Bodenmais liegt tief im Bayerischen Wald; südwestlich am Fuße des Großen Arbers, dem höchsten Berg in Bayern außerhalb der Alpen. Bekannt ist der Markt Bodenmais fuer sein Bergwerk und den Silberberg. Zu finden ist der Kurort, in dem etwa 3.500 Personen leben, im niederbayerischen Landkreis Regen.

Bodenmais Uebersicht
Bild: Bodenmais

Geschichte

Der Bayerische Wald, inmitten des größten zusammenhängenden Waldgebirges Deutschlands liegend, findet in den Geschichtsbüchern schon früh Erwähnung. Gerodet wurde das Gebiet zuerst von Mönchen, dann von einigen wenigen Siedlern, die sich in dem „Urwaldgebiet“ niederließen. Der erste urkundliche Bericht über Bodenmais findet sich im Urbar der bayerischen Herzöge um das Jahr 1300, in dem vom „Item das Goldwerch ze Pabenmaiz“, berichtet wird. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde in den Gruben bei Bodenmais, genannt „des Allmächtigen Gottes Gabe“, nach Silber gegraben, um 1485 erhielt der Ort vom bayerischen Herzog Albrecht IV. besondere Privilegien, durch den großen Freiheitsbrief von 1522 wurde der Ort zur „vollkommen gefreiten Bergstadt“ erhoben.

Nachdem die Gewinnung von Edelmetallen zurückging, stellte sich das Bergwerk 1542 auf die Erzeugung von Vitriol um, das damals zum Färben der Stoffe Verwendung fand. Mit der Umwandlung in eine Hofmark 1580 erloschen die Rechte der freien Bergstadt. Ab 1760 geriet der Absatz von Vitriol ins stocken. Durch ein neues Verfahren, Potée (Polierrot) zu erzeugen, die zum Schleifen der Gläser und Polieren der Spiegel Verwendung fand, erlebte das Werk in den Jahren 1870 bis 1914 seine größte Blütezeit. Bodenmaiser Potée ging in die ganze Welt. Aber durch die Entwicklung neuer chemischer Herstellungsverfahren war man bald nicht mehr konkurrenzfähig. Die letzte Schicht wurde am 27. Mai 1962 gefahren.

Nachdem sich schon ab dem 15. Jahrhundert Glashütten im Bodenmaiser Raum ansiedelten, wurde Bodenmais nach 1945 innerhalb von 30 Jahren zum Glasveredlungszentrum und bietet heute die größte Bleikristallauswahl Deutschlands. Da sich hier, außer der Glasindustrie, keine Industrie ansiedeln wollte, hat man frühzeitig den Fremdenverkehr als Erwerbsmöglichkeit erkannt. Der Ursprung geht schon zurück auf das Jahr 1883, in dem in Bodenmais der Bayerische Wald-Verein gegründet wurde. Nach dem Krieg wurde der Fremdenverkehr weiter ausgebaut und Bodenmais zum bekanntesten und meistbesuchten Kurort des Bayerischen Waldes.

1945 wurde Bodenmais zum Luftkurort erklärt und 1958 zum Markt erhoben. 1962 begann man mit dem Bau eines beheizten Freibades, 1967 erfolgte der Kurhausbau, und 1972 konnte das Hallenbad in Betrieb genommen werden. 1989 erfolgte die Fertigstellung des neuen Rathauses mit Kurverwaltung, der Tiefgarage und des Kurparks. Als Abschluss der Bemühungen des Ortes im touristischen Bereich erhielt man im Dezember 1992 das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“.

Sehenswürdigkeiten

  • Katholische Pfarrkirche: Die Bodenmaiser Kirche wurde 1804/05 in der Mitte des Marktplatzes erbaut, und zwar so, dass sie in Richtung des Silberbergs zu stehen kam. 1955/56 wurde die Kirche durch den Anbau eines Oktogons erweitert. Den Altar schmückt eine Nachbildung des Gnadenbildes von Loreto (ein Geschenk des Kurfürsten), das bereits am 16. Juni 1705 (Namenstag des Heiligen Benno) in einer feierlichen Prozession von Maisried (Böbrach) nach Bodenmais übertragen wurde. Zur Erinnerung daran findet jedes Jahr ein „Umgang“ mit fünftägigem Volksfest statt, bei dem das Gnadenbild mitgetragen wird.
  • Historisches Besucherbergwerk am Silberberg: Seit 1962 steht das Silberbergwerk interessierten Besuchern als Schaubergwerk offen. 1998 erwarben sechs ehemals im Bergwerk Beschäftigte das Werk mit den dazugehörigen Liegenschaften und betreiben seither das Historische Besucherbergwerk im Silberberg.
  • mehrere Glasbläsereien: Die größte und bekannteste ist die Joska-Glasbläserei, die unter anderem Pokale für den Wintersport herstellt.
  • Altes Rathaus mit Sonderausstellung über die Geschichte des Bergbaus und der Vitriolhütte am Silberberg in Bodenmais

Übernachtungszahlen

Bodenmais ist der führende Tourismusort im Landkreis Regen. Insgesamt fanden 2012 28,5 % der Gästeankünfte und 32,9 % der Übernachtungen im Landkreis in Bodenmais statt.

Jahr
Gästeankünfte
Übernachtungszahlen
Übernachtungen/Gast
1995
108.921
995.505
9,1
2000
110.282
854.880
7,8
2005
101.057
708.672
7,0
2010
147.895
865.120
5,9
2011
145.138
839.449
5,8
2012
147.468
839.825
5,7
2013
150.561
824.031
5,5
2014
143.104
752.871
5,3

Aktivurlaub – was kann Bodenmais bieten?

Eine der schönsten Sommerrodelbahnen

Rodeln im Sommer

Fahrspaß für jedes Alter bietet die abwechslungsreiche Sommerrodelbahn. Ob blitzschnell oder gemächlich – die Geschwindigkeit bestimmen Sie selber. Rasante Kurven meistern, um zu Beschleunigen auf langgezogenen Geraden. Ein echtes Rennerlebnis – ideal auch für Gruppen und Schulklassen.

Das Bergwerk besuchen – egal zu welcher Jahreszeit

Erleben Sie die faszinierende Welt unter Tage. Durch den über 600m langen „Barbarastollen“ führt Sie der Weg tief in das Innere des Silberberges bis zu einer gewaltigen Höhlung, dem „Großen Barbaraverhau“. Der stimmungsvolle Gang durch die jahrhundertealten Stollen bringt die Geschichte des Bergbaus in die Gegenwart.

Mehr als 60 verschiedene Mineralien finden sich im Silberberg. Bei der Darstellung der Arbeit unter Tage fühlen Sie sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Ein unterirdischer See und das Silberberg-Museum, das die Bodenmaiser Bergwerksgeschichte seit 1311 zeigt, runden Ihren Besuch ab.

Auf der Winterrodelbahn gilt: ab Weihnachten Snowfun

Winterrodeln

Schlittern / Rodeln Sie durch die verschneite Winterlandschaft des Bayerischen Waldes – ein atemberaubendes Vergnügen für jung und alt.

Die Schneesicherheit der Silberberg-Winterrodelbahn ist gewährleistet durch angemessene Beschneiung.

Die Rodel können Sie sich an der Talstation ausleihen. Per Bergbahn geht es rasch an den Start einer eindrucksvollen Abfahrt.

Mit der Silberbergbahn auf den Gipfel

Die Bergbahn bringt Sie im überdachten Sessellift bequem und sicher zur Bergstation. Von dort aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Gipfel. Auf 955 Meter öffnet sich Ihnen eine atemberaubende Sicht auf die Täler und Bergkämme des Waldgebirges. Sie erblicken den Großen Arber – mit 1456 Meter der höchste Berg des Bayerischen Waldes – und den Heilklimatischen Kurort Bodenmais.

Kinder lieben Bodenmais

Urlaub in Bodenmais lässt Kinderherzen höher schlagen: Durch endlose Wälder streifen, Tiere in ursprünglicher Natur beobachten, unter geheimnisvollen Riesen des Waldes zelten, am Lagerfeuer Brot am Stecken backen! Dies und noch viel mehr, wie etwa den Schatz im Silberberg suchen, Kugeln in der Glashütte blasen, Gold im Bach waschen, im neu errichteten Silberbergbad plantschen,das und mehr könnt Ihr in Bodenmais erleben. Zu allen Ferienzeiten gibt es in Bodenmais den „ÄKTSCHN – Club“ für Kinder von vier bis 14 Jahren! Die kleinen Gäste dürfen sich auf spannende Abenteuer freuen!

Ausflug nach Bodenmais im Bayrischen Wald
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