Die fünf längsten Flüsse Baden-Württembergs

rheinfall

Die längsten Flüsse im Bundesland Baden-Württemberg spielen eine wichtige Rolle als Nutzwasser, aber auch immer mehr für die Unterhaltung und Erholung der Menschen in der Freizeitgesellschaft Deutschland.

der fuenftlaengste fliuss baden-wuerttembergs

Kocher

185km

fluss kocher

Der fünfte Platz geht an den rechten Nebenfluss des Neckars, die Kocher. Der Name ist wahrscheinlich keltischen Ursprungs. Er wird zur Indogermanischen Wortwurzel keu-k gestellt, die biegen, sich krümmen bedeutet. Der Kocher wäre damit der sich krümmende Fluss.

Der Fluss entspringt in Baden-Württemberg am Fuß der Schwäbischen Alb aus mehreren Karstquellen im Jura. An einer südlich von Oberkochen an derBundesstraße 19 gelegenen entspringt der Schwarze Kocher, an einer anderen, wenig östlich von Unterkochen, der Weiße Kocher.

Längster, der Mündung am weitesten entfernter und wasserreichster Ast ist der Schwarze Kocher, der etwa 1 km südlich von Oberkochen an der westlichen Talwand an den Tag tritt mit einer Schüttung, die zwischen 50 und 4000 Liter pro Sekunde schwankt (Kocherursprung). Er entwässert weite Teile des fast vollständig bewaldeten nordöstlichen Albuch. Der zweite bedeutende Zufluss ist der Weiße Kocher, seine Quellaustritte liegen in zwei kleinen Seitentälern östlich von Unterkochen, er entwässert ca. 20 Quadratkilometer des Härtsfeldes und vereint sich noch in Unterkochen mit dem Schwarzen Kocher.

Neben diesen namentlichen Quellflüssen muss nach hydrografischen Kriterien als Hauptquellast die Lein gelten, da sie bei ihrer Mündung etwas mehr Wasser führt (3,6 m³/s gegenüber 3,4 m³/s) und den Kocher-Oberlauf bis dorthin an Länge um etwa 33 km übertrifft.

viertlaengster fluss

Jagst

203km

fluss jagst in baden-wuerttemberg

Die Jagst ist ein Mittelgebirgsfluss im Norden Baden-Württembergs. Zusammen mit dem Kocher und der Enz zählt sie zu den drei größten Nebenflüssen des Neckars. Die Jagst entsteht im Vorland der Schwäbischen Alb, passiert die Frankenhöhe, gräbt sich in die Hohenloher Ebene ein und durchströmt das württembergische Unterland, wo sie schließlich nach 190,2 km Fließstrecke in den Neckar mündet. Der Name ist vorgermanischen, vermutlich keltischen Ursprungs, das auslautende -t wurde erst in spätmittelhochdeutscher Zeit angefügt. Er wird zur Indogermanischen Wortwurzel ieg- gestellt, die Eisbedeutet. Die Jagst wäre damit der kalte, eisige Fluss. Das Tal der Jagst, das insbesondere am Mittellauf einen ausgesprochen ländlichen Charakter hat, gilt als landschaftlich sehr reizvoll. Die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Biotoptypen sowie der relativ geringe Anteil von Siedlungs- und Verkehrsflächen und das damit verbundene hohe Entwicklungspotential verleihen der Jagst und ihrem Tal aus Sicht  des Naturschutzes erhöhte Bedeutung. Klein- und Kleinststädte, die ein weitgehend mittelalterliches bis frühneuzeitliches Stadtbild bewahrt haben, prägen das Jagsttal ebenso wie zahlreiche Burgen und Schlösser auf den Bergspornen über dem Tal sowie die abschnittsweise recht häufigen Mühlen, die den Fluss säumen.

dritter platz

Donau

251km

die donau im fluss durch BW

Bei Donaueschingen fließen Brigach und Breg zur Donau zusammen. Von den beiden Quellflüssen ist die etwas südlicher und höher entspringende Breg nach allen gewässerkundlichen Merkmalen der etwas größere Fluss. Daneben gilt sinnbildlich der Quelltopf des Donaubachs in der Nähe der Vereinigung beider Quellflüsse traditionell als Donauquelle. Die Donau hat eine hohe geografische, historische und kulturelle Bedeutung in Europa und ist im deutschen Sprachraum in ihrer Bedeutung dem Rhein vergleichbar. Die Donau führt ihren Namen ab der Vereinigung zweier Quellflüsse, der Brigach und der größeren Breg, die beide imMittleren Schwarzwald entspringen. Sie durchquert drei große Beckenlandschaften: das nördliche Alpenvorland und dasWiener Becken (Oberlauf), die Pannonische Tiefebene (Mittellauf) und das Walachische Tiefland (Unterlauf).

zwei

Neckar

367km

fluss neckar

Der Neckar ist ein Nebenfluss des Rheins in Deutschland von 362 km Länge – mit dem längeren Oberlauf Eschach 380 km – der mit seinem annähernd 14.000 km² großen Einzugsgebiet den zentralen Teil Baden-Württembergsentwässert. Der mittlere Abfluss an der Mündung beträgt 145 m³/s. Hydrologisch ist der Neckar damit nach Aare,Maas, Mosel und Main der fünftgrößte Nebenfluss des Rheins und nach Länge wie auch nach Wasserführung der zwölftgrößte Fluss Deutschlands.

Der Neckar entspringt auf der Baar bei Villingen-Schwenningen auf 705 m ü. NN. Zunächst fließt er zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb nach Nordosten, ab dem „Neckarknie“ bei Plochingen nordwestwärts bis nordwärts durch die Ballungsräume von Stuttgart und Heilbronn, dann ab Eberbach im Odenwald westwärts bisHeidelberg und schließlich in der Oberrheinischen Tiefebene nordwestwärts bis Mannheim. Hier mündet er auf 88 m Meereshöhe in den Rhein. Seine drei größten Nebenflüsse sind die Enz, der Kocher und die Jagst.

Durch Begradigungen, Eindeichungen und anderes haben die Gewässerstruktur und die Fließdynamik des vormaligen Naturflusses sehr gelitten und die strukturreichen Auenlandschaften sind oft verschwunden. Inzwischen wurden einige Altwasserabschnitte (Altneckar) renaturiert, die Wasserqualität hat sich seit den 1970er Jahren erheblich verbessert.

Der Neckar fließt fast nur durch Baden-Württemberg. Allein im Odenwald bei Neckarsteinach und bei Hirschhorn ist er abschnittsweise Grenzfluss zu Hessen. Der Stadtteil Ersheim von Hirschhorn, in einer engen nördlichen Neckarschlinge gelegen, und ein flussabwärtiger Abschnitt des linken Ufers sind die einzigen Landesteile Hessens südlich des Neckars.

eins

Rhein

437km

rheinfall

Der Name Rhein geht möglicherweise auf die indogermanische Wortwurzel H1reiH- für „fließen“ zurück. Aus dieser Wurzel entstanden u. a. auch das deutsche Verb rinnen, das altgriechische Verb ῥέω (fließen), das lateinische rivus (Fluss) – daraus dann spanisch rio und englischriver. Die Kelten nannten den Fluss Rhenos, die Römer Rhenus. Die ersten Anfänge des Rheins (Ur-Rhein) lassen sich bis ins mittlere Miozän vor rund 15 Millionen Jahren zurückverfolgen. Das Quellgebiet des Urrheins wird im Bereich des Kaiserstuhlmassivs vermutet. Der Urrhein hatte teilweise ein anderes Flussbett als heute. Er floss ab etwa Worms über die Gegend von Alzey mitten durch Rheinhessen und auf die Binger Pforte zu. Der Hochrhein floss bis zum Tertiär nicht Richtung Norden in die Nordsee, sondern bog beim heutigen Basel ab, durchquerte die Burgundische Pforte und mündete in die Rhone und damit letztlich ins Mittelmeer.

Der Rhein hat eine Gesamtlänge von 1238,8 km, davon sind 883 km für die Großschifffahrt nutzbar. Ganze 473km führt der Rhein durch Baden-Württemberg und macht ihn damit zum Sieger dieser Liste.

Auf der Seite der Landeszentrale fuer politische Bildung haben wir das Spiel “Stadt-Land-Fluss” in Baden-Württemberg entdeckt. Klicken Sie hier um dorthin zu gelangen um die Karte der Städte und Flüsse dieser Region spielerisch zu erkunden.

Heidelberg – Stadt der Romantik

Wappen Stadt Heidelberg

Heidelberg  ist eine Großstadt in Baden-Württemberg im Südwesten Deutschlands, unweit der Mündung des Neckars in den Rhein. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist bekannt für ihre malerische Altstadt mit der Schlossruine sowie für ihre renommierte Universität, die älteste Hochschule auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Sie zieht Wissenschaftler und Besucher aus aller Welt an.

Mit über 150.000 Einwohnern ist Heidelberg die fünftgrößte Stadt des Bundeslandes. Sie ist Stadtkreis und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises. Das dicht besiedelte Gebiet, in dem Heidelberg gemeinsam mit Mannheim und Ludwigshafen liegt, wird als Metropolregion Rhein-Neckar bezeichnet.

Heidelberg Stadtblick
Bild: Heidelberg Stadtansicht

Lage

Heidelberg liegt zum Teil in der Oberrheinischen Tiefebene überwiegend am linken Ufer des unteren Neckars vor dessen Ausfluss aus dem Odenwald in einer länglich, flussaufwärts sich zuspitzenden Talsohle, umgrenzt von Königstuhl (568 m) und Gaisberg (375 m). Der Neckar fließt hier von Ost nach West. Am rechten Neckarufer erhebt sich der Heiligenberg (445 m).

Flora

Da Heidelberg in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt, gedeihen hier für mitteleuropäische Verhältnisse einige Besonderheiten, wie etwa – im Freiland gärtnerisch gepflanzt – Mandel- und Feigenbäume oder auch Ölbäume. Den „Balkon“ der Stadt bildet mit vielen exotischen Gewächsen der Philosophenweg gegenüber der Altstadt. Dort wurde im Jahr 2000 auch wieder erfolgreich mit dem Weinanbau begonnen.

Klima

Das Klima in der Region in der geschützten Lage zwischen Pfälzerwald und Odenwald ist ganzjährig mild und wird zu 65 Prozent durch die Zufuhr von maritimen Luftmassen aus westlichen Richtungen bestimmt. Im Vergleich zur nahen Rheinebene bewirkt die Lage Heidelbergs am Ausgang des Neckartals eine überdurchschnittliche Häufigkeit von Ostwinden. Die Hänge des Odenwalds begünstigen Wolkenbildung und Niederschläge. Die DWD-Klimastation in Heidelberg maß zwischen 1971 und 2000 eine Durchschnittstemperatur von 11,1 °C und eine Niederschlagsmenge von 745 mm pro Jahr. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 20,1 °C, der kälteste der Januar mit 2,5 °C. Temperaturen über 30 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. Die meisten Niederschläge fallen im Juli, und der trockenste Monat ist der Februar. Mit 12,2 Grad Celsius im Jahresmittel 2011 war Heidelberg der wärmste Ort Deutschlands.

Heidelberg
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
66
4
-1
52
5
-1
45
11
3
61
16
6
73
20
10
90
23
13
87
25
15
90
24
15
65
21
12
62
15
7
60
9
4
55
5
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Heidelberg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,6 5,3 10,9 15,6 20,4 23,4 25,1 24,4 20,8 14,5 8,5 4,5 Ø 14,8
Min. Temperatur (°C) −1,4 −0,8 2,6 6,1 9,9 12,9 14,8 14,8 11,6 7,2 3,6 0,0 Ø 6,8
Niederschlag (mm) 66 52 45 61 73 90 87 90 65 62 60 55 Σ 806
Sonnenstunden (h/d) 1,2 2,3 3,5 5,0 6,1 6,8 7,3 6,6 5,2 3,3 1,5 1,3 Ø 4,2
Regentage (d) 19 15 13 15 14 14 15 14 13 13 14 15 Σ 174
Luftfeuchtigkeit (%) 80 77 67 63 64 68 68 71 74 79 80 83 Ø 72,8
Quelle: wetterkontor.de

Geschichte

Die Stadt Heidelberg wurde im 12. Jahrhundert gegründet; ihre Geschichte reicht aber bis in keltische und römische Zeiten zurück. Vom 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1720 war Heidelberg Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein und Hauptstadt der Kurpfalz.

Vorgeschichte

Nahe bei Heidelberg, in der Gemeinde Mauer, fand man 1907 in einer Sandgrube den Unterkiefer eines Urmenschen (Unterkiefer von Mauer), einen der ältesten Funde der Gattung Homo in Europa überhaupt. Von dieser ausgestorbenen Hominiden-Art Homo heidelbergensis (Heidelbergmensch) stammt der Neandertaler ab.

Kelten

Ab etwa 500 v. Chr. gründeten die Kelten auf dem Heiligenberg eine größere befestigte Siedlung. Deren doppelter Ringwall, zum Schutz gegen die vordringenden Germanen angelegt, ist noch zu erkennen. 200 Jahre später wurde diese Anlage aus ungeklärten Gründen wieder aufgegeben.

Römer

Das römerzeitliche Heidelberg bestand vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. Um 70 n. Chr. gründeten die Römer ein Lager im heutigen Neuenheim, das um 90 durch zwei steinerne Kastelle ersetzt wurde. Über den Neckar führte zunächst eine hölzerne Brücke, ab ca. 200 eine Steinpfeilerbrücke. Auf dem Gipfel des Heiligenbergs entstand ein Merkurtempel, auch der Mithras-Kult war in Heidelberg verbreitet. Der Hauptort der Region war in römischer Zeit das benachbarte Lopodunum (heute Ladenburg), aber auch um das Militärlager in Heidelberg (dessen lateinischer Name unbekannt ist) entwickelte sich ein florierendes Töpfereizentrum.

Nach 260 mussten sich die Römer vor dem Germanenstamm der Alamannen, der den Limes durchbrochen und in römisches Territorium eingefallen war, an den Rhein zurückziehen. Der Sieg des Merowingerkönigs Chlodwig I. über die Alamannen im Jahr 506 machte Heidelberg schließlich zu einem Teil des Frankenreichs, zugleich wurde das Gebiet christianisiert.

Mittelalter

870 wurde auf dem Gipfel des Heiligenbergs an Stelle des alten Merkurtempels das Michaelskloster als Filialkloster des Klosters Lorsch, das zu jener Zeit mit dem Bistum Worms um die Vorherrschaft in der Region rang, gegründet. Später folgten eine weitere Filiale, das Stephanskloster, und das Stift Neuburg.

Die älteste schriftliche Erwähnung Heidelbergs stammt aus dem Jahr 1196. Es ist aber davon auszugehen, dass der Ort bereits im Laufe des 12. Jahrhunderts entstanden war. Zu jener Zeit war Heidelberg im Besitz des Bistums Worms und bestand aus der Oberen Burg auf der Molkenkur am Hang des Königsstuhls und einem Burgweiler im Bereich der Peterskirche am Fuße des Berges. Viele der heutigen Stadtteile Heidelbergs gehen auf Dörfer zurück, die schon zur Frankenzeit im 6. Jahrhundert entstanden waren. Einige von ihnen wurden im Lorscher Kodex erstmals urkundlich erwähnt, Neuenheim und Handschuhsheim etwa im Jahr 765.

Der Vorgängerbau des Heidelberger Schlosses wurde im 13. Jahrhundert auf dem Jettenbühl errichtet. Wohl zur gleichen Zeit wurde die Stadt im Bereich zwischen Königstuhl und Neckar planmäßig mit einem rechtwinkligen Grundriss und dem Marktplatz im Zentrum angelegt. Diese Stadtanlage nahm den östlichen Teil der heutigen Altstadt bis zur Grabengasse ein. Sie war von einer Stadtmauer umgeben, über den Neckar führte eine Brücke.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte 1156 seinen Halbbruder Konrad den Staufer zum Pfalzgrafen bei Rhein ernannt. Die Pfalzgrafschaft wurde von der Dynastie der Wittelsbacher regiert und entwickelte sich zu einem größeren Territorialgebilde innerhalb des Heiligen Römischen Reichs. Im Jahr 1225 erhielt der Pfalzgraf bei Rhein das vormals Wormser Heidelberg als Lehen. In der Goldenen Bulle wurde 1356 den Pfalzgrafen bei Rhein die Kurwürde verliehen. Von da an waren sie als Kurfürsten von der Pfalz bekannt, ihr Herrschaftsgebiet wurde als Kurpfalz bezeichnet. Anfangs hatten die Pfalzgrafen keine feste Residenz, sondern hielten sich an verschiedenen Orten ihres Herrschaftsbereichs auf. Schon im 13. Jahrhundert hatte Heidelberg den Charakter einer Residenzstadt entwickelt. Als im 14. Jahrhundert die Reiseherrschaft aufgegeben wurde, konnte sich die Stadt gegen Neustadt an der Haardt durchsetzen und wurde zur Hauptstadt der Kurpfalz.

Im Jahr 1386 gründete Ruprecht I. die Universität Heidelberg als dritte Hochschule im Heiligen Römischen Reich (nach Prag und Wien). Sie ist die älteste Universität in Deutschland. 1392 wurde Heidelberg umfangreich erweitert, das Stadtgebiet nahezu verdoppelt und entsprach der heutigen Altstadt. Von der Herrschaft Ruprechts III., der im Jahr 1400 zum römisch-deutschen König gewählt wurde, profitierte Heidelberg durch den Bau der Heiliggeistkirche. Seine Nachfolger machten die Universität Heidelberg gegen Ende des 15. Jahrhunderts zu einer Hochburg des frühen Humanismus.

Neuzeit

Stadtansicht Heidelberg 1570
Bild: Heidelberg um 1570 – bitte Klicken –

Martin Luthers reformatorische Ideen hatten sich schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Südwestdeutschland verbreitet. Unter Kurfürst Ottheinrich (1556–1559) wurde in der Kurpfalz schließlich die Reformation eingeführt. Nach dem Übergang zum Calvinismus zog Heidelberg Studenten und Wissenschaftler aus ganz Westeuropa an und galt nach Leiden als drittes Genf. So erschien 1563 in Heidelberg der Heidelberger Katechismus und 1572 die erste deutsche Gesamtübersetzung der Institutio Christianae Religionis, des Hauptwerks von Johannes Calvin. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde in Heidelberg eine Vielzahl prächtiger Renaissancebauten errichtet, die – abgesehen vom Haus zum Ritter – im Pfälzer Erbfolgekrieg allesamt zerstört wurden. Auch das Schloss wurde damals wesentlich erweitert und von der mittelalterlichen Burg zu einer neuzeitlichen Residenz umgestaltet.

Um seiner Gattin, der englischen Königstochter Elisabeth Stuart, ein standesgemäßes Hofleben bieten zu können, ließ Kurfürst Friedrich V. (1610–1623) das Heidelberger Schloss durch den Bau des Hortus Palatinus umgestalten. Auf politischem Terrain war Friedrich als Führer der Protestantischen Union in die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs verwickelt, als er sich 1619 zum böhmischen König wählen ließ. Er konnte sich aber nicht gegen den katholischen Kaiser durchsetzen und wurde 1620 in der Schlacht am Weißen Berge geschlagen. Wegen seiner kurzen Herrschaft ging er als Winterkönig in die Geschichte ein. Im Jahr 1622 eroberte Tilly als Heerführer der Katholischen Liga Heidelberg. Die Stadt blieb, wie die ganze rechtsrheinische Kurpfalz, bis zu den Friedensschlüssen von Münster und Osnabrück bayerisch besetzt (während die linksrheinische Kurpfalz spanisch wurde). Während dieser Zeit schenkte Herzog Maximilian I. von Bayern die Bibliotheca Palatina Papst Gregor XV. Sie wird seitdem in der Bibliotheca Vaticana verwahrt (und hat auf diese Weise die Zerstörung Heidelbergs durch Ludwig XIV. im Pfälzischen Erbfolgekrieg sicher überdauert). Heidelberg wurde vom Krieg schwer getroffen, die Bevölkerung litt große Not. Im Westfälischen Frieden, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete, wurde die Kurpfalz wiederhergestellt, sie verlor aber viel von ihrem politischen Gewicht.

Als Kurfürst Karl II. 1685 kinderlos verstarb, erlosch die Linie Pfalz-Simmern des Hauses Wittelsbach und die Kurfürstenwürde ging auf die katholische Nebenlinie Pfalz-Neuburg über. Aus den Erbansprüchen, die der französische König Ludwig XIV. nun mit Verweis auf seine Schwägerin Elisabeth Charlotte (besser bekannt als Liselotte von der Pfalz) erhob, resultierte der Pfälzische Erbfolgekrieg. Im Verlaufe dieses Krieges wurde Heidelberg zweimal, 1688 und 1693, von französischen Truppen eingenommen und dabei komplett verwüstet. Nachdem der Erbfolgekrieg 1697 beendet war, baute man das zerstörte Heidelberg im Stil des Barock auf mittelalterlichem Grundriss wieder auf. Die nunmehr katholischen Kurfürsten siedelten in der Stadt Jesuiten an.

Heidelberger Schloss
Bild: Das Schloss Heidelberg im Jahre 1815, gemalt von Carl Philipp Fohr

Das Heidelberger Schloss war nach der Zerstörung durch die Franzosen unbewohnbar, entsprach aber ohnehin nicht mehr dem barocken Zeitgeschmack, der großzügige Schlossanlagen nach dem Vorbild von Versailles bevorzugte. Pläne, eine solche Residenz in der Ebene im Bereich des heutigen Stadtteils Bergheim zu bauen, scheiterten am Widerstand der Heidelberger Bürgerschaft, und so entschloss sich Karl III. Philipp 1720 nach einem Streit mit den Heidelberger Protestanten, seine Residenz nach Mannheim zu verlegen. In der Quadratestadt, die dem barocken Zeitgeist und dem Repräsentationsinteresse des Kurfürsten weitaus mehr entsprach als das mittelalterliche Heidelberg, ließ er das prunkvolle Schloss Mannheim errichten. Heidelberg verlor seine Stellung als politisches Machtzentrum und litt auch ökonomisch durch den Weggang des Hofstaats. Von der Herrschaftszeit Kurfürst Carl Theodors (1743–1799) profitierte aber auch Heidelberg durch den Bau der Alten Brücke und des Karlstores. Die Instandsetzung des Schlosses wurde 1764 nach einem verheerenden Blitzschlag wieder eingestellt.

1803 bis 1933

Im Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst, die rechtsrheinischen Gebiete und somit auch Heidelberg wurden dem bald darauf zum Großherzogtum erhobenen Baden zugeschlagen. Der badische Großherzog Karl Friedrich (1771–1811) machte die Hochschule zu einer staatlich finanzierten Lehranstalt und verhalf ihr zum Wiederaufstieg zu einer renommierten Bildungsstätte. Ihm und dem Universitätsgründer, Kurfürst Ruprecht I., zu Ehren erhielt die Universität Heidelberg den neuen Namen „Ruprecht-Karls-Universität“.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Neckarstadt zu einem der wichtigsten Orte der deutschen Romantik, begünstigt durch die schöne Landschaft und die pittoreske Schlossruine. Das Wirken von Dichtern wie Friedrich Hölderlin, Ludwig Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff wurde als „Heidelberger Romantik“ bekannt. Arnim und Brentano veröffentlichten zwischen 1806 und 1808 in Heidelberg unter dem Titel Des Knaben Wunderhorn eine Sammlung deutscher Volkslieder. Auch ein Künstlerzirkel um die Maler Carl Philipp Fohr, Karl Rottmann und Ernst Fries entstand in Heidelberg.

Während des Vormärzes wurden an der Heidelberger Universität nationale, liberale und demokratische Ideen verbreitet. Nach Beginn der Märzrevolution versammelten sich am 5. März 1848 liberale und demokratische Politiker aus Südwestdeutschland zur Heidelberger Versammlung, die maßgebliche Impulse zum Vorparlament und somit zur Konstituierung der Frankfurter Nationalversammlung setzte. Nach dem Scheitern der Nationalversammlung wurde der Maiaufstand in Baden von zu Hilfe gerufenen preußischen Truppen niedergeschlagen. Auch in Heidelberg kam es zu Kämpfen gegen liberale Freischärler.

Die Industrialisierung ging an der Neckarstadt ohne größere Spuren vorbei. Der Tourismus entwickelte sich ab dem frühen 19. Jahrhundert, vor allem ab dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz im Jahr 1840, zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Heidelberg, ebenfalls nahm die Zahl der Studenten zu, von denen viele den Studentenverbindungen angehörten. Joseph Victor von Scheffels Gedicht Alt-Heidelberg, du feine (später in der vertonten Version ein populäres Studentenlied) und das 1901 uraufgeführte Schauspiel Alt-Heidelberg machten Heidelberg zu einem Sinnbild des Studentenlebens im 19. Jahrhundert.

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts erlebte Heidelberg eine rasante Expansion, als das Stadtgebiet durch zahlreiche Eingemeindungen vergrößert wurde. Die Einwohnerzahl Heidelbergs stieg von 20.000 im Jahr 1871 auf 85.000, also mehr als das Vierfache, im Jahr 1933. Zugleich wurde die Infrastruktur mit der Einführung der Straßenbahn und der Bergbahn sowie der Kanalisierung des Neckars (in den 1920er Jahren) ausgebaut. 1930 ermöglichten großzügige Spenden von einflussreichen US-Bürgern den Bau des Hörsaalgebäudes der Neuen Universität am Universitätsplatz. Eine Gedenkplakette im Innern des Hörsaalgebäudes nennt unter anderem die Familie Chrysler.

Die Wahlergebnisse der NSDAP lagen in Heidelberg meist über dem Durchschnitt der Ergebnisse im Reich oder in Baden: Bei der Reichstagswahl am 20. Mai 1928 im Reich 2,6 %, in Baden 2,9 % und in Heidelberg 4,4 %; bei der Reichstagswahl am 14. September 1930 im Reich 18,3 %, in Baden 19,2 % und in Heidelberg 30,2 %.

Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Nach der Machtübertragung an die NSDAP am 30. Januar 1933 begann eines der dunkelsten Kapitel der Stadt, die organisierte Diskriminierung von Juden und anderen „Nichtariern“. Die NSDAP wurde bei den Reichstagswahlen vom 5. März 1933 mit 45,8 % der abgegebenen Stimmen (Reich: 43,9 %; Baden: 45,4 %) die stärkste Partei in der Stadt. Im April 1933 wurden alle „nichtarischen“ Beamten zwangsbeurlaubt, bis 1939 verlor die Heidelberger Universität mehr als ein Drittel ihres Lehrkörpers aus rassistischen oder politischen Gründen. Während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 brannten Heidelberger Nationalsozialisten die Synagogen in der Altstadt und Rohrbach nieder und verwüsteten und plünderten zahlreiche Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürger vor den Augen der Polizei. Am nächsten Tag wurden 150 Heidelberger Juden in das Konzentrationslager Dachau zur Schutzhaft verschleppt, um sie zur Emigration zu nötigen und ihr Vermögen zu arisieren. Knapp zwei Jahre später, am 22. Oktober 1940, wurden in der „Wagner-Bürckel-Aktion“ über 6000 badische Juden, darunter 280 aus Heidelberg, in das Internierungslager Camp de Gurs nach Südwestfrankreich deportiert. Nur wenige überlebten.

Als sichtbare bauliche Hinterlassenschaft steht die Thingstätte auf dem Heiligenberg, eine zwischen 1934 und 1935 vom Reichsarbeitsdienst und Heidelberger Studenten errichtete Freilichtbühne. Ebenso wurde der Ehrenfriedhof auf dem Ameisenbuckel 1934 vom Reichsarbeitsdienst angelegt. 1935 wurde die Reichsautobahn Heidelberg–Mannheim eingeweiht, heute als A 656 bekannt, und an beiden Endstücken, in Mannheim und Heidelberg auf Bundesstraßenniveau herabgesetzt, heute die B 37. Bis in die späten 1990er Jahre führte die A 656 direkt nach Mannheim und Heidelberg hinein.

Das mit Lazaretten angefüllte Heidelberg überstand als eine der wenigen deutschen Großstädte den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt. Kleinere Luftangriffe in den Jahren 1944 und 1945 hatten nur geringe Schäden angerichtet. Bei ihrem Rückzug am 29. März 1945 sprengte die Wehrmacht u. a. die Alte Brücke. Am 30. März konnten die amerikanischen Truppen der 63. US-Infanteriedivision der 7. US-Armee einmarschieren, ohne auf nennenswerten Widerstand zu treffen. Die amerikanischen Truppen konnten viele Gebäude in der Stadt für ihre Zwecke übernehmen, u. a. die Großdeutschland-Kaserne, die seitdem den Namen Campbell Barracks trägt. Bis Kriegsende war dort das deutsche Infanterieregiment 110 stationiert, das der 33. Infanteriedivision und ab Ende 1940 der 112. Infanteriedivision unterstellt und im Frankreich- und Russlandfeldzug eingesetzt worden war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Das unversehrte Heidelberg zog nach dem Zweiten Weltkrieg viele ausgebombte und vertriebene Deutsche an. Heidelberg wurde Teil der amerikanischen Besatzungszone und Standort hoher Kommandostellen der US-Armee und später auch der NATO. Dafür enteigneten die amerikanischen Behörden Immobilien, was zunächst für Unmut sorgte. Von 1948 bis 2013 waren die Campbell Barracks in Heidelberg Sitz des Hauptquartiers der United States Army Europe (USAREUR), der früheren 7. US-Armee. Bis 2013 war die Stadt zudem Sitz des NATO-Landhauptquartiers Mitteleuropa.

Im Oktober 2009 wurde bekanntgegeben, dass das Hauptquartier von USAREUR nach Wiesbaden verlegt werden sollte. Bereits im August 2011 verließ das traditionsreiche V. US Army Corps Heidelberg und zog nach Wiesbaden um. Im September 2013 wurden dann die Campbell Barracks offiziell von der US-Armee geschlossen. Mit dem Umzug in das neue Hauptquartier nach Wiesbaden-Erbenheim ging 2013 in Heidelberg die 65 Jahre währende Geschichte der USAREUR – und der amerikanischen Truppen generell – zu Ende. Im Jahre 2008 hatten die amerikanischen Streitkräfte noch fast 200 Hektar Fläche belegt, unter anderem für zwei Kasernen, zwei Wohnsiedlungen sowie ein Militärkrankenhaus. Im Jahre 2010 lebten rund 16.000 amerikanische Einwohner in Heidelberg; die Amerikaner hatten damals also einen Anteil an der Heidelberger Bevölkerung von 10 Prozent.

Die Ruprecht-Karls-Universität nahm im Januar 1946 als zweite westdeutsche Hochschule (nach Göttingen) den Lehrbetrieb wieder auf. Schon vor dem Krieg waren vereinzelte Einrichtungen der Universität vom Altstadtcampus nach Neuenheim auf die andere Neckarseite verlegt worden, ab 1951 begann man dann mit dem Aufbau eines komplett neuen Campus, des Neuenheimer Feldes, am westlichen Stadtrand. Mitte der 1970er Jahre war der Ausbau des 120 Hektar großen Geländes im Wesentlichen beendet. 1955 wurde der Hauptbahnhof an seine heutige Stelle rund 1,2 Kilometer westlich des alten Standortes verlegt. Die freigewordene Fläche nutzte man für den Bau zahlreicher Verwaltungsgebäude an der Kurfürstenanlage. Um der wachsenden Einwohnerzahl Heidelbergs Rechnung zu tragen, entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Süden der Stadt zwei gänzlich neue Wohngebiete, Boxberg und Emmertsgrund. Mit der Eingemeindung der im Neckartal gelegenen Gemeinde Ziegelhausen war die flächenmäßige Expansion Heidelbergs 1975 abgeschlossen. Während der Amtszeit des Oberbürgermeisters Reinhold Zundel (1966–1990) wurde die Altstadt saniert, die Hauptstraße wurde in eine 1,6 Kilometer lange Fußgängerzone (eine der längsten Fußgängerzonen Europas) umgewandelt, und der Bismarckplatz erhielt seine heutige Form.

In den 1970er und 1980er Jahren verübte die Terrororganisation RAF in Heidelberg zwei Anschläge gegen amerikanische Militäreinrichtungen. Am 24. Mai 1972 wurden durch einen Sprengstoffanschlag auf das US-Hauptquartier der 7. US-Armee in den Campbell Barracks die amerikanischen Soldaten Clyde R. Bonner, Charles L. Peck sowie Ronald A. Woodward ermordet und fünf weitere Personen schwer verletzt. Ein Attentat mit einer russischen Panzerfaust am Heidelberger Karlstor auf den Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa Frederick James Kroesen am 15. September 1981 scheiterte, da das LKA Baden-Württemberg ihm kurz vorher eine gepanzerte Mercedes-Benz-Limousine zugeteilt hatte, nachdem verdächtige Personen bei der Observation Kroesens beobachtet wurden.

Ein Antrag auf die Aufnahme des Schlosses und der Altstadt in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes wurde 2005 und 2007 abgelehnt.

Städtepartnerschaften

Heidelberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Montpellier, Frankreich, seit 1961
Cambridge, Großbritannien, seit 1965
Rehovot, Israel, seit 1983
Simferopol, Ukraine, seit 1991
Bautzen, Deutschland, seit 1991
Kumamoto, Japan, seit 1992

Im Oktober 2006 unterzeichnete Oberbürgermeisterin Beate Weber einen Freundschaftsvertrag („Charta der Freundschaft“) mit der Stadt Heidelberg (Gauteng), Südafrika. Freundschaftliche Beziehungen existieren außerdem zu den Städten Mostar (Bosnien-Herzegowina) und Jelenia Góra (Polen). Beziehungen zu Calamba City (Philippinen) werden aufgebaut.

Außerdem gibt es in Heidelberg das Amerika-Haus (Deutsch-Amerikanisches Institut) und das Montpellier-Haus, das in der Altstadt in der Kettengasse liegt. In Montpellier gibt es entsprechend ein Maison de Heidelberg. Die Universität ist Partner eines Konfuzius-Instituts.

Die Stadt als Namenspate

Wegen ihrer historischen Signifikanz dient die Stadt Heidelberg häufig als Namenspate. So benannte die Lufthansa in ihrer Geschichte bereits vier Flugzeuge nach der Stadt am Neckar: Zuletzt 1990 einen Airbus A320-200 für 139 Passagiere. Ein ICE-Zug der Deutschen Bahn trägt ebenfalls den Namen Heidelberg.

Ein etwa 600.000 Jahre alter Unterkiefer eines bis dahin unbekannten Vorläufers des Menschen wurde 1907 auf dem Land der Gemeinde Mauer bei Heidelberg gefunden. Die neue Spezies wurde Homo heidelbergensis benannt, entsprechend der Region und dem Forschungsort (Universität Heidelberg) des namengebenden Forschers Otto Schoetensack.

In mehreren kolonialisierten Ländern wurden Städte nach Heidelberg benannt, beispielsweise Heidelberg (Victoria) in Australien oder Heidelberg (Texas) in den USA, ferner auch in Südafrika.

Wirtschaft und Forschung

Wirtschaft

Jahrhundertelang war Heidelberg eine ‚Residenz des Geistes‘. Auch heute ist die Universitätsstadt das Dienstleistungs- und Wissenschaftszentrum der Rhein-Neckar-Region. Dem Trend der meisten deutschen Großstädte folgend, ist der tertiäre Bereich in den vergangenen Jahrzehnten noch gewachsen. Im Jahr 2013 arbeiteten 83,8 Prozent aller Menschen im Dienstleistungssektor, lediglich 16,1 Prozent arbeiteten im produzierenden Gewerbe. 69,4 Prozent der rund 85.600 Arbeitsplätze wurden 2014 von Pendlern eingenommen. Die Arbeitslosenquote lag 2014 bei 5,4 Prozent.

Der größte Arbeitgeber in Heidelberg ist die Universität Heidelberg mit ihrem Universitätsklinikum, die mehr als 15.000 Arbeitsplätze bietet. Internationale Unternehmen wie ABB Stotz-Kontakt, Heidelberger Druckmaschinen, HeidelbergCement, Henkel-Teroson, Lamy, Prominent Dosiertechnik, Rockwell Collins, SAP und SAS Institute sind in der Stadt ansässig.

2007 wies Heidelberg nach Angaben des Statistischen Landesamtes unter den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg die höchste Arztdichte auf. In Heidelberg kam auf 272 Einwohner ein Mediziner, wohingegen der Landesdurchschnitt bei 646 Einwohnern lag.

Im Bereich des Bankensektors haben die Sparkasse Heidelberg, die Heidelberger Volksbank eG und die Volksbank Kurpfalz eG ihren Hauptsitz in Heidelberg. Daneben existieren Filialen überregionaler Kreditinstitute.

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Im Jahr 2014 erbrachten 11,9 Millionen Touristen und 1,12 Millionen gewerbliche Übernachtungen einen Bruttoumsatz von 535 Millionen Euro.

Forschung

In Heidelberg gibt es eine Vielzahl von Forschungsinstituten insbesondere für Biowissenschaften.

Die wichtigste Trägergesellschaft in der Heidelberger Forschungslandschaft ist die Universität Heidelberg. Unter Ihrem Dach befinden sich zahlreiche Institute wie das Biochemie Zentrum Heidelberg (BZH), das Interdisziplinäre Zentrum für Neurowissenschaften (IZN), das Interdisziplinäre Zentrum für wissenschaftliches Rechnen (IWR), das Südasien Institut (SAI), das Heidelberg Center for American Studies (HCA), das Heidelberg Center Lateinamerika sowie das Zentrum für Astronomie Heidelberg (ZAH). Anfang 2007 kam dazu das im Neuenheimer Feld neugebaute Zentrum für quantitative Analyse molekularer und zellulärer Biosysteme (BIOQUANT).

Bekannte Institute sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), gegründet 1964 und das Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH), gegründet 1983. Beide Institute haben sich der biologischen Grundlagenforschung verschrieben.

Ebenfalls in Heidelberg ansässig ist die Zentraleinrichtung des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), gegründet 1974, Außenstellen befinden sich u. a. in Monterotondo (Italien), Hinxton (England), Grenoble (Frankreich) und Hamburg. Es wird von 18 europäischen Staaten betrieben.

Mit vier Instituten bildet Heidelberg einen regionalen Schwerpunkt der Max-Planck-Gesellschaft. Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, das Max-Planck-Institut für Kernphysik, das Max-Planck-Institut für Astronomie sowie das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung sind hier angesiedelt. Die Stadt Heidelberg ist außerdem „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke und Anlagen

Heidelberg ist eine der wenigen deutschen Großstädte, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden. Eine Besonderheit ist die barocke Altstadt, die – nach den Zerstörungen in den Jahren 1689 und 1693 – auf mittelalterlichem Grundriss neu errichtet wurde. In der Altstadt, die mit 1,6 km Länge eine der längsten Fußgängerzonen Europas hat, befinden sich auch die meisten der bedeutenden Bauwerke.

Schloss

Das Heidelberger Schloss ist eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt. Das Bauwerk entstand ursprünglich als wehrhafte Burg an strategisch günstiger Lage oberhalb einer Verengung des Neckartals und wurde später zur prachtvollen Residenz der Kurfürsten von der Pfalz ausgebaut. Seit den Zerstörungen 1689 und 1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss nur teilweise restauriert. 1764 besiegelte ein weiterer Brand nach Blitzschlag das Los des damals gerade renovierten Schlosses. Es wurde aufgegeben und die Ruine als Steinbruch (Baumaterial) für das neue Schwetzinger Sommerschloss und später für die Heidelberger Bürger verwendet, bevor es Ende des 18. Jahrhunderts von Literaten entdeckt und als Sinnbild für die Vergänglichkeit, in der Epoche der napoleonischen Kriege aber auch als patriotisches Monument begriffen wurde. Die Schlossruine erhebt sich 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt. Der Ottheinrichsbau, einer der Palastbauten des Schlosses, gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Renaissance nördlich der Alpen.

Alte Brücke

Der offizielle Name der Alten Brücke ist Karl-Theodor-Brücke. Sie gehört zu Deutschlands ältesten Brückenbauten und wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Es gab viele Vorgängerbauten aus Holz, die jedoch wiederholt durch Eisgang zerstört wurden. In ihrer heutigen Form wurde sie 1788 erbaut, jedoch wurden gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zwei Pfeiler von der Wehrmacht gesprengt, um die vorrückenden alliierten Truppen aufzuhalten. Bereits 1947 war die Brücke vollständig rekonstruiert.

Kirchen

Die Heiliggeistkirche ist die bekannteste Kirche Heidelbergs. Sie steht im Zentrum der Stadt, nur unweit des Heidelberger Schlosses. Ihre Fassade prägt zusammen mit dem Schloss die Silhouette der Neckarstadt. Sie diente einst als Aufbewahrungsort der berühmten Bibliotheca Palatina, doch während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Sammlung von Handschriften und frühen Drucken von Kurfürst Maximilian I. geraubt und dem Papst als Geschenk überreicht.

Die älteste Kirche der Heidelberger Altstadt ist die Peterskirche. Es wird vermutet, dass die Peterskirche schon vor der Gründung Heidelbergs errichtet wurde. Ihr Alter wird auf etwa 900 Jahre geschätzt. Im Spätmittelalter wurde sie zur Universitätskapelle. Sie dient als letzte Ruhestätte für etwa 150 Professoren und kurfürstliche Hofleute. Unter anderem ist hier auch Marsilius von Inghen begraben, der Gründungsrektor der Universität Heidelberg. Zum 400. Geburtstag Martin Luthers wurde an der Ostseite 1883 die Luthereiche gepflanzt.

Unweit befindet sich die im Jahr 1749 fertiggestellte Jesuitenkirche. Sie ist das Wahrzeichen der Gegenreformation in Heidelberg und bildete einst den Mittelpunkt des ehemaligen Jesuitenviertels.

Repräsentative Kirchbauten des Historismus entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts in der planmäßig angelegten Weststadt: die evangelische Christuskirche (1904) und die katholische Bonifatiuskirche (1903).

Historische Bauwerke

Das älteste noch erhaltene Gebäude in Heidelberg ist das Hotel „Zum Ritter“. Es wurde 1592 von einer Tuchhändlerfamilie erbaut. Mit seinem Standort in der Altstadt gegenüber der Heiliggeistkirche ist es eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs.

Am östlichen Rand der Altstadt steht das Karlstor, ein freistehender Torbogen, welcher ein Geschenk der Bürger Heidelbergs an den Kurfürsten Karl Theodor war. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre und wurden 1781 abgeschlossen. Das Karlstor ist dekoriert, unter anderem befinden sich das Wappen des Kurfürsten sowie Porträts von ihm und seiner Gemahlin auf dem Torbogen.

In der Altstadt befinden sich weitere historische Gebäude der Universität Heidelberg. Eines der bedeutendsten ist die Universitätsbibliothek, in der die zentrale Bibliothek der Universität und ein Museum mit alten Handschriften und Codices, ebenfalls Teil des Buchbestandes der Universität, untergebracht sind. Eine davon ist der Codex Manesse, die umfangreichste und berühmteste deutsche Liederhandschrift des Mittelalters. Die gesamte Bibliothek befindet sich in einem klassizistischen Gebäude aus rotem Sandstein.

Neuzeitliche Bauwerke

Aus der Zeit des Nationalsozialismus stammt die Thingstätte auf dem Heiligenberg. Bei der Thingstätte handelt es sich um eine Freilichtbühne im Stil eines griechischen Theaters. Sie wurde vom nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienst erbaut und 1935 von Joseph Goebbels eingeweiht. Die Thingstätte war vor allem als Propagandaplattform gedacht. Heute dient sie als Freilichtbühne für kulturelle Aufführungen aller Art.

Erwähnenswert ist auch die neue Synagoge in der Weststadt. Nachdem die jüdischen Gotteshäuser in Heidelberg in der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 niedergebrannt worden waren, gab es bis zur Neugründung der jüdischen Gemeinde Ende des Krieges 1945 keine festen Gebetsräume mehr für jüdische Bürger. Nach einer Reihe von Umzügen fand die Gemeinde in der 1994 eingeweihten neuen Synagoge ihr heutiges Zuhause.

Schon seit 1981 nicht mehr als Bad genutzt wird das Städtische Reinigungs- und Schwimmbad in Bergheim, das zu den letzten erhaltenen Jugendstil-Hallenschwimmbädern zählt (Altes Hallenbad). Seit 2013 wird es als Markthalle mit Geschäften, Gastronomie und kulturellen Angeboten genutzt.

Der Fernsehturm Heidelberg, der Fernmeldeturm Heidelberg sowie der Fernmeldeturm der US-Streitkräfte Heidelberg verdeutlichen, dass Heidelberg auch in der Telekommunikation für die gesamte Region eine wichtige Rolle spielt. Alle drei Sendetürme befinden sich auf dem Königsstuhl.

Die Stadthalle ist das 1901–1903 erbaute Kongress- und Kulturzentrum am Neckarufer der Altstadt mit einer reichen roten Sandsteinfassade (Gründerzeit-, Neorenaissance- und Jugendstilarchitektur).

Die als Passivhaus erbaute Feuerwache der Feuerwehr Heidelberg wurde von Peter Kulka geplant und wird seit 2007 genutzt. Sie gilt als eine der modernsten und innovativsten Feuerwachen Deutschlands und ist dadurch auch Ziel von Architekturtourismus.

Historische Orte

Einen berühmten und oft dargestellten Ausblick auf die Heidelberger Altstadt hat man vom Philosophenweg. Der Weg beginnt im Stadtteil Neuenheim, führt halb auf den Heiligenberg, welcher sich auf dem Heidelberger Schloss gegenüberliegenden Neckarufer befindet, und zieht sich dann oberhalb vom Neckar durch das Tal bis nach Ziegelhausen.

Der Bergfriedhof ist eine der bekanntesten letzten Ruhestätten Deutschlands. Viele bedeutende Persönlichkeiten wie der erste Reichspräsident Friedrich Ebert oder die Wissenschaftler Carl Bosch und Robert Bunsen liegen hier begraben. Zahlreiche Denkmäler erinnern an die Opfer vergangener Kriege und des Holocaust

Museen

Der Geschichte der Stadt Heidelberg und der Kurpfalz widmet sich das Kurpfälzische Museum. Die Entstehung verdankt das Museum dem Engagement des französischen Emigranten Charles de Graimberg, der ab 1810 begann, sich für die Annalen des pfälzischen Fürstenhauses zu interessieren. Seine Sammlung an Münzen, Waffen, Gemälden und anderen historischen Stücken bildeten den Grundstein für den Bestand des Museums. Auch der bekannte Zwölfbotenaltar von Tilman Riemenschneider wurde schon von Graimberg erworben. 1879 kaufte die Stadt die Privatsammlung auf, und 1908 eröffnete das Museum seine Pforten im Palais Morass. Der Museumsbestand wurde seit seinen Anfängen stark erweitert, so dass man sich dort heute über die Geschichte der Kurpfalz bis in die frühgeschichtliche Zeit informieren kann.

Das Völkerkundemuseum beherbergt eine Sammlung von Kunstwerken und ethnografischen Objekten aus Asien, Afrika und Ozeanien. Es bietet einen Einblick in Kunst, Weltsicht und Rituale der Völker jener Gebiete. Das Völkerkundemuseum geht auf das Jahr 1921 zurück und ist heute im Palais Weimar untergebracht. Seit seiner Gründung befindet es sich in der alleinigen Trägerschaft der J. & E. von Portheim-Stiftung, die 1919 von Victor Mordechai Goldschmidt gegründet wurde. Die umfangreiche Sammlung des jüdischen Gelehrten bildete den Grundbestand des Museums.

Der Heidelberger Kunstverein, mit über 1000 Mitgliedern einer der größten Deutschlands, ist laut Satzung der Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst verpflichtet, das Museum Haus Cajeth hingegen widmet sich der „primitiven Kunst“.

Fünf der vierzehn Stadtteile unterhalten Heimatmuseen; sie bewahren die Geschichte des jeweiligen Stadtteils und machen sie dem interessierten Publikum zugänglich.

Die Gedenkstätte des Geburtshauses von Friedrich Ebert in der Pfaffengasse im Herzen der Altstadt vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Handwerkerfamilien im Heidelberg der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Mit ihren zahlreichen Sammlungen und Ausstellungen ist die Universität Heidelberg ein Gigant in der Museumslandschaft der Stadt. Viele der universitären Institute und Fakultäten sind im Besitz umfangreicher Bestände, die öffentlich zugänglich sind. Völlig unterschiedliche Fachbereiche wie Ägyptologie, Botanik, Paläontologie oder Zoologie sind auf diese Weise auch dem Laien zugänglich.

In der Thoraxklinik Heidelberg-Rohrbach gibt es seit 2011 das Deutsche Tuberkulose-Archiv, zu dem ein Museum gehört.

Die alljährliche „Lange Nacht der Museen“ (gemeinsam mit Mannheim und Ludwigshafen) gilt nach Berlin als zweitgrößte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

Der Heidelberger Zoo wurde 1934 gegründet und zieht jedes Jahr rund eine halbe Million Besucher an. Der Tierbestand umfasst etwa 1000 Tiere aus 162 Arten (Stand: 31. Dezember 2008). Zoodirektor ist seit 1998 Klaus Wünnemann.

Theater

Das Theater der Stadt Heidelberg ist der größte Theaterbetrieb der Stadt, ein kommunales Vier-Sparten-Theater mit Musik-, Sprech-, und Tanztheater sowie einem eigenen Ensemble für Kinder- und Jugendtheater, welches 2009 sein 25-jähriges Jubiläum feierte. Der größte Spielort „Städtische Bühne“ wurde von 2009 bis 2012 erweitert und umgebaut und mit einem Fest am 24. November 2012 wieder eröffnet.

Auch die Universität Heidelberg unterhält mit dem Romanischen Keller ein eigenes Theater. Es ist das größte Forum für studentisches und freies Theater in der Neckarstadt. Die Reputation des Romanischen Kellers reicht weit über Heidelberg hinaus.

Ein Theater mit einem ganz anderen Stil ist das Zimmertheater. Ursprünglich von fünf jungen Schauspielern 1950 gegründet, hat es bis heute seinen Kleintheater-Charme erhalten. Durch seine Erst- und Uraufführungen ist das Zimmertheater auch über die Grenzen Heidelbergs hinaus bekannt geworden. Es ist das älteste Privattheater Deutschlands. Das Zimmertheater wird vom Förderverein der Freunde des Zimmertheaters finanziell unterstützt.

Das Taeter Theater ist eines der jüngeren Theater Heidelbergs. Es wurde 1984 gegründet und fand 1987 in der alten Tabakfabrik Landfried sein Zuhause. Der Name des Theaters ist ein Wortspiel mit den Begriffen Theater und Täter, welches auf das Prinzip der Gruppe hinweist: Am Anfang steht die Tat – alles andere wird sich ergeben.

Das Puppentheater Plappermaul ist ein Theater, das ein Programm vor allem für jüngere Zuschauer anbietet. Erwähnenswert ist weiterhin das Roadside Theater, das englischsprachige Theater der US-Streitkräfte in Heidelberg. Es bietet ein angelsächsisch geprägtes Theaterprogramm an, welches sich an den Stil amerikanischer „community theaters“ anlehnt. Weitere Theater in Heidelberg, die über eine eigene Spielstätte verfügen, sind das Augustinum, die Bühne 14, das Cabaret Kleinkunst im Anna-Blum-Haus, das Stephge, die Theaterwerkstatt Heidelberg, das TiKK sowie das UnterwegsTheater und die Theatersport Gruppe „Drama Light“.

Kino

Heidelberg war einst die Stadt mit der höchsten Kinodichte Deutschlands und hat nach dem Kinosterben der letzten Jahre und der Schließung des Harmonie Lux Kinocenter derzeit kein kommerzielles Kino; im Herbst 2016 soll allerdings ein Großkino im Stadtteil Bahnstadt eröffnet werden. Eine den Geist Heidelbergs gut veranschaulichende Kuriosität ist, dass das Harmonie Lux Kinocenter bis Anfang 2014 im historischen Stadthaus der Wormser Bischöfe untergebracht war. Das Kino war ein Überrest der Ufa-Konkursmasse und wurde zwischenzeitlich von den Mitarbeitern geführt. Ab 2014 wird das Gebäude zum Kauf- und Literaturhaus umgebaut.

Das Gloria & Gloriette, die Kamera, das Cinema Augustinum sowie das kommunale Karlstorkino bieten ein überwiegend gehobenes Programm mit vielen künstlerischen und internationalen Filmen. Das Karlstorkino hat darüber hinaus regelmäßig wechselnde Themenschwerpunkte, zu denen fremdsprachige Filme und Dokumentationen gezeigt werden. Besonders erwähnenswert sind das jährlich stattfindende Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg, bei welchem überwiegend Filme von ‚unentdeckten‘ Regisseuren gezeigt werden, und die „Filmtage des Mittelmeeres“. Außerdem gibt es das Kurzfilmfestival „Zum Goldenen Hirsch“, bei dem ausschließlich Filmproduktionen aus der Metropolregion Rhein-Neckar zu sehen sind.
Senioren- und Bürgerzentren

Nach grundlegender Planung bereits in den 1980er Jahren wurden in zwölf Stadtteilen Senioren- und Bürgerzentren eingerichtet. Sie dienen als Ort des Zeitvertreibs genauso wie als Beratungsstelle der Wohlfahrtsverbände und der Stadtverwaltung.

Sport

Die Stadt Heidelberg unterhält seit Jahren ein spezielles Sportförderprogramm zur Unterstützung der Vereine. 2006 gab es in Heidelberg 120 Sportvereine, 22 städtische Sportanlagen und 40 Sport- und Gymnastikhallen. Heidelberg gilt außerdem als eine deutsche Rugby-Hochburg, da es fünf Rugbyvereine im Stadtgebiet gibt, von denen derzeit (Saison 2015/16) alle zu den 24 Mannschaften der Rugby-Bundesliga gehören.

Der mitgliederstärkste Sportverein Heidelbergs ist die 1889 als Turnverein gegründete TSG Rohrbach. Aktuell hat der Verein über 3000 Mitglieder. Die TSG Rohrbach zählt damit zu den zehn größten Vereinen in Nordbaden.

Mehrere Heidelberger Vereine haben bereits wiederholt Meisterschaften gewonnen. Ein prominentes Beispiel ist der Basketballverein USC Heidelberg, der mit neun Titeln die zweitmeisten deutschen Basketball-Meisterschaften in der Geschichte der Basketball Bundesliga gewonnen hat. Heute spielt der Verein in der 2.Liga ProA und ist besonders für seine Jugendabteilung bekannt, die bereits mehrfach Nationalspieler hervorgebracht hat. Ein weiteres Beispiel ist der Schwimmverein SV Nikar Heidelberg. Der SGK Heidelberg führt die derzeit erfolgreichste Fußballabteilung Heidelbergs.

Im Jahr 2003 wurde ein Verbund von drei Heidelberger Schulen – das Helmholtz-Gymnasium, die Johannes-Kepler-Realschule sowie die Willy-Hellpach-Schule – vom Deutschen Sportbund das Prädikat „Eliteschule des Sports“ verliehen. Die Auszeichnung wurde vergeben für die besonderen Sport-Förderprogramme, die diese Schulen in Kooperation mit dem Heidelberger Olympiastützpunkt im Neuenheimer Feld anbieten. Junge Sportler, die an diesem Förderprogramm teilnehmen, erhalten besonderes Entgegenkommen, um Schule und Training in Einklang zu bringen. Aus dem Programm sind bereits mehrere deutsche Meister und internationale Erfolge hervorgegangen. In ganz Baden-Württemberg gibt es bisher nur drei andere Städte mit Eliteschulen des Sports: Stuttgart, Furtwangen und Tauberbischofsheim.

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende überregional bekannte Veranstaltungen finden in Heidelberg regelmäßig statt:

März/April: Heidelberger Frühling, jährlich stattfindendes Festival für klassische und zeitgenössische Musik mit international anerkannten Künstlern
Internationaler Ostereiermarkt Heidelberg
drei Wochen vor Ostern (Sonntag Laetare): traditioneller Sommertagszug
April: Heidelberger Halbmarathon am letzten Wochenende im April
April/Mai: Queer Festival Heidelberg
April/Mai: Heidelberger Stückemarkt, Theatertage mit jungen Autoren
Mai: Heidelberger Symposium
Frühsommer: Jährliche Verleihung des von der Stadt gestifteten Clemens-Brentano-Preises
Mai: Frühlingsmesse auf dem Messplatz
Mai: Heidelberger Ruderregatta
Juli: Theatermarathon an öffentlichen Plätzen und an den Spielstätten
Juni/Juli/August: Heidelberger Schlossfestspiele im Schlosshof
Juli/August: HeidelbergMan, ein Triathlon-Bewerb
Juni–September: HIGHLIGHT – die Heidelberger Schlossbeleuchtung mit Brillantfeuerwerk von der Alten Brücke. Die Termine lauten aktuell: 04. Juni 2016 / 09. Juli 2016 / 03. September 2016 ab 22.15 Uhr und 03. Juni 2017 / 08. Juli 2017 / 02. September 2017 ab 22.15 Uhr!
September: Heidelberger Herbst in der Altstadt und auf der ein Kilometer langen Fußgängerzone am letzten Samstag im September
Oktober: Herbstmesse
Oktober/November: Enjoy Jazz, ein internationales Festival für Jazz und Anderes
November: Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg
November/Dezember: Heidelberger Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten der Stadt

In der Stadt Heidelberg lebten und wirkten viele bekannte Persönlichkeiten. An unscheinbaren Häusern der Altstadt sind oft Gedenktafeln zu finden, die daran erinnern, dass hier einst eine berühmte Persönlichkeit lebte oder arbeitete.

Der Humanist Johannes Reuchlin schrieb hier in den Jahren 1496–1497 das lateinische Schuldrama Henno.

Die tragende Rolle der Universität Heidelberg in der Forschung ist einer der Gründe für die Vielzahl bekannter Persönlichkeiten der Stadt. Viele Nobelpreisträger wie Carl Bosch (Nobelpreisträger Chemie 1931), Georg Wittig (Nobelpreis für Chemie 1979), Walther Bothe (Nobelpreis für Physik 1954), Ernst Ruska (Nobelpreis für Physik 1986) oder Otto Meyerhof (Nobelpreisträger Medizin 1923), Bert Sakmann (Nobelpreis für Medizin 1991), Harald zur Hausen (Nobelpreisträger für Medizin 2008) und Wolfgang Ketterle (Nobelpreis für Physik 2001) haben hier gelebt, studiert oder gelehrt. Bahnbrechende Erfindungen wie die Spektroskopie sind in Heidelberg von dort lebenden Gelehrten entwickelt worden.

Zu bekannten Persönlichkeiten Heidelbergs gehören Friedrich Ebert (Erster Reichspräsident), Karl Jaspers (Philosoph), Ernst Jünger (Schriftsteller), Marie Marcks (Cartoonistin), Liselotte von der Pfalz (Herzogin von Orléans), Silvia Sommerlath (Königin von Schweden), Ananda Mahidol (König von Siam/Thailand), Max Weber (Soziologe), Elisabeth Seitz (Deutsche Kunstturnerin) und Götz Werner (Unternehmer).

Mannheim – Stadt der Erfinder

Mannheim Stadt

Die Universitätsstadt Mannheim ist mit etwa 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg. Die ehemalige Residenzstadt (1720–1778) der Kurpfalz mit ihrem stadtprägenden Barockschloss, einer der größten Schlossanlagen der Welt, bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar mit 2,35 Millionen Einwohnern.

Mannheim Stadt

Schnellübersicht

Mannheim liegt unmittelbar im Dreiländereck mit Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Von seiner rheinland-pfälzischen Schwesterstadt Ludwigshafen am Rhein, mit der es ein zusammenhängendes Stadtgebiet bildet, ist Mannheim durch den Rhein getrennt.

Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Stadtkreis
Höhe: 97 m ü. NHN
Fläche: 144,96 km²
Einwohner: 296.690(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2047 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 68159–68309
Vorwahl: 0621
Kfz-Kennzeichen: MA
Gemeindeschlüssel: 08 2 22 000
Stadtgliederung: 17 Stadtbezirke

Seit 1896 Großstadt, ist Mannheim heute eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt, Universitätsstadt und wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt am Main und Stuttgart, unter anderem mit einem ICE-Knotenpunkt, dem zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands und einem der bedeutendsten Binnenhäfen Europas.

Erfinderstadt Mannheim

Viele wichtige Erfindungen stammen aus Mannheim: Hier baute Karl Drais 1817 das erste Zweirad, 1880 wurde von Werner von Siemens der erste elektrische Aufzug vorgestellt, 1886 rollte das erste Automobil von Carl Benz über die Straßen, 1921 folgte der Lanz Bulldog. In der Landmaschinenfabrik Heinrich Lanz AG arbeitete auch Andreas Flocken, der Erfinder des ersten deutschen Elektroautos. Im Jahr 1924 erhielt Hugo Stotz ein Patent für die Erfindung des Leitungsschutzschalters. Der Mannheimer Julius Hatry konstruierte 1929 das erste Raketenflugzeug der Welt.

Klima

Aufgrund der durch Pfälzerwald und Odenwald geschützten Lage im Oberrheingraben herrscht in Mannheim für mitteleuropäische Verhältnisse ein sehr mildes Klima vor. Die Messungen ergaben zwischen 1971 und 2000 eine Durchschnittstemperatur von 10,5 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,9 °C, der kälteste der Januar mit 1,8 °C. Temperaturen über 30 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. Auffällig ist die geringe Niederschlagsmenge in Mannheim. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich nur 668 mm Niederschlag. Der Spitzenmonat ist wiederum der Juli. Begünstigt von Rhein und Neckar kann es insbesondere im Herbst zu Nebelbänken kommen. Die beiden Flüsse sowie Auenlandschaften am Rhein sorgen auch für eine überdurchschnittliche Luftfeuchtigkeit, die besonders im Hochsommer zu drückender, bioklimatisch belastender Schwüle führen kann.

Neuere Geschichte

Nur mühsam setzte nach dem II. Weltkrieg der Wiederaufbau der Stadt ein. Schloss und Wasserturm wurden wiederaufgebaut, das Nationaltheater an neuer Stelle errichtet. An alter Stelle steht ein Schiller-Denkmal und das Lokal Zum Zwischen-Akt. Die Wohnungsnot führte zur Erschließung zahlreicher neuer Wohngebiete.

1964 wurde das Städtische Krankenhaus am Neckar Fakultät der Universität Heidelberg für Klinische Medizin Mannheim. 1967 wurde Mannheim Universitätsstadt.

1975 bildete die Bundesgartenschau einen Glanzpunkt in Luisen- und Herzogenriedpark. Eine Reihe baulicher Maßnahmen wurde umgesetzt: der Fernmeldeturm und eine zweite Rheinbrücke wurden gebaut, die Planken wurden zur Fußgängerzone, der neue Rosengarten wurde eingeweiht, und der Aerobus schwebte durch Mannheim.

Auch in den 1980er und 1990er Jahren wurden eine Reihe von Großprojekten verwirklicht: Planetarium, Kunsthallenerweiterung, neues Reiß-Museum, Stadthaus, neues Maimarktgelände, Synagoge, Moschee, Landesmuseum für Technik und Arbeit (Technoseum),Carl-Benz-Stadion und Fahrlachtunnel wurden eröffnet.

Im Mai/Juni 1992 kam es zu tagelangen Unruhen anlässlich der Unterbringung von Flüchtlingen in der (mittlerweile abgerissenen) Gendarmeriekaserne im Stadtteil Schönau.

Wirtschaftlich prägte in der jüngeren Vergangenheit die Abnahme der industriellen Arbeitsplätze Mannheim. Die Stadt versuchte mit der Ausweisung von Gewerbegebieten und der Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen entgegenzuwirken. Paradebeispiel ist der Bau des Victoria-Hochhauses 2001, eines der höchsten Gebäude der Stadt, am Bahngelände.

Im Hinblick auf das 400. Stadtjubiläum 2007 wurden ab 2000 einige städtebauliche Aktivitäten umgesetzt: SAP-Arena mit Anschluss an den neuen Stadtbahnring Ost, Sanierung der Fußgängerzone Breite Straße, des Zeughauses und des Schlosses, komplette Umgestaltung des Alten Meßplatzes und die Stadtbahnneubaustrecke Schafweide. Das Konzept des Stadtjubiläums zielte auf ein vielfältiges Spektrum von Veranstaltungen ohne ein dominierendes Zentralereignis.

Sehenswürdigkeiten

Mannheimer Schlossansicht

Das Kurfürstliche Schloss ist das größte seiner Art in Deutschland. Das im Barock-Stil errichtete Mannheimer Schloss besteht aus mehreren Flügeln: dem Ostflügel, dem Ehrenhof-Ost, dem Mittelbau, dem Ehrenhof-West, dem Süd- und dem Westflügel. Außerdem ist eine Schlosskirche und die Schlossbibliothek in das Gebäude integriert.

Die weitläufige Anlage gehört mit ihrer Länge von fast 450 Metern und einer umbauten Fläche von sechs Hektar zu den größten Schlössern Europas. Das Mannheimer Schloss ist der zweitgrößte Barockschlosskomplex Europas, nach Schloss Versailles. Beim Bau wurde darauf geachtet, dass es exakt ein Fenster mehr besitzt als Versailles. Dies sollte u.a. die bedeutende Stellung der Kurfürsten bei Rhein repräsentieren, die sie im Heiligen Römischen Reich einnahmen.

Auch die benachbarte Jesuitenkirche ist sehenswert.

Wasserturm-Mannheim

Ein weiteres Wahrzeichen ist der Wasserturm in der Jugendstilanlage des Friedrichsplatzes. Erbaut wurde der Wasserturm von 1886 bis 1889 am heutigen Friedrichsplatz nach den Plänen von Gustav Halmhuber. Der Turm ist 60 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 19 Meter. Er war der erste städtische Wasserturm Mannheims und hatte anfangs alle Funktionen der Trinkwasserversorgung zu erfüllen, inklusive der Aufrechterhaltung eines konstanten Wasserdrucks. Nach dem Bau des höher gelegenen Wasserturms Luzenberg 1909 diente er noch bis zum Jahr 2000 als Reservehochbehälter.

Umgeben ist Mannheim von vielen weiteren historischen Sehenswürdigkeiten. Die UNESCO-Weltkulturerbestätten Speyerer Dom und Kloster Lorsch, aber auch das Heidelberger und Schwetzinger Schloss und der Wormser Dom befinden sich in nächster Nähe.

Logo des Technomuseums

Das Technoseum bietet Anschauungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens in Geschichte und Gegenwart. Zudem ermöglichen über 100 Experimentierstationen den Besuchern, interaktiv und spielerisch naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge zu verstehen. Die Ausstellungsfläche beträgt rund 9000 m², davon stehen rund 900 m² für Sonderausstellungen zur Verfügung. 2013 besuchten 183.691 Personen das Museum. Das Museumsschiff des Technoseums liegt im Neckar unterhalb der Mannheimer Kurpfalzbrücke. Der historische Schaufelraddampfer ist selbst Ausstellungsstück und beherbergt zudem die Ausstellung über Binnenschifffahrt. Der ehemalige Rhein-Ausflugsdampfer ist täglich von 14.00 bis 18.00 Uhr für Besucher geöffnet. Von Mai bis Oktober lädt das Polizeiboot an Sonn- und Feiertagen zu Fahrten auf dem Neckar ein.

SAP Arena Mannheim

Die SAP Arena ist eine multifunktionale Veranstaltungshalle mit bis zu 15.000 Plätzen. Die Arena wurde im September 2005 eröffnet, Baubeginn war im November 2002. Sie ist benannt nach dem Hauptsponsor SAP. Die Arena ist Heimspielstätte des Eishockeyvereins Adler Mannheim sowie des Handballvereins Rhein-Neckar Löwen. Sie wird außerdem für andere Sportveranstaltungen, wie z.B. Basketballspiele, Wrestlingevents oder als Bühne für Konzerte sowie als Versammlungsraum benutzt.

Feiertage in Baden-Württemberg 2016

Die gesetzlichen Feiertage für Baden-Württemberg im Jahr 2016

Auch im neuen Jahr 2016 sind in der Feiertagsübersicht für Baden-Württemberg wieder einige interessante Feiertage dabei, die Sie zur Gestaltung von Brückentagen verwenden können. Damit machen wir uns wieder ein oder mehrere verlängerte Wochenenden.

Feertage BW 2016

Feiertagsübersicht 2016 Baden-Württemberg

Freitag 01.01.2016 Neujahrstag
Mittwoch 06.01.2016 Heiligen Drei Könige
Freitag 25.03.2016 Karfreitag
Montag 28.03.2016 Ostermontag
Sonntag 01.05.2016 1. Maifeiertag
Donnerstag 05.05.2016 Christi Himmelfahrt
Montag 16.05.2016 Pfingstmontag
Donnerstag 26.05.2016 Fronleichnam
Montag 03.10.2016 Tag der Deutschen Einheit
Dienstag 01.11.2016 Allerheiligen
Sonntag 25.12.2016 1. Weihnachtsfeiertag
Montag 26.12.2016 2. Weihnachtsfeiertag

Die Anzahl der gesetzlichen Feiertage in Baden-Württemberg im Jahr 2016 liegt bei 12, ebenso wie im Vorjahr. Im gesamtdeutschen Durchschnitt liegt Baden-Württemberg damit im Mittelfeld. Der für die evangelischen Gläubigen wichtige Buß- und Bettag zählt nicht zu den gesetzlichen Feiertagen in Baden-Württemberg, an diesem Tag sind landesweit die Schulen geöffnet, nicht wie beim Nachbarn Bayern, wo alle Schulen an diesem Tag geschlossen haben.

Fasching und Karnevalszeit in 2016

Donnerstag 04.02.2016 Weiberfasnacht
Montag 08.02.2016 Rosenmontag
Dienstag 09.02.2016 Fasnacht
Mittwoch 10.02.2016 Aschermittwoch

Im Fasching 2016 geht es auch in Baden-Württemberg wieder hoch her, als Kind ist die Vorfreude groß, aber auch viele Erwachsene sehnen sich fast ein Jahr lang wieder nach der tollen Karnevalszeit.

Ferienkalender Baden-Württemberg 2016

Auch im Jahr 2016 freuen sich nicht nur die Schulkinder und deren Lehrkräfte auf die Ferienverteilung für das süddeutsche Bundesland Baden-Württemberg, ein kleiner Ausblick auf die schulfreien Tage des Jahres:

ferienkalender-baden-wuerttemberg-2016

  Weihnachtsferien in 2015/16 23.12.15 – 9.1.16
  Osterferien in 2016 24.3.16 – 2.4.16
  Pfingstferien in 2016 17.5.16 – 28.5.16
  Sommerferien in 2016 28.7.16 – 10.9.16
  Herbstferien in 2016 31.10.16 – 4.11.16
  Weihnachtsferien in 2016/17 23.12.16 – 7.1.17
Hinweise:
  • Fasching 2016: Es gibt an vielen Schulen während der Fastnacht einwöchige Faschingsferien. Diese sind nicht einheitlich geregelt, sondern je nach Schule unterschiedlich. Bitte vor Ort erkundigen.
  • Reformationstag: Der 31. Oktober 2016 ist wegen des Reformationsfestes unterrichtsfrei.
  • Bewegliche Ferientage und unterrichtsfreie Tage: Zusätzlich zu den oben angegebenen Ferien stehen in Baden-Württemberg im Schuljahr 2016/17 noch vier bewegliche Ferientage und drei unterrichtsfreie Tage zur Verfügung, die lokal festgelegt werden können.

Pyramidenstadt in Baden-Württemberg: Karlsruhe

Karlsruhe ist hinter Stuttgart die zweitgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg. Die Großstadt liegt rechtsrheinisch in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein, ist Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Karlsruhe und des Landkreises Karlsruhe und bildet selbst einen Stadtkreis (kreisfreie Stadt). Im Westen grenzt Karlsruhe an den Rhein und das Land Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist Oberzentrum für die Region Mittlerer Oberrhein und Teile der Südpfalz.

Der Marktplatz in Karlsruhe mit der Pyramide
Der Marktplatz in Karlsruhe mit der Pyramide

Das 1715 gegründete Karlsruhe war Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden. Charakteristisch für den ursprünglichen Stadtplan sind die 32 ringsum vom Schloss in die Parkanlagen und den Hardtwald der Oberrheinebene ausstrahlenden Straßen. Nur das südliche Viertel wurde zentrumsnah bebaut; seinem fächerförmigen Grundriss verdankt Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“. Friedrich Weinbrenners klassizistische Bauten prägen das Bild der Stadterweiterung aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshofs und seit 1951 desBundesverfassungsgerichts, weshalb die Stadt auch „Residenz des Rechts“ genannt wird. Zahlreiche Behörden und Forschungseinrichtungen mit überregionaler Bedeutung sind in Karlsruhe angesiedelt. Unter den neun Hochschulen der Stadt ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die älteste und größte. Großen Infrastruktureinrichtungen wie den beiden Rheinhäfen und der zweitgrößten Raffinerie Deutschlands steht eine ansonsten vorwiegendmittelständisch geprägte Wirtschaft gegenüber. Karlsruhe ist einer der bedeutendsten europäischen Standorte der Informations- und Kommunikationstechnik. Daran knüpft mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) auch eine der wichtigsten Kulturinstitutionen in der Stadt an. Andere, wie das Badische Landesmuseum oder die Staatliche Kunsthalle, gehören zum Erbe der Residenzzeit.

Klima

Karlsruhe ist mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,7 °C eine der wärmsten Städte Deutschlands und mit einer jährlichen Sonnenscheindauer von im Mittel 1691,4 Stunden auch eine der sonnigsten. Die geschützte Lage im Oberrheingraben hat zur Folge, dass in Karlsruhe im Sommer oft eine drückende Schwüle herrscht. Die Winter in Karlsruhe sind meist mild und oft durch den für das Rheintal typischen Hochnebel geprägt. Im langjährigen Mittel hat Karlsruhe 17,1 Eistage pro Jahr.

Naturschutzgebiete

In Karlsruhe gibt es acht Naturschutzgebiete mit zusammen etwa 710 Hektar Fläche. Überwiegend handelt es sich um Feuchtbiotope in den Altrheingebieten der Rheinauen sowie in der Kinzig-Murg-Rinne. Seit 2010 steht der von der Wohnbebauung der Nordstadt und der Nordweststadt umgebene Alte Flugplatz unter Naturschutz, ein Sandgebiet der Niederterrasse, das seit dem 19. Jahrhundert militärisch genutzt wurde.

Die 17 Landschaftsschutzgebiete in Karlsruhe nehmen etwa 5760 Hektar ein und damit ein Drittel des Stadtgebiets. Unmittelbar ans Schloss im Stadtzentrum schließt sich mit den Parkanlagen des Schlossgartens und dem nördlichen Hardtwald ein 15 km langes, bis in den benachbarten Landkreis Karlsruhe reichendes und als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenes Waldgebiet an. Südöstlich des Hauptbahnhofs liegt mit dem Oberwald ein weiteres großes Landschaftsschutzgebiet nahe bei der dicht besiedelten Südstadt.

Jüngere Geschichte der Stadt

Die Einwohnerzahl überschritt 1901 die Grenze von 100.000, wodurch Karlsruhe zur Großstadt wurde. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Nachbargemeinden eingemeindet oder eingegliedert. Nach der Novemberrevolution 1918 verlor Karlsruhe die Funktion als Residenz und wurde Hauptstadt des Freistaates Baden. Karlsruhe war außerdem, wie schon zu Zeiten der Monarchie, Sitz desLandeskommissärbezirkes Karlsruhe.

Während des Zweiten Weltkriegs verlor Karlsruhe an politischer Bedeutung, als das dem Großdeutschen Reich inoffiziell angegliederte Elsass mit Baden zum Gau Baden-Elsaß, dem geplanten Reichsgau Oberrhein vereinigt und dessen politisches Zentrum nach Straßburg verlegt wurde. In der Wagner-Bürckel-Aktion verschleppte man die noch im Gebiet dieses Reichsgaus lebenden Juden in das Lager Camp de Gurs. Ebenso wurden die vor allem im„Dörfle“ ansässigen Familien der Sinti und Roma im Mai 1940 vom Polizeipräsidium am Marktplatz über den Hohenasperg nach Auschwitz deportiert.

Die Schuttbahn oder auch Schuttbaehnle beim Wegfahren der Reste am Schlosspark Karlsruhe
Die Schuttbahn oder auch Schuttbaehnle beim Abtransport im Schlosspark

Zwischen 1940 und 1945 sind 135 Luft- und Artillerieangriffe der Alliierten auf Karlsruhe dokumentiert, darunter 13 Großangriffe mit mehr als 100 Bombern. Mindestens 12.000 Tonnen Spreng- und Brandbomben wurden über der Stadt abgeworfen. 1754 Menschen starben und 3508 wurden verletzt. Karlsruhe wurde, je nach Berechnungsgrundlage, zu 24 bis 38 % zerstört. Am 4. April 1945 besetzte die 1. Französische Armee die Stadt nach geringem Widerstand.

Nach dem Krieg wurde Karlsruhe der amerikanischen Besatzungszone und dem Land Württemberg-Baden zugeschlagen, seit der Schaffung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehört Karlsruhe diesem an.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde Karlsruhe zur „Residenz des Rechts“: 1950 nahm derBundesgerichtshof dort seine Arbeit auf. Am 28. September 1951 folgte das Bundesverfassungsgericht. Erster Präsident wurde der FDP-Politiker Hermann Höpker-Aschoff. Von 1952 bis 1972 war Karlsruhe Sitz des Regierungsbezirks Nordbaden, seit dem 1. Januar 1973 ist es Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe.

Die Bundesgartenschau 1967 fand in Karlsruhe statt. Zu diesem Anlass wurden Stadtgarten, Zoo und Schlosspark zum Teil erheblich umgestaltet und den Freizeitbedürfnissen der Bürger angepasst.

1969 wurde die Stadt Karlsruhe mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet.

1972 begann die Stadt auf der Kaiserstraße Fußgängerzonen einzurichten. Der heutige Zustand einer durchgehenden Fußgängerzone von Kronen- bis Europaplatz wurde 1984 erreicht.

Die Gemeinde Neureut wurde als letzte 1975 trotz heftigen Widerstandes der dortigen Bewohner nach Entscheidung des Staatsgerichtshofs eingemeindet. Umgangssprachlich wird heute noch von einer „zwangsweisen“ Eingliederung oder „Zwangseingemeindung“ gesprochen.

Am 7. April 1977 wurde Generalbundesanwalt Siegfried Buback auf dem Arbeitsweg gemeinsam mit seinem Fahrer und einem Justizbeamten von Terroristen der Rote Armee Fraktion ermordet.

Am 12. und 13. Januar 1980 wurde im Kongresszentrum die Bundespartei Die Grünen gegründet.

Deutschlands erste echte E-Mails wurden am 2. August 1984 im Rechenzentrum der Karlsruher Universität empfangen und gesendet: Der Karlsruher Internetpionier Werner Zorn beantwortete den offiziellen Willkommensgruß des US-amerikanischen CSNet, einer herstellerübergreifenden Plattform zur elektronischen Kommunikation von Wissenschaftlern.

Vom 20. bis zum 30. Juli 1989 fanden in Karlsruhe die dritten alternativen World Games statt, das ist ein internationaler Wettkampf für Sportler und Athleten, deren Sportarten nicht im olympischen Programm vertreten sind. Es nahmen 1965 Sportler in 19 Disziplinen teil.

Am 13. Juni 1995 wurde die Baden-Airport GmbH gegründet. Diese baute im 30 km südwestlich gelegenen Söllingen einen ehemaligen kanadischen Fliegerhorst zu einem überregionalen Flughafen aus und schloss Karlsruhe damit an das internationale Flugverkehrsnetz an.

21. Jahrhundert

2003 wurde im benachbarten Rheinstettener Stadtteil Forchheim die Messe Karlsruhe zur Ausrichtung nationaler und internationaler Fach- und Publikumsmessen eröffnet.

Am 7. September 2005 eröffnete mit dem ECE-Einkaufscenter Ettlinger Tor nach rund zweijähriger Bauzeit das größte innerstädtische Einkaufszentrum Süddeutschlands seine Pforten. Etwa vier Jahre zuvor wurde am 27. September 2001 in der ehemaligen Hauptpost am Europaplatz mit der Post Galerie das erste innerstädtische Einkaufszentrum in Karlsruhe eröffnet.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“. Am 21. Januar 2010 setzten Ministerpräsident Günther Oettinger, Staatssekretär Rainer Bomba und der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich im Zuge der Kombilösung am Europaplatz den ersten Spatenstich zum Bau des Stadtbahntunnels, der die Haupteinkaufsstraße vom Schienenverkehr entlasten soll.

Im zweiten Quartal 2014 überschritt die Einwohnerzahl von Karlsruhe erstmals die 300.000.

Bevölkerung

Karlsruhe ist nach den Zahlen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg mit 299.104 Einwohnern (Stand: 01.01.2014) hinter Stuttgart und vor Mannheim die zweitgrößte Stadt in Baden-Württemberg und nimmt Platz 21 unter den größten deutschen Städten ein. Das städtische Melderegister verzeichnete 312.174 Wohnberechtigte im Juni 2014, darunter 295.293 mit Hauptwohnsitz.

Sehenswertes Karlsruhe

Museen

  • Bildende Künste, Kunsthandwerk
    • Badischer Kunstverein
    • Museum beim Markt, Sammlungen zur angewandten Kunst seit 1900
    • Museum für Neue Kunst
    • Museum in der Majolika
    • Orgelfabrik
    • Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
    • Städtische Galerie
    • Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM)
  • Naturkunde
    • Naturkundezentrum Rappenwört
    • Staatliches Museum für Naturkunde
  • Geschichte
    • Badisches Landesmuseum
    • Badisches Schulmuseum Karlsruhe
    • Durlacher Stichekabinett
    • Erinnerungsstätte Ständehaus
    • Karpatendeutsches Museum in der Karlsburg
    • Rechtshistorisches Museum (im BGH)
    • Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais
  • Technik und Verkehr
    • Michelin-Museum
    • RetroGames, Museum mit Arcade-Spielen
    • Verkehrsmuseum Karlsruhe
    • Wasser- und Brunnenmuseum
  • Literatur
    • Museum für Literatur am Oberrhein
  • Heimatpflege
    • Heimathaus Neureut
    • Heimatmuseum Stupferich
    • Knielinger Museum im Hofgut Maxau
    • Pfinzgaumuseum in der Karlsburg
  • Weitere Museen
    • Blechdosenmuseum

Garten- und Städtebau

  • Alter Friedhof Durlach
  • Alter Friedhof Karlsruhe
  • fächerförmiger Stadtgrundriss
  • Botanische Gärten
    • Botanischer Garten Karlsruhe beim Schloss
    • der Universität
    • der PH
  • Europaplatz
  • Friedrichsplatz
  • Hauptfriedhof Karlsruhe
  • Kaiserstraße, Haupteinkaufsstraße der Stadt
  • Kongresszentrum Karlsruhe mit Festplatz, umrahmt von Stadthalle, Gartenhalle, Schwarzwaldhalle,Nancyhalle und Konzerthaus
  • Ludwigsplatz
  • Marktplatz
  • Rondellplatz mit Verfassungssäule
  • Schlossgarten, im Stil Englischer Landschaftsgärten
  • Schlossplatz, viertelkreisförmige, barocke Parkanlage im Stadtzentrum
  • Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe

Bauwerke

Schloss Karlsruhe
Schloss Karlsruhe
  • Schlösser
    • Schloss Karlsruhe (ehemalige Residenz der Markgrafen und Großherzöge von Baden, jetzt Badisches Landesmuseum)
    • Fasanenschlösschen mit chinesischen Teehäuschen im Fasanengarten (jetzt forstliche Lehranstalt)
    • Schloss Gottesaue (Renaissance, seit 1989 Musikhochschule)
    • Schloss Augustenburg (Grötzingen, landwirtschaftliche Forschungsanstalt)
    • Karlsburg Durlach (ehemalige Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach)
    • Ruine Durlach auf dem Turmberg
  • Bedeutende Kirchen
    • Evangelische Stadtkirche von Friedrich Weinbrenner
    • Bonifatiuskirche
    • Christuskirche
    • Gedächtniskirche
    • Kleine Kapelle
    • Kleine Kirche
    • Lutherkirche von Robert Curjel und Karl Moser
    • St. Bernhard, Bernharduskirche (→ Bild der Marienglocke)
    • St. Stephan, kath. Stadtkirche, von Friedrich Weinbrenner
    • Unserer Lieben Frau: Einige der Fenster der Kirche wurden von Valentin Peter Feuerstein gestaltet.
    • St. Judas Thaddäus von Ottokar Uhl
  • Andere Bauwerke
    • Badische Landesbibliothek von Oswald Mathias Ungers
    • Badisches Staatstheater
    • Bundesverfassungsgericht von Paul Baumgarten
    • Erbgroßherzogliches Palais, Sitz des Bundesgerichtshofs
    • Europahalle (Großsporthalle)
    • Fernmeldeturm Grünwettersbach (144 m hoher Typenturm FMT 2 von 1968. Geographische Koordinaten: 48° 57′ 24″ N, 8° 27′ 7″ O)
    • Filmpalast am ZKM
    • Hauptbahnhof
    • Hauptfeuerwache
    • Hauptgebäude der Universität von Heinrich Hübsch
    • Haus Solms
    • Heinrich-Hübsch-Schule von Heinz Mohl
    • Markgräfliches Palais
    • Großherzogliche Grabkapelle
    • Staatliche Münze von Friedrich Weinbrenner
    • Prinz-Max-Palais
    • Rathaus und Rathaus West
    • Schwedenpalais
    • Jugendstil-Kolonie Baischstraße
    • Siedlung Dammerstock
    • Vierordtbad
    • Wildparkstadion
    • Mensa Moltke bei der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft von Jürgen Mayer H.

Denkmäler und Skulpturen

  • Indianerbrunnen
  • Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal
  • Leibgrenadierdenkmal
  • Leibdragonerdenkmal
  • Musengaul von Jürgen Goertz am Badischen Staatstheater
  • Pyramide auf dem Marktplatz, das Wahrzeichen der Stadt
  • Tor der Schmerzen und Gedenkstein des Bildhauers Carl Egler zur Erinnerung an 289 Opfer des “Euthanasie”-Tötungsprogramms T4 in der NS-Diktatur
  • Ehrengrab mit der Aschenurne des SPD-Stadtverordneten Ludwig Marum, der 1934 im KZ Kislau ermordet wurde
  • Grabstätte mit Gedenkkreuz für 249 sowjetische Kriegsgefangene auf dem jüdisch-liberalen Friedhof
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1963 am Haus Kronenstraße 15 an die beim Novemberpogrom 1938 zerstörteSynagoge
  • Mahnmal im Inneren des Bundesgerichtshofes Herrenstraße 45a von dem Münchner Künstler Otl Aicherfür die von NS-Unrecht betroffenen Deutschen
  • Gedenkstein für den unbekannten Deserteur im Gewerbehof Lidellplatz mit einem Zitat von Kurt Tucholsky
  • Gedenkstele des Bildhauers Karl Huber in der Krummer Straße des Stadtteils Grötzingen zur Erinnerung an die 1938 zerstörte Synagoge
  • Gedenktafel von 1991 am früheren Haus eines jüdischen Händlers gegenüber dem Rathaus von Grötzingen zur Erinnerung an Verfolgte der NS-Gewaltherrschaft
  • Platz der Grundrechte
  • Stolpersteine in Karlsruhe

Sonstiges

  • Rheinauen
  • Turmberg mit Aussichtsplattform
  • Turmbergbahn, Standseilbahn in Durlach
  • Volkssternwarte Karlsruhe im Stadtteil Rüppur mit einem historischen Teleskop

Quellen: Wikipedia, Georg Patzer: Kleine Geschichte der Stadt Karlsruhe (2004), 

Reise nach Freiburg im Breisgau

Freiburg im Breisgau ist eine kreisfreie Großstadt in Baden-Württemberg. Die südlichste Großstadt Deutschlands ist Sitz des Regierungspräsidiums Freiburg sowie des Regionalverbands Südlicher Oberrhein und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Sie wird von diesem Landkreis fast völlig umschlossen, dem sie selbst nicht angehört; als kreisfreie Stadt bildet Freiburg vielmehr einen Stadtkreis. Freiburg liegt im Südwesten Baden-Württembergs am südöstlichen Rand des Oberrheingrabens und am westlichen Fuße des Schwarzwaldes.

Die schönsten Städte Süddeutschlands: Freiburg im Breisgau

Blick auf Freiburg im Breisgau mit Muenster
Blick auf Freiburg im Breisgau mit Münster

Gegenwärtig hat das am Fluss Dreisam gelegene Freiburg circa 218.000 Einwohner und nimmt damit auf der Liste der größten Städte Baden-Württembergs nach Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim die vierte Stelle ein. Mit einem Bevölkerungswachstum von 32 Prozent im Zeitraum von 1980 bis 2012 wächst die Stadt als eine der schnellsten im Land. Zusammen mit den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen bildet sie die (Wirtschafts-) Region Freiburg mit insgesamt circa 630.000 Einwohnern. Sie liegt in der trinationalen Metropolregion Oberrhein mit circa sechs Millionen Einwohnern.

Klima

Freiburg liegt in einer Zone mit warm- und feucht-gemäßigtem Klima, wobei es große Unterschiede gibt: In der Ebene ist es wärmer und trockener, in den Bergzonen eher kühl und frisch. Wegen der mittleren Durchschnittstemperatur von 11,4 °C gilt die Stadt als eine der wärmsten Großstädte Deutschlands. So wurden während der Hitzewelle 2003 am 13. August offiziell 40,2 °C gemessen; die höchste jemals in Deutschland registrierte Temperatur.

Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge ist mit 908 mm deutlich höher als der bundesweite Durchschnitt von knapp 800 mm. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Mai bis August mit einem Spitzenwert von 107 mm im Juni. Im Februar fällt der geringste Niederschlag mit 50,6 mm. Ein Besuch ist daher am besten vor oder nach der Sommerzeit anzuraten, will an dem nassen Wetter möglichst aus dem Weg gehen.

Geschichte

Eine erste Erwähnung von Siedlungen im Bereich des heutigen Freiburg, der Wiehre, Zähringen und Herdern, findet sich in einem Dokument aus dem Jahr 1008. Um 1091 baut der Zähringer-Herzog Bertold II. das Castrum de Friburch (Ruine Leopoldsburg) auf dem Schlossberg. Der Siedlung der Dienstleute und Handwerker am Fuße des Berges verlieh Bertolds Sohn Konrad im Jahre 1120 das Markt- und Stadtrecht. An Stelle der inzwischen zu kleinen Kirche veranlasste Bertold V. um 1200 den großzügigen Bau des heutigen Münsters, der v. a. durch die Einkünfte der Silberminen im Schwarzwald finanziert wurde, die wesentlich zum Wohlstand der Freiburger Bürger beitrugen.

In der Schlacht bei Sempach siegten die Schweizer Eidgenossen 1386 gegen den österreichischen Herzog Leopold III. und löschten dabei einen Großteil des Freiburger Adels aus. Die Zünfte beherrschten danach den Stadtrat. Freiburg war bis 1427 Reichsstadt. 1525 nahmen im Deutschen Bauernkrieg Bauern unter Führung von Hans Müller Freiburg ein und zwangen den Stadtrat, einer evangelisch-christlichen Vereinigung beizutreten. Mit der Vollendung des Hochchors, der 1513 durch den Konstanzer Weihbischof geweiht wurde, war 1536 das Münster endgültig fertiggestellt.

Kurz nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1620 übernahmen die Jesuiten die Universität Freiburg. Im Jahre 1632 besetzten die Schweden unter General Horn die Stadt, die in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer wechselte. Eine kaiserlich-bayrische Armee nahm 1644 Freiburg ein. Anschließend kam es zur Schlacht bei Freiburg zwischen den Bayern und französisch-weimarischen Truppen.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam es unter Ludwig XIV. immer wieder zu Übergriffen auf rechtsrheinisches Gebiet. Nach dem holländischen Krieg musste Kaiser Leopold I. 1679 im Frieden von Nimwegen die Stadt Freiburg samt Lehen sowie Betzenhausen und Kirchzarten der Krone Frankreichs überlassen. Gegen Ende des Spanischen Erbfolgekriegs besetzte Marschall Claude-Louis-Hector de Villars 1713 Freiburg erneut. Französische Revolutionstruppen nahmen Freiburg 1796 ein. Nach drei Monaten befreite Erzherzog Karl die Stadt.

1821 löste Freiburg Konstanz als Bischhofssitz ab. Im Jahr 1827 wurde Freiburg Sitz des neu gegründeten Erzbistums Freiburg. 1845 wurde die Bahnstrecke in Richtung Offenburg eröffnet. Die Revolution von 1848 entlud sich im Südwesten Deutschlands besonders heftig. In Freiburg kam es zu blutigen Barrikadenkämpfen, an denen neben badischen Regierungstruppen hessische Verbände beteiligt waren.

Freiburg im 20.Jahrhundert

Mit der Reichsgründung von 1871 nahm die Stadt am allgemeinen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland teil. Schon ab 1901 fuhr eine elektrische Straßenbahn. Im Ersten Weltkrieg bombardierten französische Flugzeuge am 14. Dezember 1914 die offene Stadt Freiburg. Als ein Luftangriff im April 1915 einen Erwachsenen und sieben Kinder tötete, hatte dies eine Fluchtwelle aus der Stadt zur Folge. Die Rückkehr des Elsass zu Frankreich nach dem verlorenen Krieg traf Freiburg wirtschaftlich besonders hart.

Wie überall im damaligen Deutschen Reich übernahmen 1933 die Nationalsozialisten in Freiburg die Macht. 1938 ging in der Reichspogromnacht die Freiburger Synagoge in Flammen auf. 1940 wurden im Rahmen der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion die in Freiburg noch verbliebenen Juden mit einem Sammeltransport ins südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Die Luftwaffe führte irrtümlich einen Bombenangriff auf Freiburg am 10. Mai 1940 durch, bei dem 57 Menschen ums Leben kamen.

Unter dem Decknamen Operation Tigerfish bombardierte die britische Royal Air Force am Abend des 27. November 1944 die Stadt, wobei etwa 2800 Bürger getötet wurden. Nach dem Angriff erhob sich nur noch das relativ unbeschädigte Freiburger Münster aus den Trümmern der im nördlichen Teil vollkommen zerstörten Altstadt.

Freiburg wurde im April 1945 von den Franzosen besetzt. Infolge der Aufteilung Deutschlands in verschiedene Besatzungszonen wurde Freiburg 1946 die Landeshauptstadt des neugegründeten Bundeslandes Baden. Nach einer Volksabstimmung ging 1951 Südbaden – trotz des erbitterten Widerstands breiter Kreise der Bevölkerung – im Bundesland Baden-Württemberg auf.

Die Studentenunruhen der späten 1960er Jahre fanden auch in Freiburg ihren Niederschlag. Das gewachsene politische Bewusstsein führte in den 1970er Jahren zur Beteiligung vieler Freiburger am erfolgreichen Widerstand der Kaiserstühler Bauern gegen das geplante Kernkraftwerk Wyhl. Im Gefolge dieser Ereignisse entwickelte sich in der Stadt eine starke autonome Szene und ein breites ökologisch orientiertes Spektrum. Freiburg wurde zu einer Hochburg der neu gegründeten Grünen und wird daher als Ökohauptstadt Deutschlands bezeichnet. Auch wissenschaftlich und wirtschaftlich entwickelte sich in Freiburg ein Klima, das der Stadt eine führende Rolle als Umweltstadt verschafft hat – sie trat bei der Expo 2010 in Shanghai als „green city“ auf.

Freiburg wurde durch seine verkehrsgünstige Lage und die Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend eine beliebte Stadt für Kongresse, Messen und Tagungen, insbesondere durch das Konzerthaus Freiburg und die Messe Freiburg. Der internationale Städtetourismus spielt eine starke Rolle. 1996 überschritt die Stadt die Bevölkerungszahl von 200.000 Einwohnern. Darunter sind etwa 30.000 Studenten, die an der Universität und vier weiteren Hochschulen studieren.

Als Sitz des Erzbistums und kirchlicher Einrichtungen wie des Deutschen Caritasverbandes ist Freiburg ein Zentrum der katholischen Kirche. 1978 fand in Freiburg der 85. Deutsche Katholikentag statt, an dem u. a. Mutter Teresa teilnahm. Am 24. und 25. September 2011 besuchte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seines Deutschlandbesuches Freiburg.

Durch seine Lage in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein und als Nachbarstadt u. a. von Straßburg bekommt Freiburg eine zunehmende Bedeutung für das Zusammenwachsen Europas. Die Stadt ist Sitz von Konsulaten und Honorarkonsulaten verschiedener europäischer Staaten. Das Regierungspräsidium Freiburg, die Stadtverwaltung, die Universität Freiburg und viele andere Einrichtungen arbeiten eng mit den Partnerorganisationen in den benachbarten Ländern Frankreich und der Schweiz zusammen. Freiburg arbeitet besonders eng mit den französischen Städten Mülhausen und Colmar zusammen.

Franzosen spielen eine bedeutende Rolle als Arbeitskräfte und Kunden in der Wirtschaftsregion Freiburg. Wichtige Beiträge zu den kulturellen und politischen Beziehungen beider Staaten leisten das „Centre culturel francais“ (CCF) Conrad Schroeder und das Frankreich-Zentrum der Universität. 2001 und 2010 fanden in Freiburg deutsch-französische Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs statt. Auch mit der schweizerischen Nachbarstadt Basel bestehen seit jeher enge Beziehungen, die bis heute gepflegt werden.

Kultur und Freizeit

Theater

Das Theater Freiburg ist ein Drei-Sparten-Theater mit Schauspiel, Musiktheater und Ballett. Es werden drei Bühnen bespielt: Das Große Haus, das Schauspielhaus und die Kammerbühne. Für besondere Anlässe stehen noch der „Werkraum“ und das Winterer-Foyer zur Verfügung. Die Tanztruppe pvc (physical virus collective) tritt als Kooperationsprojekt an den Theatern in Freiburg und Heidelberg gleichermaßen auf. Das Philharmonische Orchester spielt im Konzerthaus. Intendantin ist seit der Spielzeit 2006/2007 Barbara Mundel. Weiter gibt es eine Vielzahl kleinerer Theater in der Stadt. In Freiburg gibt es eine lebendige Improvisationstheater-Szene mit ungefähr 10 professionellen und Laiengruppen, die an unterschiedlichen Orten auftreten. Freiburg verfügt über mehrere Anbieter, die szenische Stadtführungen mit oft professionellen Schauspielern anbietet (Historix-Tours, Freiburg Kultour, Timewalking). Auch werden abends Ghost-Walks angeboten.

Festivals

Im Lauf des Jahres finden in Freiburg viele Kulturfestivals statt, zum Beispiel im Februar das Reportage-Festival MUNDOlogia, ein Open-Air-Theatersport-Festival, das Internationales Tanzfestival, im Sommer seit 1983 das Internationale Zelt-Musik-Festival, der Münstersommer mit Konzerten, Theater, Lesungen und Ausstellungen sowie viele weitere besondere Freiburger Veranstaltungen. Alle zwei Jahre im Mai findet mit dem Freiburger film forum ein renommiertes Festival des ethnografischen Films statt. Seit 2002 findet bei Freiburg am Tunisee alljährlich im Juli das Musikfestival Sea of Love statt. Sea of Love war 2011 mit circa 25.000 Besuchern nach dem Southside-Festival in Neuhausen ob Eck das meistbesuchte Musikfestival in Baden-Württemberg.

Musik

Freiburg hat ein äußerst reges Musikleben aufzuweisen, was sich in der Existenz zahlreicher Orchester und Chöre, darunter einige mit internationalem Ruf, niederschlägt. Wichtige Impulsgeber sind – in unterschiedlicher Richtung – die seit 1946 bestehende Musikhochschule Freiburg mit Studenten und Meisterschülern aus der ganzen Welt und die Jazz- und Rockschule Freiburg. Darüber hinaus gibt es das Experimentalstudio für akustische Kunst e. V. im Funkhaus des Südwestrundfunks, das seit seiner Gründung 1969 einer der wichtigsten Impulsgeber für Neueste Musik ist.

Jazz

Der Waldi-Heidepriem-Preis wird regelmäßig von der Stadt Freiburg verliehen. Er ist nach dem Modern-Jazz-Pianisten Waldi Heidepriem benannt, der bis zu seinem Tod 1998 in Freiburg tätig war und am Aufbau des Jazzhaus Freiburg beteiligt war. Weitere bekannte Jazzkünstler aus Freiburg sind Thomas Heidepriem, Dieter Ilg, führende Jazzbassisten Europas sowie das Cécile Verny Quartet und die Freiburg Soul-Formation tok tok tok. Neben dem Jazzhaus sind vor allem das E-Werk, das Ruefetto sowie das Waldsee mit seiner Veranstaltungsreihe „Jazz ohne Stress“ beliebte Treffpunkte der Freiburger Jazz-Szene.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Musikvereinen, Blaskapellen, Laienchören und Bands verschiedenster Stilrichtungen, die eher lokale Bedeutung haben.

Film und Kino

Freiburg hat ein besonders kinobegeistertes Publikum. Bezogen auf die Einwohnerzahl gibt es hier die meisten Kinogänger in Deutschland. Durchschnittlich besucht jeder Freiburger fast sechs Mal im Jahr ein Kino, um einen Film anzusehen. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 1,66.

Im CinemaxX eines bundesweit vertretenen Kinobetreibers als Multiplex-Kino werden überwiegend Hollywood-Mainstream-Filme gezeigt. Daneben hat Freiburg mit den Friedrichsbau/Apollo-Kinos und dem Kandelhof  fünf Säle eines ortsansässigen Betreibers, die als Programmkino bespielt werden. Diese Kinos sind durchgängig für ihr anspruchsvolles Programm ausgezeichnet worden. Mittlerweile hat der gleiche Betreiber auch die sechs Säle der Harmonie übernommen. Im Sommer gibt es ein Freilichtkino dieses Veranstalters in der Innenstadt. Darüber hinaus findet in Friedrichsbau und Harmonie jährlich im Sommer das Freiburger Filmfest statt, das überwiegend Freiburger Erstaufführungen von Arthousefilmen präsentiert.

Das nicht-kommerzielle Kommunale Kino Freiburg ist ebenfalls mehrfach für seine Programmarbeit ausgezeichnet worden. Alle zwei Jahre veranstaltet das Kommunale Kino das Freiburger Film Forum mit Schwerpunkt auf dem ethnographischen Film. Es gilt als eines der wichtigsten Filmfestivals auf diesem Gebiet in Deutschland.

Seit 1985 findet die Schwule Filmwoche Freiburg statt, eines der ältesten Schwulen-Festivals im deutschsprachigen Raum. Bis 2000 war die Schwule Filmwoche im Kommunalen Kino zu Gast, seit 2001 sind alle Vorführungen im Kandelhof.

In Freiburg ist die Kool Filmdistribution ansässig, ein 1997 gegründeter unabhängiger Verleih für internationale Arthouse- und Independentfilme. Jährlich kommen über diesen Weg etwa sieben Filme mit bis zu 50 Kopien in die Kinos, u. a. Der Schmetterling mit Michel Serrault, Die große Verführung oder Zurück nach Dalarna.

Auch als Drehort wurde Freiburg entdeckt. Meist entstehen hier romantische Fernsehkomödien wie Der Vollgasmann oder Manche mögen’s glücklich. Nun ist auch ein Tatort-Spezial geplant.

Museen

Freiburg beherbergt mehrere städtische Museen, die sich größtenteils aus den früheren „Städtischen Sammlungen“ entwickelt haben. Das größte Museum der Stadt ist das Augustinermuseum (Museum für Kunst- und Kulturgeschichte am Oberrhein) am Augustinerplatz, eines der bedeutendsten Museen in Südbaden. Eine Abteilung des Augustinermuseums ist das seit 1994 im Wentzingerhaus am Münsterplatz untergebrachte Museum für Stadtgeschichte, das sich vornehmlich mit der Entwicklung Freiburgs und dem Bau des Freiburger Münsters beschäftigt.

Ebenfalls am Augustinerplatz liegt das Naturmuseum Freiburg, in dem ein Überblick zur Geologie und Mineralogie sowie zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt gegeben wird. Nicht nur bei Kindern äußerst beliebt ist die Schau „Vom Ei zum Küken“, die jährlich in den Wochen vor Ostern präsentiert wird. Ein weiteres städtisches Museum ist das als Abteilung des Augustinermuseums 1985 eröffnete Museum für Neue Kunst in der Marienstraße, in dem moderne und zeitgenössische Kunst, angefangen vom Expressionismus Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zu den aktuellen Entwicklungen der letzten Jahre, ausgestellt werden.

Das Archäologische Museum Colombischlössle befindet sich seit 1983 im Colombipark am Rotteckring. Die Dauerausstellung präsentiert Funde von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter, darunter Kunstwerke der eiszeitlichen Jäger und Sammler Südbadens, die älteste Glasschale nördlich der Alpen sowie Zeugnisse des mittelalterlichen Freiburgs. Familiennachmittage, interaktive Führungen und Mitmach-Stationen veranschaulichen die Besonderheiten jeder Epoche. So werden beispielsweise mehrmals im Jahr Aktionen für Kinder angeboten, bei denen sie selbst ausprobieren können, wie in der Steinzeit Feuer gemacht wurde. Im Mai 2012 wurde im Gewerbegebiet Hochdorf das Zentrale Kunstdepot der Stadt eingeweiht.

Das neugeschaffene Uniseum im Gebäude der „Alten Universität“ zeigt Exponate aus der Geschichte der Universität und stellt die Entwicklung der Hochschule bis heute dar. Die Akademie der Polizei Baden-Württemberg beherbergt ein Kriminalmuseum, in dem unter anderem der Einbruch in die Burg Hohenzollern aus dem Jahr 1952 beschrieben ist (Führung nach Voranmeldung).

Seit Oktober 2004 betreibt die Stadt das Kunsthaus L6 im Stadtteil Zähringen. Dort gibt es Ateliers für bildende Künstler, Proberäume für Bands, ein Wohnatelier für Gastkünstler, eine Künstlerwerkstatt und eine Halle für Ausstellungen aktueller Kunst aus der Region Freiburg.

Der Kunstverein Freiburg, gegründet 1827 und damit einer der ältesten Kunstvereine in Deutschland, präsentiert aktuelle Kunst in seiner Ausstellungshalle, der ehemaligen Schwimmhalle eines aufgegebenen Schwimmbads.

Des Weiteren gibt es noch einige privat betriebene Museen in Freiburg: Im „Kunstraum Alexander Bürkle“ wird seit 2004 internationale zeitgenössische Kunst ausgestellt. Dort ist in einer Dauerausstellung auch die „Sammlung Rosskopf“ zeitgenössischer bildender Kunst zu sehen. – Die „Stiftung für konkrete Kunst Roland Phleps“ zeigt in ihrer Skulpturenhalle im Stadtteil Zähringen insbesondere Stahlskulpturen des Namensgebers und in wechselnden Ausstellungen Arbeiten verwandter Künstler. – In der Turmstraße befindet sich das Freiburger Fasnetmuseum, in dem Masken und Kostüme (alemannisch „Häs“) und die Geschichte der „Freiburger Fasnet“ ausgestellt werden. – Im Schwabentor befindet sich die Zinnfigurenklause, in der historische Dioramen aus Zinnfiguren ausgestellt sind. Das Kleine Stuckmuseum befindet im Stadtteil Zähringen und ist das einzige seiner Art in ganz Deutschland.

Im „Freiburger Hausberg“, dem Schauinsland, befindet sich das Besucherbergwerk Schauinsland. Es handelt sich dabei um ein stadtgeschichtlich wichtiges Bergwerk, in dem Silber-, Blei- und Zinkerze abgebaut wurden. Es liegt am „Erzkasten“ oberhalb von Hofsgrund. Heute wird es von einer privaten Forschergruppe betrieben. In den Wintermonaten bleibt es geschlossen.

Bäder

In Freiburg gibt es insgesamt neun Schwimmbäder, davon drei Freibäder. Das größte Freiburger Bad ist das Eugen-Keidel-Bad, ein Mineral-Thermalbad mit einer großen Bade- und Saunalandschaft. Über eine Buslinie ist es an den ÖPNV angeschlossen, dennoch ist die Lage weit vor den Toren der Stadt im Wald gelegen eher autogerecht.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Januar: Internationale Kulturbörse Freiburg (seit 1989)
    • freiburger-grenzenlos-festival (seit 2002)
    • MUNDOlogia-Festival (Foto-Festival, seit 2004)
  • Februar: Automobil (Neuwagen-Messe, seit 1986)
  • Februar/März: Die Freiburger Fasnet beschreiben Volkskundler als Mischung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und des rheinischen Vereinskarneval.
  • März: Camping Freizeit Touristik mit bike aktiv und Ferienmesse (Verbraucherausstellung mit Schwerpunktthema Freizeit, seit 1972)
  • März bzw. April: Freiburg-Marathon (seit 2004)
    • Umweltkonvent Freiburg
  • April/Mai: Schwule Filmwoche Freiburg (seit 1985) im Kino Kandelhof
    • Freiburger Frühjahrsmess’ (Kirmes, Jahrmarkt, Beginn: Freitag vor dem dritten Sonntag im Mai)
    • Freiburger Film Forum ethnologie (Filmfestival zu Ethnologie, Afrika, Amerika, Asien, Ozeanien, zweijährlich seit 1985)
    • Entenrennen auf der Dreisam (seit 2011, 2014 Pause)[35]
  • Juni: Oberlindenhock in der Freiburger Altstadt – jährlich am letzten Juni-Wochenende (seit 1969)
  • Juni bis August: Ebneter Kultursommer (seit 2005)
  • Juni bis September: Münstersommer (seit 2000, mit wöchentlichem Orgelkonzert, Museumsnacht, Rahmentrommelfestival u. v. m.)
  • Sommer: Open-Air-Kino im Innenhof des Schwarzen Klosters und Alleegarten
    • Schauinsland-Klassik (seit 2001)
  • Juli: Sea of Love Musikfestival am Tunisee (seit 2001)
    • Freiburger Weinfest (seit 2001)
    • Zelt-Musik-Festival
    • Freiburger Filmfest (seit 2004)
    • Basel Tattoo in Freiburg (seit 2009, nicht 2015[36])
  • Juli/August: Rathaushofspiele des Wallgraben-Theaters
    • Seefest (Volksfest im Seepark-Gelände) (fand 2007 und 2008 aufgrund der gestiegenen Kosten nicht statt)
  • August: Freiburger Weinkost (kleines Weinfest im Innenhof des Historischen Kaufhauses und davor)
  • September: Baden Messe (Freiburgs größte Verbraucherausstellung)
  • Oktober: Freiburger Herbstmess’ (Kirmes, Jahrmarkt, Beginn: Freitag vor dem dritten Sonntag im Oktober)
    • Internationale Mineralien- und Fossilientage Freiburg im Breisgau (seit 1978, Neue Messe)
  • November: Plaza Culinaria (kulinarische Messe)
    • Brettlemarkt (Messe für Wintersport)
    • Freiburger Spielzeug- und Modellbahnbörse
    • Freiburger Literaturgespräch (seit 1986)
  • November/Dezember: Freiburger Weihnachtsmarkt (seit 1972)
  • Dezember/Januar: Weihnachtszirkusfestival

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

In Freiburg gibt es bemerkenswerte Gebäude aus allen Epochen der Stadtgeschichte. Ein großer Teil der historischen Altstadt wurde beim Bombenangriff am 27. November 1944 zerstört. Erstaunlicherweise blieben das Münster, die Südostecke des Münsterplatzes mit Historischem Kaufhaus, Wentzingerhaus und Alter Wache sowie die beiden noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttore nahezu unversehrt. Nach dem Krieg wurde die Altstadt weitgehend in den historischen Proportionen mit damaliger Grundstücksgröße und Traufhöhe wieder aufgebaut.

Zu den beachtenswerten Gebäuden gehören:

Das Freiburger Münster ist das Wahrzeichen der Stadt und ihr bedeutendstes Gebäude. Es wurde als Bürgerkirche errichtet und hat deshalb nur einen Hauptturm. Unter den zahlreichen Kunstwerken sind unter anderem der Hochaltar und der Schnewlin-Altar von Hans Baldung Grien, der sogenannte Oberriedaltar von Hans Holbein d. J. sowie einige sehr schöne mittelalterliche Glasfenster besonders hervorzuheben, die zum Teil Stiftungen der Handwerkerzünfte waren. Der 116 Meter hohe gotischeTurm des Münsters überragt alle Gebäude der Stadt. Als einziger Turm einer größeren Kathedrale in Deutschland wurde er schon im Mittelalter fertig gestellt. Besucher sollten auch den Markt rund um das Freiburger Münster genießen.

Am Münsterplatz: Das Historische Kaufhaus von 1532 mit prächtigen Skulpturen habsburgischer Herrscher fällt auf durch seine ochsenblutrote Farbe, die mit farbigen Ziegel gedeckten Ecktürmchen und seine Treppengiebel. Das Haus „Zum Schönen Eck“ von 1761 (Wentzingerhaus) errichtete Johann Christian Wentzinger als sein eigenes Wohn- und Atelierhaus im spätbarocken Stil. Seit 1994 beherbergt es das Museum für Stadtgeschichte. Die Alte Wache, als Hauptwache der Österreichischen Wachgarnison im Jahre 1733 errichtet, dient nach unterschiedlichsten Nutzungen heute als „Haus der Badischen Weine“.

In der näheren Umgebung des Münsters stehen vier sehr unterschiedliche Gebäude, die mit der katholischen Kirche zu tun haben. Die Alte Münsterbauhütte ist das einzige aus dem Mittelalter erhaltene Gebäude der Altstadt mit Sichtfachwerk. Es wurde als Gebäude der „Münsterfabrik“ errichtet, die seit dem 13. Jahrhundert für den Bau der Freiburger Pfarrkirche zuständig war. Später wurde das Gebäude um das Fachwerkgeschoss aufgestockt, das dann eine Wohnung für den Turmwächter bot. Heute unterhält der Münsterbauverein hier einen kleinen Laden sowie die Münsterpfarrei eine Begegnungs- und Beratungsstätte. – In Sichtweite liegt das Erzbischöfliche Ordinariat, der Verwaltungsbau des katholischen Erzbistums Freiburg. Der 1903–1906 in historisierender Form errichtete Bau hat eine im spätromanischen Stil reich ornamentierte Natursteinfassade und wirkt dadurch – und auch wegen seiner Größe – eher als Fremdkörper in dieser Altstadt-Umgebung. Das Innere weist neben byzantinisch anmutenden Stilelementen auch auf den Jugendstil. – Gegenüber steht das von Christoph Arnold, einem Schüler von Friedrich Weinbrenner, geplante „Collegium Borromaeum“ mit der Konviktskirche aus den Jahren 1823 bis 1826, das heute Priesterseminar für die Erzdiözese Freiburg ist. – Nicht weit davon entfernt steht das 2002 erbaute Erzbischöfliche Archiv, ein kubischer, mit dunklem Sandstein verkleideter, fast fensterloser Zweckbau, der etwas über die Baugesinnung des beginnenden 21. Jahrhunderts aussagen kann.

Zwei Kirchen der historischen Altstadt verdienen Beachtung. Die gotische Kirche St. Martin (Franziskanerkirche) am Rathausplatz ist im Innern von betonter Schlichtheit und hatte ursprünglich als Bettelordenskirche keinen Turm. Ein Glockenturm mit spitzem Turmhelm wurde erst zwischen 1890 und 1893 errichtet. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erhielt der Turm ein Pyramidendach. Die barocke Universitätskirche (Jesuitenkirche) neben der Alten Universität wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört und wurde nach dem Wiederaufbau nicht wieder farbig gefasst. Herausragendes und auffallendes Kunstwerk im Chorraum ist seit 1988 eine 16 Meter hohe Skulptur des leidenden Christus, geschaffen und als Leihgabe zur Verfügung gestellt vom Münstertäler Künstler Franz Gutmann.

Anstelle der 1944 zerstörten Alten Ludwigskirche am nördlichen Rand der Innenstadt wurde zwischen 1952 und 1954 nach den Plänen von Horst Linde ein modernes Kirchengebäude mit wegweisender Architektur im Stadtteil Herdern gebaut. – Ein weiterer bemerkenswerter zeitgenössischer Kirchenbau ist die Maria-Magdalena-Kirche der Kölner Architektin Susanne Gross im Stadtteil Rieselfeld. Diese Kirche steht der evangelischen und katholischen Gemeinde mit je einem Kirchenraum zur Verfügung und wurde 2004 eingeweiht. Im ehemaligen Kloster der Augustinereremiten, dessen älteste Teile aus dem 14. Jahrhundert stammen, ist das Augustinermuseum untergebracht.

Die beiden noch von der mittelalterlichen Stadtbefestigung erhaltenen Tortürme prägen das Bild der Innenstadt. Das ältere Martinstor wurde 1901 um fast das Dreifache auf 60 Meter erhöht und erhielt einen Dachaufbau im Stil des 15. Jahrhunderts. Das Schwabentor wurde ebenfalls 1901 auf fast doppelte Höhe aufgestockt und mit durchbrochenen Treppengiebeln im Stil norddeutscher Stadttürme versehen. Diese wurden 1954 wieder abgebaut und der Torturm erhielt ein Pyramidendach nebst Glockentürmchen mit Zwiebelhaube.

In der oberen Altstadt, nicht weit vom Schwabentor, steht das Hotel/Restaurant Zum roten Bären; es gilt als ältester Gasthof Deutschlands. Die sehr tief liegenden Fundamente stammen aus der Zeit vor 1120, dem Zeitpunkt der Stadtgründung.

Jakob Villinger von Schönenberg, Großschatzmeister Maximilians I. – der König war von 1490 bis 1519 Landesherr Freiburgs –, erbaute das 1515 fertiggestellte „Haus zum Walfisch“. Dort wohnte der Humanist und Philosoph Erasmus von Rotterdam nach seiner Flucht aus dem protestantischen Basel in den Jahren 1529 bis 1531. Nach zahlreichen Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert erwarb 1905 die Stadt das Haus und stellte es 1909 der Sparkasse Freiburg zur Verfügung. Das Haus Zum Walfisch brannte 1944 infolge des britischen Bombenangriffs aus, doch es blieb nach seinem Wiederaufbau der Hauptsitz der heutigen Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Nicht weit davon, in der Kaiser-Joseph-Straße, steht einer der bedeutendsten Profanbauten Freiburgs, der „Basler Hof“. Er entstand Ende des 15. Jahrhunderts durch den Umbau mehrerer älterer Häuser durch Konrad Stürtzel, Hofkanzler Kaiser Maximilians I. Von 1587 bis 1677 diente das Gebäude als Exilresidenz für das Basler Domkapitel, das sich wegen der Reformation in Basel nicht mehr halten konnte. 1698–1802 war es Amtssitz der Vorderösterreichischen Regierung. Eine ähnliche Funktion übt es heute aus: hier ist der repräsentative Dienstsitz des Regierungspräsidenten. Der größte Teil der Ämter des Regierungspräsidiums Freiburg ist in einem Neubau im Westen der Stadt untergebracht.

Zwischen dem westlichen Rand der Altstadt und dem Hauptbahnhof befinden sich ebenfalls interessante Gebäude aus verschiedenen Epochen: Das so genannte Colombischlössle am Rotteckring, 1869–71 auf der Bastion „St. Louis“ der einstigen vaubanschen Befestigung als herrschaftliche Villa in neugotischen Stil erbaut, liegt in einem kleinen Park, in dem zu Schauzwecken Weinstöcke mitten in der Stadt zu finden sind. Seit 1983 ist das Museum für Ur- und Frühgeschichte hier untergebracht. – Das Stadttheater wurde 1905–1910 auf der Bastion „Dauphin“ der schon erwähnten Befestigung mit Jugendstilelementen errichtet. Es wurde 1944 fast völlig zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg relativ rasch wieder aufgebaut. Am Platz der Alten Synagoge bildet es mit den Kollegiengebäuden I und II der Universität ein eindrucksvolles Ensemble.

Daneben liegt die Universitätsbibliothek Freiburg, die 1978 an der Stelle eines Gymnasiumsgebäudes aus der Zeit des Historismus als klotziges Betongebäude errichtet wurde. Das Konzerthaus Freiburg liegt nahe dem Hauptbahnhof. Der Bahnhofsturm Freiburg in der Bismarckallee ist mit 19 Stockwerken und einer Höhe von 60 Metern nach dem Münster, der Krozinger Straße 52 mit 22 Stockwerken und der Krozinger Straße 78 mit 20 Stockwerken das vierthöchste Gebäude der Stadt. Er gehört zu dem 1997 neu errichteten Gebäudekomplex „Forum Hauptbahnhof Freiburg“. Der Bahnhofsturm wird auch „Solar Tower“ genannt, da ein großer Teil der Südfassade aus Solarzellen besteht. In dem Bürohochhaus befinden sich Büros sowie in den oberen beiden Stockwerken eine Club-Lounge (Bar). Zu dem Gebäudekomplex des HBF gehört auch ein „Office Tower“ genanntes zweites Hochhaus und dasPlanetarium Freiburg. Außerdem befindet sich am HBF das Hochhaus „Inter City Hotel“. Die drei Hochhäuser (Solar Tower, Office Tower und Inter City Hotel) ergeben eine kleine Skyline.

Bedeutende Plätze der Stadt

Der Münsterplatz ist der größte gepflasterte Platz in Freiburg. Hier findet bis auf Sonntag jeden Vormittag der Wochenmarkt statt, auf der Nordseite der Bauernmarkt und auf der Südseite der Händlermarkt. Im Mittelalter lag um das Münster herum der Friedhof. Auf der Nordseite sind die Umrisse der ehemaligen Beinhauskapelle im Pflaster kenntlich gemacht. An der Westseite des Platzes stehen zwei Brunnen, nördlich eine Kopie des Fischbrunnens, dessen Vorlage 1483 vom Meister Hans von Basel geschaffen wurde und ehemals auf der Marktgasse (der heutigen Kaiser-Joseph-Straße) stand, und im Süden der Georgsbrunnen aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts mit einer vergoldeten St.-Georgs-Statue. Die drei Sandsteinsäulen vor dem Hauptportal des Münsters gehen zurück auf eine Stiftung von 1719 durch die drei vereinigten Stände Vorderösterreichs; sie tragen Skulpturen der beiden „jüngeren“ Stadtpatrone Lambert von Maastricht und Alexander, die Gottesmutter Maria als Patronin des Münsters flankierend.

Der Augustinerplatz ist einer der zentralen Plätze der Freiburger Altstadt. Umgeben vom ehemaligen Augustinerkloster – dem heutigen Augustinermuseum – und den Resten der ehemaligen Stadtmauer, ist der Platz ein beliebter Treffpunkt der Freiburger Bevölkerung. An der unterschiedlichen Bodenpflasterung ist der Verlauf der alten Stadtmauer erkennbar. Nach dem Abbruch der ehemals benachbarten Feierling-Brauerei und der Neugestaltung des Platzes hat sich ein Phänomen entwickelt, das scherzhaft mit den Verhältnissen an derSpanischen Treppe in Rom verglichen wird. Auf der Treppenanlage des Augustinerplatzes und in deren Umgebung genießen in den Sommernächten viele Menschen das städtische Leben mit mediterranem Flair. Da jedoch bisweilen der hohe Lärmpegel die Nachtruhe der Anwohner beeinträchtigt, wurde 2009 mit dem Aufstellen der Säule der Toleranz, die um 23 Uhr von Regenbogenfarben auf Rotlicht schaltet, ein Versuch gemacht, den Lärmpegel zu senken. Der Erfolg blieb jedoch aus, und die 18.000 Euro teure Säule sorgte eher für Spott.

Der Rathausplatz hieß früher nach dem ehemaligen Kloster Franziskanerplatz, von dem nur die gotische Martinskirche und ein Teil des Kreuzgangs erhalten ist. Das Alte Rathaus und das Neue Rathaus begrenzen den Platz auf der anderen Seite. Auf dem Platz steht ein Brunnen mit dem Denkmal für den Mönch Berthold Schwarz aus dem ehemals benachbarten Kloster, der angeblich das Schießpulver (Schwarzpulver) erfunden hat.

Oberlinden und Unterlinden sind beschauliche Plätze in unterschiedlichen Vierteln der Altstadt mit je einer namengebenden alten Linde. Die „Obere Linde“ steht seit 1729, den Brunnen von 1861 krönt eine Barockmadonna von Franz Hauser (1651–1717).

Der Kartoffelmarkt ist ein beliebter Altstadt-Platz. In seiner Mitte steht ein 1911 vom Kaufmann Ludwig Rau gestifteter Brunnen, der von Carl Anton Meckel und Ludwig Kubanek gestaltet wurde. Vielen Freiburgern gilt der Adelhauser-Platz als der schönste Platz Freiburgs, klein und abseits der großen Fußgängerströme. Er trägt seinen Namen nach dem dort ansässig gewesenen Kloster Adelhausen, von dem die Kirche noch erhalten ist. Auf dem Klosterareal sind, nach zahlreichen Umbauten der vergangenen Jahrhunderte, die das Kloster kaum mehr erkennen lassen, einige Museen untergebracht.

In der historischen Mitte Freiburgs auf der Kreuzung von Kaiser-Joseph-Straße und Bertold-/Salzstraßebefindet sich der Bertoldsbrunnen. Dort treffen alle Straßenbahnlinien der Stadt zusammen, in verkehrsarmen Zeiten sogar zu gleichen Zeiten, um ein Umsteigen zu ermöglichen.

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Der Schlossberg am Rande der Altstadt ist mit zahlreichen Spazierwegen, Nordic-Walking-Strecken und zwei Restaurants über den Dächern der Stadt ein bevorzugtes Naherholungsgebiet. Auf der Höhe steht der Schlossbergturm, der seit 2002 eine beeindruckende Rundumsicht über die Gesamtstadt und ihre Umgebung, in den östlich gelegenen Schwarzwald und bis zu den Vogesen im Westen bietet.
  • Der Arlesheimer See, ehemaliger Baggersee, ist heute ein Naturschutzgebiet im Mooswald am westlichen Stadtrand.
  • Der Schauinsland ist der „Hausberg“ der Stadt. Sein Gipfel (1284 m ü. M.) liegt noch auf städtischer Gemarkung. Die Schauinslandbahn wurde 1930 eröffnet und war die erste Seilbahn nach dem Umlaufprinzip; der Aussichtsturm trägt den Namen des ehemaligen Oberbürgermeisters Eugen Keidel. DasSchaubergwerk gibt einen Einblick in den Erzbergbau, der hier seit dem Mittelalter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts betrieben wurde.
  • Die Freiburger Bächle sind kleine Wasserrinnen am Straßenrand in den meisten Gassen und Straßen der Altstadt. Sie sind ein Wahrzeichen der Stadt.
  • Viele Gehwege (Bürgersteige) der Innenstadt sind mit Rheinkieselmosaiken gepflastert. An vielen Stellen sind Ornamente oder, z. B. vor Geschäften, symbolische Darstellungen eingearbeitet. Vor dem Rathaus sind die Wappen aller Partnerstädte auf diese Weise eingelassen.
  • Im Schwarzwald-Stadion ist der Sportclub Freiburg, ein Verein der 1. Fußball-Bundesliga (2014/15), zu Hause.
  • Das Planetarium in der Nähe des Hauptbahnhofs zeigt in wechselnden Programmen kosmische Zusammenhänge.
  • Das Tiergehege Mundenhof ist als Kleinzoo ein beliebtes Ziel von Familien mit Kindern. Auf dem benachbarten Gelände des Stadtgutes findet jährlich im Frühsommer das Zelt-Musik-Festival (ZMF) mit Solisten aus unterschiedlichen Musiksparten (von Klassik bis Pop) statt.
  • Der Botanische Garten ist Teil der Biologischen Fakultät an der Universität, ein Forschungs- und Lehrgarten sowie ein Schau-Platz der Botanik; er ist der Öffentlichkeit zugänglich.
  • Auf dem Alten Friedhof im Stadtteil Neuburg steht die St. Michaelskapelle mit Totentanz aus dem achtzehnten Jahrhundert.
  • Auf dem Hauptfriedhof erinnern ein Sammelgrab und eine Gedenktafel an 50 Opfer der „Euthanasie“-Morde.
  • Der Seepark mit Seeparkturm ist das ehemalige Gelände der Landesgartenschau von 1986 im Westen der Stadt.
  • Auch der jüdische Friedhof liegt in einem der westlichen Stadtteile (Mooswald). Dort steht ein Mahnmal für die Opfer der Shoa.
  • Zwei alte Linden (1729 gepflanzt), jede neben einem historischen Brunnen, geben zwei kleinen Plätzen in der Altstadt ihren Namen: „Oberlinden“ und „Unterlinden“.
  • Das Holbeinpferdle, „Stehendes Fohlen“, ist eine Skulptur in Betonguss des Bildhauers Werner Gürtner, das auf einem kleinen Rasenstück an der Straßenbahnhaltestelle „Holbeinstraße“ steht. Es wird seit 1980 in unregelmäßigen Abständen heimlich von Unbekannten mit immer neuen Farbanstrichen, oft recht phantasievoll, dekoriert.
  • Das Jesuitenschloss liegt am Hang des Schönbergs und bietet eine gute Aussicht über Freiburg, die Vogesen, den Kaiserstuhl, die Rheinebene und den südlichen Schwarzwald.
  • Das Siegesdenkmal ist ein 1876 eingeweihtes dem XIV. Armee-Korps gewidmetes Denkmal, das an den deutschen Sieg im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erinnern soll.
  • Das Wasserschlössle im Stadtteil Wiehre ist ein Wasserhochbehälter, dessen Fassade als stilisierte Burg dem Freiburger Stadtsiegel nachempfunden ist.
  • Der Lorettoberg ist mit der denkmalgeschützten Lorettokapelle und dem Hildaturm ein beliebtes Ausflugs- und Spaziergangsziel.

Shoppinginfos

Wochenmarkt am Münsterplatz

Frisches Obst und Gemüse aus der Region finden sich hier ebenso wie typische Kleinkunstprodukte. Besuchen können Sie den Wochenmarkt Mo.-Fr. von 07.30 bis 13.30 Uhr und am Samstag von 07.30 bis 14.00.

Kaiser-Joseph-Straße

Die „Kajo“ ist Freiburgs Haupteinkaufsstraße – her finden sich eine Vielzahl von Juwelieren, Modegeschäften, Sportartikelhändler, Geschäften mit exquisitem Porzellan, sowie drei große Kaufhäuser. Von ihr zweigen sich weitere Passagen, Gassen und Straßen zum Einkaufen ab.

Salzstraße

Die Salzstraße führt sie vorbei an einigen sehr netten Modegeschäften zum Augustinerplatz, wo sie die Glaskuppel des „Atriums“ vorfinden, eine Passage mit vielen Modeangeboten sowie kulinarischen Verlockungen.

Obere Altstadt, Oberlinden

Hier finden Sie eine Vielzahl kleinerer Geschäfte, die von Künstlerbedarf über Schmuck bis hin zu Damen- und Herrenmode alles anbieten.

Konviktstraße

In der Konviktstraße sind vor allem Antiquitäten Händler ansässig. Darüber hinaus finden Sie Textilkunst und elegante Boutiquen.

Schusterstraße

Hier finden Sie Lederwaren, antiquarische Bücher, Kunstwerke und mehr.

Grünwälderstraße

In der Grünwälderstraße finden Sie die Freiburger Markthalle. Hier bieten mehr als 20 Betriebe neben erlesenem Champagner, frischem Fisch und Gemüse ein internationales Angebot an Speisen feil.

 Bertoldstraße

An der Bertoldstraße liegt Freiburgs größte Buchhandlung, das Stadttheatter und der Cinemaxx Kinopalast.

Rathausgasse

In der Rathausgasse finden Sie Gold- und Silberwaren, Mode, Schuhe und zahlreihe  Galerien.

Feiertage Baden Württemberg 2015

Die gesetzlichen Feiertage für Baden-Württemberg im Jahr 2015

Auch im neuen Jahr 2015 sind in der Feiertagsübersicht für Baden-Württemberg wieder einige interessante Feiertage dabei, die man zur Gestaltung von Brückentagen verwenden kann. Damit machen wir uns wieder ein oder mehrere verlängerte Wochenenden.

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Der Feiertagskalender 2015 Baden-Württemberg

Donnerstag 01.01.2015 Neujahrstag
Dienstag 06.01.2015 Heiligen Drei Könige
Freitag 03.04.2015 Karfreitag
Montag 06.04.2015 Ostermontag
Donnerstag 01.05.2015 1. Maifeiertag
Donnerstag 14.05.2015 Christi Himmelfahrt
Montag 25.05.2015 Pfingstmontag
Donnerstag 04.06.2015 Fronleichnam
Samstag 03.10.2015 Tag der Deutschen Einheit
Sonntag 01.11.2015 Allerheiligen
Freitag 25.12.2015 1. Weihnachtsfeiertag
Samstag 26.12.2015 2. Weihnachtsfeiertag

Die Anzahl der Feiertage in Baden-Württemberg im Jahr 2015 liegt bei 12, ebenso wie im Vorjahr. Im gesamtdeutschen Durchschnitt liegt Baden-Württemberg damit im Mittelfeld. Der für die evangelischen Gläubigen wichtige Buß- und Bettag zählt nicht zu den gesetzlichen Feiertagen in Baden-Württemberg, an diesem Tag sind landesweit die Schulen geöffnet, nicht wie beim Nachbarn Bayern, wo alle Schulen an diesem Tag geschlossen haben.

Fasching und Karnevalszeit in 2015

Donnerstag 12.02.2015 Weiberfasnacht
Montag 16.02.2015 Rosenmontag
Dienstag 17.02.2015 Fasnacht
Mittwoch 18.02.2015 Aschermittwoch

Im Fasching 2015 geht es auch wieder hoch her, als Kind ist die Vorfreude groß, aber auch viele Erwachsene sehnen sich fast ein Jahr lang wieder nach der tollen Karnevalszeit.

Ferienkalender Baden-Württemberg 2015

Auch 2015 wieder freuen sich die Schulkinder und deren Lehrkräfte auf die Ferienverteilung für das süddeutsche Bundesland Baden-Württemberg, ein kleiner Ausblick auf schulfreie Tage:

Ferienkalender-Baden-Wuerttemberg 2015

 

  Weihnachtsferien in 2014/15 22.12.14 – 5.1.15
  Osterferien in 2015 30.3.15 – 10.4.15
  Pfingstferien in 2015 26.5.15 – 6.6.15
  Sommerferien in 2015 30.7.15 – 12.9.15
  Herbstferien in 2015 2.11.15 – 6.11.15
  Weihnachtsferien in 2015/16 23.12.15 – 9.1.16
 
Hinweise:
  • Fasching 2015: Es gibt an vielen Schulen während der Fastnacht einwöchige Faschingsferien. Diese sind nicht einheitlich geregelt, sondern je nach Schule unterschiedlich. Bitte vor Ort erkundigen.
  • Reformationstag: Der 31. Oktober 2015 ist wegen des Reformationsfestes unterrichtsfrei.
  • Bewegliche Ferientage und unterrichtsfreie Tage: Zusätzlich zu den oben angegebenen Ferien stehen in Baden-Württemberg im Schuljahr 2015/16 noch vier bewegliche Ferientage und drei unterrichtsfreie Tage zur Verfügung, die lokal festgelegt werden können.

Stuttgart – Infos und Entdeckungstour

Die Hauptstadt des Landes Baden-Württemberg, Stadtkreis und Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Stuttgart, 613.400 (2012) Einwohner; liegt in einem nach Nordosten zum Neckar geöffneten Talkessel, 245 m über dem Meeresspiegel; reicht mit seinen Vororten bis auf die Höhen des Strohgäus, der Filder und des Schönbuchs.

Was findet sich in der Hauptstadt des Landes Baden-Württemberg?

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Stuttgart ist Sitz der Landesregierung sowie vieler Landes-, Bundes- u. a. Behörden sowie Zweitsitz des katholischen Bischofs von Stuttgart-Rottenburg; Oberfinanzdirektion, Staatsgerichtshof, Verwaltungsgericht, Landessozialgericht; Südwestrundfunk; Staatliche Münze; Universität Stuttgart, Universität Hohenheim, Daimler-Benz Corporate University (gegründet 1998), Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Fachhochschule für Technik, Fachhochschule für Druck und Medien, Fachhochschule für Bibliotheks- und Informationswesen, Merz-Akademie (Fachhochschule für Gestaltung), katholische Akademie; Max-Planck-Institute für Metallforschung und für Festkörperforschung, Fraunhofer-Institute für Produktionstechnik und Automatisierung, für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik, für Bauphysik, für Arbeitswirtschaft und Organisation; Württembergisches Landesmuseum, Staatsgalerie, Kunstmuseum Stuttgart, Linden-Museum, Staatliches Museum für Naturkunde, Daimler-Benz-Museum u. a., zoologisch-botanischer Garten ›Wilhelma‹, Landesbibliothek, Hauptstaatsarchiv, Württembergisches Staatstheater u. a. Theater, Konzerthaus ›Liederhalle‹, Sternwarte und Planetarium.

Industrie und Wirtschaft

Führende Industriebranchen sind Fahrzeugbau und Elektrotechnik, weiterhin bedeutend Maschinenbau, Feinmechanik und Optik, Papierverarbeitung, Textil- und Bekleidungs-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie; zahlreiche Druckereien und Verlage; Kongress- und Tagungsort mit lebhaftem Fremdenverkehr; Fachmessen in den Ausstellungsgebäuden des Höhenparks Killesberg. Daneben hat Stuttgart bedeutenden Obst- und Weinbau. Mineralquellen in den Stadtteilen Bad Cannstatt und Berg. Großes Volksfest Cannstatter Wasen. Internationaler Flughafen in Leinfelden-Echterdingen; Hafen am kanalisierten Neckar.

Sehenswerte Bauwerke und Denkmäler

Altes Schloss (Kern 13./14. Jahrhundert, 1553 umgebaut); Alte Kanzlei (1543), Prinzenbau (17./18. Jahrhundert; Justizministerium), Stiftsfruchtkasten (1592), Schillerdenkmal (1839, von B. Thorvaldsen) und Stiftskirche (14./15. Jahrhundert, nach Kriegszerstörung nur der Chor 1953 rekonstruiert, das Langhaus wurde 1958 modern aufgebaut); Neues Schloss (1746 begonnen, heute Ministerien); spätgotische Kirchen Sankt Leonhard (1463–74) und Dominikaner-(Hospital-)Kirche (1471–93); evangelische Erlöserkirche (1907, von T. Fischer); neoklassizistisches Großes Haus (1907–12 als Königliche Oper erbaut, 1956 modernisiert, originale Dekoration 1983/84 rekonstruiert); Hauptbahnhof (1913–27, von P. Bonatz); Weißenhofsiedlung (1927, u. a. von Mies van der Rohe, Le Corbusier, W. Gropius), Fernsehturm in Stuttgart-Degerloch (1954–55), ›Liederhalle‹ (1954–56, von R. Gutbrod u. a., 1993 folgende Erweiterung zum Kultur- und Kongresszentrum); Staatsgalerie (1838–42 erbaut, 1977–84 von J. F. Stirling und Partnern erweitert), von Stirling und Partnern auch die Entwürfe für die Neubauten der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und das Haus der Geschichte (ausgeführt 1992–2002), der ›Treffpunkt Rotebühlplatz‹ (Domizil von Volkshochschule, Musikschule, Mediothek u. a.) wurde 1992 fertiggestellt.

Stuttgart 21

Im Rahmen des Städebauplanes wurde eine Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart beschlossen. Kernstück ist der Umbau des Kopfbahnhofes Stuttgart Hauptbahnhof in einen unterirdischen und gegenüber dem bisherigen Kopfbahnhof um rund 90° gedrehten Durchgangsbahnhof.

Bauherr des seit Beginn umstrittenen Projekts ist die Deutsche Bahn. Die Bundesrepublik Deutschland, das Land Baden-Württemberg, der Verband Region Stuttgart, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Flughafen Stuttgart GmbH, sowie die Europäische Union, beteiligen sich an der Finanzierung.

Die Bauarbeiten begannen am 2. Februar 2010. Die Inbetriebnahme wurde seither von Dezember 2019 auf Dezember 2021 verschoben. Eine Eröffnung Ende 2022 gilt inzwischen als wahrscheinlich. Die geschätzten Kosten lagen 1995 bei umgerechnet 2,46 Milliarden Euro (4,807 Milliarden DM), bei Baubeginn (2010) bei 4,088 Milliarden Euro und werden heute (Stand: Juli 2013) von der Bahn mit 5,987 Milliarden Euro angegeben, während Presseberichte von bis zu 6,8 Milliarden Euro ausgehen. Im Artikel bei Wikipedia finden Sie dazu eine ausführliche Beschreibung

 

Für das Kunstmuseum Stuttgart (ehemals Galerie der Stadt Stuttgart) entstand 2002–04 am Kleinen Schlossplatz ein repräsentativer Neubau (2005 eröffnet, von Hascher & Jehle). Im Stadtteil Hohenheim klassizistisches Schloss (1785–97, heute Universität).

Schloss Solitude

Westlich von Stuttgart befindet sich das Lustschloss Solitude (fr. solitude ‚Einsamkeit‘) wurde zwischen 1763 und 1769 von Johann Friedrich Weyhing und Philippe de La Guêpière als Jagd- und Repräsentationsschloss unter Herzog Carl Eugen von Württemberg erbaut.

Im Jahre 1858 wurde die Solitude Teil der Gemeinde Gerlingen (Württemberg). Erst am 1. April 1942 wurde die Solitude in die Stadt Stuttgart eingemeindet. Seit 1956 gehört das Gebiet der Solitude zumStuttgarter Stadtbezirk Stuttgart-West. Das Schloss oder auch die Eremitage Solitude liegt auf einem langgezogenen Höhenrücken zwischen den Städten Leonberg, Gerlingen und den Stuttgarter Stadtbezirken Weilimdorf und Botnang. Direkt am Rande von dessen nördlichen Abhang erbaut, bietet es einen Ausblick nach Norden ins württembergische Unterland in Richtung Ludwigsburg.

Schloss Solitude ist für Besichtigungen geöffnet. Es zählt zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung „Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ betreut. Seit 1990 ist in den Nebengebäuden des Schlosses, den beiden Offizien- und Kavaliersgebäuden, die Akademie Schloss Solitude untergebracht, die sich die Förderung des künstlerischen Nachwuchses zur Aufgabe gemacht hat. Die Kavaliersgebäude dienen unter anderem als Wohnungen für Stipendiaten. Hier ist auch das Graevenitz-Museum untergebracht. Es zeigt Werke des Stuttgarter Bildhauers Fritz von Graevenitz (1892–1959).