Baden-Württemberg, Land der Bundesrepublik Deutschland, 35 752 km2, (2012) 10,51 Mio. Einwohner. Es wurde 1952 durch die Fusion der Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern gegründet. Die Landeshauptstadt ist Stuttgart. Nach Einwohnerzahl und Fläche steht Baden-Württemberg im Größenvergleich an dritter Stelle der deutschen Länder.

Die zehn grössten Städte Baden Württembergs

  1. Stuttgart
  2. Karlsruhe
  3. Mannheim
  4. Freiburg im Breisgau
  5. Heidelberg
  6. Ulm
  7. Heilbronn
  8. Pforzheim
  9. Reutlingen
  10. Ludwigsburg

Natur

Baden-Württemberg umfasst Teile der Oberrheinebene mit dem Kaiserstuhl, den Schwarzwald mit dem Feldberg (1 493 m über dem Meeresspiegel) als höchster Erhebung des Landes, den Kraichgau, den südlichen Odenwald und das westliche Süddeutsche Schichtstufenland mit der Schwäbischen Alb; im Süden zwischen Bodensee und Iller (Allgäu) hat Baden-Württemberg Anteil am Alpenvorland. Fruchtbare Hochflächen und bewaldete Höhen liegen beiderseits des Neckars und seiner Seitentäler. Hauptflüsse sind Rhein, Donau und Neckar.

Bevölkerung

Die Bevölkerung ist im Süden schwäbisch-alemannisch, im Norden fränkisch, wobei im ehemals kurpfälzischen Gebiet vorwiegend Pfälzisch, im Tauberland und im Hohenlohischen Ostfränkisch gesprochen wird. – 38,7 % der Bevölkerung gehören der katholischen Kirche an, 34,3 % den evangelischen Landeskirchen. – Baden-Württemberg hat neun staatliche Universitäten (in Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Hohenheim, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen, Ulm); sechs pädagogische Hochschulen; vier private, staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschulen; elf Kunst- und Musikhochschulen sowie 32 Fachhochschulen (staatlich und staatlich anerkannt).

Wirtschaft

Baden-Württemberg ist das am stärksten industrialisierte Land in Deutschland. Neben bedeutenden Großunternehmen dominieren Mittelbetriebe. Wichtigste Branchen sind Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektrotechnik, chemische, Metall verarbeitende, Kunststoff- und Textilindustrie sowie Holzindustrie, besonders im Schwarzwald. Die Energieversorgung basiert auf Erdöl, Erdgas und Kohle sowie auf Kernkraftwerken (v. a. im nördlichen Landesteil) und Wasserkraftwerken (v. a. am Hochrhein). Baden-Württemberg verfügt nur über geringe Bodenschätze: Steinsalz (am Kocher), Fluss- und Schwerspat, Kalk und Quarz sowie Mineralquellen (Baden-Baden, Bad Mergentheim, Bad Wildbad u. a.).

41,1 % der Gesamtfläche Baden-Württembergs sind landwirtschaftlich genutzte Fläche und 39,5 % davon sind Dauergrünland, daher überwiegt die Milcherzeugung und -verarbeitung (Allgäu, Schwarzwald). Auch im Ackerbau herrschen Futterpflanzen vor. Sonst wird besonders Weizen, im Schwarzwald Hafer und Roggen angebaut. In klimabegünstigten Räumen (Neckar und Nebentäler, Bodensee, Oberrheinebene) sind Wein-, Obst- und Tabakbau, bei Schwetzingen Spargelanbau vertreten.

Für den Verkehr nachteilig wirken sich die natürlichen Hindernisse Schwäbische Alb und Schwarzwald aus; große Verkehrsgunst bietet dagegen der Oberrheingraben. Insgesamt ist Baden-Württemberg durch Eisenbahn und Autobahn recht gut erschlossen. Der Binnenschifffahrt stehen der begradigte Rhein ab Rheinfelden und der ab Plochingen schiffbare Neckar zur Verfügung. Bedeutende Binnenhäfen besitzen Karlsruhe, Mannheim und Heilbronn; einen internationalen Flughafen hat Stuttgart.

Klima

Baden-Württemberg liegt in einem Übergangsgebiet zwischen Seeklima im Westen und Kontinentalklima im Osten. Das bewirkt, dass abwechselnd ozeanische und kontinentale Klimaeinflüsse wirksam werden. Aufgrund der vorherrschenden Westwinde überwiegen die ozeanischen Klimaeinflüsse, wobei diese in den östlichen Landesteilen abnehmen. Die Vielgestaltigkeit der Oberflächenformen, also das Nebeneinander hoher Bergländer und abgeschirmter Beckenräume, führt zu deutlichen klimatischen Unterschieden schon auf kurzen Entfernungen.

Durch die südliche Lage ist Baden-Württemberg gegenüber anderen Bundesländern hinsichtlich der Temperaturen begünstigt. Das Oberrheinische Tiefland weist Jahresmitteltemperaturen von 10 °C auf und gehört damit zu den wärmsten Gebieten Deutschlands. Klimatisch begünstigt sind auch der Kraichgau, das Neckartal nördlich von Stuttgart, das Bodenseegebiet, das Hochrheingebiet und das Taubertal. Mit der Höhe sinkt die Durchschnittstemperatur, und der Südschwarzwald ist mit durchschnittlich 4 °C eines der kältesten Gebiete Deutschlands. Eine Ausnahme von dieser Regel ist die im Winter vorkommende Inversionswetterlage, bei der höhere Lagen wärmer sind als tiefer gelegene, weil bei windstillem Hochdruckwetter die von den Höhen abfließende Kaltluft sich in Beckenräumen sammelt. Extreme Kältewerte lassen sich deshalb in der Baar beobachten. Hier kann es im Winter zu Temperaturen von unter −30 °C kommen.

Verfassung

Nach der Verfassung vom 11. 11. 1953 (mit Änderungen) übt der Landtag (derzeit 128 Abgeordnete, für 5 Jahre gewählt) die Legislative aus. Er wählt den Ministerpräsidenten, der die Regierung beruft. Die Verfassung sieht Volksbegehren und -entscheid vor und fixiert Staatsziele wie Stärkung der EU, Umweltschutz und Schutz für Behinderte.

Landeswappen Baden Württembergs

Grosses_Landeswappen_Baden-Wuerttemberg

Das Wappen zeigt drei schreitende Löwen auf goldenem Grund. Dies ist das Wappen der Staufer und Herzöge von Schwaben. Über dem großen Landeswappen befinden sich die sechs Wappen der historischen Landschaften, aus denen oder aus deren Teilen Baden-Württemberg gebildet worden ist. Es sind dies: Vorderösterreich (rot-weiß-rot geteilter Schild), Kurpfalz (steigender Löwe), Württemberg(drei Hirschstangen), Baden (roter Schrägbalken), Hohenzollern (weiß-schwarz geviert) und Franken (drei silberne Spitzen auf rotem Grund). Dabei sind die Wappen Badens und Württembergs etwas größer dargestellt. Schildhalter sind der badische Greif und der württembergische Hirsch.

Neuere Geschichte

Das Land Baden-Württemberg wurde nach der Volksabstimmung vom 6. 12. 1951 (angeordnet vom Bund durch die Neugliederungsgesetze vom 4. 5. 1951) aus den Ländern Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden gebildet. Eine zweite Volksabstimmung am 7. 6. 1970 bestätigte die Neubildung. Die CDU wurde stärkste Partei (1972–92 absolute Mehrheit) und stellt nach R. Maier (1952–53; FDP) seit 1953 den Ministerpräsidenten: G. Müller (1953–58); K. G. Kiesinger (1958–66); H. Filbinger (1966–78); L. Späth (1978–91); E. Teufel (1991–2005); G. Oettinger (seit 2005; 2006 bestätigt). 1996 wurde eine Koalitionsregierung mit der FDP gebildet (zuletzt 2006 bestätigt).

Quellenangabe: C. Borcherdt: Baden-Württemberg. Eine geographische Landeskunde. Der Weg zum Südweststaat, bearbeitet von J. Thierfelder u. U. Uffelmann. Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, hg. v. H. Schwarzmaier u. a., 4 Bde. in 5 Teilen. W. Alber u. a.: Baden-Württemberg. Kultur u. Geschichte in Bildern. Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. Chancen u. Perspektiven eines Landes. Wikipedia.org

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