Foto: männliche Brust mit zwei Brustwarzen
Unvorstellbar: Männerburst ohne Brustwarzen

Auch Männer haben Brustwarzen, doch warum und wofür?

Bei den Frauen sind die Brustwarzen dazu da, die Babys zu stillen, doch warum haben Jungen und Männer, aber auch einige Tiere wie Kater oder Stiere, Brustwarzen? Dieser Frage wollen wir nachgehen und fragen dazu Dr. Jung, seine Zeichens langjähriger Arzt mit breiter Erfahrung am Institut für Arbeitsmedizin.

Dr. Jung, warum haben Jungen und Männer Brustwarzen, wo doch nur Mütter stillen können? „Für männliche Brustwarzen gibt es eine einfache Erklärung: Der Embryo im Mutterleib entwickelt sich bis zur 9. Schwangerschaftswoche immer identisch. Das Geschlecht an sich wird aber erst in späteren Stadien des Embryos entschieden: Wenn das Y-Chromosom des Mannes zum tragen kommt, ist es schon zu spät, die Warzen auf der Brust sind bereits geformt“ lautet die Aussage des Spezialisten.

Bei der Gynäkomastie kann es sogar dazu kommen, dass Männer der Frau ähnliche Brüste bekommen. Aber auch Hormone können der Auslöser für diesen Prozess sein: Auch in Mittelamerika wurde die „Pille“ in den sechziger Jahren hergestellt, der starke Gehalt an Hormonen des Mittels im damals noch anfallenden Staub bei der Pillenherstellung wurde einigen Arbeitern zum Verhängnis, sie entwickelten in kurzer Zeit wohlgeformte Frauenbrüste.

Warum wurden die männlichen Brustwarzen von der Evolution nicht abgeschafft?

Firmung Charles Darwins
Charles Darwin gilt wegen seiner wesentlichen Beiträge zur Evolutionstheorie als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler. Er stellte die Theorie auf, dass bei den ersten Säugetieren beide Elternteile gestillt haben könnten. Dafür hat die Wissenschaft jedoch bis heute keine Beweise gefunden. Ich denke, die Natur will sich einfach alle Wege offen halten. Fällt ein Teil aus, übernimmt der andere Teil die Arbeit. In einigen Fällen scheinen Männer sogar zum Stillen befähigt: Alexander von Humboldt erwähnt in einem Essay aus dem Jahre 1859 mehrere Väter, die nach dem Tod der Mutter ihr Kind mit Milch versorgten. Im Prinzip können auch Männer Milch bilden, nur ist das dazu notwendige Brustdrüsengewebe bei den männlichen Zeitgenossen verkümmert.

Mehr als zwei Brustwarzen

Es gibt sogar Menschen, die mehr als zwei Brustwarzen haben. Dies betrifft etwa drei bis vier Prozent der Bevölkerung, vielleicht auch mehr. Manchmal wird die Brustwarze gar nicht als solche eingestuft, viele glauben an ein Muttermal und oft wird dem kein Aufmerken geschenkt. Hierzu Dr. Jung: „Diese Anomalie nennt sich „Polythelie“. Dieses Phänomen kann mit der Evolutionsgeschichte begründet werden: Säugetiere verfügen über eine Milchleiste mit zwei, vier, sechs, acht oder mehr Brustwarzen (Zitzen). Die Milchleiste ist auch bei den „Männchen“ vorhanden, jedoch ist sie dort verkümmert oder inaktiv. Im Bereich der weiblichen Milchleiste entwickelt sich mit der Geschlechtsreife funktionierendes Brustdrüsengewebe, zwei wohlgeformte Brüste wachsen.“ Jede 50. Frau und sogar jeder 18. Mann hat drei statt zwei Nippeln.
Und manchmal kommt es eben dazu, dass der Körper sich „erinnert“, hier war doch mal mehr und bildet eine oder mehrere zusätzliche Brustwarzen aus. Und dies kann bei einer Frau, aber auch beim Mann auftreten. Eine dritte Brustwarze ist genetisch bedingt und findet sich auf der Brust, aber auch oft unterhalb, im Bereich des Bauches.

Wie kann eine Brustwarze „zuviel“ behandelt werden?

Eine dritte oder auch vierte Brustwarze beim Mann oder der Frau ist keine Krankheit. Ebensowenig eine Warze, die durch Viren verursacht wurde unddaher mit einem speziellen Warzenmittel behandelt werden müsste. Sollte der Heranwachsende psychische Probleme durch diese Anomalie bekommen, kann die zusätzliche Brustwarze problemlos per kleiner Operation mit örtlicher Betäubung beseitigt werden. Das Unterwäschemodel Mark Wahlberg besitzt übrigens eine dritte Brustwarze und trägt sieproblemlos offen zur Schau, aber auch Promis wie Tilda Swinton, Model Joanna Krupa und Zac Efron haben sie.

Die Maus erklärt, warum Mäenner Brustwarzen haben

Das Thema war auch bereits für die ARD so wichtig, dass Sie eine Folge der bekannten Sendung mit der Maus den Brustwarzen beim Mann gewidmet haben. Interessant auch ein Kommentar eines Zuschauers: Die Natur schiebt die Entwicklung der Geschlechtsorgane ca.9 Wochen auf, um den Körper mit seinen lebenswichtigen Funktionen aufzubauen. Für die Genitalien hat sie davor „keine Zeit“. Die Brustwarzen werden aber schon sehr früh (in den ersten Wochen) angelegt, weil zu diesem Zeitpunkt die Haut gebildet wird, und die Natur später dann solche Sachen nicht mehr nachbilden kann. Die Hautbildung muss also abgeschlossen werden, das stört ja nicht. Nach den 9 Wochen bidet sie nach dem xy od.xx-(Zeit)-Programm die Geschlechtorgane. Aber sehen Sie selbst dieses interessante Video:

Wofür haben Männer Brustwarzen?