Die Hauptstadt des Landes Baden-Württemberg, Stadtkreis und Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Stuttgart, 613.400 (2012) Einwohner; liegt in einem nach Nordosten zum Neckar geöffneten Talkessel, 245 m über dem Meeresspiegel; reicht mit seinen Vororten bis auf die Höhen des Strohgäus, der Filder und des Schönbuchs.

Was findet sich in der Hauptstadt des Landes Baden-Württemberg?

Stuttgart-neues-Schloss-Abends

Stuttgart ist Sitz der Landesregierung sowie vieler Landes-, Bundes- u. a. Behörden sowie Zweitsitz des katholischen Bischofs von Stuttgart-Rottenburg; Oberfinanzdirektion, Staatsgerichtshof, Verwaltungsgericht, Landessozialgericht; Südwestrundfunk; Staatliche Münze; Universität Stuttgart, Universität Hohenheim, Daimler-Benz Corporate University (gegründet 1998), Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Fachhochschule für Technik, Fachhochschule für Druck und Medien, Fachhochschule für Bibliotheks- und Informationswesen, Merz-Akademie (Fachhochschule für Gestaltung), katholische Akademie; Max-Planck-Institute für Metallforschung und für Festkörperforschung, Fraunhofer-Institute für Produktionstechnik und Automatisierung, für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik, für Bauphysik, für Arbeitswirtschaft und Organisation; Württembergisches Landesmuseum, Staatsgalerie, Kunstmuseum Stuttgart, Linden-Museum, Staatliches Museum für Naturkunde, Daimler-Benz-Museum u. a., zoologisch-botanischer Garten ›Wilhelma‹, Landesbibliothek, Hauptstaatsarchiv, Württembergisches Staatstheater u. a. Theater, Konzerthaus ›Liederhalle‹, Sternwarte und Planetarium.

Industrie und Wirtschaft

Führende Industriebranchen sind Fahrzeugbau und Elektrotechnik, weiterhin bedeutend Maschinenbau, Feinmechanik und Optik, Papierverarbeitung, Textil- und Bekleidungs-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie; zahlreiche Druckereien und Verlage; Kongress- und Tagungsort mit lebhaftem Fremdenverkehr; Fachmessen in den Ausstellungsgebäuden des Höhenparks Killesberg. Daneben hat Stuttgart bedeutenden Obst- und Weinbau. Mineralquellen in den Stadtteilen Bad Cannstatt und Berg. Großes Volksfest Cannstatter Wasen. Internationaler Flughafen in Leinfelden-Echterdingen; Hafen am kanalisierten Neckar.

Sehenswerte Bauwerke und Denkmäler

Altes Schloss (Kern 13./14. Jahrhundert, 1553 umgebaut); Alte Kanzlei (1543), Prinzenbau (17./18. Jahrhundert; Justizministerium), Stiftsfruchtkasten (1592), Schillerdenkmal (1839, von B. Thorvaldsen) und Stiftskirche (14./15. Jahrhundert, nach Kriegszerstörung nur der Chor 1953 rekonstruiert, das Langhaus wurde 1958 modern aufgebaut); Neues Schloss (1746 begonnen, heute Ministerien); spätgotische Kirchen Sankt Leonhard (1463–74) und Dominikaner-(Hospital-)Kirche (1471–93); evangelische Erlöserkirche (1907, von T. Fischer); neoklassizistisches Großes Haus (1907–12 als Königliche Oper erbaut, 1956 modernisiert, originale Dekoration 1983/84 rekonstruiert); Hauptbahnhof (1913–27, von P. Bonatz); Weißenhofsiedlung (1927, u. a. von Mies van der Rohe, Le Corbusier, W. Gropius), Fernsehturm in Stuttgart-Degerloch (1954–55), ›Liederhalle‹ (1954–56, von R. Gutbrod u. a., 1993 folgende Erweiterung zum Kultur- und Kongresszentrum); Staatsgalerie (1838–42 erbaut, 1977–84 von J. F. Stirling und Partnern erweitert), von Stirling und Partnern auch die Entwürfe für die Neubauten der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und das Haus der Geschichte (ausgeführt 1992–2002), der ›Treffpunkt Rotebühlplatz‹ (Domizil von Volkshochschule, Musikschule, Mediothek u. a.) wurde 1992 fertiggestellt.

Stuttgart 21

Im Rahmen des Städebauplanes wurde eine Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart beschlossen. Kernstück ist der Umbau des Kopfbahnhofes Stuttgart Hauptbahnhof in einen unterirdischen und gegenüber dem bisherigen Kopfbahnhof um rund 90° gedrehten Durchgangsbahnhof.

Bauherr des seit Beginn umstrittenen Projekts ist die Deutsche Bahn. Die Bundesrepublik Deutschland, das Land Baden-Württemberg, der Verband Region Stuttgart, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Flughafen Stuttgart GmbH, sowie die Europäische Union, beteiligen sich an der Finanzierung.

Die Bauarbeiten begannen am 2. Februar 2010. Die Inbetriebnahme wurde seither von Dezember 2019 auf Dezember 2021 verschoben. Eine Eröffnung Ende 2022 gilt inzwischen als wahrscheinlich. Die geschätzten Kosten lagen 1995 bei umgerechnet 2,46 Milliarden Euro (4,807 Milliarden DM), bei Baubeginn (2010) bei 4,088 Milliarden Euro und werden heute (Stand: Juli 2013) von der Bahn mit 5,987 Milliarden Euro angegeben, während Presseberichte von bis zu 6,8 Milliarden Euro ausgehen. Im Artikel bei Wikipedia finden Sie dazu eine ausführliche Beschreibung

 

Für das Kunstmuseum Stuttgart (ehemals Galerie der Stadt Stuttgart) entstand 2002–04 am Kleinen Schlossplatz ein repräsentativer Neubau (2005 eröffnet, von Hascher & Jehle). Im Stadtteil Hohenheim klassizistisches Schloss (1785–97, heute Universität).

Schloss Solitude

Westlich von Stuttgart befindet sich das Lustschloss Solitude (fr. solitude ‚Einsamkeit‘) wurde zwischen 1763 und 1769 von Johann Friedrich Weyhing und Philippe de La Guêpière als Jagd- und Repräsentationsschloss unter Herzog Carl Eugen von Württemberg erbaut.

Im Jahre 1858 wurde die Solitude Teil der Gemeinde Gerlingen (Württemberg). Erst am 1. April 1942 wurde die Solitude in die Stadt Stuttgart eingemeindet. Seit 1956 gehört das Gebiet der Solitude zumStuttgarter Stadtbezirk Stuttgart-West. Das Schloss oder auch die Eremitage Solitude liegt auf einem langgezogenen Höhenrücken zwischen den Städten Leonberg, Gerlingen und den Stuttgarter Stadtbezirken Weilimdorf und Botnang. Direkt am Rande von dessen nördlichen Abhang erbaut, bietet es einen Ausblick nach Norden ins württembergische Unterland in Richtung Ludwigsburg.

Schloss Solitude ist für Besichtigungen geöffnet. Es zählt zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung „Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ betreut. Seit 1990 ist in den Nebengebäuden des Schlosses, den beiden Offizien- und Kavaliersgebäuden, die Akademie Schloss Solitude untergebracht, die sich die Förderung des künstlerischen Nachwuchses zur Aufgabe gemacht hat. Die Kavaliersgebäude dienen unter anderem als Wohnungen für Stipendiaten. Hier ist auch das Graevenitz-Museum untergebracht. Es zeigt Werke des Stuttgarter Bildhauers Fritz von Graevenitz (1892–1959).

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