Die Universitätsstadt Mannheim ist mit etwa 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg. Die ehemalige Residenzstadt (1720–1778) der Kurpfalz mit ihrem stadtprägenden Barockschloss, einer der größten Schlossanlagen der Welt, bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar mit 2,35 Millionen Einwohnern.

Mannheim Stadt

Schnellübersicht

Mannheim liegt unmittelbar im Dreiländereck mit Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Von seiner rheinland-pfälzischen Schwesterstadt Ludwigshafen am Rhein, mit der es ein zusammenhängendes Stadtgebiet bildet, ist Mannheim durch den Rhein getrennt.

Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Stadtkreis
Höhe: 97 m ü. NHN
Fläche: 144,96 km²
Einwohner: 296.690(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2047 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 68159–68309
Vorwahl: 0621
Kfz-Kennzeichen: MA
Gemeindeschlüssel: 08 2 22 000
Stadtgliederung: 17 Stadtbezirke

Seit 1896 Großstadt, ist Mannheim heute eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt, Universitätsstadt und wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt am Main und Stuttgart, unter anderem mit einem ICE-Knotenpunkt, dem zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands und einem der bedeutendsten Binnenhäfen Europas.

Erfinderstadt Mannheim

Viele wichtige Erfindungen stammen aus Mannheim: Hier baute Karl Drais 1817 das erste Zweirad, 1880 wurde von Werner von Siemens der erste elektrische Aufzug vorgestellt, 1886 rollte das erste Automobil von Carl Benz über die Straßen, 1921 folgte der Lanz Bulldog. In der Landmaschinenfabrik Heinrich Lanz AG arbeitete auch Andreas Flocken, der Erfinder des ersten deutschen Elektroautos. Im Jahr 1924 erhielt Hugo Stotz ein Patent für die Erfindung des Leitungsschutzschalters. Der Mannheimer Julius Hatry konstruierte 1929 das erste Raketenflugzeug der Welt.

Klima

Aufgrund der durch Pfälzerwald und Odenwald geschützten Lage im Oberrheingraben herrscht in Mannheim für mitteleuropäische Verhältnisse ein sehr mildes Klima vor. Die Messungen ergaben zwischen 1971 und 2000 eine Durchschnittstemperatur von 10,5 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,9 °C, der kälteste der Januar mit 1,8 °C. Temperaturen über 30 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. Auffällig ist die geringe Niederschlagsmenge in Mannheim. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich nur 668 mm Niederschlag. Der Spitzenmonat ist wiederum der Juli. Begünstigt von Rhein und Neckar kann es insbesondere im Herbst zu Nebelbänken kommen. Die beiden Flüsse sowie Auenlandschaften am Rhein sorgen auch für eine überdurchschnittliche Luftfeuchtigkeit, die besonders im Hochsommer zu drückender, bioklimatisch belastender Schwüle führen kann.

Neuere Geschichte

Nur mühsam setzte nach dem II. Weltkrieg der Wiederaufbau der Stadt ein. Schloss und Wasserturm wurden wiederaufgebaut, das Nationaltheater an neuer Stelle errichtet. An alter Stelle steht ein Schiller-Denkmal und das Lokal Zum Zwischen-Akt. Die Wohnungsnot führte zur Erschließung zahlreicher neuer Wohngebiete.

1964 wurde das Städtische Krankenhaus am Neckar Fakultät der Universität Heidelberg für Klinische Medizin Mannheim. 1967 wurde Mannheim Universitätsstadt.

1975 bildete die Bundesgartenschau einen Glanzpunkt in Luisen- und Herzogenriedpark. Eine Reihe baulicher Maßnahmen wurde umgesetzt: der Fernmeldeturm und eine zweite Rheinbrücke wurden gebaut, die Planken wurden zur Fußgängerzone, der neue Rosengarten wurde eingeweiht, und der Aerobus schwebte durch Mannheim.

Auch in den 1980er und 1990er Jahren wurden eine Reihe von Großprojekten verwirklicht: Planetarium, Kunsthallenerweiterung, neues Reiß-Museum, Stadthaus, neues Maimarktgelände, Synagoge, Moschee, Landesmuseum für Technik und Arbeit (Technoseum),Carl-Benz-Stadion und Fahrlachtunnel wurden eröffnet.

Im Mai/Juni 1992 kam es zu tagelangen Unruhen anlässlich der Unterbringung von Flüchtlingen in der (mittlerweile abgerissenen) Gendarmeriekaserne im Stadtteil Schönau.

Wirtschaftlich prägte in der jüngeren Vergangenheit die Abnahme der industriellen Arbeitsplätze Mannheim. Die Stadt versuchte mit der Ausweisung von Gewerbegebieten und der Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen entgegenzuwirken. Paradebeispiel ist der Bau des Victoria-Hochhauses 2001, eines der höchsten Gebäude der Stadt, am Bahngelände.

Im Hinblick auf das 400. Stadtjubiläum 2007 wurden ab 2000 einige städtebauliche Aktivitäten umgesetzt: SAP-Arena mit Anschluss an den neuen Stadtbahnring Ost, Sanierung der Fußgängerzone Breite Straße, des Zeughauses und des Schlosses, komplette Umgestaltung des Alten Meßplatzes und die Stadtbahnneubaustrecke Schafweide. Das Konzept des Stadtjubiläums zielte auf ein vielfältiges Spektrum von Veranstaltungen ohne ein dominierendes Zentralereignis.

Sehenswürdigkeiten

Mannheimer Schlossansicht

Das Kurfürstliche Schloss ist das größte seiner Art in Deutschland. Das im Barock-Stil errichtete Mannheimer Schloss besteht aus mehreren Flügeln: dem Ostflügel, dem Ehrenhof-Ost, dem Mittelbau, dem Ehrenhof-West, dem Süd- und dem Westflügel. Außerdem ist eine Schlosskirche und die Schlossbibliothek in das Gebäude integriert.

Die weitläufige Anlage gehört mit ihrer Länge von fast 450 Metern und einer umbauten Fläche von sechs Hektar zu den größten Schlössern Europas. Das Mannheimer Schloss ist der zweitgrößte Barockschlosskomplex Europas, nach Schloss Versailles. Beim Bau wurde darauf geachtet, dass es exakt ein Fenster mehr besitzt als Versailles. Dies sollte u.a. die bedeutende Stellung der Kurfürsten bei Rhein repräsentieren, die sie im Heiligen Römischen Reich einnahmen.

Auch die benachbarte Jesuitenkirche ist sehenswert.

Wasserturm-Mannheim

Ein weiteres Wahrzeichen ist der Wasserturm in der Jugendstilanlage des Friedrichsplatzes. Erbaut wurde der Wasserturm von 1886 bis 1889 am heutigen Friedrichsplatz nach den Plänen von Gustav Halmhuber. Der Turm ist 60 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 19 Meter. Er war der erste städtische Wasserturm Mannheims und hatte anfangs alle Funktionen der Trinkwasserversorgung zu erfüllen, inklusive der Aufrechterhaltung eines konstanten Wasserdrucks. Nach dem Bau des höher gelegenen Wasserturms Luzenberg 1909 diente er noch bis zum Jahr 2000 als Reservehochbehälter.

Umgeben ist Mannheim von vielen weiteren historischen Sehenswürdigkeiten. Die UNESCO-Weltkulturerbestätten Speyerer Dom und Kloster Lorsch, aber auch das Heidelberger und Schwetzinger Schloss und der Wormser Dom befinden sich in nächster Nähe.

Logo des Technomuseums

Das Technoseum bietet Anschauungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens in Geschichte und Gegenwart. Zudem ermöglichen über 100 Experimentierstationen den Besuchern, interaktiv und spielerisch naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge zu verstehen. Die Ausstellungsfläche beträgt rund 9000 m², davon stehen rund 900 m² für Sonderausstellungen zur Verfügung. 2013 besuchten 183.691 Personen das Museum. Das Museumsschiff des Technoseums liegt im Neckar unterhalb der Mannheimer Kurpfalzbrücke. Der historische Schaufelraddampfer ist selbst Ausstellungsstück und beherbergt zudem die Ausstellung über Binnenschifffahrt. Der ehemalige Rhein-Ausflugsdampfer ist täglich von 14.00 bis 18.00 Uhr für Besucher geöffnet. Von Mai bis Oktober lädt das Polizeiboot an Sonn- und Feiertagen zu Fahrten auf dem Neckar ein.

SAP Arena Mannheim

Die SAP Arena ist eine multifunktionale Veranstaltungshalle mit bis zu 15.000 Plätzen. Die Arena wurde im September 2005 eröffnet, Baubeginn war im November 2002. Sie ist benannt nach dem Hauptsponsor SAP. Die Arena ist Heimspielstätte des Eishockeyvereins Adler Mannheim sowie des Handballvereins Rhein-Neckar Löwen. Sie wird außerdem für andere Sportveranstaltungen, wie z.B. Basketballspiele, Wrestlingevents oder als Bühne für Konzerte sowie als Versammlungsraum benutzt.

Mannheim – Stadt der Erfinder
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