Die Donau ist mit seiner Länge von 2857 Kilometern nach der Wolga, die 3530 Kilometer Länge aufweist, der größte Fluss Bayerns mit 1490 m³/s Wasserdurchfluss und zudem der zweitgrößte und zweitlängste Flusslauf in Europa. Der Strom entwässert weite Teile Mittel- und Südosteuropas. Er verbindet als Wasserweg sehr heterogene Kultur- und Wirtschaftsräume und durchfließt dabei zehn Länder – so viele wie kein anderer Fluss auf der Erde!

1. Die Donau und der Grasfrosch

Grosster Fluss Bayerns Donau

Die Donau führt ihren Namen ab der Vereinigung zweier Quellflüsse, der Brigach und der größeren Breg, die beide im Mittleren Schwarzwald entspringen und mündet schließlich im Donaudelta in das Schwarze Meer.

Das Bild zeigt die Donau bei Kelheim in Niederbayern. Im Hintergrund befindet sich die Befreiungshalle.

In Süddeutschland durchfließt die Donau neben einigen kleineren auch große Städte wie Tuttlingen, Ulm, Neu-Ulm, Neuburg, Ingolstadt, Regensburg, Straubing und Passau. Von der Bregquelle bis zur österreichischen Grenze legt die Donau ihre ersten gut 618 Kilometer zurück. Es ist die viertlängste Flussstrecke in Deutschland.

Bedeutende Bauwerke entlang der Donau sind die Erzabtei Beuron, das Fürstenschloss der Hohenzollern in Sigmaringen, das gotische Münster zu Ulm mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161,53 m), die am Eingang zur klammartigen Weltenburger Enge errichtete Abtei Weltenburg und die Befreiungshalle bei Kelheim an deren Ende. Es folgen die Steinerne Brücke und der Dom St. Peter in Regensburg sowie die Walhalla bei Donaustauf etwa zehn Kilometer weiter östlich.

Wer braucht das Wasser der Donau?

Die Donau ist entlang ihres Laufes für rund zehn Millionen Menschen eine bedeutende Trinkwasserquelle. In Baden-Württemberg beliefert der Zweckverband Wasserversorgung den gesamten Raum zwischen Stuttgart, Bad Mergentheim, Aalen und dem Alb-Donau-Kreis mit Trinkwasser, von dem gut 30 Prozent (etwa 30 Millionen Kubikmeter) aufbereitetes Donauwasser sind. Auch Städte wie Ulm, oder Passau, verwenden großteils noch Donauwasser als Trinkwasser.

Schiffahrt auf dem Fluss

Für die Großschifffahrt ist die Donau erst ab km 2415 bei Kelheim (etwa 440 Kilometer unterhalb der Quelle) befahrbar. Die 203 km lange deutsche Strecke von Kelheim bis zur österreichischen Grenze ist eine Bundeswasserstraße, zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg. Von Kelheim bis zum Schwarzen Meer gibt es insgesamt 20 Staustufen mit Schleusen, davon sechs in Deutschland. Die Donau ist mit dem Main-Donau-Kanal, welcher bei Kelheim in die Donau mündet, von der Nordsee über den Rhein und den Main bis ins Schwarze Meer auch eine durchgehende internationale Wasserstraße.

Neben der Frachtschifffahrt gibt es noch viele Hotelschiffe, welche zu Mehrtages-Kreuzfahrten vorwiegend zwischen Passau, Budapest und dem Schwarzen Meer ablegen. Die meisten Tagesausflugsschiffe in Deutschland nehmen Passau (Wurm & Köck) als Anlaufstelle.

Neben vielen berühmten und sehenswerten Einzelzielen entlang der Donau sind zahlreiche Donaulandschaften und Nationalparks von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel der Naturpark Obere Donau in Deutschland.

Auch der Flusskreuzfahrttourismus ist bedeutend, einzelne Schiffe fahren von Passau bis in das Donaudelta und zurück. Zur Hochsaison sind über 70 Kreuzfahrtschiffe im Einsatz.

Freizeitgestaltung entlang der Donau

Insbesondere auf der nicht schiffbaren und daher verkehrsfreien oberen Donau gibt es die Möglichkeit zu Kanu-, Paddel- und Bootstouren. Auch eine gute Infrastruktur und die Rad-, Wander- und Reisemöglichkeiten entlang des Flusses ziehen internationales Publikum an. Der Donauradweg, der Donausteig und die Straße der Kaiser und Könige tragen weitestgehend zum touristischen Erfolg des Donauraums bei.

Entlang der Donau führt der Donauradweg, ein Radfernweg, der besonders in Deutschland und Österreich stark frequentiert wird. Dieser verläuft vom Donauursprung bis zur Mündung ins Schwarze Meer und zählt zu den zehn beliebtesten deutschen Radfernwegen.

Im Jahr 2010 wurde der Donausteig eröffnet – ein Fernwanderweg von Passau nach Grein. Der Weitwanderweg ist etwa 450 Kilometer lang und gliedert sich in 23 Etappen. Das Gebiet fünf bayrischer und 40 österreichischer Gemeinden wird durchquert. Beliebte Landschafts- und Aussichtspunkte zählen zu den Höhepunkten des Donausteigs, der größtenteils entlang beider Donauufer verläuft. Mittlerweile können Reisende nicht mehr nur zu Wasser, sondern auch mit der Bahn, mit dem Rad entlang des Donauradwegs oder zu Fuß über den Donausteig, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Städte Regensburg, Wachau und Wien besichtigen.

Als Straße der Kaiser und Könige wird eine internationale touristische Straße entlang der Donau genannt. Sie führt von Regensburg über Passau, Linz und Wien bis ins ungarische Budapest. 10 Tourismusorganisationen und Schifffahrtsunternehmen sowie einige Städte beteiligen sich an der Erhaltung dieses gemeinsamen europäischen Erbes. Ziel dieser Organisation ist die touristische Erhaltung, Belebung und historische Hinterlegung der Flusslandschaft und des Kulturraums nahe der Donau.

Warum findet sich der Grasfrosch an der Donau?

Der Grasfrosch ist nicht typisch für den Aubereich. Im Nationalpark Donau-Auen sind seine Vorkommen lokal begrenzt, scheinen sich aber auszubreiten.

Merkmale

Der größte und plumpeste Braunfrosch. Durch dunkelbraune bis schwärzliche Flecken auf braunem oder rötlichbraunem Grund erscheint die Oberseite häufig kontrastreich gefärbt. Das Trommelfell ist kleiner als der Augendurchmesser, fast immer zieht sich ein dunkler Schläfenfleck zum Vorderbeinansatz. Die Bauchseite ist zumeist grau oder gelblich und dunkel marmoriert. Zur Paarungszeit können die Männchen eine leicht bläuliche Kehlfärbung aufweisen, welche aber nie die Intensität des Moorfrosches erreicht. Von den anderen Braunfröschen ist er durch den plumperen Körperbau und den zumeist marmorierten Bauch gut unterscheidbar.

Verbreitung

Ganz Mittel- und Nordeuropa wird vom Grasfrosch besiedelt. Er ist vom Tiefland bis in die hohe Bergregion heimisch. Im Nationalpark Donau-Auen etwa sind seine Vorkommen eher gering und lokal begrenzt. Der Grasfrosch ist nicht typisch für den Aubereich, scheint aber derzeit in Ausbreitung begriffen zu sein. Eventuell kann dies als Indikator einer allgemeinen Veränderung der Auenlandschaft rund um die Donau gewertet werden. 

2. Der Inn – in der Schweiz „erfunden“

Fluss Inn Wasserburg

Der Inn ist ein 517 km langer, durch die Schweiz, Österreich und Deutschland verlaufender rechter Nebenfluss der Donau. Der Fluss entspringt beim Malojapass im Schweizer Engadin in 2.484 Metern Höhe nahe dem Lunghinsee. An der Mündung bei Passau fließen dann im Mittel 738 m³/s Wasser in die nur 690 m³/s heranführende Donau.

Damit ist der Inn der zweitgrößte Fluss Bayerns. Im Bild sehen Sie den Verlauf des Inns bei Wasserburg in Oberbayern. Der Inn fließt in Bayern an diesen größeren Städten entlang: Rosenheim, Wasserburg am Inn, Mühldorf am Inn, Neuötting, Marktl, Simbach am Inn und Passau

Zwischen Kufstein und Erl verläuft die österreichisch-deutsche Staatsgrenze in Flussmitte. Danach durchquert der Inn die südöstliche Ecke Bayerns. Ab der Mündung der Salzach bis zur Stadtgrenze von Passau markiert er wieder die deutsch-österreichische Grenze. Am unteren Inn stehen mehrere große Stauwerke.

Der Inn mündet in der „Dreiflüssestadt“ Passau in die Donau. Noch ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss bleiben das grüne Gletscherschmelzwasser des Inns, das blaue Donauwasser und das dunkle Moorwasser der von Norden mündenden Ilz in der Donau unvermischt unterscheidbar. Auffallend ist, wie stark das grüne Wasser des Inns das Wasser der Donau beiseite drängt. Dies hängt mit der zeitweise sehr großen Wassermenge des Inns und den unterschiedlichen Tiefen der beiden Gewässer zusammen (Inn: 1,90 Meter, Donau: 6,80 Meter) – „der Inn überströmt die Donau“.

Welche Tiere leben vom und am Inn?

Am unteren Inn hat sich durch den Kraftwerksbau die Fischfauna verändert. Neben den früher typischen Arten Barbe, Nase und Huchen haben sich Fischarten, die ruhigere Flussabschnitte oder stehende Gewässer bevorzugen, angesiedelt. Dazu zählen Brachse, Karpfen, Hecht, Rotfeder und Rotauge.

Der Europäische Biber wurde in den 1970er Jahren auf der bayerischen Seite der Innstauseen wieder angesiedelt und hat sich seither ausgebreitet. Zwischen der Salzachmündung und der Antiesenmündung finden sich rund 15 Reviere, der Biber ist aber auch flussaufwärts bis ins Tiroler Oberinntal gewandert. Allmählich siedelt sich am unteren Inn auch der Fischotter wieder an.

Die Auen dienen zahlreichen, darunter etlichen gefährdeten, Vogelarten als Lebens- und Brutraum. Bedeutsam sind u.a. Brutvorkommen von Flußuferläufer, Nachtigall und Gartenbaumläufer in der Silzer Innau, vom Flussregenpfeifer in der Innschleife bei Kirchbichl, oder von Zwergdommel, Nachtreiher, Seidenreiher, Rohrweihe, Schwarzmilan, Schwarzkopfmöwe, Flussseeschwalbe, Eisvogel, Blaukehlchen, Brandgans, Weißkopfmöwe, Lachmöwe und Flussseeschwalbe am Unteren Inn.

Wo wird der Inn zur Freizeitgestaltung genutzt?

Der Inn weist in Bayern im gesamten Verlauf Gewässergüteklasse II (mäßig verunreinigt). Entlang der Hochwasserdämme führen auf weiten, zusammenhängenden Strecken Radwege. Der Inn-Radweg folgt dem Flusslauf von Maloja bis zur Mündung. Entlang des Inn liegen viele Baggerseen, die durch Kiesgewinnung entstanden sind. Örtlich verkehren linienmäßig Personenschiffe. Das Inn-Museum in Rosenheim dokumentiert die Geschichte des Inn und der Innschifffahrt.

3. Die Salzach – Gebirgsfluß Made in Austria

Burghausen-Ach-Salzach

Die Salzach ist mit 225 km Länge der längste und wasserreichste Nebenfluss des Inn in Österreich und Deutschland. Die Salzach ist einer der großen Alpenflüsse und entwässert die östlichen Hohen Tauern nach Norden.

Die Salzach verdankt ihren Namen der Salzschifffahrt, die bis ins 19. Jahrhundert auf dem Fluss betrieben wurde. Bis nach 1800 hieß der Fluss allgemein Salza.

Flussverlauf

Die Salzach entspringt in den Kitzbüheler Alpen im Westen Salzburgs. Im Unterlauf verlässt die Salzach die Alpen in das Salzburg-Freilassinger Becken, durchfließt den unteren Tennengau mit Golling und Hallein, und den Flachgau mit der Stadt Salzburg und Freilassing an der Saalach.

Anschließend durchbricht sie die Laufener Enge bei Oberndorf, durchströmt das Tittmoninger Becken und die Nonnreiter Enge und mündet im Becken von Überackern, zwischen Burghausen an der Salzach und Braunau am Inn auf einer Höhe von 344 m ü. NN bei Haiming in den von Westen kommenden Inn. Sie bildet auf etwa 59 km Länge die Grenze zwischen Österreich und Deutschland, und hat ein Einzugsgebiet von rund 6.700 km². Der mittlere Wasserabfluss bei Burghausen beträgt etwa 251 m³/s. Damit ist die Salzach der drittgrößte Fluss in Bayern.

Tourismus und Freizeit

  • Der gut ausgeschilderte Tauernradweg beginnt bei den Krimmler Wasserfällen im Nationalpark Hohe Tauern in Österreich und führt an Salzach, Saalach und Inn teils auf alten Treidelpfaden (Treppelwegen) bis nach Passau.
  • Von Laufen über Tittmoning führt ein Uferweg bis nach Burghausen (insgesamt ca. 40 km), der sich auf der deutschen Seite sehr gut bewandern lässt.
  • In Anlehnung an die Salzschifffahrt können sogenannte Plättenfahrten bei den lokalen Touristenbüros gebucht werden, die im Sommer mehrmals pro Monat stattfinden.

4. Der Grüne Fluss – Die Isar kommt aus Tirol (Österreich)

isar-landshut-martinskirche

Die 295 km lange Isar ist ein Fluss in Tirol (Österreich) und Bayern (Deutschland).

Sie entspringt im Tiroler Teil des Karwendels im Hinterautal, fließt bei der deutschen Grenze durch Scharnitz und Mittenwald, im Isarwinkel durch Lenggries und Gaißach. Im Mittellauf durch die Städte Bad Tölz, Geretsried, München, Freising und Moosburg.

Im Bild ist die Isar im Bereich Landshuts mit Blick von der Mühleninsel auf die Martinskirche.

Der Unterlauf fließt durch Landshut, Dingolfing, Landau an der Isar sowie Plattling. Gegenüber von Deggendorf mündet die Isar in die Donau. Die frühere Ausprägung als typischer Gebirgs- und Voralpenfluss mit breitem, sich ständig verlagerndem Flussbett, ausgedehnten Schotterbänken und verzweigten Flussarmen weist sie nur noch in einzelnen Bereichen des Oberlaufs auf. Nach der Donau, dem Inn und der Salzach ist die Isar der viertgrößte Fluss Bayerns.

Die meisten kleinen Inseln und Kiesbänke der Isar werden durch die jährlichen Hochwasser immer wieder in Umfang und Form verändert. Einige Inseln im unmittelbaren Bereich von größeren Städten wurden im 19. Jahrhundert verbaut und so gegen Abtrag gesichert: die Museumsinsel und die Praterinsel in München, sowie die Hammerinsel, die Mühleninsel und das Mitterwöhr in Landshut.

Geographische Enteilung

Die Isar entwässert einen großen Teil der Bayerischen Alpen, sowie Teile des Karwendels nach Norden zur Donau und damit letztendlich zum Schwarzen Meer hin. Insgesamt umfasst das Einzugsgebiet etwa 9.000 Quadratkilometer. Da der Niederschlag im Winter vor allem in den Alpen zumeist als Schnee fällt, führt die Isar während der Schneeschmelze im Frühsommer besonders viel Wasser. Mit einem mittleren Abfluss von rund 200 Kubikmetern pro Sekunde ist sie mit mittelgroßen deutschen Flüssen wie der Mosel und dem Main vergleichbar. Der wichtigste Nebenfluss ist die in Moosburg zufließende Amper, gefolgt von der in Wolfratshausen mündenden Loisach.

Gibt es Gold an der Isar?

Am Unterlauf der Isar zwischen Moosburg und Plattling wurde vor allem im 16. und 17. Jahrhunderts Gold aus den Flussablagerungen gewaschen. Davon zeugen noch Ortsnamen wie Golding (Gemeinde Gottfrieding) und Goldern (Gemeinde Niederaichbach). Die so gewonnenen Mengen an Edelmetall waren jedoch gering und wirtschaftlich nicht von großer Bedeutung. Eventuell finden sich auch v       heute noch Ablagerungen des Edelmetalls in der Isar?

Renaturierungsökologie

In jüngster Zeit wird versucht, durch verschiedene Maßnahmen der Isar ihre Ursprünglichkeit wiederzugeben. So wurde zum Beispiel seit Mai 2000 ein acht Kilometer langer Teilbereich der Flusslandschaft im südlichen Stadtgebiet von München renaturiert. Dazu wurde das Flussbett aufgeweitet, die Ufer wurden abgeflacht und Kiesinseln sowie naturnahe Sohlrampen angelegt. Auch die vorhandenen Deiche wurden erhöht, verbreitert und durch den Einbau einer Dichtwand verstärkt. Bei der Verlängerung der Konzession für das Wasserkraftwerk Mühltal wurden mit Bescheid vom 28. Juni 1995 Auflagen erteilt, die eine eigenständige Regeneration der natürlichen Fließgewässerfunktionen begünstigen sollen. So wurde für die Ausleitungsstrecke ein Mindestwasserabfluss von 15 m³/s – nach vorher 5 m³/s – gefordert und die Entfernung von Uferverbauung auf mehr als 7 km Länge. Wegen der Entfernung der Verbauungen haben die Hochwässer in den Jahren 1999, 2002 und 2005 dazu geführt, dass die Isar nun auf mehreren 100 m Länge ihr Flussbett deutlich aufgeweitet hat und wieder Elemente einer alpin geprägten Flusslandschaft zeigt.

Trotz besseren Schutzes vor Hochwasser ist die Flusslandschaft der Isar heute deshalb wieder naturnäher und dieses wichtigste Naherholungsgebiet im Großraum München hat an Reiz für die Besucher gewonnen. Durch Aufrüstung verschiedener Klärwerke entlang der Isar hat auch die Wasserqualität zugenommen, das Flusswasser gehört derzeit der Gewässergüteklasse II an, gilt also als mäßig belastet. Hoch ist allerdings nach wie vor die Keimzahl.

Gemeinsam mit einer Reihe anderer Städte und Gemeinden entlang der Isar hatte sich die Stadt München 1998 zum Ziel gesetzt, die Wasserqualität so weit zu verbessern, dass die Isar offiziell zum Baden freigegeben werden kann. Das Ziel wurde bisher nur zum Teil erreicht: Am Isaroberlauf wurden Klärwerke in Betrieb genommen, die durch Behandlung des Abwassers mit ultraviolettem Licht die Zahl der Keime drastisch reduzieren, so dass die Stadt München 2005 die Warntafeln, die vor dem Infektionsrisiko mit Keimen beim Baden warnten, entfernen konnte. Somit kann die EG-Richtlinie für Badegewässer während der Betriebszeit der UV-Desinfektionsanlagen zwischen 15. April und 30. September meistens eingehalten werden.

Jedoch kann die Isar im Bereich des Stadtgebiets nicht als Badegewässer ausgewiesen werden, da aufgrund der Einträge durch Niederschläge, insbesondere bei Starkregen, die Wasserqualität zu sehr einbrechen kann.

Warum ist die Isar grün?

Die Farbe der Isar ist grün. Dies lässt sich auf die Mineralien zurückführen, die der Fluss mit sich bringt. Weil der Anteil an Feinstsedimenten sehr gering ist, wie in Schnee oder Gletschereis, wird das Sonnenlicht gefiltert und abgespiegelt, was die Isar nahe der Quelle bläulich erscheinen lässt. Bei Zunahme der aufgelösten Mineralstoffen, bei denen es sich in der Isar häufig um Kalkgesteine handelt, verwandelt sich die Färbung von den Alpen bis zur Mündung ins Grünliche.

Protektion der Flora und Fauna

Entlang der Isar wurden eine Reihe von Natur-, Landschafts- sowie für einzelne Kiesbänke auch Vogelschutzgebiete ausgewiesen, beispielsweise das Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“ nordöstlich von Moosburg. Dieses Naturschutzgebiet ist eine bedeutende Raststätte für durchziehende Wasservögel. Über 260 verschiedene Vogelarten wurden bislang nachgewiesen, darunter auch gefährdete Arten wie die Flussseeschwalbe und das Blaukehlchen. Das Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Hangenham und Moosburg befindet sich nordöstlich von Freising, im Mündungsgebiet der Moosach und einiger Bachläufe. Das Landschaftsschutzgebiet „Untere Isar“ und das Naturschutzgebiet „Isarmündung“ umfassen die Auenlandschaft im Isarmündungsgebiet.

Um die Schönheit des Isartales zu erhalten, gründete Gabriel von Seidl bereits 1902 den Isartalverein. Um dieses Ziel zu erreichen, kaufte die erste Münchner Bürgerinitiative über 90 Hektar Land und betreut heute insgesamt über 330 Kilometer Wander- und Radwege.

Fauna und Flora

1976 wurde der Biber im Isardelta wieder angesiedelt. Von dort aus breiteten die Tiere sich flussaufwärts aus. Ein Exemplar lebte sogar jahrelang mitten in München unmittelbar am Deutschen Museum. Auch nach dem August-Hochwasser 2005 konnte man frische Biberbissspuren an Bäumen in Isarnähe sehen.

Ein Teil der typischen Isarfische ist in seinem Bestand bedroht, wie zum Beispiel der Huchen oder der Wels. Neben diesen Arten kommen in der Isar vor allem Forellen und Barsche vor sowie Koppe, Hecht, Nerfling, Rotauge, Rotfeder, Rutte, Schleie, Barbe und Zander. Insgesamt sind etwa 50 einheimische Fischarten bekannt.

Von der Quelle bis zur Mündung lässt sich die Isar in drei Flussregionen aufteilen: die Forellenregion von der Quelle bis Lenggries, die Äschenregion von Lenggries bis Moosburg und die Barbenregion von Moosburg bis zur Mündung.

Neben verbreiteten Vögeln wie Möwen, Schwänen oder Stockenten bietet die Isar auch anderen, weniger häufig vorkommenden Arten einen Lebensraum. So lassen sich Wasseramseln, Eisvogel,Graureiher oder auch Flussregenpfeifer beobachten. Selten geworden sind die Fluss-Seeschwalbe und der Flussuferläufer; sie gelten als gefährdet. Ihre Nester liegen sehr gut getarnt inmitten des Gerölls der Kiesbänke und werden von Erholungssuchenden, die trotz Verbots die Kiesflächen (ausgewiesene Vogelschutzgebiete) betreten, meist nicht wahrgenommen. So werden die dort brütenden Vögel besonders während der Brutzeit massiv und nachhaltig gestört. Die als Vogelschutzgebiet gekennzeichneten Bereiche dürfen jeweils in dem Zeitraum vom 15. März bis zum 10. August nicht betreten werden.

Vor allem im Ufer- und Böschungsbereich, aber auch auf den Kiesbänken kommen neben Erdkröten und Zauneidechsen auch Blindschleichen vor. Die Schlangen sind durch die Kreuzotter sowie durch die Ringel- und die Schlingnatter vertreten.

Besonders im oberen, aber teilweise auch im mittleren Flussabschnitt entstehen durch Erosion und Sedimentation immer wieder neue Flussaufschüttungen. Diese noch offenen Schotterflächen werden zuerst von Pionierpflanzen besiedelt, welche mit den schwierigen Bedingungen dort gut zurechtkommen; dazu gehören das Alpen-Leinkraut, das gelbblütige Habichtskraut und die Deutsche Tamariske. Wird die Kiesbank nicht von Hochwasser wieder abgetragen, siedeln sich nach einigen Jahren auch Weiße Silberwurz, Wacholder und schließlich auch verschiedene Weidenarten an. Bei einer weiteren Entwicklung entstehen so nach und nach lichte Kiefernwälder.

Tourismus

Neben der bayerischen Landeshauptstadt und einer Reihe weiterer sehenswerter Städte entlang der Isar sind zahlreiche Isarlandschaften und Naturschutzgebiete von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel der Isarwinkel oder die Pupplinger Au südlich von München. Über weite Strecken wird der Fluss von Radwanderwegen gesäumt, die eine Radwanderung von den Alpen bis zur Donau ermöglichen.

Seit einigen Jahrzehnten erlebt auch die Flößerei eine Renaissance im touristischen Sektor. Jährlich fahren in den Sommermonaten bis zu 50.000 Touristen auf großen, bis zu 20 Tonnen schweren Flößen von Wolfratshausen über eine Strecke von 25 Kilometern bis zum Floßkanal in München-Thalkirchen. Die Wehre der Kraftwerke werden dabei durch Schleusenrutschen überwunden. Die Rutsche im Mühltal südlich von Kloster Schäftlarn überwindet auf einer Länge von 360 Metern rund 18 Höhenmeter und gilt damit als die längste Floßgasse der Welt. Die mit Musikkapelle, Tischen und Bänken, Bewirtungsmöglichkeit mit Bier und Brotzeit und auch einer Bordtoilette ausgestatteten Flöße werden nach der Ankunft am Zielort in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, auf Lkw flussaufwärts gebracht und dort für die nächste Fahrt wieder zusammengesetzt.

Das Befahren der Isar mit Kanus oder ähnlich kleinen und wendigen Booten ist über Teilstrecken problemlos möglich. Bei hoher Wasserführung kann unter anderem an der Wittelsbacher Brücke in München auch von Wellenreitern oder Kanuten gesurft werden.

An einigen Stellen entlang der Isar wird nackt gebadet, so beispielsweise nördlich von Wolfratshausen im Bereich der Pupplinger Au. Im südlichen Stadtgebiet von München sind sogar FKK-Gelände offiziell ausgewiesen. Viele Münchner lassen sich allerdings – unabhängig von offiziellen Ausweisungen – auch im inneren Stadtbereich nackt am Ufer oder auf den Kiesinseln von der Sonne bräunen.

Die Isar begleitet der Isar-Radweg, ein relativ einfach zu fahrender Radweg, von Mittenwald über Landshut bis Plattling.

 5. Der weißrote Main

Main - Fluss Frankfurt-Obermainbrücke

Der Main ist mit 527 km Fließstrecke der längste rechte Nebenfluss des Rheins.

Die Quellflüsse des Mains entspringen im Fichtelgebirge (Weißer Main) und in der Fränkischen Alb (Roter Main). Westlich des in die Stadt Kulmbach eingemeindeten Orts Melkendorf vereinigen sich die beiden Quellflüsse zum eigentlichen Main. Der Flusslauf hält trotz vieler markanter Richtungswechsel seine – in Mitteleuropaseltene – ostwestliche Hauptrichtung bei und berührt dabei mehrere fränkischeMittelgebirge, das fränkische Weinbaugebiet und zahlreiche, teils gut erhaltene historische Stadtkerne. Besonders prägnante Großstadträume durchfließt der Main in Würzburg und Frankfurt. Gegenüber der Mainzer Altstadt – zwischen Ginsheim-Gustavsburg und dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim – mündet er in denRhein. Von dort (Kilometer 0) bis oberhalb der Eisenbahnbrücke bei Hallstadt(Kilometer 387,69) ist der Main (Ma) Bundeswasserstraße.

Die 388 km lange schiffbare Strecke beginnt bei Bamberg und ist seit 1992 über den Main-Donau-Kanal mit der Donau verbunden. Vor allem im Ballungsraum Rhein-Main um Frankfurt befinden sich mehrere große Binnenhäfen. Der Main verläuft durch die Bundesländer Bayern und Hessen. Baden-Württemberg hat im Bereich der Stadt Wertheim auf rund 25 km Länge Anteil am linken Ufer. Entlang des Mains verlaufen der Main-Wanderweg und der Main-Radweg.

Das Einzugsgebiet des Mains und seiner Nebenflüsse umfasst 27.292 km2 und erstreckt sich über den größten Teil Frankens, den nordöstlichsten Teil Badens und den Norden Südhessens. Es grenzt im Süden an das Einzugsgebiet der Donau, die Grenze zwischen beiden ist Teil der Europäischen Hauptwasserscheide. Der Main ist mit einem mittleren Abfluss von 225 mpro Sekunde an der Mündung in den Rhein nach Aare (560 m3/s), Maas (357 m3/s) und Mosel(315 m3/s) der viertgrößte Nebenfluss des Rheins und der fünftgrößte Fluss Bayerns.

Flussverlauf

Der Main fließt in weiten Bögen von Ost nach West durch Oberfranken, Unterfranken und Südhessen und durchquert dabei die Städte Bayreuth (am Roten Main), Kulmbach, Lichtenfels, Schweinfurt, Würzburg, Aschaffenburg und Frankfurt am Main, dann mündet er an der Mainspitze gegenüber von Mainz in den Rhein.

Während der Main vor allem im unterfränkischen Abschnitt durch siedlungsarmes Gebiet fließt, ist ein Großteil der Untermainebene von Aschaffenburg bis zur Mündung von den großen Siedlungsflächen und vielen Verkehrswegen der Rhein-Main-Region bestimmt.

Quellflüsse

Der Main hat zwei kurze Quellflüsse, den Weißen und den Roten Main.

Der Weiße Main

Der 41 km lange Weiße Main ist der rechte und nördliche Quellfluss des Mains. Er entspringt im Fichtelgebirge – 20 km Luftlinie nordöstlich von Bayreuth, nordwestlich von Fichtelberg. Seine in Granit gefasste Quelle liegt auf 887 m ü. NN am Osthang des 1024 m hohen Ochsenkopfs.

Der Weiße Main verdankt seinen Namen dem hellen Granitgestein seines Quellgebiets, das sein Wasser weißlich erscheinen lässt.

Roter Main

Der 73 km lange Rote Main ist der linke und südliche Quellfluss des Mains. Er entspringt in derFränkischen Alb – 10 km südlich von Bayreuth, 5 km westlich von Creußen. Seine ungefasste Quelle (hölzernes Rohr) liegt im Lindenhardter Forst knapp 2 km nordwestlich von Hörlasreuth. Der Fluss führt Sediment aus dem lehmigen Grund seines Einzugsgebiets mit, was ihm eine rötliche Farbe gibt und seinen Namen bestimmte.

Hörlasreuth ist das erste Dorf, das der Rote Main berührt, das Städtchen Creußen der erste größere Ort. Der Rote Main fließt weiter in nördlicher Richtung bis Bayreuth und dann in zahlreichen Mäandern nordwestwärts durch ein weites Tal.

Die beiden Quellflüsse vereinigen sich am westlichen Stadtrand von Kulmbach bei Schloss Steinenhausen. An dieser Stelle beginnt der als Main bezeichnete Flussabschnitt. Hier endet die flussaufwärtige Zählung der Flusskilometer.

Maindreieck

Die zwei Schenkel des Maindreiecks spannt der Main zwischen den Städten Schweinfurt und Frickenhausen am Main sowie dem nahen Ochsenfurt und Gemünden auf, sie bilden auf der Landkarte ein nach Norden offenes abgestumpftes Dreieck. Am Maindreieck und seiner Umgebung liegt ein großer Teil der Anbaufläche des Weinbaugebietes Franken.

Der Main als Schwimmbad?

Der Aus- und Neubau von kommunalen und industriellen Kläranlagen sowie Verfahrensverbesserungen der Industrie sorgten dafür, dass sich die Wasserqualität des Mains in den 90er Jahren allmählich verbesserte. Nach dem aktuellen Bericht zur Biologischen Gewässergüte der Fließgewässer in Hessen entsprach die Wasserqualität des Mains im Jahr 2000 im gesamten hessischen Abschnitt der Güteklasse II (mäßig belastet). Die verbleibende Wasserbelastung ist zu einem erheblichen Teil auf Oberflächenabflüsse, z. B. nach starken Regenfällen, oder auf Belastungen aus der Landwirtschaft zurückzuführen und nur schwer weiter zu verringern.

Es wird trotzdem weiterhin davon abgeraten, im Main zu baden, da mikrobielle Verunreinigungen nicht ausgeschlossen werden können. Im Jahr 2004 wurde diskutiert, die Wasserqualität auf dem Flussabschnitt zwischen den Staustufen Offenbach und Griesheim durch Einleitung von mehreren 100.000 m³ Trinkwasser zeitweise so zu verbessern, dass der Schwimmwettbewerb des Triathlon Ironman Germany im Main ausgetragen werden kann, statt wie bisher im Langener Waldsee. Die Pläne waren jedoch in der Öffentlichkeit umstritten und konnten bislang nicht realisiert werden.

Welche Fische finden wir im Main?

Fischökologisch gehört der größte Teil des Mains zur Brachsen- oder Barbenregion. Zu den beobachteten Arten gehören Aal, Barbe, Brachse, Döbel, Flussbarsch, Güster, Hasel, Hecht, Karpfen, Nase, Rapfen, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Ukelei, Wels und Zander. Noch nicht wieder heimisch geworden sind insbesondere Lachs und Stör. Im Rahmen des Projektes Lachs 2020 wird angestrebt, bis 2020 im Flusssystem des Rheins wieder Lebensbedingungen für den Lachs zu schaffen.

Dabei sollen durch Aktivierung von denaturierten Flussauen und Verbesserungen der Gewässerstruktur, z. B. Anschluss von Altarmen und Schutz von Kiesstrecken, geeignete Laichplätze eingerichtet werden. Im Einzugsgebiet des Mains kommen dafür einige Nebenflüsse in Frage, in denen bereits früher Lachse heimisch waren, z. B. Rodach und Kinzig.

Seit der Eröffnung des Main-Donau-Kanals 1992 sind ca. 20 Arten aus dem Donauraum in den Main zugewandert, darunter Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva), Marmorierte Grundel (Proterorhinus marmoratus), Rapfen (Aspius aspius), Zährte (Vimba vimba) und Zobel (Abramis sapa).

Mainfähren

Nach wie vor werden am Main zwölf Fähren betrieben, obwohl in den letzten 40 Jahren bereits viele wegen Unrentabilität stillgelegt werden mussten. Die Fähren werden in der Regel von den Kommunen an die Fährleute verpachtet, belasten aber wegen der erforderlichen Zuschüsse die kommunalen Haushalte erheblich.

Die Mehrzahl der Fähren ist für den Transport von Personenwagen und Lastkraftwagen bis zu einem bestimmten Gesamtgewicht eingerichtet, einige nur für Personen und Fahrräder. Ein Teil der Fähren ist freifahrend, die anderen am Hochseil geführt, aber mit eigenem Antrieb. Verkehrlich haben die Fähren nach wie vor eine wesentliche Bedeutung. Vor allem der Landwirtschaft bringen sie einen erheblichen Zeitvorteil, da sie einen Umweg von bis zu 20 km ersparen.

Die fünf größten Flüsse Bayerns
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