschau 2010 erneuert.

Die Loretowiese dient die meiste Zeit des Jahres als kostenloser, innenstadtnaher Großparkplatz. Jeweils am letzten Samstag im August beginnt auf der Loretowiese die sogenannte „Fünfte Jahreszeit“, das Rosenheimer Herbstfest.

Auf dem Salzstadel standen seit 1559 die Salzstadel, die zur Lagerung des von Säumern herantransportierten Salzes dienten. Sie wurden von einem Brand 1889 vernichtet.

Jüngeren Datums ist der Salinplatz. Nach dem Abbruch der Saline in den 1960er-Jahren entstand ein ganz neues Wohn- und Geschäftsviertel mit Wohnblöcken und Hochhäusern unweit des neuen Bahnhofs. In den 1980er-Jahren wurde auf dem Gelände u. a. auch die heutige Stadthalle (KUKO) errichtet. Mit einer Planungszeit von acht Jahren entstand von 1985 und 1987 in nur 18 Monaten der Salinplatz auf einer Fläche von 12.000 m² mit seinen Wohn- und Geschäftshäusern sowie einem großen unterirdischen Parkhaus (P6). Der Salinplatz ist Fußgängerzone.

Kirchen

Die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus entstand 1450 als spätgotischer Bau mit Spitzhelmturm. Nach dem Stadtbrand von 1641 erfolgte der Neubau mit Zwiebelturm (65 m) – dem heutigen Wahrzeichen von Rosenheim. Die Inneneinrichtung wurde dem Zeitgeschmack entsprechend mehrmals verändert, d.h. die Kirche hat eine barocke bzw. neugotische Einrichtung. 1880 wurde das Kirchenschiff um dreiJoche in Richtung Ludwigsplatz verlängert. Ab 1960 erhielt das Kircheninnere sein heutiges Aussehen. Ältestes Kunstwerk ist das Schutzmantelmadonnenbild eines unbekannten Meisters aus dem Jahr 1514. Die Kirche wurde am 10. Dezember 2006 mit einer Altarweihe nach mehrjähriger Renovierung wiedereröffnet.

Die Hl.-Geist-Kirche wurde gegen 1449 vom Bürger und Brauereibesitzer Hans Stier erbaut (Spitalstiftung). Der gotische Bau wurde ab 1684 barockisiert und der Turm, der ursprünglich einen gotischen Spitzhelm trug, erhielt eine barocke Zwiebel. Innerhalb der Wolfgangskapelle befindet sich das Lucca-Bild, eine Seccomalerei aus dem 15. Jahrhundert.

Die Filialkirche St. Johann Baptist und Heiligkreuz in Westerndorf wurde 1668 vermutlich nach Plänen des Münchener Baumeisters Konstantin Bader erbaut. Ein weithin sichtbares Zwiebeldach sitzt auf dem kreisrunden Kirchenbau. Im Inneren wird der vierpassförmige Grundriss von einem griechischen Kreuz mit gleich langen Kreuzarmen gebildet. Wände und Decken sind verziert mit frühbarokem Stuck Miesbacher Herkunft.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Hl. Blut, die am südlichen Stadtrand von Rosenheim liegt, entstand in der jetzigen Form gegen Ende des 17. Jahrhunderts, der spätgotische Chor um 1508. 1686/1687 wurde die Kirche durch Hanns Mayr aus Hausstatt barock umgebaut. Im Chor findet sich üppige Hochbarockstuckatur, die Stuckatur im Langhaus ist wesentlich sparsamer. Kernstück der Kirche ist die spätgotische Schnitzgruppe des himmlischen Gnadenstuhls, ein Hauptwerk des Meisters von Rabenden aus der Zeit um 1510. Neben der Kirche befindet sich die Brunnenkapelle, die Ende des 17. Jahrhunderts anstelle der älteren von Hanns Mayr errichtet wurde.

Die Kapelle am Roßacker ließ der Rosenheimer Bierbrauer Martin Schmetterer 1737 unter dem Namen Zu den sieben Zufluchten auf Grund eines Gelübdes unmittelbar neben seinem Bierkeller errichten. Er stiftete dazu ein Eremitenbenefizium mit einem an die Kapelle anschließenden Haus. Baumeister war Abraham Millauer aus Hausstatt. Der Meister des Naturstein-Hochaltars ist unbekannt, das Altarbild stammt von Johann Zick und stellt die Heiligen sieben Zufluchten dar. Das kirchliche Kleinod ist der einzige in sich geschlossene barocke Kirchenbau Rosenheims. Der Ortsteil „Roßacker“ ist älter als Rosenheim. Der Name reicht bis ins Jahr 1160 zurück.

Die Evangelische Erlöserkirche wurde 1886 neben dem Rathaus als neogotischer Backsteinbau nach Entwurf von August Hartel erbaut. Die Ausstattung ist zum Teil neogotisch und wurde in den 1970er-Jahren umgestaltet. Die Kreuzwegbilder sind von Petra Winterkamp.

Die Spitalkirche St. Josef besitzt eine Rokoko-Kanzel mit üppigem Schnitzdekor. Das Altarbild, sowie die übrigen Gemälde, die das Leben des Hl. Josef darstellen, stammen von dem Rosenheimer Maler Joseph Anton Höttinger. Sehenswert ist das große Votivgemälde, das den Pandureneinfall und die Beschießung Rosenheims im Oktober 1744 zeigt.

Die Loretokapelle auf der Loretowiese hat die Casa santa in Loreto in Italien als architektonisches sowie namentliches Vorbild. Sie wurde 1636 eingeweiht. Loretokapellen wurden im deutschen Sprachraum ab dem 16. Jahrhundert erbaut – oft als Stiftungen adeliger Pilger nach ihrer Rückkehr von einer Loretowallfahrt.

Die Pfarrkirche Christkönig wurde am 12. Juni 1928 aufgrund der damals schlechten seelsorgerischen Situation vom erzbischöflichen Ordinariat genehmigt, der erste Spatenstich geschah dann bereits fünf Tage später. Am 27. Oktober 1929 erfolgte die feierliche Kirchenweihe. Durch die Zerstörung großer Teile der Kirche während des Zweiten Weltkrieges erhielt diese 1962 ein neues Glasfenster von Roland Peter Litzenburger, 1984 wurde der Altarraum mit Werken des Rosenheimer Künstlers Ludwig Hamberger neu gestaltet.

Neben der Sebastianikapelle befindet sich das bereits 1606 gegründete und 1856 neu besiedelte Kapuzinerkloster Rosenheim.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Rosenheimer Starkbierfest (Mitte März)
  • Rosenheimer Stadtfest (zwischen Juni und August; alle zwei Jahre)
  • Das Rosenheimer Herbstfest (Beginn: letzter Samstag im August, Dauer: 16 Tage) ist das größte Volksfest in Südostoberbayern. Mit jährlich über einer Million Besuchern ist es nach dem Münchner Oktoberfest, dem Straubinger Gäubodenfest und der Bergkirchweihin Erlangen das viertgrößte Volksfest in Bayern.
  • Neue Messe Rosenheim (im 2-Jahres-Turnus):

Seit 1949 fand die Süd-Ost-Messe in Rosenheim statt, im Jahre 2008 wurde diese abgelöst durch die Neue Messe Rosenheim

  • City-Lauf (Mitte Juni)
  • Christkindlmarkt in der Fußgängerzone (ab Freitag vor dem 1. Advent bis 24. 12.)
  • Faschingstreiben (jeden Faschingsdienstag)
  • Rosenheim in Bewegung (Mai), mit großem Autosalon, Themenpark Freizeit, Fun & Fitness, Shopping-Sonntag u. v. m.
  • Critical Mass (Radtour durch die Stadt, jeden letzten Samstag im Monat, Abfahrt 11.55 Uhr am Ludwigsplatz)
  • Lange Nacht der Kunst, Kultur und Unterhaltung (alle zwei Jahre im Herbst, abwechselnd mit dem Stadtfest)
  • Kleinkunsttage (Mitte Oktober)
  • Rosenheimer Sommerfestival (Juli, seit 2010)
  • Stadtführung „Auf den Spuren der Rosenheim-Cops“ jeden Samstag um 16 Uhr
  • Stadtradeln (Aktion des Klima-Bündnisses der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder/Alianza del Clima e.V mit dem Untertitel Radeln für ein gutes Klima)

Wirtschaft und Infrastruktur

Rosenheim ist als Zentrum eines Ballungsraums von etwa 150.000 Einwohnern die wichtigste Einkaufsstadt im südostoberbayerischen Raum. Sie bietet ein umfassendes Angebot in den Bereichen Bekleidung, Einrichtung (drei große Möbelhäuser), Unterhaltungselektronik, Schmuck, Dienstleistungen und Gastronomie.

Der überwiegend von mittelständischer Wirtschaft geprägten Stadt ist es gelungen, vor allem im traditionellen Rosenheimer Bereich Holz ein eigenes Profil zu entwickeln. Rosenheim ist der Sitz mehrerer, teilweise international agierender holzverarbeitender Unternehmen. Die Bandbreite reicht von der Herstellung von Parkettböden bis zur Fenstertechnik. Den Betrieben der Holzbranche steht dabei das Wissen mehrerer Ausbildungsstätten vor Ort zur Verfügung (siehe „Schule und Bildung“). Die Stadt Rosenheim fördert die Holztechnik durch den Ausbau des Holz-, Informations- und Technologiezentrums (HIT).

Ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt liegt in der Informations- und Kommunikationstechnik. Rosenheimer Unternehmen sind auch international vor allem in den Bereichen Antennen-, Funk- und Telekommunikationstechnik, Softwareentwicklung, IT-Dienstleistungen und Consulting tätig.

Weltweit bekannte Unternehmen aus Rosenheim sind Gabor Shoes, die Hamberger Industriewerke (Parkettmarke HARO), Kathrein(Antennen, Elektronik), Schattdecor (Dekordruck) oder Klepper (Faltboote).

Zum 30. Juni 2005 hatte die Stadt Rosenheim 27.600 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.

Verkehr

Straßenverkehr

An das überregionale Straßennetz ist Rosenheim über die Autobahnen A8 München–Salzburg und A93 Rosenheim–Kufstein sowie die Bundesstraße 15 angebunden. Die B 15 wurde im Sommer 2005 zwischen Autobahn und „Panorama-Kreuzung“ auf vier Spuren ausgebaut. Langfristig ist ein autobahnähnlicher Neubau der Bundesstraße 15, die B 15neu, zwischen Regensburg, Landshut und Rosenheim geplant.

Seit Jahren wird auch über eine Reihe von Umgehungsstraßen nachgedacht, um die Innenstadt vom Verkehr zu entlasten. Nach langer Planung wurde 2005 mit dem Bau der südlichen Umgehung Panorama-Schwaig begonnen. Das Vorhaben war umstritten, da diese Straße die Kaltenauen, ein Landschaftsschutzgebiet, durchquert. Ein Volksentscheid im Jahr 2003 ging jedoch zugunsten der Straße aus. Sie wurde im Mai 2007 fertiggestellt. Weitere Projekte sind die Westtangente Rosenheim, für die 2006 der Planfeststellungsbeschluss erfolgte, und die dritte Innbrücke, die den Inn beim Ortsteil Langenpfunzen überqueren soll.

Laut von der Bundesanstalt für Straßenwesen erstellten Kinderunfallatlas des Jahres 2012 verunglücken in Rosenheim 2,70 von 1000 radfahrenden Kindern. Damit liegt Rosenheim auf dem fünftletzten Platz aller 412 untersuchten Städte und Gemeinden. Bereits seit 1984 landet Rosenheim in vergleichbaren Untersuchungen stets auf den hintersten Plätzen.

Schienenverkehr

Mit einem Aufkommen von täglich rund 20.000 Fahrgästen ist der Bahnhof Rosenheim der siebtgrößte Bahnhof in Bayern.

Rosenheim ist ein Eisenbahnknotenpunkt und wird von den Bahnstrecken Rosenheim–Kufstein(Kursbuchstrecke 950), München–Rosenheim (Kursbuchstrecke 951), Rosenheim–Salzburg(Kursbuchstrecke 951), Rosenheim–Mühldorf (Kursbuchstrecke 944) und Rosenheim–Holzkirchen (Mangfalltalbahn, Kursbuchstrecke 958) berührt.

Die Österreichischen Bundesbahnen befahren die Verbindung Salzburg–Landl/Rosenheim (– Kufstein) im Zweistundentakt ohne Halt mit Fernzügen der Relation Wien–Salzburg–Innsbruck–Vorarlberg über die Rosenheimer Kurve.

In Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2010 wurde der Bahnhof barrierefrei ausgebaut und mit einem Tunnel eine Verbindung zwischen Zentrum und dem südlichen Stadtgebiet hergestellt. Unter Auswertung alliierter Luftaufnahmen wurden Munitionsreste gesucht, um Tunnel zwischen dem Hammerbach (der den Bahnhof unterfließt) und dem Empfangsgebäude zu bauen.

Öffentlicher Nahverkehr

Der Regionalverkehr Oberbayern bietet Anbindungen der Gemeinden des Landkreises mit der Stadt Rosenheim und den benachbarten Landkreisen.

Der Stadtbusverkehr wird von dem privaten Busunternehmen Verkehrsunternehmen Ludwig Kroiss KG eigenwirtschaftlich betrieben. Das Unternehmen betreibt zwölf Linien, welche montags und dienstags von 5 bis 21 Uhr, mittwochs und donnerstags von 5 bis 23 Uhr, freitags von 5 bis 2 Uhr und samstags von 8 bis 2 Uhr verkehren. Die kleineren Siedlungen am Stadtrand (Westerndorf am Wasen, Unterfürstätt, Langenpfunzen, Happing, Kastenau) werden stündlich bedient, die wichtigsten Wohngebiete und Einrichtungen (Pang, Aising, Aisingerwies, Aicherpark, Fachhochschule, Traberhof) im 15-Minuten-Takt. Die Linien 8 und 9 binden die Nachbarstadt Kolbermoor im 30-Minuten-Takt an.

Die vier Nachtbus-Ringlinien fahren fast alle Stadtteile an, ausgenommen Egarten, Unterfürstätt und Oberwöhr. Die zentrale Bushaltestelle Stadtmitte dient als Verknüpfungspunkt mit Info-Center im Ticketzentrum. 2006 nutzten über vier Millionen Fahrgäste den Rosenheimer Stadtbus. An Sonn- und Feiertagen findet kein Verkehr statt.

Medien

Seit 1989 gibt es in Rosenheim die Lokalradiosender Charivari und seit 1988 Radio Regenbogen (Bayern) sowie seit 2001 den Jugendsender Radio Galaxy. Radio Charivari hat eine technische Reichweite von 310 000 Hörern, Radio Regenbogen, das in ganz Südostoberbayern zu hören ist, erreicht technisch 810 000 Hörer. Bereits 1987 ging das Regionalfernsehen Rosenheim (RFR) im Kabelnetz an den Start. Anfang 2004 wurde das Sendegebiet um die Landkreise Mühldorf, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land erweitert und das RFR in RFO (Regionalfernsehen Oberbayern) umbenannt; es erreicht inzwischen etwa eine halbe Million potenzieller Zuschauer. Die Verbreitung erfolgt über diverse Kabelnetze in Südostbayern, über DVB-T, über Antenne sowie digital über Satellit (DVB-S) auf Astra 19,2° Ost.

Das Oberbayerische Volksblatt (OVB) ist die Regionalzeitung in Stadt und Landkreis Rosenheim und im Landkreis Mühldorf sowie im westlichen Teil des Landkreises Traunstein. Sie erreicht mit ihren Regionalausgaben eine Druckauflage von knapp 80.000 Exemplaren und rund 220.000 Leser in der Region.

Außerdem decken den Landkreis Rosenheim folgende Wochenzeitungen ab:

Seit 1986 erscheint in der Stadt Rosenheim, Chiemgau, Mangfalltal sowie Wasserburg das Anzeigenblatt blick, das von der Blickpunkt Verlags-GmbH & Co. KG herausgegeben wird. Die kostenlose Wochenzeitung erscheint im halbrheinischen Format und berichtet über lokale Veranstaltungen und regionale Nachrichten. Seit November 2008 hat der Verlag mit dem InnSalzach-blick sein Erscheinungsgebiet in den Landkreis Mühldorf und Altötting ausgedehnt. Die Auflage beläuft sich derzeit auf etwa 128.000 wöchentliche Exemplare.

Das echo erscheint ebenso wöchentlich und wird von der Pons Aeni Verlag GmbH in Rosenheim herausgegebenen. Das kostenlose Anzeigenblatt erreicht im Landkreis Rosenheim etwa 78.000 Haushalte.

blick und echo sind Mitglied in der Anzeigenblattgruppe Südbayern.

Seit Beginn 2007 erscheint die pressewoche auf dem Rosenheimer Zeitungsmarkt. Das Anzeigenblatt wird in Rosenheim verlegt.

Das ehemals kostenlose Anzeigenblatt Rosenheimer Nachrichten wurde zwischen 2007 und 2011 von der INNdependent Media GmbH herausgegeben, einer Tochter der österreichischen Verlagsgruppe Salzburger Nachrichten. Das Blatt erreichte etwa 175.000 Haushalte in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgaden und war seinerzeit die auflagenstärkste Wochenzeitung zwischen München und Salzburg.

Bildung

In Rosenheim bestehen 15 Schulen mit 8500 Schülern unter der Trägerschaft der Stadt Rosenheim. Darunter sind neun Grund- und Mittelschulen, ein Sonderpädagogischen Förderzentrum, zwei Realschulen und drei Gymnasien: Das Finsterwalder-Gymnasium, dasIgnaz-Günther-Gymnasium und das Karolinen-Gymnasium.

Zudem gibt es eine Waldorfschule, eine private Wirtschaftsschule, eine Fachoberschule sowie eine damit verbundene Berufsoberschule, zwei Berufsschulen, fünf Berufsfachschulen für verschiedene Ausbildungsberufe und die Hochschule Rosenheim.

Durch den Fachbereich Holztechnik der Fachhochschule mit seinem Lehrinstitut der Holzwirtschaft und Kunststofftechnik sowie die Staatliche Fachschule für Holztechnik, die in Rosenheim Holzingenieure, -wirte und -techniker ausbilden, knüpft Rosenheim an seine jahrhundertelange Tradition als Zentrum des oberbayerischen Holzhandels, der Holzgewinnung und -bearbeitung an.

Bekannte Rosenheimer

Dass hier in letzter Zeit immer mehr Sportler zu finden sind, ist ein Erfolg der auf Sport ausgerichteten Aktivitäten die Rosenheim seinen Bürgern anbietet.

Erwin Koppe (* 1938) Geräteturner
Siegfried Fischbacher (* 1939) Zauberkünstler „Siegfried & Roy“
Günther Maria Halmer (* 1943) Schauspieler
George Dzundza (* 1945) US-amerikanischer Schauspieler
Sylvia Nasar (* 1947) deutsche Journalistin, Hochschullehrerin und Autorin
Werner Preißing (* 1947) Unternehmensberater
Johannes Riedel (* 1949) Richter
Ludwig Baumann (* 1950) Bass-Bariton
Anton Kathrein (1951–2012) Unternehmer in der Antennentechnik
Clemens Eich (1954–1998) Theaterschauspieler und Schriftsteller
Wolfgang Binder (* 1957) Moderator beim Bayerischen Rundfunk, früher im Bobsport und in der Leichtathletik aktiv
Michael Neugebauer (* 1962) Zehnkämpfer
Georg Zeitblom (* 1962) Musiker und Performancekünstler
Franz Abraham (* 1964) Event-Manager und Produzent
Tatjana Mittermayer (* 1964) Freestyle-Skisportlerin
Raimond Hilger (* 1965) Eishockeyspieler
Alexander Klaus Stecher (* 1968) Schauspieler, Talkmaster, Moderator, Autor, Popsänger und TV-Produzent
Manfred Stecher (* 1968) Sänger, Schauspieler und Pianist
Mark Benecke (* 1970) Kriminalbiologe
Katharina Offel (* 1976) Springreiterin
Benedikt Schiefer (* 1978) Komponist
Robert Müller (1980–2009) Eishockeyspieler
Rupert Wagner (* 1980) Kanute
Martin Tomczyk (* 1981) Rennfahrer
Andrea Diewald (* 1981) Eiskunstläuferin
Bumillo, Christian Bumeder (* 1981) Poetry-Slammer
Florian Heller (* 1982) Fußballspieler
Tobias Schweinsteiger (* 1982) Fußballspieler
Christoph Declara (* 1983) Konzertpianist
Patrick Ehelechner (* 1984) Eishockeyspieler
Astrid Ludwig (* 1985) Spezialistin für Bond- und Komplexe Indizes
Benjamin Edmüller (* 1987) Radrennfahrer
Lars Bender (* 1989) Fußballspieler
Sven Bender (* 1989) Fußballspieler
Thomas Leberfinger (* 1990) Fußballspieler
Philipp Grubauer (* 1991) Eishockeyspieler

 

Landshut – beliebteste Stadt für Senioren in Bayern

Die beliebteste Stadt in Bayern, in denen es Senioren sehr gut gefällt, ist eindeutig die Stadt mit dem total urigen Flair, den tollen Bauwerken aus der Vergangenheit, aber auch dem Puls der neuen Zeit angepasst. Wir sprechen und schreiben hier von Landshut in Niederbayern.

 

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Blick auf die Burg Trausnitz in Landshut

Das zeigen nicht nur die positiven Bevölkerungszahlen, die uns die Statistik schwarz auf weiß zur Hauptstadt Niederbayern präsentiert. Auch die eigene Erfahrung macht sich hier breit, Landshut ist einfach genial für Einwohner im Rentner- oder Pensionsalter. Sehen wir uns zunächst die trockene Statistiken, die wir auf Wikipedia gefunden haben:

Bevölkerungsentwicklung der Stadt Landshut

Während die Stadt in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung viele Bewohner anzog und um 1500 bereits mehrere tausend Einwohner aufweisen konnte, stagnierte die Zahl der Stadtbewohner im ausgehenden Spätmittelalter und wurde durch die zahlreichen Kriege und die daraus resultierenden Hungersnöte und Epidemien über die Jahrhunderte hinweg zum Teil sogar dezimiert. Besonders schwerwiegend wirkte sich dabei der Dreißigjährige Krieg aus. Seit dem 19. Jahrhundert jedoch, als Landshut wieder an Bedeutung gewann, begann auch die Einwohnerzahl wieder zu steigen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl auf über 40.000, bevor sie kontinuierlich anstieg, um seit den 1970er Jahren zwischen 50.000 und 60.000 Bewohnern zu schwanken. Zu den Zuwächsen trugen zum Teil auch viele Eingemeindungen während des 20. Jahrhunderts bei. Am nördlichen Stadtrand ist die Stadt inzwischen mit den Siedlungsschwerpunkten der Gemeinden Altdorf und Ergolding und im Süden mit der Gemeinde Kumhausen zusammengewachsen. In dieser Agglomeration der Stadt Landshut leben etwa 95.000 Menschen.
Die Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Amtes des Bundes und der Länder aus dem Jahr 2007 nennt für Landshut bis 2025 ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum von 9,7 %, das damit alle anderen kreisfreien Städte Bayerns (dem ein Wachstum von 2,2 % vorausgesagt wird) weit hinter sich lässt. Das Bevölkerungswachstum bis zum Jahr 2012 übertraf die Wachstumsprognose, so dass bereits im August 2012 der 65.000. Bürger geboren wurde. Diese Einwohnerzahl wäre laut der Wachstumsprognose erst im Jahr 2016 zu erwarten gewesen.
Die nachstehenden Bevölkerungszahlen sind alle auf den heutigen Gebietsstand (aktuelle Ausdehnung des Stadtgebiets) umgerechnet:
Datum                     Einwohner
1. Dezember 1840   12.119
1. Dezember 1871    17.888
1. Dezember 1880   20.973
1. Dezember 1900   26.538
16. Juni 1925            31.866
16. Juni 1933            36.619
17. Mai 1939             36.853
31. Dezember 1946 44.262
31. Dezember 1948 45.906
31. Dezember 1950 47.200
31. Dezember 1952 47.274
31. Dezember 1954 47.797
31. Dezember 1956 47.176
31. Dezember 1958 47.237
31. Dezember 1960 47.656
Datum Einwohner
31. Dezember 1962 50.532
31. Dezember 1964 50.729
31. Dezember 1966 51.631
31. Dezember 1968 51.281
31. Dezember 1970 52.425
31. Dezember 1972 55.650
31. Dezember 1974 56.405
31. Dezember 1976 55.501
31. Dezember 1978 55.435
31. Dezember 1980 55.803
31. Dezember 1982 56.326
31. Dezember 1984 56.230
31. Dezember 1986 57.067
31. Dezember 1988 57.194
31. Dezember 1990 59.066
31. Dezember 1992 60.031
31. Dezember 1994 59.351
31. Dezember 1996 59.100
31. Dezember 1998 58.420
31. Dezember 2000 58.746
31. Dezember 2002 60.018
31. Dezember 2004 60.545
31. Dezember 2006 61.923
31. Dezember 2008 62.648
31. Dezember 2010 63.258
31. Dezember 2012 65.322
31. Dezember 2013 66.179
30. Juni 2014           66.750
Bevölkerungsvorausberechnung
Datum                       Einwohner
31. Dezember 2014 64.300
31. Dezember 2016 65.000
31. Dezember 2018 65.600
31. Dezember 2020 66.100
31. Dezember 2022 66.600
31. Dezember 2024 66.900
31. Dezember 2026 67.200
31. Dezember 2028 67.400
31. Dezember 2029 67.500

Nationalitäten
Herkunft Anzahl Anteil
ehem. Jugoslawien 1.447 22,30 %
Türkei 1.315 20,27 %
Italien 515 7,94 %
Polen 357 5,50 %
Österreich 311 4,79 %
Rumänien 310 4,78 %

(Quelle: BAMF; Stand: 2005)

Ägypten zumindest zwei die ich kenne: Der Ali und der Mohammed vom Bistro kommen daher)

Während im Jahr 1997 in Landshut durchschnittlich noch 9,5 Kinder pro 1000 Personen auf die Welt kamen, sind es 2004 nur noch 8,5.

Es fällt dabei auf, dass die Stadt sowohl unter dem bayernweiten Durchschnitt von 8,9 Geburten (2004), als auch unter dem Durchschnitt aller kreisfreien Städte im Land, die 2004 auf 9,4 Geburten pro 1000 Einwohner kamen, liegt. Dieser Entwicklung stehen seit Jahren stark überdurchschnittliche Sterberaten gegenüber. Während 2004 bayernweit 9,4 Todesfälle pro 1000 Einwohner zu beklagen waren, starben in Landshut je 1000 Bewohner 11,9 Menschen (2004). Dabei liegt die Stadt wiederum über dem Durchschnitt aller kreisfreien Städte Bayerns, in denen durchschnittlich 10,0 Todesfälle pro 1000 Einwohner zu beklagen waren.

Diese Statistiken zeigen deutlich, dass Landshut insbesondere bei Senioren äußerst attraktiv ist. Trotz des negativen natürlichen Bevölkerungssaldos zählte Landshut 2005 aufgrund des positiven Wanderungssaldos mit einem Bevölkerungswachstum von 0,4 % zu den am stärksten wachsenden kreisfreien Städten Bayerns.

Zum Stichtag 31. Dezember 2005 waren 11,5 % der Stadtbewohner nicht im Besitz einer deutschen Staatsbürgerschaft, im Vergleich zu 11,4 % im Vorjahr. Der prozentual größte Anteil an Ausländern lebte im Stadtteil Nikola (18,9 %) sowie im Industriegebiet (21,2 %). Insgesamt belief sich ihre Zahl Ende 2005 auf 6.489, im Vergleich zu 6.189 im Vorjahr bzw. 6.353 im Jahr 2003. Dabei ist zu beachten, dass seit 2000 zahlreiche Einbürgerungen vorgenommen wurden, die eine Minderung des Ausländeranteils zur Folge hatten.
Die Volkszählung 2011 ermittelte einen Ausländeranteil von 10,7 %. Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund betrug im gleichen Zeitraum 26,9 Prozent. Durchschnitt in Niederbayern sind hier 13,4 Prozent. Diese Zahlen belegen die kulturelle Offenheit der Stadt und seiner Einwohner, die mit Ausländern wenig Probleme haben. Im Gegenteil, gerade bei den Geburtenraten zeigt sich eine positive Entwicklung durch die zugewanderten Familien und deren Nachkommen. Hier ist Landshut ein Beispiel an Gleichberechtigung und Toleranz in Bayern.
Altersstruktur der Bevölkerung der Stadt Landshut gemäß Zensus 2011.
Alter Einwohner nach Alter
jünger als 18 15,1 %
18 bis 29 15,1 %
30 bis 49 29,2 %
50 bis 64 19,0 %
älter als 65 21,6 %
Das Durchschnittsalter hat sich von 43,3 Jahre 2000 leicht auf 44,2 Jahre 2010 erhöht. 2011 waren 47,6 Prozent der Bevölkerung der Stadt Landshut Männer und 52,4 Prozent Frauen. Zum 31. Dezember 2012 betrugen diese Anteile 47,9 Prozent Männer und 52,1 Prozent Frauen. Also nix wie hin nach Landshut, es besteht ein Frauenüberschuss! Und an lokalen bodenständigen Sehenswürdigkeiten, lauschigen Biergärten und erholsamen Badeseen mangelt es in der Region auch nicht.

Deggendorf in Niederbayern

Deggendorf ist eine Kreisstadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf. Die Hochschulstadt wird aufgrund ihrer Lage im Donautal, in der Nähe der Mündung der Isar, am Fuße der Berge des bayerischen Waldes, auch als „Tor zum Bayerischen Wald“ bezeichnet und rühmt sich, auf der „Sonnenseite des Waldes“ zu liegen. In Deggendorf fand 2014 die Bayerische Landesgartenschau statt.

Die Hochschulstadt Deggendorf (Bayern) in Zahlen

deggendorf-stadtplatz-bayern

 

Deggendorf
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 314 m ü. NHN
Fläche: 77,21 km²
Einwohner: 31.853 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 413 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94469
Vorwahl: 0991
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 119

Klima

Durch ihre Lage in Mitteleuropa befindet sich die Stadt Deggendorf in der warmgemäßigten Klimazone mit Winterhärte 6-7. Dabei liegt die Stadt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima.

Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1 4 9 14 20 22 24 24 19 13 6 2 Ø 13,2
Min. Temperatur (°C) −4 −3 0 4 8 11 13 13 9 5 1 −2 Ø 4,6
Niederschlag (mm) 44,8 45,8 54,4 38,2 71,8 72,8 81,8 63,6 65,1 54,0 55,3 48,0 Σ 695,6

Bewohner

Laut der Stadt Deggendorf sind 64,6 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch, 13,8 Prozent sind evangelisch und 21,6 Prozent gehören einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an. Deggendorf hat einen Ausländeranteil von 7,3 Prozent (Stand: Januar 2013).

Anfang Juni 2013 wurde auch die Stadt Deggendorf von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. Mehr als 6000 Menschen mussten evakuiert werden oder wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, da die errichteten Dämme den Wassermassen nicht mehr standhalten könnten. Tiefliegende Ortsteile wie Fischerdorf und Natternberg wurden nach einem Bruch des Isardamms komplett überflutet.

Partnerstädte und Patenschaften

Partnerstadt von Deggendorf ist seit 1978 Neusiedl am See, Österreich.

Am 24. November 2008 wurde mit Písek, Tschechien, ein Freundschaftsvertrag geschlossen. Seit 10. Juni 2012 ist Písek ebenfalls Partnerstadt Deggendorfs.

Eine Patenschaft besteht des Weiteren seit 2003 zum abgesetzten Technischen Zug 133 (Spezialeinheit der Luftwaffe, welche die Radaranlage am Großen Arber betreut). Zum Tender „Donau“ übernahm Deggendorf die Patenschaft von 1964 bis zur Außerdienststellung des Tenders am 1. Dezember 1994.

Wirtschaft und Infrastruktur in Deggendorf

Unternehmen

Hauptindustriezweige sind Textilindustrie, Leichtmetallbau, Reaktorbau (z.B. MAN DWE, Eisen-, Gummi-, Kunststoff- und Holzverarbeitung; Hoch- und Tiefbau und Wachswarenfabrikation). Deggendorf ist Mitglied der Wirtschaftsregion Donaustädte. Die Streicher Unternehmensgruppe, ein international tätiges Tiefbauunternehmen, hat ihren Sitz in Deggendorf. 2012 verlagerte die Laschinger Seafood ihren Sitz nach Deggendorf.

Öffentliche Einrichtungen

In Deggendorf existiert ein Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und eine Erstaufnahmeeinrichtung für 501 Asylbewerber. Am 2. Januar 2015 zogen die ersten Flüchtlinge ein. In Deggendorf bestand von 1993 bis Ende 2003 bereits eine Aufnahmeeinrichtung mit 500 Plätzen.

Bildung

In Deggendorf wurde 1994 eine Fachhochschule gegründet. Hauptfachrichtungen sind Betriebswirtschaft (u. a. mit den Spezialisierungen Wirtschaftsinformatik, Internationales Management, Tourismusmanagement, Wirtschaftsingenieurwesen), Bauingenieurwesen, Ressourcen- und Umweltmanagement, Elektro- und Medientechnik sowie Maschinenbau und Mechatronik. 2013 wurde der Name in Technische Hochschule Deggendorf geändert. Im Jahr 2013 sind etwa 5000 Studierende immatrikuliert.

Die Stadt verfügt über zwei Gymnasien (Comenius-Gymnasium, Robert-Koch-Gymnasium), eine Berufsober- und Fachoberschule (Aloys-Fischer-Schule), eine Realschule für Mädchen (Maria-Ward-Schulstiftung), eine Wirtschaftsschule, zwei Berufsschulen, Berufsfachschulen für Krankenpfleger, Krankengymnastik und Fremdsprachenberufe, eine Fachakademie für Sozialpädagogik, fünf Grundschulen, zwei Mittelschulen sowie zwei Förderschulen.

Verkehr

Deggendorf liegt verkehrsgünstig am Autobahnkreuz der A 3 Emmerich – Köln – Frankfurt a. M. – Passau und A 92 München – Deggendorf mit der Fortsetzung als Bundesstraße 11 nach Bayerisch Eisenstein und in die Tschechische Republik. Die Stadt besitzt einen Donauhafen und eine Schiffsanlagestelle für Fahrgastschiffe. Der uralte Donauübergang in Form einer Furt wurde schon um 1280 durch eine hölzerne Donaubrücke ersetzt, 1863 in eine eiserne Brücke umgewandelt und letztmals 1999 durch eine moderne Donaubrücke zu einem sowohl den Erfordernissen des Straßenverkehrs als auch der Schifffahrt entsprechenden Übergang ausgebaut.

Bahnverkehr

Die Eisenbahnlinie Plattling – Bayerisch Eisenstein („Bayerische Waldbahn“), eine der landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands, verbindet Deggendorf mit dem Bayerischen Wald und Tschechien sowie mit dem deutschen Fernverkehrsnetz im Taktknoten Plattling. Hier liegt mit Deggendorf Hauptbahnhof der einzig verbliebene Bahnhof der Kreisstadt. Der auf dem Gemeindegebiet liegende Ausweichbahnhof Ulrichsberg an dieser Strecke wurde im Dezember 2003 geschlossen.

Von Deggendorf aus zweigt die Bahnstrecke Deggendorf–Hengersberg ab. Über diese ehemals bis Kalteneck verlaufende Bahnlinie werden heute nur noch Güter von und zum Hafen, sowie zu einem Sägewerk in Hengersberg transportiert. Mit Deggendorf Hafen, Halbmeile, Seebach und Deggendorf Textilwerke lagen bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1972 vier weitere Verkehrshalte auf dem Gemeindegebiet.

Die privat errichtete und betriebene Stichstrecke Deggendorf–Metten, verband bis 1991 die Stadt mit der Nachbargemeinde.

Busverkehr

Das Stadtgebiet Deggendorf wird seit dem 1. Januar 2014 von vier Stadtbuslinien bedient. Vorher existierten 11 Linien. An einigen Haltestellen halten auch Busse der VLD (Verkehrsgemeinschaft Landkreis Deggendorf) die Deggendorf mit den Orten im Landkreis und darüber hinaus verbinden.

Flugverkehr

Der Flugplatz Deggendorf liegt westlich von Deggendorf auf dem Gebiet der Gemeinde Stephansposching. Er verfügt über eine asphaltierte Start- und Landebahn mit einer Länge von 550 m. Vom Landeplatz dürfen Helikopter, Motorsegler und Segelflugzeuge starten.

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen München.

Donauhafen

Der Hafen Deggendorf an der Donau ist ein Frachthafen und wird durch den Zweckverband Donau-Hafen Deggendorf betrieben. Dieser besitzt als einziger Donauhafen in Bayern seit 1992 einen Freihafen. Außerdem verfügt der Hafen über eine Anlegestelle für Öltanker.

Daneben existiert am Fluss eine Anlegestelle für Personenschiffe. Diese wird hauptsächlich von der Firma Wurm & Köck bedient.

Kultur und Sehenswertes

Das Deggendorfer Stadtmuseum im Kulturviertel präsentiert über 10.000 Exponate zur kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Stadt und ihrer Region. Die frühe Besiedlung des Donauraumes belegen archäologische Funde aus dem Landkreis von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter. Eine Abteilung Stadtgeschichte vermittelt lebendig das mittelalterliche Stadtleben. Der Verkaufsraum einer Biedermeierapotheke mit Laborzubehör und ein Tante-Emma-Laden sind anschauliche Zeugnisse der Vergangenheit. Ein eigener Bereich ist der sakralen Kunst, der Wallfahrt „Deggendorfer Gnad“ und der Volksfrömmigkeit gewidmet.

Das benachbarte Handwerksmuseum widmet sich dem regionalen und überregionalen Handwerk. Sechs Abteilungen geben einen Überblick über die reiche niederbayerische Handwerkskultur: Die Geschichte der handwerklichen Ausbildung ist dabei ebenso ein Thema wie z. B. das Handwerk am Wasser, die Rolle der Frau im Handwerk, das Holzhandwerk im Bayerischen Wald oder die Entwicklung des Handwerks im Industriezeitalter.

Ein Museumskino und wechselnde Sonderausstellungen in den Museen komplettieren das Angebot. Beide Museen und die Museumswerkstätten bieten ein umfangreiches Begleitprogramm für Familien, Kinder und Schulklassen.

Der „Kapuzinerstadl“, eine 1802 profanierte Kapuzinerkirche, ist Veranstaltungs- und Kongressgebäude für verschiedenste kulturelle Ereignisse. Kunstausstellungen finden hier ebenso statt wie Konzerte und Tagungen. Das vierte Glied im Kulturviertel ist die 1990 erbaute Stadtbibliothek.

Die Deggendorfer Stadthalle gibt den Rahmen für größere Veranstaltungen ab. Konzerte, Ausstellungen und Tagungen finden hier ebenso statt wie Tanzveranstaltungen oder Feste. Ende 2008 wurde die Halle 2 fertig gestellt, die sich direkt an die alte Stadthalle anschließt. Die neue Halle bietet rund 4000 Zuschauern Platz.

Zahlreiche Vereine engagieren sich auf den Gebieten der Musik, Malerei und Kunst und beleben damit das Kulturleben der Stadt.

Neben dem großzügig angelegten Stadtplatz, der durch das Rathaus mit seinem historischen Festsaal zweigeteilt ist, sind die Grabkirche Peter und Paul, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (mit dem ehemaligen Barock-Hochaltar des Eichstätter Domes von Matthias Seybold) und die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Mutter Gottes in der Rose auf dem Geiersberg sehenswert. Die barocke Kapelle im ehemaligen Katharinenspital und die aus derselben Zeit stammenden Wallfahrtskirchen in Greising und in der Halbmeile bergen ebenfalls künstlerische Kleinode.

Freizeitmöglichkeiten

Die Lage der Stadt zwischen der Ebene des Gäubodens und dem Bayerischen Wald eröffnet viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Fernwanderwege (via nova), sowie Rund- und Streckenwanderwege führen durch Deggendorf oder haben hier ihren Ausgang. Viele Wanderungen können in den nahen umliegenden Bergen gemacht werden. Fahrradfahren an der Donau bis zum Mountainbiken im Bayerischen Wald (z. B. Rusel) ist ebenso möglich wie Wassersport auf Baggerseen und der Donau. Im Winter wird auf den umliegenden Bergen des nahen Bayerischen Waldes Skilanglauf und Abfahrt betrieben, im Ortsteil Greising liegt das Skigebiet Deggendorf-Greising mit Langlaufloipen und einem Skilift. Darüber hinaus bestehen das Ganzjahresbad „elypso“ und ein Golfplatz auf der Rusel.

Jährlich veranstaltet die Stadt neben dem Frühlings- und Volksfest ein im wechselnden Turnus stattfindendes Bürgerfest, eine Bayerisch-Böhmische Woche und eine Sommertraumparty an der Donaupromenade. In der Adventszeit wird der Christkindlmarkt auf dem oberen Stadtplatz abgehalten.

Seit Dezember 2006 ist Gut Aiderbichl auch in Eichberg bei Deggendorf zu finden. Hier ist eine neue Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier entstanden. An der Donau laden die für die Landesgartenschau Deggendorf 2014 angelegten Erholungsflächen zum Verweilen ein.

Bekannte Deggendorfer

  • Caspar Aman (Hofkontrollor)
  • Django Asül (Kabarettist)
  • Lutz Dieter Behrendt (Historiker)
  • Daniel Brands (Tennisspieler)
  • Ludwig Ebner (Kirchenmusiker, Komponist)
  • Andreas Gawlik (Eishockeyspieler)
  • Christoph Gawlik (Eishockeyspieler)
  • Patrick Geiger (Eishockeyspieler)
  • Fritz Goller (Kirchenmusiker, Komponist)
  • Vinzenz Goller (Kirchenmusiker, Komponist)
  • Gilbert Gornig (Rechtswissenschaftler)
  • Rudolf Grashey (Röntgenologe)
  • Heinrich Hartl (Komponist, Pianist)
  • Max Hebecker (Bergbauingenieur und Initiator des sog. Wära-Wunders von Schwanenkirchen)
  • Heinrich XV. (Herzog von Bayern)
  • Johannes Heugel (Komponist, Musiker)
  • August Högn (Lehrer, Heimatforscher und Komponist)
  • Marco Holz (Fußballspieler)
  • Hans Dieter Jarass (Rechtswissenschaftler)
  • Lorenz Jarass (Wirtschaftswissenschaftler)
  • Ludwig Kandler (Porträt-, Historien- und Genremaler)
  • Peter Knogl (Koch)
  • Johann Jakob Kollmann (Stadtphysikus)
  • Georg Lotter (Ingenieur)
  • Cölestin Maier (Abt von Schweiklberg)
  • Susanne Modrow (Bayerische Juniorenmeisterin Eistanz und Deutsche Vizemeisterin Eistanz 1986)
  • Alfons Nothhaft (Verleger, Herausgeber des „Deggendorfer Donaubote(n)“, einer Tageszeitung, bis 31. Oktober 1954)
  • Otto Opitz (Wirtschaftsmathematiker)
  • Kathrin Passig (Journalistin und Schriftstellerin)
  • Timo Pielmeier (Eishockeytorwart)
  • Florian Pronold (Politiker)
  • Wunibald Puchner (Architekt)
  • Georg Rörer (lutherischer Theologe)
  • Rachel Salamander (Literaturwissenschafterin)
  • Benedikt Schöttl (Maurermeister, Architekt)
  • Jörg Spranger (Kirchenmusiker, Komponist)
  • Albert Steigenberger (Hotelier)
  • Josef Still (Domorganist in Trier)
  • Gudrun Stock (Radrennfahrerin)
  • Karin Thaler (Schauspielerin)
  • Andreas Trost (1652–1708, Kupferstecher)
  • Hans Wallner (Landtagsabgeordneter)
  • Maximilian Weber (Mineraloge, Geologe)
  • Joseph Maria von Weichs (Adeliger, Kammerherr und Regierungspräsident von Oberbayern)
  • Joseph Gregor Wink (Maler, Stuckator)
  • Robin Yalçın (Fußballspieler)

Markt Berchtesgaden – Oberbayern

Berchtesgaden ist eine Marktgemeinde im Landkreis Berchtesgadener Land, Bayern, 520–1 100 m über dem Meeresspiegel, zwischen Untersberg, Watzmann und Hohem Göll gelegen. Die Gemeinde ist etwa 20 Kilometer südlich von Bad Reichenhall entfernt, 24 Kilometer von Salzburg, etwa 150 Kilometer südöstlich von München und 200 Kilometer nordöstlich von Innsbruck.

Berchtesgaden
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Berchtesgadener Land
Höhe: 572 m ü. NHN
Fläche: 35,62 km²
Einwohner: 7781 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 218 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83471
Vorwahl: 08652
Kfz-Kennzeichen: BGL

Eine Reise ins Berchtesgadener Land

Blick auf Berchtesgaden

Etwa 7.800 Einwohner zählt der heilklimatische Kurort, in dem man als Besonderheit auch Solebäder findet. Bekannt für sein Wintersportzentrum, eine Fachschule für Holzschnitzerei, das gerade auch für Klassenfahrten sehr beliebte Salzbergwerk mit Museum, Dokumentation Obersalzberg – Orts- und Zeitgeschichte und bedeutender Fremdenverkehr finden sich am Alpenrand. Am alten Marktplatz steht eine romanisch-gotische Stiftskirche mit ehemaligen Stiftsgebäuden (Schloss und Museum).

Die Pröpste des 1102 gegründeten Augustinerchorherrenstifts Berchtesgaden erhielten 1156 Forsthoheit und Schürfrechte auf Salz und Metall und erlangten die Landeshoheit. Berchtesgaden fiel 1803 an Erzherzog Ferdinand von Toskana, 1805 an Österreich, 1809/10 an Bayern.

Die Gemeinde Berchtesgaden gehört zusammen mit den anderen Gemeinden des Landkreises Berchtesgadener Land zum Vorfeld des Nationalparks Berchtesgaden und ist dessen Verwaltungssitz. Der Nationalpark wurde ab 1978 offiziell zum Alpenpark Berchtesgaden erklärt. 1990 erklärte die UNESCO den Alpenpark zum Biosphärenreservat Berchtesgaden. Seit Juni 2010 zum Biosphärenreservat Berchtesgadener Land erweitert, bezieht es jetzt den ganzen Landkreis ein.

Tradition und L(i)ebenswertes

Die Berchtesgadener Weihnachtsschützen pflegen seit 1708 an den kirchlichen Feiertagen (insbesondere Weihnachten) das Böllerschießen. Am 5. und 6. Dezember, dem Nikolaustag, ziehen Bassen (Gruppen) von Nikolausdarstellern mit Buttnmandln (Strohbassen) oder der Nikolaus mit Kramperl durch den Markt.

Zu Palmsonntag werden Palmbuschen gefertigt. Die Berchtesgadener Variante des Palmbuschen sind noch nicht blühende, mit bunten „Gschabertbandl“ bzw. gefärbten dünnen Holspänen geschmückte Palmkätzchenzweige, die zusammen mit Lebensbaum- und Buchsbaumzweigen am oberen Ende eines rund einen Meter langen Haselnusssteckens fixiert werden.

Am 24. Februar 1958 wurde die Berchtesgadener Faschingsgilde gegründet. Deren spätere Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zu einer Gilde in Opladen führte auch zu fremdenverkehrsfördernden Berchtesgadener Wochen in Opladen und Leverkusen.

Am 26. November 1962 wurde der Verein für Heimatkunde des Berchtesgadener Landes gegründet, dessen Name 2012 anlässlich seines 50-jährigen Bestehens in Heimatkundeverein Berchtesgaden e. V. geändert wurde.Er sieht seine Aufgabe darin, „die historische Vielfalt der Region zu entdecken, darzustellen und einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln“.

Die Berchtesgadener Tracht ist insbesondere als Festtagskleidung an Sonn- und Feiertagen ein verbreiteter Brauch. Die Berchtesgadener Trachtenvereine Almrauscher, D’Edelweißer und D’Untersberger (Stammverein) sowie D’Kehlstoana (Salzberg) und D’Weißenstoana (Au) sind den Vereinigten Trachtenvereinen des Berchtesgadener Landes e. V. und dem Gauverband I angegliedert. Diese Vereine pflegen neben der originalen Tracht auch den Schuhplattler.

An Dialekten wird neben dem Hochdeutschen als Amts- und Verkehrssprache eine mehr oder weniger ausgeprägt westmittelbairische Mundart gesprochen, die sich bis in die 1980er-Jahre von den Nachbargemeinden und den seit 1972 eingemeindeten Ortsteilen leicht unterschied.

Zahlreiche Sagen spielen in Berchtesgaden und seinen Bergen. Der Ursprung des Namens Berchtesgaden leitet sich angeblich von der Sagengestalt Berchta oder Perchta ab, die auch mit Frau Holle gleichgesetzt wird. Eine andere Sage behauptet, der Name sei auf einen Berchtold zurückzuführen, dem eine Nixe vom Königssee den Weg zum Salz und zur rechtschaffenen Arbeit als Bergmann im Salzbergwerk Berchtesgaden gewiesen habe.

Tourismus

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Berchtesgaden dank seiner Sehenswürdigkeiten und Naturdenkmale zu einem Touristenziel mit rapide wachsenden Gästezahlen. Der Aufschwung setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg fort, anfangs vor allem auch wegen des Führersperrgebiets in seiner Gnotschaft Obersalzberg und der damit verbundenen Rolle Berchtesgadens in der Zeit des Nationalsozialismus. Dabei war das auf dem gleichnamigen Berg gelegene Obersalzberg keineswegs nur „Wallfahrtsstätte für Ewiggestrige“, sondern gehört bis heute regelmäßig zum Besuchsprogramm amerikanischer Salzburg-Touristen.

Seit den 1990er-Jahren sind die Gästezahlen jedoch rückläufig, und die Gemeinde sucht sich mit Ökologie und umweltverträglicherem Tourismus zu profilieren.

Innerhalb der Gemeinde befinden sich drei der als Big Five bezeichneten touristischen Angebotsschwerpunkte des südlichen Landkreises: das Kehlsteinhaus, das Salzbergwerk und die Watzmanntherme. Das Salzbergwerk bietet Führungen durch einige Stollen sowie einen großen Salzheilstollen für Speläotherapien an. Es ist seit Jahrhunderten der größte Arbeitgeber der Gemeinde. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs bildet der Ortsteil Obersalzberg wegen seiner Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus eine weitere „Attraktion“, jedoch keineswegs nur als „Wallfahrtsstätte für Ewiggestrige“. Der Obersalzberg gehört bis heute unter anderem regelmäßig zum Besuchsprogramm amerikanischer Salzburg-Touristen.

Als Mitglied der Kooperation Alpine Pearls versucht Berchtesgaden, neue Akzente zu setzen und den Tourismus umweltverträglicher zu gestalten. So werden neuerdings beliebte Sportaktivitäten wie Skitourengehen und die Kombination aus Schneeschuhwandern und Snowboarden innerhalb des Nationalparks als problematisch für die dort lebende Fauna angesehen, insbesondere dann, wenn sie auch nachts ausgeführt werden. Dem wurden allerdings bislang nur erste „lenkungswirkende Maßnahmen“ für die Besucher entgegengesetzt, wie eine Beschilderung und die ehrenamtliche Betreuung solcher Maßnahmen. Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in Berchtesgaden mit dem Tourismus in Verbindung zu bringen.

Sehenswürdigkeiten

Das Schloss Berchtesgaden, nach 1810 Sommerresidenz der Wittelsbacher, war früher Zentrum eines kleinen geistlichen Staates. Das um 1102/1105 gegründete Augustiner Chorherrenstift war bis zur Säkularisation 1803 die Residenz der Landesherren. Kronprinz Rupprecht von Bayern wohnte hier mit seiner Familie von 1922 bis 1933 und stattete das Schloss mit seinen Kunstsammlungen aus.

Das Schloss Adelsheim wurde 1614 erbaut. Hier verstarb der letzte Berchtesgadener Fürstprobst Joseph Conrad v. Schroffenberg (1780-1803). Heute befindet sich hier die Berchtesgadener Handwerkskunst und das Heimatmuseum mit einer sehenswerten Sammlung über die Kunst und Kultur des Berchtesgadener Landes. Schnitzwaren in Holz und Bein, Spanschachteln, Bilder, Ortsgraphik, Trachten, Möbel, Hausrat usw.

Der Marktplatz von Berchtesgaden präsentiert sich in bestem alpenländischen Rokoko. So wurde das Neuhaus 1576 von Fürstprobst Jakob II. Püttrich als Stiftstaverne erbaut und seither den vielen Touristen als gern besuchtes Rasthaus dient. Der Marktbrunnen wurde im Jahre 1558 von Maximilian Heinrich (Fürstprobst, zugleich Kurfürst von Köln) errichtet, 1677 und 1860 neu gefaßt. Das Hirschenhaus, erbaut 1594, früher Gasthaus, präsentiert die landesspezifische Lüftlmalerei, die an der Rückseite des Hauses parodierte Affenszenen aus dem Jahre 1610 zeigen.

Theater und Kinos

Das Berchtesgadener Bauerntheater hat seit 1905 einen Spielort in Berchtesgaden, seit 1937 in einem Nebengebäude des Hotel Watzmann am Franziskanerplatz. Ab 1965 wurden einige seiner Inszenierungen unter Direktor Franz Hafner für das Fernsehen aufgezeichnet.

Nahezu zeitgleich mit Gründung des Berchtesgadener Bauerntheaters hatte Gabriel Gailler 1906 sein Marionettentheater, mit dem er zuvor in Südostbayern auf Tournee war, an Ludwig „Quickei“ Walch verkauft. Walch hat dann insbesondere während der Fastenzeit an den Sonntagnachmittagen im Gasthaus Neuhaus Vorführungen gegeben. Seine letzte Aufführung hatte er 1936 im Gasthaus Goldener Bär in Berchtesgaden.

Die Marktbühne Berchtesgaden ist ein Laienensemble, das u. a. Stücke von Eugène Ionesco, Johann Nestroy und Ken Campbell einstudiert, aber auch eigene Stücke produziert. In Berchtesgaden bislang auf das örtliche Jugendheim als Probenraum und Spielstätte angewiesen, gastiert die Marktbühne oft in der näheren Umgebung.

In Berchtesgaden wurde 1949 das Schwabenwirt-Kino im Rückgebäude des einstigen Schwabenwirtshauses eingerichtet und 1973 im Kur- und Kongresshaus Berchtesgaden das Kurkino, das 1979 von dem Begründer und Eigner des Schwabenwirt-Kinos, Kurt Klegraefe, übernommen wurde. Beide Kinos firmierten zusammen als Kinos Berchtesgaden. Ende November 2012 wurde das Schwabenkino nach 63 Jahren Betriebszeit geschlossen und seither ist nur noch das Kino im Kur- und Kongresshaus Berchtesgaden im Besitz der Familie Klegraefe (Stand: 2012). Im ganzen Landkreis gibt es neben diesem nur noch ein weiteres Kino in Bad Reichenhall.

Museen

Das 1614 am nördlichen Rand des Ortskerns von Stiftsdekan Degenhart Neuchinger erbaute Schloss Adelsheim war erst nobler Bürgerwohnsitz, ab 1795 Sitz des Kurfürstlich Bayerischen Hauptsalzamtes und bis 1803 Residenz des letzten Fürstpropstes von Berchtesgaden, Joseph Konrad von Schroffenberg-Mös. Seit 1961 beherbergt es das Heimatmuseum Berchtesgaden.

Das Königliche Schloss Berchtesgaden zeigt in seinen Räumen zwei Sammlungen. Die Ostasiensammlung umfasst japanisches, chinesisches und europäisches Porzellan der Manufakturen Nymphenburg, Frankenthal und Meißen aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Das Rehmuseum verfügt über eine wildwissenschaftliche Sammlung mit Ausstellungsstücken, die Herzog Albrecht von Bayern (1905–1996) überwiegend aus dem Revier Weichselboden persönlich zusammengetragen und bearbeitet hat. Besichtigungen sind nur im Rahmen einer Führung möglich. Daneben bietet das Schloss mit Kerzen beleuchtete Abendführungen an; jeden Freitag findet Eine kleine Schlossmusik statt.

Im Nationalparkhaus am Franziskanerplatz, einer Dependance des Nationalparks Berchtesgaden, sind eine Dauerausstellung zur Almwirtschaft zu besichtigen sowie eine Wanderausstellung zum Thema „Ökologischer Verbund“ beziehungsweise „Artenvielfalt braucht Biotopverbund“ abzurufen.

Die 1999 eröffnete Dokumentation Obersalzberg sucht die Vergangenheit des Obersalzbergs als „Führersperrgebiet“ zu beleuchten und die Verbindungen zur NS-Politik aufzuarbeiten. Sie zielt damit u. a. auch darauf, den bis dahin allein auf „kommerzielle Ausbeutung“ bedachten Fremdenverkehrsinteressen entgegenzuwirken, die den Kiosken an der Haltestelle zum Kehlsteinhaus seit Jahrzehnten auch den Verkauf von „Geschichtsmüll“ zubilligten, „Andenken mit idyllischen NS-Motiven und vor allem reißerische Hochglanzbroschüren, die scheinbar objektiv über das Geschehen auf dem Obersalzberg in der NS-Zeit informierten, tatsächlich aber die Geschichte verklärten und das nationalsozialistische Regime verharmlosten.

Kirchen

Die Christuskirche wurde von August Thiersch zwischen 1897 und 1899 im neogotischen Stil aus Kälbersteinmarmor am Ende der Ludwig-Ganghofer-Straße errichtet und ist die erste und bislang einzige evangelisch-lutherische Kirche in Berchtesgaden.

Die 1122 errichtete Stiftskirche St. Peter und Johannes der Täufer war bis 1803 Teil des Augustinerchorherrenstifts beziehungsweise der Fürstpropstei Berchtesgaden und ist seitdem Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarrei St. Andreas. Die Pfarrkirche St. Andreas am Rathausplatz neben der Stiftskirche wurde von den Bürgern des Markts Berchtesgaden im Jahr 1397 errichtet. Sie erhielt beim Umbau ab 1480 ihr heutiges Äußeres, die Barockisierung und Erweiterung ihres Innenraums erfolgte von 1698 bis 1700.

Die Franziskanerkirche am Franziskanerplatz, erbaut in den Jahren 1480 bis 1488, war bis 1575 Teil eines Frauenstifts der Augustinerinnen, deren Anlagen ab 1695 von Franziskanern als Kloster übernommen wurden. Die als Filialkirche genutzte Hilgerkapelle (Maria Dorfen) wurde 1725 unter Fürstpropst von Rehlingen erbaut. Den Kalvarienberg stattete Fürstpropst Michael Balthasar von Christalnigg 1760 trotz großer Schulden des Berchtesgadener Landes mit vier Neben- und einer Hauptkapelle aus.

In der Wallfahrtskirche Maria Gern, erbaut von 1708 bis 1724, befindet sich über dem Hochaltar das geschnitzte Gnadenbild einer Madonna mit Kind von 1666. Sie wird jeweils passend zum Abschnitt des Kirchenjahres mit prächtigen Barockgewändern in den entsprechenden Farben bekleidet. Bemerkenswert sind auch die zahlreichen Votivtafeln, mit denen Gläubige sich für die Erhörung ihrer Gebete bedankten.

Die Pfarrkirche Zur Heiligen Familie wurde 1908 nach einem Entwurf von Franz Rank im heutigen Ortsteil Au fertiggestellt. Den Altar, gestiftet von Prinzregent Luitpold von Bayern, schuf Theodor Kolmsperger, Altarbild und Leonhardaltar Waldemar Kolmsperger Junior. Seit 1992 hat die Auer Pfarrgemeinde mit der Franziskuskirche eine Filialkirche auf der Buchenhöhe.

Dank der Privatinitiative und den Eigenleistungen von Berchtesgadener Bürgern wurden in jüngerer Zeit noch folgende zwei Kirchengebäude errichtet:

  • in den Jahren 1929 bis 1932 Maria am Berg auf einem Hang des Kiliansberges im Ortsteil Metzenleiten.
  • von 2007 bis 2009 die Kapelle der Seligpreisungen auf dem Lockstein, die vom Nonntal aus an neun Bronze-Plastiken auf Stelen aus Betonguss vorbei, den Abschluss eines Meditationsweges bildet.

Parks

Der Kurpark (auch: Kurgarten oder Kongressgarten) wurde erst 1957 nach den Plänen des Gartenarchitekten Alwin Seifert gestaltet, wiewohl der Markt den zuvor als Gärtnerei betriebenen Hofgarten bereits am 29. Dezember 1936 vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds erworben wurde. Er ist heute dem Kur- und Kongresshaus angegliedert.

Der Luitpoldpark liegt gegenüber der Königlichen Villa zwischen der Kälbersteinstraße und der Von-Hindenburg-Allee. In seiner Mitte steht das von Ferdinand Freiherr von Miller geschaffene Bronzedenkmal des Prinzregenten Luitpold von Bayern in Jagdkleidung. Mit der Aufstellung des Denkmals wurde 1893 der Park eröffnet.

Auf dem 1685 angelegten Alten Friedhof neben der Franziskanerkirche befinden sich die Grabstätten alteingesessener Bürgerfamilien aus Berchtesgaden mit bedeutenden Grabdenkmälern u. a. für Richard Voß und Mauritia Mayer. Gleich am Eingang liegt das Ehrengrab von Anton Adner (1705–1822), der mit 117 Lebensjahren der bislang älteste Bayer war

Geologie

Der Ort liegt inmitten der gleichnamigen Berchtesgadener Alpen, deren Basis meist Ramsaudolomit bildet. Über dem Dolomit liegt nicht selten eine bis zu 1000 Meter mächtige Schicht Dachsteinkalk. In dem gebankten Dachsteinkalk finden sich Muschelschalen, die wegen ihrer Halbmondform Kuhtritte genannt werden. Die in dünnen Dolomitschichten eingelagerten Algenmatten lassen auf Ablagerungen eines tropischen Flachmeeres schließen, die innerhalb von ca. 15 Millionen Jahren den Kalk entstehen ließen.

Der Steinbruch auf dem Kälberstein, von dem nur ein Teil zu Berchtesgaden gehört, weist stratigraphisch Liegendes auf. Es setzt das Hallstätter Kalkprofil fort und enthält das unterkarnische Terrigenintervall.

Während die Berghänge häufig mit Bergkiefern bewachsen sind, überwiegen auf den ungerodeten Talflächen des Ortes Tannen- und Fichtenwälder.

Bei dem salzführenden Gestein im Bereich Berchtesgaden-Bad Reichenhall handelt es sich um ein Haselgebirge. Sein durchschnittlicher Salzgehalt beträgt um die 50 Prozent, kann aber zwischen 0 und 90 Prozent schwanken.

Klima

Das Berchtesgadener Klima wird als thermisch und aktinisch reizmäßiges Hochgebirgsklima beschrieben, das auch von Föhnwinden geprägt ist. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 7,2 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 16,3 °C, der kälteste der Januar mit −2,7 °C im Mittel. Die Differenz zwischen dem Maximum und dem Minimum, die Amplitude, beträgt 19,0 °C. Es sind für den Ort ganzjährig Niederschläge zu verzeichnen, deren mittlere Menge mit 126 Millimetern pro Monat angegeben wird. Spitzenwerte werden im Juli mit durchschnittlich 219 Millimetern, die geringsten Niederschlagsmengen im November mit 85 Millimetern gemessen. Das Klima ist somit humid. Der Jahresniederschlag liegt mit 1514 Millimetern über dem deutschen Durchschnitt von 700 Millimetern

Juengere Stadtgeschichte

Nachdem Landrat Karl Theodor Jacob den Süden des Landkreises Berchtesgaden am 4. Mai 1945 kampflos übergeben hatte, wurde der Markt Berchtesgaden von US-Truppen, die zum Teil der 3. US-Infanteriedivision angehörten, und einigen Franzosen besetzt. Die amerikanische Besatzungsmacht bestätigte Landrat Jacob und Bürgermeister Sandrock vorerst im Amt. Bereits am 7. Mai setzte sie jedoch den Juristen Karl Kollmann als neuen Bürgermeister ein, dem am 28. Mai 1945 der ebenfalls von der Besatzungsmacht berufene, als regimekritisches NS-Opfer bekannte einheimische Wissenschaftler Rudolf Kriß folgte; Kollmann war fortan Zweiter Bürgermeister.

Als Folge des Krieges nahm die Gemeinde Flüchtlinge aus den Ostgebieten des ehemaligen Deutschen Reiches auf. Dadurch veränderte sich die Zusammensetzung der Bevölkerung Berchtesgadens deutlich. Die Heimatvertriebenen, insbesondere Deutschböhmen und Schlesier, konnten anfangs nur in ehemaligen Arbeiterbarackenlagern untergebracht werden. Sie lebten zum Teil bis in die 1960er-Jahre im Flüchtlingslager Vockenbichl in der Oberau, das für die SS errichtet worden und dann von der US-Army belegt war, oder sie wurden in Privathäuser und -wohnungen eingewiesen.

Die NS-Grundstücke gingen 1947 formell in das Eigentum des Freistaates Bayern über, jedoch nutzten die Amerikaner einen Großteil der Gebäude und des Geländes weiterhin. Sie richteten im unzerstörten Berchtesgaden ab 1953 eines der drei Armed Forces Recreation Center (AFRC) in Bayern ein.

Nach dem Krieg wies die Entwicklung der Gästeübernachtungen im Berchtesgadener Land und damit auch in Berchtesgaden erneut eine rapide steigende Tendenz auf. Allein in den fünf Wirtschaftsjahren von 1948/49 bis 1952/53 stiegen sie bei durchschnittlich siebentägiger Verweildauer nahezu um das Vierfache auf insgesamt 1.127.272 Übernachtungen an.

Gerade zu Beginn der 1950er-Jahre wurden auch die seinerzeit noch existierenden Hinterlassenschaften des NS-Regimes am Obersalzberg zu einem Anziehungspunkt für Touristen. Als die Sprengung und Entsorgung der Ruinen einstiger Wohnhäuser, unter anderem von Adolf Hitler, anstanden, wurden heftige Proteste seitens der Berchtesgadener laut, die „darin ausschließlich ein wirtschaftliches Problem“, ja eine „Existenzfrage“ des Fremdenverkehrs sahen. Damit das Abtragen der Ruinen nicht zum Anlass „spontaner neofaschistischer Erinnerungs- oder Abschiedsveranstaltungen“ wurde, hatte Bayerns Innenminister Wilhelm Hoegner dort 30 Landpolizisten postieren lassen. Am Ende verbuchte es Landrat Jacob als Erfolg, dass das Kehlsteinhaus erhalten blieb. Dabei war Berchtesgaden und der Obersalzberg keineswegs nur „Wallfahrtsstätte für Ewiggestrige“,sondern gehört regelmäßig zum Besuchsprogramm amerikanischer Salzburg-Touristen, die sich weit weniger von den Zeugnissen der Vergangenheit als zum Beispiel vom Kehlsteinhaus-Panorama „überwältigen“ ließen.

Im Königlichen Schloss Berchtesgaden führte das Landgericht Traunstein 1952 einen Prozess gegen den Forstmeister Georg Küßwetter. Dessen im Mai 1946 angezettelte Brandstiftung und Sprengung des einstigen Wehrmachthauses auf dem Blaueisgletscher, das zur neuen Blaueishütte ausgebaut werden sollte, hatten wegen Küßwetters touristenfeindlicher Beweggründe bundesweites Aufsehen erregt.

1962 wurde in der Locksteinstraße der Neubau des Kreiskrankenhauses Berchtesgaden eingeweiht. Nach der Eingemeindung Salzbergs saniert, ist dieses Krankenhaus seit 1997 als Kreisklinik Berchtesgaden Teil des Verbundes Kliniken Südostbayern.

Vom 1. März 1968 bis 1991 war im Haus Glück Auf in Maria Gern eine sogenannte Kurzschule untergebracht, die Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung u. a. unter dem Gesichtspunkt der Hilfsbereitschaft nahezubringen suchte.

Von der Gebietsreform bis zur Gegenwart

Im Zuge der bayerischen Gebietsreform hatte sich am 1. Januar 1972 durch die Eingemeindung der drei vorher selbstständigen Gemeinden Au, Maria Gern und Salzberg die Einwohnerzahl Berchtesgadens nahezu verdoppelt und die Gebietsfläche um ein Mehrfaches erweitert. Im Gegenzug musste der Markt Berchtesgaden am 1. Juli 1972 seinen Status als Kreishauptort und den Sitz des Landratsamtes an die Große Kreisstadt Bad Reichenhall abgeben. Das schloss die Auflösung des Amtsgerichts Berchtesgaden ein und die Übertragung seines Zuständigkeitsbereichs an das Amtsgericht Laufen. Aus dem 1939 begründeten Landkreis Berchtesgaden wurde der neue, erweiterte Landkreis Berchtesgadener Land, dem der Markt seitdem angehört.

Der Hauptsitz der Nationalparkverwaltung des 1978 gegründeten Nationalparks Berchtesgaden wurde zunächst im Rathaus eingerichtet, wechselte 1982 schließlich in das ehemalige Wohnhaus des Bezirks-Amtmannes am Doktorberg. Nach anfänglich großen Widerständen der Bevölkerung und von Kommunalpolitikern wurde der Nationalpark Berchtesgaden zu einem der Markenzeichen des gesamten Talkessels. Zusammen mit seinem Vorfeld bildete er den Alpenpark Berchtesgaden, der 1990 von der UNESCO als Biosphärenreservats Berchtesgaden ausgewiesen wurde. Im Juni 2010 erfolgte seine Erweiterung zum Biosphärenreservat Berchtesgadener Land mit insgesamt 840 Quadratkilometern Fläche. An den Park, der sich mit 210 Quadratkilometern über Höhen von 603,3 (Königssee) bis 2713 m ü. NN (Watzmann) erstreckt, schließt sich im Norden ein auf rund 630 Quadratkilometern erweitertes Nationalparkvorfeld an, das neben dem Markt Berchtesgaden alle Kommunen des Landkreises Berchtesgadener Land umfasst. Nach Schließung des Nationalpark-Hauses (1988–2013) in den Räumen des Franziskanerklosters Berchtesgaden wurde am 24. Mai 2013 in der Hanielstraße ein neues Umweltbildungs- und Informationszentrum des Nationalparks Berchtesgaden als Haus der Berge eröffnet.

Mit dem Abzug der US-Streitkräfte 1996 ging die Nutzung der Liegenschaften auf dem Obersalzberg an den Freistaat Bayern als Eigentümer über. Die Landesregierung entschied sich für ein Zweisäulenkonzept, das auf der Einrichtung der Dokumentation Obersalzberg (Eröffnung: 1999) und dem Bau des Fünf-Sterne-Hotels InterContinental Berchtesgaden Resort (Eröffnung: 2005) beruhte. Dies bedingte den Abriss des Hotels General Walker, einen von der US-Armee genutzten, seinerzeit größten Gebäudekomplex aus der NS-Zeit, sowie die Verlegung der Bushaltestelle zum Kehlsteinhaus.

Eine Bürgerinitiative beantragte 2004/2005 einen Bürgerentscheid mit dem Ziel, die fünf Gemeinden des Talkessels zu einer Großgemeinde zusammenzulegen. Lediglich in Berchtesgaden hatte der Bürgerentscheid mit über 60 Prozent Zustimmung Erfolg. In Schönau am Königssee und Bischofswiesen scheiterte er hingegen, so dass die Initiatoren auf Abstimmungen in Ramsau und Marktschellenberg verzichteten.

Anfang Juni 2013 waren auch der Markt und hier insbesondere die Ortsteile Maria Gern und Salzberg (Kläranlage) von dem „Jahrhundert-Hochwasser“ durch Überflutungen und Murenabgänge betroffen.

Berchtesgaden als Kunstobjekt

Neben Caspar David Friedrich haben über die Jahrhunderte hinweg nicht wenige bildende Künstler, insbesondere Landschaftsmaler, Grafiker und Kupferstecher, Berchtesgaden und seine Umgebung als Motiv für ihre Ölgemälde und Buchillustrationen benutzt.

Musikalisch wird Berchtesgaden unter anderem widergespiegelt in der Kindersinfonie-

Insbesondere Ludwig Ganghofer setzte Land und Leuten von Berchtesgaden und Umgebung in einer ganzen Reihe seiner Romane ein literarisches Denkmal. Vom 4. bis 7. Juli 1925 fand in Berchtesgaden zu seinen Ehren eine erste große Ganghofer-Feier mit Festprogramm und Festschrift statt. Daneben ist auch noch sein Zeitgenosse Richard Voß zu nennen, dessen Bestseller-Roman Zwei Menschen Motive aus dem Leben der den Tourismus am Obersalzberg begründenden Judith Platter aufgegriffen hat und mehrfach verfilmt wurde.

Peter Ostermayr wurde 1955 für seine zahlreichen in Berchtesgaden und im Berchtesgadener Land gedrehten Filme zum Ehrenbürger des Marktes ernannt.

Wirtschaft

Berchtesgadens Wirtschaftskraft beruht in der Hauptsache auf der touristischen Verwertung seiner Kulturgüter sowie der landschaftlichen und heilklimatischen Vorzüge innerhalb der hochalpinen Region. So sind laut dem Bayerischen Statistischen Landesamt nur wenige der in der Gemeinde sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe, jedoch mehr als die Hälfte mittelbar oder unmittelbar als selbstständige oder angestellte touristische Dienstleister tätig. Allerdings sind die Zahlen der Gäste und ihrer Verweildauer seit 1991 rückläufig, so dass die Gemeinde als Mitglied der Berchtesgadener Tourismus Land GmbH neue Akzente setzen will und den Tourismus künftig umweltverträglicher zu gestalten sucht.

Aufgrund ihrer Lage in der Mitte des Talkessels übernahm die Marktgemeinde für die umliegenden Gemeinden auch beim Tourismus eine zentrale Funktion. Nicht zuletzt deshalb leisteten die umliegenden Gemeinden in jüngerer Vergangenheit Zuschüsse zur Finanzierung zahlreicher eigentlich allein vom Markt als Mittelzentrum zu schaffenden zentralen Einrichtungen, wie das Kur- und Kongresshaus und das Hallen- und Erlebnisbad Watzmanntherme.

Es gibt in Berchtesgaden keinen industriellen Großbetrieb sondern lediglich kleinere Betriebseinheiten. Größter Arbeitgeber ist das Salzbergwerk mit 135 Arbeitnehmern, dem an zweiter Stelle die Kurdirektion (einschließlich der Saisonkräfte) mit 100 Beschäftigten folgt.

Nach den Zahlen des Bayerischen Landesamtes für 2008 haben von insgesamt 2936 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern in Berchtesgaden nur 517 (17,6 Prozent) einen Arbeitsplatz im produzierenden Gewerbe. Daneben sind in der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei 94 (3,2 Prozent), in Handel, Verkehr und Gastgewerbe 982 (33,5 Prozent), bei Unternehmensdienstleistern 277 (9,4 Prozent) und bei öffentlichen und privaten Dienstleistern 1066 Arbeitnehmer (36,3 Prozent) beschäftigt. Mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze sind mit dem Tourismus in Verbindung zu bringen.

Hellmut Schöner stellte zudem Anfang der 1980er-Jahre fest, dass es innerhalb des „inneren Landkreises Berchtesgaden“ nur wenige Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten gab. Für die Gemeinde wurde das Salzbergwerk mit 135 Arbeitnehmern als größter Arbeitgeber, an zweiter Stelle die Kurdirektion (einschließlich der Saisonkräfte) mit 100 und an dritter Stelle das Hofbrauhaus Berchtesgaden mit 65 Beschäftigten verzeichnet.

Bekannte Personen aus Berchtesgaden

In Berchtesgaden sind neben vielen namhaften Sportlern wie Georg Hackl und Anja Huber auch Bildende Künstler, Musiker und Schriftsteller zur Welt gekommen. Der Ort war und ist zudem Wirkungsstätte und Wohnort vieler nicht aus Berchtesgaden stammender Sportler, Wissenschaftler und Schriftsteller wie zum Beispiel Ludwig Ganghofer und Carl von Linde. Auch hatten einige der hochrangigsten Nationalsozialisten (u. a. Adolf Hitler, Martin Bormann, Hermann Göring und Albert Speer) während des so genannten „Dritten Reichs“ einen Wohnsitz innerhalb des „Führersperrgebiets“ auf dem zu Berchtesgaden gehörenden Obersalzberg – deren Wirken wird seit 1999 nun auch innerhalb Berchtesgadens ausführlich und kritisch in der Dokumentation Obersalzberg beleuchtet.

Was Sie in Passau erwartet

Passau ist eine kreisfreie Stadt in Bayern, am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz, an der deutsch-österreichischen Grenze mit etwa 50.500 Einwohner. Der Landkreis liegt im Regierungsbezirk Niederbayern und umfasst 1.530 km2 mit etwa 188.500 Einwohner.

Passauer Sehenswürdigkeiten

Veste Oberhaus Passau Niederbayern

Foto: Veste Oberhaus , fotografiert vom Ausflugsschiff auf der Donau.

Es findet sich ein katholischer Bischofssitz, eine Universität, zahlreiche Museen (u. a. Oberhausmuseum, Domschatz- und Diözesanmuseum), Metall verarbeitende, elektrotechnische Industrie, Verlags- und Druckereigewerbe, Orgelbau, Glockengießerei, Brauereien.

Passau ist auch ein wichtiger Ausgangspunkt der Personenschifffahrt auf der Donau.

Auf der Landzunge zwischen Donau und Inn liegt die Altstadt, rechts am Inn die Innstadt (mit der Wallfahrtskirche Mariahilf, 1627), an Donau und Ilz die ehemalige Fischer- und Schoppersiedlung (Schiffbauer) Ilzstadt. In der Altstadt befindet sich der Dom Sankt Stephan (spätgotischer Chor von 1407 folgende, Langhaus 1668–78) mit einer der größten Kirchenorgeln (17./18. Jahrhundert, 1924–28 erneuert), südlich die alte bischöfliche Residenz (14. Jahrhundert, 1662 und 1680 erneuert), östlich die Neue Residenz (1771 vollendet).

Weitere Bauwerke: Severinskirche (im 5. Jahrhundert gegründet, flach gedecktes Langhaus 9. Jahrhundert, Chor um 1476), Heiligengeistspital mit Kirche (1442, später verändert), Salvatorkirche (1479), Sankt Paul (1678), und andere Kirchen.

Das Rathaus (Kernbau 14. Jahrhundert, Binnenhöfe und Laubengänge 16./17. Jahrhundert). Links der Donau Schloss Freudenhain (Ende 18. Jahrhundert).

Über der Stadt thront schützend die ehemalige Veste Oberhaus (1219 begonnen, im 14./15. Jahrhundert und 16.–18. Jahrhundert ausgebaut). Die meiste Zeit diente die Burg als Residenz des fürstlichen Bischofs vom Hochstift Passau. Die weit sichtbare Inschrift 1499 auf der Fassade zeigt nur eines der Baujahre der bis 1800 immer wieder erweiterten Burg.

Auf der Landspitze zwischen Donau und Ilz findet sich noch die ehemalige Veste Niederhaus (Wiederaufbau um 1444).

Geschichte

Im 1. Jahrhundert v. Chr. keltische Siedlung (Boiodorum), im 1. Jahrhundert n. Chr. römisches Kastell (Boiotro); namengebend wurde das Mitte des 2. Jahrhunderts für die 9. Bataverkohorte errichtete Lager Batavis. Im 7. Jahrhundert bayerischer Herzogshof; im 8. Jahrhundert karolingischer Königshof, seit 739 Bischofssitz. Bistum und ehemaliges Hochstift, es eroflgte damals die Bestätigung des Bistums durch Bonifatius; seit 798 Suffraganbistum von Salzburg. 999–1803 bischöfliche (seit 1217 fürstbischöfliche) Herrschaft; 1255 bekam Passau das Stadtrecht zugesprochen. Seit 1612 Entwicklung zu einem Zentrum der Gegenreformation; unter Kaiser Joseph II. Abtrennung des österreichischen Teils des Bistums (sechs Siebtel seines Territoriums); seit 1728 exemtes Bistum; 1803 Säkularisation; 1817/21 Bildung der neuen Diözese Passau als Suffraganbistum von München-Freising.

Mehr als Bratwurst gibt es in Nürnberg

Nürnberg, kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Mittelfranken, Bayern, an der Pegnitz, bildet mit Fürth im Westen eine städtische Agglomeration, etwa 498 000 Einwohner; Verwaltungs- und kulturelles Zentrum Mittelfrankens.

Nuernberg-Franken

 

Nürnberg ist sicher eine Reise wert!

Sitz der Bundesagentur für Arbeit, Oberfinanzdirektion, Oberlandesgericht; Institute der Universität Erlangen-Nürnberg, Akademie der bildenden Künste, Hochschule für Musik, Fachhochschule, Evangelische Stiftungs-Fachhochschule, Staatsarchiv, Opernhaus, Schauspielhaus, Kammerspiele, Germanisches Nationalmuseum, Kunsthalle Nürnberg, Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design, Albrecht-Dürer-Haus, Stadtmuseum Fembohaus, Museum Industriekultur u. a. Museen; Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände; zoologischer Garten.

Wirtschaft

Dienstleistungs- (insbesondere Marktforschung, Versicherungsgewerbe) und Industriezentrum, Standort der Industrieforschung; die wichtigsten Industriebranchen sind Elektrotechnik/Elektronik, Informationstechnologie, Energie-, Mess- und Regelungstechnik, Maschinen- und Fahrzeugbau, Metall verarbeitende, Druck-, Spielwaren- und Nahrungsmittelindustrie. Messezentrum u. a. mit alljährlich stattfindender Spielwarenmesse. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der um 1640–50 entstandene »Christkindlesmarkt«. – Seit 1972 Hafen am Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsweg, nördlich der Stadt Flughafen.

 

Stadtbild

Trotz schwerer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg lässt Nürnberg nach dem Wiederaufbau das historische Stadtbild erkennen. Die Pegnitz teilt die Altstadt in die ältere Sebalderstadt (im Norden) und die seit dem 12. Jahrhundert entstandene Lorenzerstadt (im Süden). Die Stadtbefestigung mit mehreren Türmen (14./15. Jahrhundert) ist größtenteils erhalten. Der riesige Komplex der Burg besteht aus der im 12. Jahrhundert entstandenen Burggrafen- und Kaiserburg (Umbauten bis ins 15./16. Jahrhundert, heute Museum), den Kaiserstallungen (grafische Sammlung) sowie der staufischen Doppelkapelle (um 1180).

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Viele der beschädigten mittelalterlichen Bauwerke sind wiederhergestellt, so die nach 1350 vollendete Lorenzkirche mit spätgotischem Hallenchor (1439–77), zu deren Kunstschätzen der »Englische Gruß« von V. Stoß (1517/18) und das Sakramentshaus von A. Krafft (1493–96) gehören. Nordwestlich dieser Kirche steht der Tugendbrunnen (1585–89), auf der Ostseite des Hauptmarktes die Frauenkirche (seit 1352) mit dem »Tucheraltar« (um 1440/50) und Werken von A. Krafft. Das Bild zeigt den Rundlauf der Figur an der Frauenkirche. Der Schöne Brunnen (14. Jahrhundert) wurde 1902/03 erneuert. Das Rathaus (14. Jahrhundert, seit 1616 im Stil eines italienischen Stadtpalastes neu errichtet) wurde wiederhergestellt. Die Sebalduskirche (um 1240–73) birgt das von P. Vischer dem Älteren und Söhnen gegossene Sebaldusgrab (1508–19) und die Kreuzigung von V. Stoß.

Erhalten oder wiederhergestellt sind: Fembohaus (1596, heute Museum), Albrecht-Dürer-Haus (wohl 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts), Weinstadel, Pilatushaus (auch »Haus zum geharnischten Mann«, 1489), Unschlitthaus, Tucherschlösschen, Mauthalle. Das Pellerhaus (1602–05) wurde weitgehend zerstört (heute Teile wiederhergestellt und in den Neubau von Stadtarchiv und -bibliothek einbezogen). Gegenüber dem Hauptbahnhof entstand das Neue Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design (1996–2000, Architekt: Volker Staab). Der österreichische Architekt Günther Domenig errichtete das Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände (2001 eröffnet).

 

Geschichte

Die Stadt entstand bei der 1050 erstmals genannten Reichsburg Nürnberg (Burggrafen seit 1191 die Hohenzollern); erhielt 1200 Stadtrecht; 1219 Großer Freiheitsbrief Kaiser Friedrichs II., seit König Rudolf I. Aufstieg zur Freien Reichsstadt (bis 1806). Kaiser Karl IV. verpflichtete 1356 (Goldene Bulle) jeden Römischen König, in Nürnberg den 1. Reichstag abzuhalten; 1427 Erwerb der Burg und vieler Rechte durch die Stadt. 1424–1796 (sowie 1938–45) war Nürnberg Aufbewahrungsort der Reichsinsignien; wuchs zur gebietsmächtigsten deutschen Reichsstadt heran und erlangte im 15./16. Jahrhundert, besonders während der Reformation (1525 in Nürnberg eingeführt), politische Bedeutung und wirtschaftliche sowie kulturelle Blüte: u. a. Maler und Grafiker (M. Wolgemut, A. Dürer), Bildhauer (A. Krafft, V. Stoß), Erzgießer (Familie Vischer), Gelehrte (W. Pirckheimer, Regiomontanus, M. Behaim), Meistersinger (Hans Sachs). Im Dreißigjährigen Krieg (1632 schwedische Besetzung) stark geschwächt, erneuter Aufschwung nach dem Erwerb Nürnbergs durch Bayern (1806): Industrialisierung, Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahn Nürnberg–Fürth (1835), Bau des Donau-Main-Kanals (1843–45). 1933 erklärte A. Hitler Nürnberg zur »Stadt der Reichsparteitage« (1927, 1929 und 1933–38 Nürnberger Parteitage). Schauplatz der Nürnberger Prozesse.

München- Bayrische Landeshauptstadt

Die Hauptstadt Bayerns, an der Isar gelegen, 530 Meter über N.N.

hat etwa 1,25 Mio. Einwohner; kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des Landkreises München und des Regierungsbezirks Oberbayern. München liegt auf der Schotterebene, die sich von der Moränenlandschaft im Süden gegen das Tertiärhügelland im Norden abdacht, am Austritt der Isar aus ihrem Engtal in das Erdinger Moos. München ist Sitz der Landesregierung, des Landtags, Sitz des Erzbischofs von München und Freising.
Muenchen Hauptstadt Bayerns

Bildungseinrichtungen

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (so seit 1802) wurde 1472 in Ingolstadt gegründet, 1800 nach Landshut, 1826 nach München verlegt. Weiterhin finden sich eine TU, Ukrainische Freie Universität, Universität der Bundeswehr (in Neubiberg), Hochschule für Philosophie und für Politik, Fachhochschule München, Hochschule für Musik und Theater, Akademie der bildenden Künste, Bayerische Theaterakademie, Akademie des Deutschen Buchhandels, Schauspielschule, Katholische Stiftungsfachhochschule (für Sozialberufe), Deutsche Journalistenschule, Hochschule für Fernsehen und Film, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie u. a. Fachakademien und -schulen. München ist Sitz der Max-Planck-Gesellschaft (mit Max-Planck-Instituten für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht, für Physik, für Psychiatrie, für ausländisches und internationales Sozialrecht sowie für psychologische Forschung), des Goethe-Instituts sowie der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste u. a. wissenschaftlicher Gesellschaften.

Verschiedener Behörden und Institutionen des Bundes (Deutsches Patent- und Markenamt, Bundespatentgericht, Bundesfinanzhof); Bayerisches Oberstes Landesgericht, Oberlandes-, Landgericht, Bayerischer Verfassungsgerichtshof, Bayerischer Verwaltungsgerichtshof.

Museen und Kultur

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Wichtige kulturelle Institutionen sind die zahlreichen Museen (u. a. Bayerische Staatsgemäldesammlungen in der Alten und Neuen Pinakothek sowie in der Pinakothek der Moderne, Bayerisches Nationalmuseum, Deutsches Museum, Prähistorische Staatssammlung, Völkerkunde-, Stadtmuseum, Städtische Galerie im Lenbachhaus, Haus der Kunst, Glyptothek, Antikensammlung, Alpines Museum); Bayerische Staatsbibliothek; Deutsches Bucharchiv München; Bayerische Staatsoper, Bayerisches Staatsschauspiel, zahlreiche Theater; Bayerischer Rundfunk, mehrere private Rundfunk- und Fernsehanstalten, Filmstudios; botanischer Garten, Tierpark Hellabrunn. Höhepunkte der in München stattfindenden Veranstaltungen sind die Opernfestspiele (Sommerfestspiele, begründet 1875), die Schlosskonzerte und das Filmfest München (seit 1983).

Wirtschaft

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München ist eines der bedeutendsten Wirtschaftszentren Deutschlands; wichtige Industriebranchen sind Maschinen- und Fahrzeugbau, elektrotechnisch-elektronische, feinmechanische, optische, chemische, Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Großbrauereien). Im hochentwickelten und teilweise international orientierten Dienstleistungssektor sind rd. 75 % der Beschäftigten tätig; München ist dominierendes Zentrum der deutschen Versicherungswirtschaft; bedeutend sind unternehmensbezogene sowie Finanzdienstleistungen, Medienwirtschaft und Verlagswesen. Entwickelter Fremdenverkehr; eine große Rolle spielt neben Kongressen und Messen das Oktoberfest. Überragender Verkehrsknoten; internationaler Großflughafen im Erdinger Moos.

Stadtbild

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Der Kern innerhalb des ersten Mauerrings (um 1175), die Welfenstadt mit der Kaufingerstraße, dem Rathaus (Altes Rathaus, ursprünglich 1310, 1470–80 neu gebaut; Neues Rathaus, neugotisch, 1867–1908) am Marienplatz, der Pfarrkirche Sankt Peter (auf Vorgängerbau, 13./14. Jahrhundert; im 17./18. Jahrhundert barock umgestaltet) und der spätgotischen Frauenkirche (1468–88, 1989–93 renoviert; größte Hallenkirche Süddeutschlands), ist Citykern geworden.

Zur Geschäftsstadt entwickelte sich auch die um 1300 mit dem zweiten Mauerring umgebene Altstadt, in welcher der alte herzogliche Burgsitz lag (»Alte Veste«, heute Finanzbehörde). Erste große Maßnahme der verstärkten Bautätigkeit des 16. Jahrhunderts wurde der Ausbau der Residenz (1560 begonnen, unter Maximilian I. ab 1601 und unter Ludwig I. 1826–42 durch L. von Klenze erweitert). Danach entstanden die Jesuitenkirche Sankt Michael (1583–97) und das Jesuitenkolleg (1585–97), später die barocke Theatinerkirche Sankt Kajetan (1663–75), die Johann-Nepomuk-Kirche der Brüder Asam (1733–46) und Adelspaläste, darunter das Erzbischöfliche Palais (1733–37).

Der Fall der Befestigung (1792) schuf Platz für eine neue bedeutende Bautätigkeit. 1789 war an der Isar der Englische Garten, einer der frühesten und größten Landschaftsgärten in Deutschland, entstanden, darauf folgten die Prachtstraßen im Norden und Osten. Am Königsplatz entstanden die Glyptothek (1816–30, L. von Klenze), die Staatliche Antikensammlung (1838–48) und die Propyläen (1846–62, Klenze), nördlich davon die Alte Pinakothek (1826–36, Klenze) und die Neue Pinakothek (1846–53, August von Voit; zerstört im Zweiten Weltkrieg, Neubau von A. von Branca, 1973–81) sowie die Pinakothek der Moderne (S. Braunfels, 1996–2002).

Nordwestlich vom Königsplatz das Lenbachhaus (Wohnsitz und Atelier des Malers F. Lenbach; Städtische Galerie). Die Ludwigstraße wurde von Klenze und F. von Gärtner (Staatsbibliothek, Ludwigskirche, Universität u. a.) ab 1817 angelegt. Den nördlichen Abschluss bildet das Siegestor (1843–50), den südlichen die Feldherrnhalle. 1853–75 entstand die Maximilianstraße, die von dem durch die Südfassade der Residenz, dem Residenz- und dem Nationaltheater (1811–18, nach Brand von Klenze 1823–25 wieder aufgebaut) sowie Klenzes Arkaden am ehemaligen Palais Törring (1747–58, 1836–39 von Klenze zur Hauptpost umgebaut) begrenzten Max-Joseph-Platz zum Maximilianeum (1857–74) führt.

An der Prinzregentenstraße liegen das Bayerische Nationalmuseum (1894–1900), die Schack-Galerie (1907–09), das Haus der Kunst (1933–37, 1991–94 saniert und modernisiert), die Villa Stuck (1897–98 nach Entwürfen des Malers F. von Stuck, Jugendstilmuseum) und das Prinzregententheater (1900/01). Am Hofgarten die Bayerische Staatskanzlei (ehemaliges Armeemuseum, 1900–05, 1944/45 zerstört, Neubau 1990–93). Seit 1854 wurden zahlreiche Gemeinden eingegliedert, darunterNymphenburg mit dem Schloss. Stärkste Bauverdichtung brachten die Jahre 1880–1910. Zu den bemerkenswerten Bauten nach dem Zweiten Weltkrieg gehören u. a.: Rekonstruktion der Maxburg an der Pacellistraße (1956/57); Anlage und Sportbauten für die Olympischen Sommerspiele 1972 von G. Behnisch (1967–72, mit F. Otto); Verwaltungsgebäude der Max-Planck-Gesellschaft (1997–99); Neubau für die Münchner Kammerspiele (2001 eröffnet, von G. Peichl). Mit der von S. Braunfels entworfenen Pinakothek der Moderne entstand 1996–2002 ein großzügiger, moderner Museumsneubau, der mit seinen Sammlungen zur modernen Kunst und Architektur zu den international bedeutendsten Museen gehört. Bemerkenswert auch der Erweiterungsbau der Akademie der bildenden Künste (2002–05) von Coop Himmelb(l)au. Als Teil des neuen Jüdischen Gemeindezentrums am St.-Jakobs-Platz wurde am 9. 11. 2006 die neue Hauptsynagoge eingeweiht; die Eröffnung des Jüdischen Museums ist für 2007 geplant. Die 66 000 Zuschauer fassende »Allianz-Arena« (2002–05) von Herzog & de Meuron in München-Fröttmaning zählt zu den architektonisch hervorragenden Sportbauten.

Geschichte

Herzog Heinrich der Löwe von Bayern und Sachsen zerstörte 1157/58 den bischöflich-freisingischen Marktort Oberföhring, v. a. die dortige Zollbrücke, und verlegte den Isarübergang nach der 1158 als Munichen (»bei den Mönchen«) erwähnten Siedlung; sie wurde nach 1180 bischöflich-freisingisch; seit 1214/17 Stadt, fiel 1240 an die Wittelsbacher (1255–1918 deren Residenz); 1294 erstes Stadtrecht. In Reformation und Gegenreformation (16./17. Jahrhundert) ein Zentrum des Katholizismus in Deutschland; im Spanischen Erbfolgekrieg 1705–15, im Österreichischen Erbfolgekrieg fast durchgehend 1742–44 österreichisch besetzt. Seit dem 16. Jahrhundert eines der Zentren der deutschen und europäischen Kunstpflege und der Wissenschaften (Blüte im 19. Jahrhundert). Im November 1918 Proklamation des republikanischen Freistaates Bayern durch K. Eisner; nach dessen Ermordung wurde am 7. 4. 1919 in München die Räterepublik ausgerufen. Aus der 1919 in München gegründeten »Deutschen Arbeiterpartei« ging die NSDAP hervor. Am 9. 11. 1923 scheiterte vor der Feldherrnhalle der Hitlerputsch. 1938 wurde dasMünchener Abkommen abgeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde München zur Hälfte zerstört. 1972 war München Austragungsort der Olympischen Sommerspiele.

Ferienkalender Bayern 2015

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Ihr Ferienkalender für Bayern 2015

Ferienzeit ist immer auch für viele Familien Reisezeit. Süddeutschland ist hierbei wieder für viele Urlauber das passende Reiseziel. Aber auch in andere Teile Deutschlands zieht es den Feriengeniesser 2015 wieder.

Beliebt ist wieder die Nord- und Ostsee, wo man sich bei bestem Meeresklima am Strand erholen kann. Aber auch ein Ausflug innerhalb Deutschlands hat seine Reize, findet man doch überall in deutschlen Landen tolle Fleckchen, die zum Besuchen lohnen.

Es muss nicht immer ins Ausland gehen, aber wenn man dann doch mal ins Ausland will, dann steht Spanien wieder ganz oben auf der Hitliste der Badereisenden. Nach wie vor ist Spanien ein Top-Reiseziel für den deutschen Toruisten, das Preis- Leistungsverhältnis stimmt. In Italien kann man sein Eis am Gardasee oder an der Adria geniessen. Wer noch weiter den italienischen Stiefel runter fährt, wird mit toller Landschaft und netten Menschen konfrontiert.

Um den Urlaub im voraus zu planen, gibt es den Ferienkalender Bayern 2015, in dem die offiziellen Schulferientage ausgewiesen sind. Auch 2015 sind wieder viele freie Tage für Schüler und Familien eingeplant.

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Ferienverteilung in Bayern für das Jahr 2015

Frühjahrsferien Bayern 2015 16.02. bis 20.02.
Osterferien Bayern 2015 30.03. bis 11.04.
Pfingstferien Bayern 2015 26.05. bis 05.06.
Sommerferien Bayern 2015 01.08. bis 14.09.
Herbstferien Bayern 2015 02.11. bis 07.11.
Weihnachtsferien Bayern 2015 24.12. bis 05.01.16

Feiertage in Bayern 2015

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Die gesetzlichen Feiertage für Bayern im Jahr 2015

 

Auch im neuen Jahr 2015 sind in bayrischen Bundesland wieder einige interessante Feiertage dabei, die man zur Gestaltung von Brückentagen verwenden kann. Damit machen wir uns wieder ein oder mehrere verlängerte Wochenenden.

Der Feiertagskalender 2015 Bayern

Donnerstag 01.01.2015 Neujahrstag
Dienstag 06.01.2015 Heiligen Drei Könige
Freitag 03.04.2015 Karfreitag
Montag 06.04.2015 Ostermontag
Donnerstag 01.05.2015 1. Maifeiertag
Donnerstag 14.05.2015 Christi Himmelfahrt
Montag 25.05.2015 Pfingstmontag
Donnerstag 04.06.2015 Fronleichnam
Samstag 15.08.2015 Mariä Himmelfahrt*
Samstag 03.10.2015 Tag der Deutschen Einheit*
Sonntag 01.11.2015 Allerheiligen
Freitag 25.12.2015 1. Weihnachtsfeiertag
Samstag 26.12.2015 2. Weihnachtsfeiertag

Anm.:

* Mariä Himmelfahrt gilt in überwiegend katholischen Gemeinden.

*Tag der Deutschen Einheit ist ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag.

Die Anzahl der Feiertage in Bayern im Jahr 2015 liegt bei 13, ebenso wie im Vorjahr. Im gesamtdeutschen Durchschnitt liegt Bayern damit im oberen Mittelfeld. Der für die evangelischen Gläubigen wichtige Buß- und Bettag zählt nicht zu den gesetzlichen Feiertagen in Bayern, an diesem Tag sind jedoch landesweit die Schulen geschlossen.

Fasching und Karnevalszeit in 2015

Donnerstag 12.02.2015 Weiberfasnacht
Montag 16.02.2015 Rosenmontag
Dienstag 17.02.2015 Fasnacht
Mittwoch 18.02.2015 Aschermittwoch

Im Fasching 2015 ging es auch wieder hoch her, als Kind ist die Vorfreude groß, aber auch viele Erwachsene sehnen sich fast ein Jahr lang immer wieder nach der tollen Karnevalszeit.