Das Saarland liegt im Westen von Deutschland, 2 569 km2, (2006) 991.000 Einwohner. Die Hauptstadt des Bundeslandes ist Saarbrücken. Es grenzt im Norden und Osten an das Land Rheinland-Pfalz, im Süden an das französische Département Moselle in der Region Lothringen und im Westen an den luxemburgischen Distrikt Grevenmacher. Das Saarland ist von den Flächenländern das kleinste und gemessen an der Einwohnerzahl das zweitkleinste Land (vor Bremen). Blau markiert ist das keine Saarland auf der Deutschlandkarte.

Saarland

Landesnatur

Das Saarland umfasst vor allem das wellige Saar-Nahe-Bergland südlich vom Hunsrück, aufgebaut zum Teil aus Karbon mit ausgedehnten Steinkohlenflözen. Im Schwarzwälder Hochwald, einem Teil des Hunsrücks, sind die Weißkircher Höhe und der Dollberg (695 m über dem Meeresspiegel) die höchsten Erhebungen. Im Raum von Homburg ragt das Pfälzer Gebrüch in das Saarland hinein. Im äußersten Süden liegt die hügelige Muschelkalkhochfläche des fruchtbaren Bliesgaus, im Westen der Saargau. Die im Bild zu sehende Saarschleife ist sozusagen das Wahrzeichen des Saarlandes.

Saarland-Landschaft-Natur

Hauptfluss ist die Saar mit fruchtbarem Tal, dazu ihre Nebenflüsse Blies, Prims und Nied. Der längste saarländische Fluss ist übrigens die Blies, von deren 99,5 km Flusslauf etwa 93 km im Bundesland liegen, vom Lauf der Saar dagegen nur 68 km. Die Blies entspringt im nördlichen Saarland bei Selbach und mündet im Süden als Grenzfluss bei Saargemünd (Frankreich) in die Saar. Ein Drittel der Fläche des Saarlandes ist mit sommergrünem Mischwald bedeckt. Damit hat das Saarland gemeinsam mit Hessen und Rheinland-Pfalz die prozentual größte Waldfläche Deutschlands. Darüber hinaus nimmt hier der Laubwald im Vergleich zu allen anderen Bundesländern den größten Anteil der Gesamtwaldfläche ein.

Bevölkerung

Die Bevölkerung spricht im Süden überwiegend Rheinfränkisch-Pfälzisch, im Norden Moselfränkisch. Dicht besiedelt ist der Süden des Landes (Ballungsgebiet Saarbrücken–Dillingen–Neunkirchen). – 66,6 % der Bevölkerung gehören der katholischen Kirche an, 19,7 % den evangelischen Landeskirchen. – Das Saarland besitzt eine Universität (staatlich), eine Musik- und eine Kunsthochschule sowie zwei Fachhochschulen.

Städte über 20.000 Einwohner

Stadt/
Gemeinde
Kreis Einwohner
31. Dezember 2000
Einwohner
31. Dezember 2010
Entwicklung
2000–2010 in %
Saarbrücken Regionalverband Saarbrücken 183.257 175.741 –4,10
Neunkirchen Neunkirchen 50.882 47.398 –6,85
Homburg Saarpfalz-Kreis 45.769 43.808 –4,28
Völklingen Regionalverband Saarbrücken 42.990 39.626 –7,83
Sankt Ingbert Saarpfalz-Kreis 39.971 37.195 –6,95
Saarlouis Saarlouis 38.182 37.136 –2,74
Merzig Merzig-Wadern 30.869 30.355 –1,67
Sankt Wendel Sankt Wendel 27.303 26.208 –4,01
Blieskastel Saarpfalz-Kreis 23.149 21.885 –5,46
Dillingen/Saar Saarlouis 21.444 20.808 –2,97

 

Religion

Während Deutschland derzeit von jeweils etwa 1/3 Protestanten und Katholiken und Konfessionslosen bzw. Angehörigen anderer Religionen geprägt ist, weicht das Saarland im Jahr 2012 mit 64,1 % Mitgliedern der katholischen Kirche am deutlichsten (+33,4 %) vom Bundesdurchschnitt ab und liegt etwa 8,5 % vor Bayern mit derzeit 55,6 %.

Die Mitglieder der beiden im Saarland vertretenen evangelischen Landeskirchen (Evangelische Kirche im Rheinland und Evangelische Kirche der Pfalz) erreichen einen Anteil von 19,5 % und liegen damit 10,5 % unter dem Bundesdurchschnitt. Dies stellt damit das Minimum in Westdeutschland dar.

Die Sonstigen, bestehend aus anderen Religionen und Konfessionslosen, kommen zusammengefasst auf 16,4 %, dem Minimum in Deutschland mit einem Abstand von 23 % zum Bundesdurchschnitt.

Wirtschaft

Während früher die Montanindustrie vorherrschte, ist das Saarland heute eine Industrieregion mit einer vielfältigen Branchenstruktur. Hinzu kommt die zentrale europäische Lage mit traditionell engen Handelsbeziehungen zu Frankreich. 27 % des Saarlands sind landwirtschaftlich genutzte Fläche: Anbau von Getreide, Gemüse, Obst und Reben, daneben Rinder-, Schweine- und Geflügelzucht. Von den Bodenschätzen hat ausschließlich die Steinkohle Bedeutung; der Bergbau erreichte 1955 mit einer Förderung von 17,2 Mio. t Steinkohle einen Höchststand; seither ist die Förderung rückläufig (2003: 5,6 Mio. t), begleitet von einer betrieblichen Konzentration (2006 noch eine Förderanlage).

Nach einem schweren Grubenbeben im Landkreis Saarlouis im Februar 2008 wurde der Bergbau zeitweilig eingestellt, der saarländische Bergbau ist 2012 ausgelaufen. Mit dem Bergbau verbunden sind Veredelungsbetriebe (Kokerei, Kraftwerke). Auf der Basis der einheimischen Kohle und der eingeführten lothringischen Minette hat sich die Eisen- und Stahlindustrie entwickelt. Die Krisen in der Montanindustrie haben seit den 1960er-Jahren zu Stilllegungen und Konzentrationen geführt sowie das Bemühen gefördert, die Monostruktur (abgesehen von der überregional bedeutenden Glas- und Keramikindustrie) mit ihren Nachteilen abzubauen. Nach 1960 wurden zahlreiche neue Betriebe der Metallverarbeitung, chemischen, Kunststoff-, Elektro-, Gummi- und Textilindustrie, des Fahrzeugbaus sowie der Informatik angesiedelt.

Alternative Energien

1995 begann mit dem Windpark Freisener Höhe die Entwicklung der Erneuerbaren Energien. Bis 2013 wurden Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 138 MW angeschlossen. Solar- oder Photovoltikanlagen werden im Saarland weniger verbaut als etwa in Bayern oder Baden-Württemberg, Anfang 2013 lag die installierte Leistung bei etwa 300 Megawatt laut der Bundesnetzagentur.

Verkehr

Das Saarland verfügt über eine gute Verkehrsinfrastruktur. Die wichtigsten Straßenverbindungen laufen in und bei Saarbrücken zusammen. Die Autobahn Mannheim–Saarbrücken–Paris ist die wichtigste Fernstraße. Dazu kommt die Autobahnverbindung in das Rhein-Ruhr-Gebiet. Wichtigste elektrifizierte Bahnlinie ist die Verbindung Metz–Saarbrücken–Mannheim. Die Saar ist mit dem französischen Kanalnetz verbunden; wichtigster Hafen ist Saarbrücken; internationaler Flughafen in Saarbrücken-Ensheim.

Verfassung

Nach der Verfassung vom 15. 12. 1947 (mit Änderungen) liegt die Legislative beim Landtag (51 Abgeordnete, für 5 Jahre gewählt). Die Regierung unter Vorsitz des vom Landtag gewählten Ministerpräsidenten ist dem Parlament verantwortlich. Die Verfassung sieht die Möglichkeit von Volksbegehren und -entscheiden vor.

Geschichte

Durch den Versailler Vertrag wurden die südlichen Teile der ehemaligen preußischen Rheinprovinz und die westlichen Teile der bayerischen Pfalz auf 15 Jahre (ab 10. 1. 1920) einer Völkerbundsregierung unterstellt. 1935 kam dieses Saargebiet nach Volksabstimmung (90,7 % für Deutschland) an das Deutsche Reich zurück. 1935–40 mit der Pfalz zum Gau Saarpfalz vereinigt; 1940–45 Westmark genannt; ab 2. 1. 1946 unter französischer Verwaltung. Ministerpräsident J. Hoffmann (1947–55) und die von ihm geführte »Christliche Volkspartei« (CVP) unterstützten die französische Saarpolitik, ebenso wie die »Sozialistische Partei des Saarlands« (SPS). Im Rahmen der Pariser Verträge beschlossen Bundeskanzler K. Adenauer und der französische Ministerpräsident P. Mendès-France 1954 ein Saarstatut (europäischer Status des Saarlands im Rahmen der »Westeuropäischen Union«, WEU).

Nachdem die Bevölkerung nach Zulassung der für eine Rückgliederung eintretenden Parteien des »Heimatbunds«, CDU, SPD, DPS (Demokratische Partei Saar) in der Volksabstimmung vom 23. 10. 1955 das Saarstatut abgelehnt hatte, wurde das Saarland gemäß dem deutsch-französischen Saarabkommen(1956) als Bundesland der Bundesrepublik Deutschland eingegliedert (mit Wirkung vom 1. 1. 1957). 1955–80 war die CDU die stärkste Partei und stellte die Ministerpräsidenten H. Ney (1956/57), H. E. Reinert (1957–59), F.-J. Röder (1959–79) und W. Zeyer (1979–85); 1980–99 war es die SPD (seit 1985 mit absoluter Mehrheit) mit den Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine (1985–98) und Reinhard Klimmt (1998–99). Nach den Landtagswahlen vom 5. 9. 1999 übernahm die CDU unter Ministerpräsident Peter Müller wieder die Regierungsverantwortung (mit absoluter Mehrheit; bei den Wahlen am 5. 9. 2004 bestätigt).

Seit der Wahl zum Landtag des Saarlandes am 5. September 1999 ist die CDU die stärkste Regierungsfraktion, welche die bis dahin allein regierende SPD-geführte Regierung ablöste und bis zur Landtagswahl am 30. August 2009 allein regierte. Bei dieser Wahl erreichten fünf Parteien den Sprung in den Landtag, wobei die CDU trotz starker Verluste stärkste Kraft blieb, gefolgt von SPD, Linke, FDP/DPS und Bündnis 90/Die Grünen. Seither regierte die CDU zusammen mit FDP/DPS und Bündnis 90/Die Grünen in der deutschlandweit ersten Jamaika-Koalition auf Landesebene. Diese zerbrach allerdings im Januar 2012 wieder und es folgte eine Große Koalition aus CDU und SPD.

Sehenswürdigkeiten des Saarlands

Voelklinger-Huette

Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Eisenwerk in der saarländischen Stadt Völklingen. Es wurde 1986 stillgelegt. 1994 erhob die UNESCO die Roheisenerzeugung der Völklinger Hütte als erstes Industriedenkmal überhaupt in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit. 2007 wurde sie für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert. Sie ist ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention. Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist heute ein wichtiger Standort der Industriekultur in Europa. Die Hütte wurde von rund 312.000 Besuchern im Jahr 2013 aufgesucht.

Eine vollständige Liste aller Sehenswürdigkeiten des Saarlandes finden Sie bei Wikipedia.

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