Bayern, Land (Freistaat) im Süden von Deutschland, mit 70 549 km2 flächenmäßig größtes, mit (2012) 12,44 Mio. Einwohnern nach der Bevölkerungszahl zweitgrößtes deutsches Bundesland, Hauptstadt ist München.

Staatswappen

Das bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene Löwe, ursprünglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht heute für die Oberpfalz, der „fränkische Rechen“ für die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther für die Altbayern und die drei schwarzen Löwen für Schwaben. Das weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität.

Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen, die weiß-blau gerautete Flagge und die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, weiße Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten.

Die gleichen weiß-blauen Rauten sind auch in vielen Städte- und Kreiswappen in den Gebieten der historischen Kurpfalz zu finden (auch in den rechtsrheinischen, heute badischen Gebieten, die nie zu Bayern gehörten, wie etwa das Wappen des Neckar-Odenwald-Kreises). Denn auch wenn heute Bayern die weiß-blauen Rauten praktisch für sich beansprucht, so sind es doch die Farben der Familie Wittelsbach (ursprünglich die des Sturmbanners der Grafen von Bogen in Niederbayern, die von dem wittelsbachischen Bayernherzog Ludwig I. (dem Kelheimer) mit übernommen wurden, als Bogen nicht mehr als Lehen hinausgegeben wurde); sie herrschte neben Bayern auch in der Kurpfalz, nachdem im Jahr 1214 Herzog Ludwig I. die Pfalzgrafschaft „bei Rhein“ als Lehen erhalten hatte für seinen Sohn Otto, dessen Verlobte die pfälzische Erbtochter Agnes war.

Natur

Bayern hat im Süden Anteil an den Nördlichen Kalkalpen mit Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2 962 m über dem Meeresspiegel). Ihnen schließt sich nördlich das Alpenvorland an, ein Moränengebiet mit Seen (Ammer-, Starnberger, Chiemsee u. a.). Nach Norden folgt bis zur Donau ein fruchtbares Hügelland, von teils moorigen Niederungen und Schotterfluren der Alpenflüsse unterbrochen. Das Mittelgebirgsland nördlich der Donau umfasst im Osten den Bayerischen Wald (Nationalpark, Naturpark), den Oberpfälzer Wald, das Fichtelgebirge und den Frankenwald. Im Norden hat Bayern Anteil am waldreichen Spessart und der Rhön (Biosphärenreservat). Dazwischen liegt der östliche Teil des Schwäbisch-Fränkischen Stufenlandes mit Frankenhöhe, Steigerwald, Haßbergen und Fränkischer Alb. Den größten Teil Bayerns entwässert die Donau mit ihren Nebenflüssen (Iller, Lech, Isar und Inn von Süden, Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen von Norden), den Nordwesten der Main mit seinen Nebenflüssen (u. a. Regnitz, Tauber).

Bevölkerung

Die ursprünglichen Bevölkerungsgruppen sind im Norden vorwiegend die Franken, im Süden die Baiern und im Südwesten die Schwaben. Die Struktur veränderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zustrom von 2,4 Mio. Vertriebenen und Flüchtlingen. Große Gebiete (Oberpfalz, Niederbayern) sind verhältnismäßig dünn besiedelt; verdichtete Stadtregionen und Ballungsräume bilden die Großstädte (München, Augsburg, Erlangen, Nürnberg, Regensburg, Würzburg). – 59,2 % der Bevölkerung gehören der katholischen Kirche an, 21,9 % der evangelisch-lutherischen Landeskirche. – In Bayern gibt es (2006) zehn staatliche (München [Universität, TU und Universität der Bundeswehr], Erlangen-Nürnberg, Würzburg, Regensburg, Augsburg, Bayreuth, Passau, Bamberg) und vier staatlich anerkannte Universitäten (Katholische Universität Eichstätt, PTH Benediktbeuern, Hochschule für Philosophie München, Augustana-Hochschule Neuendettelsau), des Weiteren acht Kunst- und Musikhochschulen und 20 staatliche beziehungsweise staatlich anerkannte Fachhochschulen.

Wirtschaft

Bayern hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg von einem überwiegend agrarisch geprägten Land zu einer technologieorientierten Industrieregion mit hochentwickeltem Dienstleistungssektor gewandelt. Industriezentren des Fahrzeugbaus, der Luft- und Raumfahrttechnik, des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, Elektronik und chemischen Industrie sind München, Augsburg, der Raum Nürnberg–Fürth–Erlangen, Ingolstadt und Regensburg. In Bayern finden sich zum Teil weltweit bedeutende Standorte der Informations-, Kommunikations-, Bio- und Gentechnologie; weiterhin der Metall verarbeitenden Industrie, der Porzellanherstellung (Oberfranken, Oberpfalz), der Spielwarenindustrie (Nürnberg, Fichtelgebirge), der Textil- und Bekleidungsindustrie (Oberfranken, Schwaben), der Nahrungsmittelindustrie (Käseherstellung, Mälzereien und Brauereien) sowie der Medizin- und Umwelttechnik. An Bodenschätzen werden Salz (bei Berchtesgaden), Graphit (bei Passau), Kaolin (Oberpfalz) und andere Industrieminerale (Betonit, Kieselerde) gewonnen. Bedeutend für die Energieversorgung sind fünf Kernkraftwerkblöcke (an drei Standorten), die rund 65,4 %, und Wasserkraftwerke, die 15,4 % der Elektroenergie produzieren. – Bayern hat die größte landwirtschaftliche Nutzfläche (51,6 % der Landesfläche) unter den Bundesländern; Hauptkulturen sind Weizen, Gerste, Hackfrüchte (Kartoffeln und Zuckerrüben), Hopfen (Hallertau) und Weinreben (Franken). Ertragreichster Zweig ist die Viehwirtschaft, besonders im Alpenvorland; Bayern ist eine der größten Milcherzeugerregionen Europas. 34,8 % der Landesfläche sind bewaldet. Es ist bevorzugtes Fremdenverkehrsland (v. a. Oberbayern, Allgäu, Bayerischer Wald). – Bayern ist durch ein dichtes Schienen- und Autobahnnetz gut erschlossen. Wichtige Wasserstraßen sind der Main (ab Bamberg für Schiffe bis 1 350 t befahrbar), die Donau (ab Kelheim) und der die beiden verbindende Main-Donau-Kanal, wodurch der Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsweg gebildet wird; in Deggendorf besteht ein Freihafen; wichtigster Hafen ist Regensburg; internationale Flughäfen besitzen München (im Erdinger Moos) und Nürnberg.

Verfassung

Nach der Verfassung vom 2. 12. 1946 (mehrfach, zuletzt 2003 geändert) übt der Landtag (180 Abgeordnete, für 5 Jahre gewählt) die Legislative aus. Der Senat (60 Mitglieder) wurde 2000 aufgelöst. Das Parlament wählt den Ministerpräsidenten, der die Regierung beruft und die Richtlinien der Politik bestimmt. Gesetze können außer vom Landtag auch durch Volksentscheid beschlossen werden; Verfassungsänderungen erfordern ein Referendum.

Geschichte und Politik

6. Jahrhundert bis Bayerischer Erbfolgekrieg: Im 6. Jahrhundert entstand das (ältere) Stammesherzogtum der Baiern unter den Agilolfingern; geriet unter fränkische Oberhoheit. Um 740 organisierte Bonifatius die Bistümer Salzburg, Passau, Regensburg, Freising und Eichstätt. Karl der Große setzte 788 den letzten Agilolfinger, Tassilo III., ab und machte Bayern zum karolingischen Teilreich. Anfang des 10. Jahrhunderts entstand das jüngere Herzogtum Bayern; 976 wurde Kärnten abgetrennt. 1070 kam Bayern an die Welfen, 1139–56 gehörte es zwischenzeitlich den Babenbergern, die danach aber das von Bayern getrennte Österreich (seit 976 Markgrafschaft, seit 1156 Herzogtum) behielten; Herzogssitz war bis ins 13. Jahrhundert Regensburg. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen kam Bayern 1180 an die Wittelsbacher. Diese erwarben 1214 die Rheinpfalz und nach und nach die Oberpfalz; 1255 erfolgte die Aufteilung in Niederbayern und Oberbayern (mit der Rheinpfalz), 1329 die Teilung in die (rheinische) Kurpfalz, die Oberpfalz sowie das restliche Bayern. Die Erwerbungen Kaiser Ludwigs IV., des Bayern (1314–47), Brandenburg, Tirol, Holland, Seeland und Hennegau, gingen seinem Haus bald verloren. Nach den Teilungen in die Linien Landshut, Straubing, Ingolstadt und München wurde das Land 1506 wieder vereinigt. Die Reformation wurde unterdrückt. 1542 kamen die Jesuiten an die 1472 gegründete Landesuniversität Ingolstadt. Maximilian I. (1597–1651) übernahm neben den Habsburgern die Führung der Gegenreformation in Deutschland; er erhielt 1623 die Kurwürde, 1628 die Oberpfalz. Kurfürst Maximilian II. Emanuel (1679–1726) stand im Spanischen Erbfolgekrieg auf französischer Seite; sein Sohn Karl Albrecht kämpfte 1741–45 im Österreichischen Erbfolgekrieg gegen Maria Theresia und wurde als Karl VII. zum Kaiser gewählt (1742–45). Als die bayerische Linie der Wittelsbacher 1777 erlosch, folgte Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach, der schon die Kurpfalz und die Herzogtümer Jülich und Berg besaß. Der gegen die wittelsbachische Besitzvereinigung von Kaiser Joseph II. angebotene Tausch von Teilen Bayerns gegen Belgien (österreichische Niederlande) beschwor den Bayerischen Erbfolgekrieg (1778/79) zwischen Österreich und Preußen herauf; im Frieden von Teschen 1779 kam nur das Innviertel an Österreich. 1799 gelangte Maximilian IV. Joseph aus der Linie Pfalz-Zweibrücken an die Regierung.

Napoleonische Zeit und Anfänge des Parlamentarismus: In der napoleonischen Zeit wuchs Bayern durch den engen Anschluss an Frankreich, den der Minister M. Graf Montgelas 1801 vollzog, zum größten deutschen Mittelstaat heran. Es musste zwar 1801 auf die Rheinpfalz sowie Jülich und 1806 auch auf Berg verzichten, konnte aber 1803–10 sein Gebiet nahezu verdoppeln: zu Altbayern kamen weite schwäbische und v. a. fränkische sowie österreichische Gebiete hinzu. Kurfürst Maximilian IV. Joseph nahm 1806 als Maximilian I. Joseph den Königstitel an und war gezwungen, dem napoleonischen Rheinbund beizutreten; 1808 wurde die Leibeigenschaft aufgehoben. In den Befreiungskriegen ging Bayern durch den Vertrag von Ried (8. 10. 1813) zu den Gegnern Napoleons I. über; es musste nun die österreichischen Abtretungen zurückgeben, wurde aber 1815/16 durch das Großherzogtum Würzburg, Aschaffenburg und die linksrheinische Pfalz entschädigt. Nach dem Sturz von Montgelas kam 1817 das Konkordat zustande, das die bayerische Kirche reorganisierte (Kirchenprovinzen München und Bamberg). Am 26. 5. 1818 erhielt Bayern eine konstitutionelle Verfassung mit zwei Kammern. Ludwig I. (1825–48) machte München zur Kunststadt und verlegte 1826 die Universität dahin. Bayern wurde Mitbegründer des Deutschen Zollvereins (1834); 1835 wurde in Bayern die erste deutsche Eisenbahnlinie eröffnet (Nürnberg–Fürth). Unruhen in München (Anfang 1848, u. a. wegen der Sängerin Lola Montez) veranlassten Ludwig, zugunsten seines Sohnes Maximilian II. abzudanken. 1849 wurde der pfälzische Aufstand mithilfe preußischer Truppen niedergeworfen. 1866 kämpfte Bayern aufseiten Österreichs gegen Preußen. 1870/71 nahm es am Deutsch-Französischen Krieg teil, 1871 trat es in das Deutsche Reich ein. Nach dem Tod König Ludwigs II. (1864–86) wurde Bayern unter Prinzregent Luitpold (1886–1912) streng konstitutionell regiert; sein Sohn und Nachfolger bestieg 1913 als König Ludwig III. den Thron. Die »Patrioten«, die sich 1887 der Zentrumspartei anschlossen, besaßen 1869–87 und wieder seit 1899 die Landtagsmehrheit; 1912 wurde der Zentrumsführer G. Freiherr von Hertling Ministerpräsident (bis 1917).

Republik bis heute: Am 7./8. 11. 1918 wählte der Münchner Arbeiter- und Soldatenrat K. Eisner zum bayerischen Ministerpräsidenten; dieser erklärte Bayern zur Republik. Stärkste Partei wurde die Bayerische Volkspartei (BVP; Nachfolgerin des Zentrums). Nachdem Landtag und Landesregierung angesichts der Unruhen im März 1919 nach Bamberg ausgewichen waren, riefen revolutionäre Gruppen in München die »Räterepublik Baiern« aus; sie brach jedoch mit der Besetzung Münchens durch Reichstruppen (1./2. 5. 1919) zusammen. Mit der »Bamberger Verfassung« (in Kraft seit dem 15. 9. 1919), die Bayern zum Freistaat (1920 Anschluss Coburgs) innerhalb des Deutschen Reiches machte, und der Weimarer Reichsverfassung verlor Bayern fast alle Sonderrechte. Während des Kapp-Putsches im März 1920 erfolgte in Bayern eine scharfe politische Wendung auf einen restaurativen Kurs (mit dem Ziel größerer Eigenständigkeit); das führte unter G. Ritter von Kahr (1920/21 Ministerpräsident, ab September 1923 als von der bayerischen Regierung ernannter »Generalstaatskommissar«) zu heftigem Streit mit der Reichsregierung; im November 1923 versuchte A. Hitler ihn zum Staatsstreich gegen die Reichsregierung zu bewegen (Hitlerputsch).

Nach dem Rücktritt von Kahrs (1924) beendete der neue Ministerpräsident, H. Held (1924–33), die Kontroverse mit dem Reich. 1924/25 kam es zu einem Konkordat mit dem Heiligen Stuhl. Bei den Wahlen von 1932 konnte sich die BVP knapp vor der NSDAP behaupten. Nach deren Machtergreifung im Reich setzte die nationalsozialistische Regierung am 9. 3. 1933 General F. X. Ritter von Epp als Reichsstatthalter im gleichgeschalteten Bayern ein. 1945 kam Bayern (mit Ausnahme Lindaus und der Pfalz) zur amerikanischen Zone; während die Pfalz 1946 Rheinland-Pfalz eingegliedert wurde, kam 1945 die thüringische Enklave Ostheim zu Bayern. 1946 trat eine neue Verfassung in Kraft. Seit 1946 ist die CSU die stärkste Partei (1946–50 und seit 1962 in absoluter Mehrheit); unter dem Vorsitz von F. J. Strauß (1961–88) gewann sie auch auf Bundesebene Bedeutung; sie stellt (außer 1954–57: W. Hoegner, SPD) alle Ministerpräsidenten: H. Ehard (1946–54, 1960–62), H. Seidel (1957–60), A. Goppel (1962–78), F. J. Strauß (1978–88), M. Streibl (1988–93), E. Stoiber ( 1993-2007), G. Beckstein (seit 2007).

Unter F. J. Strauß (1978–88) gewannen Bayern und die CSU auf Bundesebene sowie auch international verstärkte Bedeutung; die Umwandlung des ehemaligen Agrarstaats in ein Land mit moderner Wirtschaftsstrukur gelang; 1980 war Strauß gemeinsamer Kanzlerkandidat von CDU und CSU, blieb aber erfolglos. Unter seinen Nachfolgern konnte die erfolgreiche Entwicklung des Landes auf wirtschaftlichem, kulturellem und sicherheitspolitischem Gebiet fortgesetzt werden. Im Januar 2002 wurde E. Stoiber zum gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU für die Bundestagswahlen im September 2002 benannt und unterlag G. Schröder nur sehr knapp. Bei den Landtagswahlen vom 21. 9. 2003 errang die CSU unter Stoiber – erstmals in einem deutschen Bundesland – die Zweidrittelmehrheit der Mandate (124 von 180 Sitzen; 60,7 % der abgegebenen Stimmen). Die SPD musste herbe Verluste hinnehmen (nur noch 19,6 % der Stimmen und 41 Mandate), FDP (2,6 % der Stimmen) und Freie Wähler (4,0 % der Stimmen) scheiterten jeweils an der 5%-Klausel; lediglich Bündnis 90/Die Grünen wurden, leicht bestärkt, in ihrer Oppositionspolitik im Landtag bestätigt (7,7 % der abgegebenen Stimmen, 15 Mandate).

Mit der Entscheidung von Ministerpräsident Stoiber, nach zunächst anders lautenden Ankündigungen für die im November 2005 gebildete Große Koalition der Union mit der SPD in Berlin nicht als Bundeswirtschaftsminister zur Verfügung zu stehen, setzte ein Verfall seiner politischen Autorität in Bayern ein. Aufgrund zunehmender innerparteilicher Kritik, die sich ab Ende 2006 weiter verstärkte, erklärte Stoiber am 18. 1. 2007, noch im Herbst diesen Jahres von seinem Amt als Ministerpräsident zurückzutreten und auch nicht mehr für den Vorsitz der CSU kandidieren zu wollen. Am 30. 9. 2007 vollzog er den Rückzug aus der Landespolitik. Zum Ministerpräsidenten wurde G. Beckstein (CSU) gewählt.

Von 1962 bis 2008 hatte die CSU die absolute Mehrheit in Bayern inne. Mit der Landtagswahl am 28. September 2008 verlor die CSU die absolute Mehrheit sowohl nach dem prozentualen Ergebnis als auch nach der Fraktionsstärke im Landtag und war für die folgende Legislaturperiode auf einen Koalitionspartner angewiesen. Die FDP (Freie Demokratische Partei) stellte zwei Minister und eine Staatssekretärin in der gemeinsamen Regierung. Amtierender Ministerpräsident ist seit dem 27. Oktober 2008 Horst Seehofer (CSU). Die neue Bayerische Staatsregierung wurde am 8. Oktober 2013 vereidigt. Seitdem wird Bayern wie vor der Landtagswahl 2008 von der CSU alleinregiert.

Warum Bayern und nicht Baiern?

Die heute allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit „y“ geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern, vom 20. Oktober 1825 zurück, mit der die vorher geltende Schreibweise „Baiern“ abgelöst wurde. Diese Anordnung des Königs und seine Vorschrift des „griechischen“ Ypsilons steht im Zusammenhang mit dem Philhellenismus. Bis dahin wurde der Landesname üblicherweise mit „i“ geschrieben, wenngleich es auch ältere Belege mit einem „y“ gibt.

Regierungsbezirke

Das Staatsgebiet des Freistaates Bayern ist für den Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung in Verwaltungseinheiten aufgeteilt, welche die Bezeichnung Regierungsbezirke führen. Die Regierungsbezirke werden durch die lokalen Regierungen geleitet, denen je ein Regierungspräsident vorsteht, der vom Innenminister ernannt wird. Die Regierungen sind die Mittelbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung und unterstehen dem Staatsministerium des Inneren.

 

Regierungsbezirk Regierung Hauptstadt AGS Abk. Fläche
km²
Einwohner
(31. Dez. 2013)]
Einwohner
pro km²
Oberbayern Regierung von Oberbayern München 091 OB 17.530,21 4.469.342 255
Niederbayern Regierung von Niederbayern Landshut 092 NB 10.328,65 1.189.153 115
Oberpfalz Regierung der Oberpfalz Regensburg 093 OPf. 9.690,19 1.077.991 111
Oberfranken Regierung von Oberfranken Bayreuth 094 Ofr. 7.231,49 1.056.365 146
Mittelfranken Regierung von Mittelfranken Ansbach 095 Mfr. 7.244,89 1.707.376 236
Unterfranken Regierung von Unterfranken Würzburg 096 Ufr. 8.531,40 1.297.992 152
Schwaben Regierung von Schwaben Augsburg 097 Schw. 9.993,38 1.806.025 181
Bayern Bayerische Staatsregierung München 09 BY 70.550,19 12.604.244 179

Erläuterung: AGS=Amtlicher Gemeindeschlüssel Abk. = Abkürzung des Regierungsbezirks

Wo liegt Bayern in Deutschland?

Lage Bayerns in Deutschland auf dieser Karte @Sueddeutsch.com

 

Bilder aus Bayern

Bayern an einem nebligen Herbstvormittag:

Im schwummerigen Nebelgewande präsentiert sich das Märchenschloss Neuschwanstein des wohl im deutschen Ausland und der Welt berühmtesten Bayern, der Märchen-König Ludwig dem II.

 

Schloss Neuschwanstein in Bayern
Schloss Neuschwanstein in Bayern

Der Monarch wurde am 25.8.1845 im Schloß Nymphenburg in München geboren. Er war von März 1864, bis zu seinem auch heute noch rätselhaften Tod am 13.6.1886 im Starnberger See König von Bayern. In dieser Zeit hat der Wittelsbacher einige herrliche Denkmäler für Bayern geschaffen, eben auch das märchenhafte Schloss Neuschwanstein im Chiemgau. Eigentlich hieß der bekannteste König Bayerns Otto Friedrich Wilhelm Ludwig. Sein Großvater, der den selben Vornamen hatte, pochte aber darauf, daß man ihn doch Ludwig nennen sollte.

Wohl auch deswegen, weil sie beide zufällig am gleichen Tag Geburtstag hatten. Das auch von König Ludwig II. erbaute Schloß Herrenchiemsee ist mitten im Chiemsee auf der Herreninsel gelegen, Schloß Linderhof befindet sich nahe der Gemeinde Ettal. Geboren wurde der Märchenprinz im Münchner Schloß Nymphenburg, ein weiteres Highlight der bayrischen Schlösserwelt, das man besuchen sollte.

Nicht fertig bzw. nur geplant wurde von Ludwig die Burg Falkenstein, die ähnlich wie Neuschwanstein als romantische Felsenburg geplant war, hierzu kaufte er die Burgruine Falkenstein, die in Pfronten im Allgäu gelegen ist. Zudem plante er einen chinesischen und byzantinischen Palast errichten zu lassen, was ihm aber auch dank fehlender Finanzierung dann nicht mehr gelang.

Bayern Karte

Regierungsbezirke auf der Bayern-Karte im Bayern Reisefuehrer @Sueddeutsch.com

Quellen: R. A. Roth: Freistaat Bayern. Politische Landeskunde ; B. Hubensteiner: Bayerische Geschichte. Staat u. Volk, Kunst u. Kultur ; F. Prinz: Die Geschichte Bayerns; Bayern im Bund, hg. v. T. Schlemmer, auf 7 Bde. berechnet; Bayern. Vom Stamm zum Staat, hg. v. K. Ackermann, 2 Bde.; Handbuch der bayerischen Geschichte, hg. v. M. Spindler, neu hg. v. Alois Schmid, 4 Bde.; P. C. Hartmann: Bayerns Weg in die Gegenwart. Vom Stammesherzogtum zum Freistaat heute; A. Kraus: Geschichte Bayerns. Von den Anfängen bis zur Gegenwart; W. Volkert: Geschichte Bayerns. Besonderer Dank gilt an Wikipedia.org.

Schreibe einen Kommentar